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Leselupe.de > Gereimtes
Sprachverfall (aus dem Buch Ferdinand)
Eingestellt am 21. 02. 2011 09:45


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Bernd
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Ferdinand besuchte August Schleicher,
klopfte an die TĂŒr und sprach "GrĂŒĂŸ Gott!
Sagen Sie, wird unsre Sprache reicher?"
"Nicht doch - die verfÀllt in ihrem Trott;

lange schon ist der Dual verblichen,
ach, was hatten wir fĂŒr reiche FĂ€lle,
und die schönsten Laute sind entwichen,
Sprachgerippe blieb an ihrer Stelle.

Nur Verfall seh' ich in unsrer Sprache,
seit sie einst in die Geschichte drang,
ĂŒbrig blieben Löcher nur und Brache,
und mir wird vor ihrer Zukunft bang.

Ach, wie mancher Laut einst rein erscholl,
schön die Zeiten, als der Hund noch boll."
__________________
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Walther
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Ach, wie mancher Laut einst rein erschallte,
schön die Zeiten, als der Hund noch ballte."


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Walther
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Bernd
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August Schleicher hat ĂŒbrigens die schöne Theorie aufgestellt, dass die Sprachen in "vorgeschichtlichen"" Zeiten aufblĂŒhte und ihre ganze Schönheit entfalteten, aber wenn ein Volk in die Geschichte eintritt (zum Beipiel durch Eroberung der Nachbargebiete), beginnt der Verfall der Sprache.

Schleicher hatte unrecht, aber nicht völlig.

Die Grammatik vereinfachte sich durch Verschmelzung von Nachbarkulturen und durch Faulheit beim Sprechen.

Aber sie entwickelte sich weiter und behielt ihre KomplexitĂ€t, nur dass manches eben anders ausgedrĂŒckt werden musste, wenn grammatische Formen verschwanden.

Diese Vereinfachung war es eigentlich, die Schleicher als Sprachverfall meinte. So ist Deutsch viel stÀrker verfallen, als Latein, Latein stÀrker als Sanskrit und dieses stÀrker als die indoeuropÀische Ursprache.
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Walther
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Ach, wie mancher Laut einst reine Schelte,
schön die Zeiten, als der Hund noch bellte."


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Walther
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