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Leselupe.de > Ungereimtes
Sprachverirrungen
Eingestellt am 06. 03. 2005 16:54


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dubidu
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Die höchste Sprache
verrät die Kunst
und huldigt der Macht

Denn wenn sie so lacht
ziert ihre Gunst
eine Blutlache
__________________
Die Tollkühnheit des Schreibers und sein spontanes Bedürfnis nach Wahrheit müssen allemal größer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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Montgelas
???
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vorsichtige näherungen

hallo dubidu,

rechtzeitig - kurz vor ostern - mutest du uns
diese dunklen verse zu - ich bin verwundert !

eine mögliche interpretation:
wenn gott lacht, aus der der tragödie
eine kömödie macht und sein lachen
fröhlich eine blutlache ziert,
handelt es sich möglicherweise
um die alttestmentliche geschichte
von sarah, abraham und ihren sohn isaak.
nicht isaaks blut wird vergossen, sondern
dass eines hammels letzendlich.
«Er(Gott)-hat-gelacht» ist ja wohl die
rechte übersetzung von jizchaq.

die abraham-isaak geschichte hat kierkegaard
genial, wie ich finde,
in seinem werk „Fucht und Zittern“ erörtert und abgehandelt.
ein altes jüdisches sprichwort besagt :
»der Mensch denkt, Gott lacht«.

aber auch neutestamentlich ist dein text interessant.
gibt es doch in der byzantinischen kirche
den brauch des osterlachens,
der daran erinnert, gegen jede ästh. logik,
dass der tod besiegt wird.

aber auch aktuelle bezüglichkeiten sind denkbar,
würden aber hier zu weit führen:

"Als George Bush vor die begeisterten Bukarester trat,
leuchtete über dem Platz der Revolution
ein Regenbogen. „Gott“, rief der Präsident,
„lacht uns jetzt zu!“ ( DIE ZEIT 06/2003)



und, und, und.....

ich will hier nur mal neugierig
die dikussion anschieben, der text ist tief und
vielsagend und mein "interpretatorisches nebengleis"
sicher nicht der weisheit letzter schluss !

meint lachend

montgelas

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Hallo dubidu,

ich sehe Deinen Text etwas schlichter als Montgelas:

Um Verrat geht es hier. Die Sprache wird personifiziert. Anstatt das zu leisten, was ihr eigentlich bestimmt ist, nämlich dem Schönen und Wahrhaften ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu leihen, verkumpelt sie sich mit der Macht und kann auf diese Weise nur noch zur Verzierung erbärmlicher, schrecklicher Resultate dienen, falls es sich dabei um Machtmissbrauch handelt.
Das Lachen empfinde ich aus dieser Sicht als etwas Maskenhaftes, Aufgesetztes.

Kurz und bündig hast Du das formuliert.

Liebe Grüße von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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dubidu
One-Hit-Wonder-Autor
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Liebe Vera,

genauso habe ich es empfunden; also wesentlich schlichter als es montgelas interpretiert hat. Drei Dinge hatte ich im Kopf:

a. die schöne Sprache Goethes Werther, die einen Massenselbstmord auslöste
b. die schöne Sprache Ernst Jüngers, die dem WK 1 huldigte
(In Stahlgewittern)
c. die schöne Sprache Nietzsches im "Der Wille zur Macht", die zum Teil von den Nazis vergewaltigt wurde

Unser lieber montgelas geht in seiner Interpretation viel zu tief. Ich kann nur hoffen, dass mein Unterbewusstsein mehr weiß als ich glaube zu wissen.

Gruß
gez. das dubidu
__________________
Die Tollkühnheit des Schreibers und sein spontanes Bedürfnis nach Wahrheit müssen allemal größer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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Re: Liebe Vera,

hallo dubidu,

jetzt verrate ich mal meine ersten gedanken zu dem text,
bevor ich auf mein abrahamitisches lieblingsbeispiel kam.

a. ernst jünger - briefwechsel mit carl schmitt
b. ezra pound - pisaner cantos
c. friedrich nietzsche - der tolle mensch
d. george bush in bukarest

goethe fiel mir überhaupt nicht ein.... ;)


natürlich ist meine interpretation etwas abwegig,
da ich z. zt. wieder einmal intensiv kierkegaard,
vor allem seine ästh. ansichten lese,
entschuldigt das hoffentlich ein wenig.

herzliche grüße,
vom gegenstand seiner lektüre
ganz gefesselt !

montgelas

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dubidu
One-Hit-Wonder-Autor
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Lieber montgelas,

so sind wir Sklaven der Themen, mit denen wir uns derzeit beschäftigen.

Kierkegaard's Begriff Angst gehört für mich zu den psychologisch-philosophischen Standardwerken, wobei sein religiöses Erbsünden-Konstrukt eher ein schönes intellektuelles Kunstgebilde als ein der Realität entsprechendes Phänomen ist.

Gruß
gez. das dubidu
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RAFAEL SELIGMANN

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