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Leselupe.de > Feste Formen
Spukhaus-Sonett
Eingestellt am 12. 02. 2005 12:12


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fenestra
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Was deinen Blick betört, ist nur Fassade
und Stuck zerbröckelt, Mauern halten dicht.
Doch dass du nicht durchs Fenster steigst, ist schade:
Halb angelehnt verströmts ein schwaches Licht.

Verlangen regt sich draußen und auch drinnen,
du hörst ein leises Lachen, wenn du schweigst.
Ein aufmerksamer Blick streift die Gardinen
und wartet bang, ob du dich heut noch zeigst.


Zu viele Fenster dunkel, kalt und unbewohnt!
Glaub nicht, dass dieses Haus noch das Betreten lohnt,
und wo gelangt man eigentlich hinaus?

Gar wird man mich mit SpinnenfÀden binden
und niemals werd ich helle SĂ€le finden,
nur fĂŒr den letzten Tanz die Fledermaus.

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Dorothea
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gut eingefangene Stimmung

Hallo fenestra,

sehr ambivalent sind sie, die GefĂŒhle Deines lyrischen Ich. Wer behauptet, dass er nicht glaubt, "dass dieses Haus noch das Betreten lohnt," und sich gleichzeitig fragt
"und wo gelangt man eigentlich hinaus?", der ist doch eigentlich in Gedanken schon hineingegangen und besorgt, wie er wiedetr hinausfinden kann. Nicht nur in dieser Stelle, sondern insgesamt ist sehr gut dargestellt diese Mischung aus Angezogen- und Abgestoßen sein. (WĂŒrde ich das Noten-Vergeben-Spiel zu den Bedingungen der LeLu mitspielen (was ich nicht mehr tue), dann erhielte Dein Sonett ein "sehr gelungen".
Dir ein schönes Wochenende.

__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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fenestra
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Liebe Dorothea,

genau so meine ich es, diese Ambivalenz bei der AnnÀherung an etwas Unbekanntes (kann auch ein Mensch sein). Wird es (er) mich wieder loslassen oder mich zu sehr vereinnahmen?

Danke fĂŒr deine positive Bewertung und viele GrĂŒĂŸe
fenestra

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loussi
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Registriert: Feb 2005

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Hallo fenestra,

dein Gedicht gefÀllt mir supergut. Ich wollte, ich könnte auch so schreiben. Am gelungensten finde ich die dritt- letzte Zeile: ... mich mit SpinnenfÀden binden.
Warum wurde das Gedicht von den Leselupem-Mitgliedern nicht besser bepunktet????

Liebe GrĂŒĂŸe
Loussi

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yaira
Guest
Registriert: Not Yet

begeistert

Hallo fenestra,

ich bin ehrlich begeistert. Du lieferst ein handwerklich einwandfreies Gedicht, das (mich) noch dazu inhaltlich voll ĂŒberzeugt. Diese Angst, sich etwas/jemandem anzunĂ€hern, man weiß nicht, ob es lohnt, ob man enttĂ€uscht wird, ob es nicht gar zu anstrengend oder unmöglich wird...
GefÀllt mir wirklich.

Liebe GrĂŒĂŸe
yaira

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
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quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von fenestra
Was deinen Blick betört, ist nur Fassade,
Und Stuck zerbröckelt, Mauern halten dicht.
Dass du nicht durchs Fenster steigst, ist schade:
Halb angelehnt verströmts, das schwache Licht.


Verlangen regt sich draußen und auch drinnen,
Du hörst ein leises Lachen, wenn du schweigst.
Ein aufmerksamer Blick streift die Gardinen.
Er wartet bang, daß du dich heute zeigst.


Zu viel Fenster: dunkel, kalt und unbewohnt!
Ob dies Haus noch das Betreten lohnt?
Und wo gelangt man eigentlich hinaus?


Man wird mich mit SpinnenfÀden binden,
und niemals werd ich helle SĂ€le finden,
nur fĂŒr den letzten Tanz die Fledermaus.
Liebe Fenestra, liebe MitdichterInnen,

die Idee zu diesem Sonett ist klasse. Leider, da muß ich widersprechen, die Form, die ist es nicht. Hier holpert es im Ursprungstext, daß ein Feldhase beim Laufen/Hoppeln ĂŒber den Winteracker buchstĂ€blich auf die Nase fiele.

Ich habe als alter Sonetter das Metrum ans Ohr genommen und dann den Text ĂŒber den entsprechenden Leisten gezogen. Das Ergebnis steht oben.

Der Text ist dabei weitgehend erhalten geblieben, dem Sinn nach. So, meine ich, kann der Text mit der Bewertung durchgehen, die er bekommen hat.

Ich bitte zugleich vielmals um Entschuldigung, daß ich die Euphorie ĂŒber die gelungene Idee etwas auf den Boden der handwerklichen Tatsachen zurĂŒckgefĂŒhrt habe. Und hoffe zugleich, daß meine ehrliche Entschuldigung von Dichterin und den Leserinnen angenommen werden möge.

In diesem Sinne wĂŒnsche ich ein weiteres, frohes Sonetten.

Liebe GrĂŒĂŸe

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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