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Leselupe.de > Feste Formen
Sphinx - Senryu
Eingestellt am 18. 07. 2010 20:00


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Rhea_Gift
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erdbeben stĂŒrme
der sphinx fehlt die nase -
in den augen bloß sand
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

Version vom 18. 07. 2010 20:00

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Rhea_Gift
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Inspiriert durch Jackos "rotgelbe Winde"
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Heidrun D.
Guest
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Und inspiriert durch "unseren" Don Karlos möchte ich dir hier mal Kleinschreibung vorschlagen, das gÀbe so nette Enjambements:

quote:
erdbeben stĂŒrme
der sphinx fehlt die nase -
in den augen bloß sand

Dir einen besonders lieben Gruß
Heidrun

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JackoF
???
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erdbeben stĂŒrme
der sphinx fehlt die nase -
in den augen bloß sand
-------------------------------------------------------

Hallo Rhea,

irgendwie eröffnet sich mir hier spontan kein Bild :-((((((

Bin wohl zu sehr infiltriert von Sphinx und Sand ????

Geht das in die Richtung : „Mach doch aus einem Floh keinen Elefanten !“ ?,
oder,
"Lass Dich nicht blenden vom falschen Schein" ??


...ein fragendes TschĂŒss, Jacko

--

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Rhea_Gift
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Hi Jacko,

ein paar Anhaltspunkte:

Erdbeben, StĂŒrme (zur Zeit gehĂ€uft, aber begleitn uns auh schon seit ewigen Zeiten) >> Naturgewalt, die zerstörende Folgen hat, destruktive Gewalt bzw. Dynamik (in Menschenaugen)

Der Sphinx fehlt die Nase

>> von Menschen gebaut, besteht sicher nicht so lang wie Natur - und dennoch - bisher ĂŒberlebte sie so einiges - ihr fehlt (bloß) die Nase (mal auf Wesentliches konzentriert, ihr fehlt sicher noch mehr, aber das ist das Offensichtlichste und die grĂ¶ĂŸte Wunde) >> starres Bauwerk, ziemlich resistent aber: kaum Dynamik und:

>> in den Augen bloß Sand (blind, tot, schlĂ€ft (Sandmann)) - zudem gilt die Sphinx auch als RĂ€tsel aufgebendes Orakel in der Mythologie, Orakel sehen Dinge voraus (Ödipus - als Sinnbild dieser Geschichte kann man nun noch weiter denken, ich belasse es beim jetzt noch Folgenden), Blinde in der Mythologie auch - doch hier ist betont - die sieht nix, lebt nicht, orakelt eben nur in Menschenphantasie, ein Sandmannstraumgebilde - und ihr Lebenssand rieselt zwar langsam im Sinne von existentes Bauwerk, an sich ist sie aber tot, ein Denkmal - und ihr Bestehen im ganzen Werden um sie herum, die x Menschen, die sie ĂŒberlebt hat, selbst die ganzen Naturgewalten, die sie ĂŒberlebt - macht sie zum Sinnbild der Zeit selbst, eine Sanduhr, an der man die Jahrhunderte ablesen kann... und noch einiges mehr kann man sich dazu denken, wenn man das Bild mal wirken lĂ€sst...

Und das Gebilde an sich - halb Mensch, halb Löwe - ein Löwe ist ein sehr dynamisch-gewaltiges Tier - hier verdammt zur ewigen Ruhe... halb Mensch zu sein da fast schon Hohn - der Mensch hat diese in Stein gehauene Ruhe geschaffen, und sich selbst gleich mit in Stein gehauen - der Mensch fesselt die Dynamik der Natur, versucht sie dienbar zu machen - und fesselt dabei irgendwie auch sich selbst... entfernt sich immer mehr von seiner Verbindung zur natĂŒrlichen Dynamik, macht sich immer mehr abhĂ€ngig von technischer Dynamik... die Sphinx wird uns vielleicht ĂŒberleben - dann steht sie als sinnbildlichstes Denkmal der Menschheit da, das ich mir nur denken kann...

Nun bin ich doch ausgechweift... ist etwas mehr als nur Anhaltspunkte geworden...

