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Leselupe.de > Anonymus
Spiel mir das Lied vom Leben
Eingestellt am 23. 05. 2004 23:39


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Spiel mir das Lied vom Leben

Es hatte an ihr gelegen. Das wu├čte sie. Sie war jung damals gewesen und in einen Sog unwiderstehlicher Lebensgier geraten. Dann tauchte er auf. Er war Mathematiker, was sie sofort zum Wegrennen h├Ątte veranlassen sollen, denn wenn ihr eines widerstrebte, war es diese streng rationale Sichtweise der Welt. Aber er hatte sie best├╝rmt, von Anfang an. Und wenn sie beide in Decken geh├╝llt am Ufer des Sees sa├čen, er lachend ├╝ber ihre Weltsicht, die er f├╝r naiv und emotional ├╝berladen hielt, wurde sie mitunter w├╝tend. Sie stellte sich ihm entgegen mit allem, was ihr mitgegeben worden war. Und letztlich auch mit den Waffen einer Frau. Doch er hatte ihren Widerstand nur fortgewischt, wie man irgendwelche Formeln von der Tafel l├Âscht. Weshalb sie ihn aber vor allem liebte, das waren seine Verr├╝cktheiten, die ihn mitunter wie einen kleinen Jungen erschienen lie├čen.
Dann eines Tages stand er in ihrer T├╝r wie ein gebrochener alter Mann. Sie war entsetzt gewesen und hatte nicht begriffen, da├č jener Mann, zwar 15 Jahre ├Ąlter, aber doch vorher so agil und voller Verr├╝cktheiten, pl├Âtzlich v├Âllig in sich zusammengesunken und fahl im Gesicht auf ihrer Schwelle stand. Und dieser Eindruck war so ├╝berw├Ąltigend gewesen, da├č f├╝r Z├Ąrtlichkeit und Trost kein Raum mehr blieb.
Als er erz├Ąhlte, erfuhr sie das erste mal, da├č er eine Frau gehabt hatte. Sie war einen Tag zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Und sie ahnte, jetzt gab es f├╝r ihn nur noch sie. Betroffenheit begann sich in ihr breit zu machen. Sie kochte f├╝r ihn Tee und strich ihm ├╝bers Haar. Dann glitt sie ab in ein Dunkel von Fremdheit und Verzweiflung. Sie f├╝hlte sich einfach nicht stark genug, mit ihm gemeinsam das zu tragen, was ihm widerfahren war. Und so entrang sie ihre Jugend seinem Klammergriff. Sein Gesicht entfernte sich von dem ihren. Und dann ging er. M├╝hsam setzte er die Schritte, und sie rief ihn nicht zur├╝ck, als die Wohnungst├╝r hinter ihm zufiel.

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rilesi
Guest
Registriert: Not Yet

ganz sch├Ân hart

und ganz sch├Ân mutig, irgendwie.

'seinem Klammergriff.'

ein stern, der sich aus dem leben eines in dunkelheit geh├╝llten davonmachte, um sich selber treu zu sein versuchen. sich und nicht dem gegen├╝ber. jemand sagte mal zu mir: es gibt sehr viele einsame m├Ąnner.

nette gr├╝sse von rilesi

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

ganz sch├Ân hart, das stimmt ...

aber welche Chance hat eine solche Beziehung, habe ich mich gefragt, die ├╝berwiegend auf Leidenschaft basiert, wenn pl├Âtzlich die Dramatik des Alltags ├╝ber sie hereinbricht.Sie v.a., die junge Frau, erst am Anfang ihres Erwachsenenlebens ... vielleicht daher ihr Mut.
Ich danke Dir f├╝r Deinen einf├╝hlsamen Kommentar

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