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Leselupe.de > Gereimtes
Spielst Du
Eingestellt am 22. 07. 2006 18:19


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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Spielst Du


Spielst Du auf Deiner Lyra, Verseschmied?
Wie Finger ├╝ber schmale Saiten gleiten
Und Melodien mit den Worten reiten!
Spielst Du mir, Lieber, heut ein kleines Lied?

Lass Dich von alten Zauberk├╝nsten leiten,
Damit der Rhythmus in den Bann uns zieht.
Wie will ich, dass das Dumpfe von uns flieht
Und sanft die Segel sich im Tonwind spreiten!

Umh├╝llen soll dies Tuch der Illusion
Die Zeiten, die uns tief hinunter ziehn,
Und Klarheit tauche in die Konfusion,

Der Wahrheit weis den Weg zur Sonne hin:
Im Lied sei Leichtigkeit und Konklusion,
Und Liebe sei, was Tod und D├╝rre schien.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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AlexT
Autorenanw├Ąrter
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Kunst als Mittel, dem rauen Stumpfsinn des Alltags zu entfliehen, wenn ich's recht verstehe. Gut geschrieben! Ich freue mich au├čerdem an der Tatsache, dass es sich um ein Sonett handelt - ich bin also nicht der einzige in diesem Forum, der so wa snoch schreibt :-)

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Lieber Alex,

das Sonett, das Diskursgedicht: Es soll Blicke ├Âffnen, ein wenig Lehrgedicht sein, gerne ├╝ber die Liebe, diesmal ├╝ber's Lied, die Lyrik und die Kunst als Unterhaltung, die aus dem Alltag, dem dr├Âgen (manchmal jedenfalls), entf├╝hren soll.

Es ist die Beschw├Ârung der alten Wurzeln des Gedichts: des durch Instrumente begleiteten Sprechgesangs. Die Lyra, daher Lyrik, begleitete die griechischen Dichter, Trommeln und Zimbeln die Minnes├Ąnger des Mittelalters.

Es lohnt sich auch heute noch, diese Wurzeln in Erinnerung zu rufen. Von Schaden w├Ąre es jedenfalls nicht, sich ihrer gelegentlich zu bem├Ąchtigen. Der Dichtung eine Bresche, schrieb ich anderer Stelle Hier klicken

Warum nicht auch dem Lied an ihrem Ursprung. Rhythmus, Drive, Beat, Groove: Das ist Dichtung. Auch. Manchmal scheinen wir das vergessen zu haben. Schade eigentlich.

Die Sprache zum Tanz f├╝hren: Das will dieses Sonett. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Sonnige Gr├╝├če an alle Sonettisten und alle anderen Dichterinnen und Dichter

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Saurau
Guest
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hallo Walther!

bin beeindruckt. sch├Ân, laut zu lesen. die verse schmeicheln sich von den lippen. pathetisch aber souver├Ąn, eine gute mischung!

lg daniel

ps: um nicht nur zu loben (kritikzwang): ich finds wirklich gut.

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hallo Daniel,

dieses Gedicht ist eigentlich eine Replik auf dieses hier: Hier klicken

Dichten ist h├Ąufig Dialog mit anderen Dichtern. Wir machen nur zu wenig Gebrauch davon. Manchmal gelingt ein Werk, das danach alleine stehen kann. Nehme ich das Lob von Dir auf, dann ist das vielleicht in diesem Falle gelungen.

Das Gedicht selbst spiegelt sich in seinem Inhalt. Es will daran erinnern, da├č auch die alten Formen ihren Reiz haben. Letztlich war es noch im 19. Jahrhundert Brauch, Gedichte zu rezitieren, sich selbst also laut vorzulesen.

Meine Gedichte haben daher immer Rhythmus, auch die, die sich nicht "reimen". Reimen ist kein konstitutiver Baustein von Dichtung, Rhythmen aber schon. Auch H├Âlderlin ist rhythmisch, hat Metrum, hat einen eigent├╝mlichen dr├Ąngenden Zwang in seiner Sprache, sich deklamierend vorw├Ąrts zu bewegen.

Soweit zum Thema, ob man Dichtung Qualit├Ąt anmerken kann, die ├╝ber den Inhalt, das individuelle Gefallen hinausgeht. Die Antwort lautet: Ja, man kann. Egal wie oft und wie lautstark das Gegenteil von wem auch immer behauptet wird.

Dank und Sonnengru├č

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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