LG, Rhea
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JackoF
???
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Hallo Rhea,

habe sehr interessiert Deine erzÀhlten Hintergrundsgedanken zu Deinem Sphinx-Zeiten-Bild gelesen.

Hierbei kam mir, ob der riesigen Spannbreite, die Frage - und um welche Gedankenlinie geht es nun in Deinem Gedicht ?
Denn aus Deinem gesamten Background-Text ist sicherlich nicht nur ein liniger Gedanke entnehmbar - wohl auch nicht so gemeint :-))
Doch welche Linie soll hier nun wirken ?????

Ohne Deine Zusatzgedanken konnte ich mir zu beiden Versionen keine Linie(gemĂ€ĂŸ meines Kleinstgeistes ) bauen - und danach, OK ! - ist was möglich..../ doch was ?

Und jetzt !
Die zweite Version hat nun eine „bloß“-Wanderung von Zeile 2 nach Zeile 3 erlebt, damit es wohl rhythmisch runder kling ? - doch was ist nun mit dem Inhalt ???? Intentional doch ein ganz neuer !!!

Original :

Erdbeben, StĂŒrme -
der Sphinx fehlt bloß die Nase .....<= alles außer der Nase ist noch da/bloß = nur
in den Augen: Sand .......................<= die Augen voll Sand/also "so" kein Sehen/irgendwie blind

verÀnderte Version :

erdbeben stĂŒrme
der sphinx fehlt die nase - ...........<= die Nase ist weg/es fehlt was
in den augen bloß sand .............<= die Augen voll Sand => entweder kein Sehen /// oder mit

einem „Pust“ wĂ€re wieder ein Sehen möglich/ein Sehen in die Vergangenheit(und darĂŒber in das Heute, in die Zukunft) ? <= Gesamtaussage aber uneindeutig, eben wegen des "bloß" !

Mit Hilfe Deiner Hintergrundsgedanken(habe einige Bilder hieraus entnommen)
habe ich mir mal paar verschiedene Einzel-Linien rausgearbeitet,
und zwar nicht als Krittelei, sondern einzig fĂŒr mein mögliches Verstehen "einer Linie".
(und mit Nichteinhaltung von 5-7-5 !!! / ist mir hier nicht möglich....)

Die Sphinx ohne Nase
ĂŒberlebt all die StĂŒrme
Sanduhr der Zeit

oder :

Die Sphinx ist Erinnerung
vergangener Tage
halb Mensch und halb Löwe

oder :

Sphinx ohne Nase ..................................<= mögl.daktylische Betonung: Sphinx ohne Nase
Augen im Wind voller Sand .....................<= mögl.daktylische Betonung: Augen im Wind voller Sand
(Ein) Orakel der Zeit / oder: (Ein) Spiegel der Zeit

oder Kombis...... ???


Und nun meine Frage :
Rhea,
welche Gedankenlinie hast Du denn nun gemeint ? / und welche zu Deinen beiden Versionen...
Und, ob es sich hier um ein Senryu handelt,
bin ich ja nun der „erklĂ€rte Allerletzte“ hier im Forum, darĂŒber etwas sagen zu können , also lasse ich es wohlweißlich........ :-))

Wieder ein sehr interessiertes TschĂŒss, Jacko

--

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Rhea_Gift
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Hi Jacko,

der Kontrast

1. Erdbeben StĂŒrme >> der Sphinx fehlt die Nase

das wirkt auch fĂŒr sich.

Erzeugte Bilder: bewegte Naturkatastrophen, ruhende Sphinx, der die Nase feht - die Folgen von Naturgewalten kann sich jeder selbst denken und den Kontrast wahrnehmen...

2. In den Augen bloß Sand - eben bloß Sand, kein Leben. Nur Sand sammelt sich in Steinaugen.

>> wirkt fĂŒr sich.

Dass ich mir noch viel mehr denke, ist eine Sache. Aber allein die drei Bilder können etwas auslösen - mĂŒssen es nicht. Ich hatte erst die Bilder, dann die Gedanken dazu. Und dann kamen noch mehr, als sie schon da standen, die Zeilen... so weit denkt vielleicht nicht jeder Leser - aber der ersten Linie dĂŒrfte man folgen können... Garantien gibts aber nie - nicht jedem sagen Bilder das Gleiche...

LG, Rhea
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