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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Spuren
Eingestellt am 21. 07. 2002 22:57


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Stern
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Spuren

Fu├čspuren des Lebens. Eingepr├Ągt in Herz und Seele, in den K├Ârper, seine Formen, in Gesichter und ihre Z├╝ge. Menschen - erkennbar an den Spuren, die das Leben in ihnen hinterlassen hat. Das Leben pr├Ągt sich ein und schafft neues Leben, von sich selbst gepr├Ągt.

Ich gehe durch die Stadt und sehe die Menschen, die dort stehen, die an mir vorbeilaufen, die in Caf├ęs sitzen, in der Stadtbahn, auf Parkb├Ąnken, am Boden. In ihren Gesichtern, in ihren Bewegungen, in ihrer Art, sich zu kleiden oder ihre Tasche zu tragen, suche ich nach den Spuren, die das Leben in ihnen hinterlassen hat. - Warum sieht dieses Kind so traurig aus? Sieht es immer so aus oder nur heute oder nur jetzt? - Wie kommt es, da├č die Augen dieser alten Frau glitzern und wach in die Welt schauen? - Die junge Frau dort dr├╝ben ist so stark und streng geschminkt, da├č fast nichts von ihr zu sehen ist - rundherum nur schwarzes Leder - wovor sch├╝tzt sie sich? - Der alte Mann hat Schmerzen, wenn er geht, aber er sieht den Kindern aufmerksam und wohlwollend zu und kann l├Ącheln, wenn sich unsere Blicke begegnen. - Diese Frau hat so leere Augen und starrt vor sich hin, ohne etwas wahrzunehmen - warum?
Soviele Menschen. Jeder tr├Ągt sein Schicksal mit sich, jedes Leben hat Spuren hinterlassen. Gl├╝ck, Freude, Verzweiflung, Angst - Liebe, Ha├č, Verlust... Alles hinterl├Ą├čt Spuren in den Menschen, sichtbar und unsichtbar. Zeichen des Lebens. Wie gerne m├Âchte ich sie verstehen, diese Spuren, die das Leben in ihren Gesichtern geschrieben hat.

Ich gehe nach Hause und sehe in den Spiegel. Auch mein Gesicht tr├Ągt Spuren, auch in meinem Gesicht dr├╝ckt sich meine Freude und meine Traurigkeit aus, auch mein K├Ârper kann dem, der mich versteht, sagen, wer ich bin und wie ich gerade empfinde. Manche Spuren sind nach k├╝rzester Zeit verwischt und andere halten sich ├╝ber Jahre. Wenige f├╝r immer. Nicht nur in meinem ├äu├čeren gibt es diese Spuren - auch innen gibt es sie. Und es gibt verschiedene Spuren. Spuren, die ich schon kenne, und Spuren, denen ich noch auf die Spur kommen will. Spuren, die sich von au├čen eingepr├Ągt haben und Spuren, die von innen gepr├Ągt sind. Die inneren Spuren sind es, auf die ich ganz besonders neugierig bin - und doch mu├č ich oft erst die ├Ąu├čeren zu verstehen lernen, bevor ich sie beiseitelegen und die inneren entdecken kann. Die inneren Lebensspuren, die ich vielleicht schon von irgendwoher mitgebracht habe, die mir geschenkt sind, vielleicht, damit ich sie nach au├čen bringe. Und doch mu├č ich zuerst die ├Ąu├čeren durchdringen und ihnen ihren Platz zuweisen. - Manchmal blitzen die inneren Lebensspuren hindurch. Vielleicht jeden Tag ein kleines bi├čchen mehr.

- Da├č das hindurchdringt und in mir w├Ąchst, was von ganz innen kommt, und da├č ich lerne, es in meinen Alltag hineinzuweben - da├č es m├Âglich ist, das Zuinnerste mit dem Au├čen zu verbinden, es in die Welt zu tragen - da├č nicht nur das Leben mich pr├Ągt, sondern auch ich das Leben pr├Ąge - das w├╝nsche ich mir.



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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebe Stern,

das ist ein intessanter Prosatext, weil Du die Spuren zuerst an anderen wahrnimmst und dann zu Dir selbst gelangst von au├čen nach innen und danach wiederum nach au├čen.

Ja, so wirken die Dinge, und Du hast diesen beobachtenden Prozess gut verdeutlicht.

Dir alles Liebe!
Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Zinndorfer
???
Registriert: Jun 2004

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Anmerkung: Ich kann hier leider nicht erkennen, in welchem Forum der Test gestanden hat. Das also bedenken.


Hallo Stern, ein literarischer Text ist das nicht. Es ist eine Reflexion, aber sprachlich noch unausgereift - siehe unten. Um daraus einen literarischen Text zu machen, m├╝sste meines Erachtens der erste Absatz wegfallen - der ohnehin mit dem Fehler der Fu├čspuren beginnt, wer hat denn Fu├čspuren auf der Seele; wenn das metaphorisch gemeint ist, st├Â├čt man sich den Kopf - und die beiden Letzten.
"Das w├╝nsche ich mir" am Schluss banalisiert den Text und ist ziemlich leicht zu erf├╝llen; da muss man nicht viel herumw├╝nschen, sondern nur es tun.
Literarisch verwertbar erscheint mir nur der zweite Absatz. Hier brauchst du jedoch einen genialen Text-├ťberschwung, eine literarische, eine stilistische Idee. Um die Gleichzeitigkeit dieser Eindr├╝cke von diesen Leuten zu zeigen.
Res├╝mee: Du beschreibst zu genau. Du bem├╝hst dich um Vollst├Ąndigkeit. Dieses Bem├╝hen ist dem Text anzusehen. Du musst dich frei schreiben.



Spuren

Fu├čSpuren des Lebens. Eingep├Ągt in Herz und Seele, in den K├Ârper, seine Formen, in Gesichter und ihre Z├╝ge in Gesichtsz├╝ge. Menschen - erkennbar an den Spuren, die das Leben in ihnen hinterlassen hat. Das Leben pr├Ągt sich ein und schafft neues Leben, von sich selbst gepr├Ągt. Na ja. Das ist alles nicht neu. Der Absatz bringt nichts.

Ich gehe durch die Stadt und sehe die Menschen, die dort stehen, die Menschen, die dort in der Stadt stehen? das ist ungenau, die an mir vorbeilaufen, die in Caf├ęs sitzen, in der Stadtbahn, auf Parkb├Ąnken, am Boden. In ihren Gesichtern, in ihren Bewegungen, in ihrer Art, sich zu kleiden oder ihre Tasche zu tragen, suche ich nach den Spuren, die das Leben in ihnen hinterlassen hat. Im Prinzip ist das die Idee des Textes, die ich gut finde, aus der m├╝sste literarisch etwas gemacht werden - Warum sieht dieses Kind so traurig aus? Sieht es immer so aus oder nur heute oder nur jetzt? - Wie kommt es, da├č die Augen dieser alten Frau glitzern und wach in die Welt schauen? - Die junge Frau dort dr├╝ben ist so stark und streng geschminkt, da├č fast nichts von ihr zu sehen ist - rundherum nur schwarzes Leder - wovor sch├╝tzt sie sich? das ist wertend, raus damit, au├čerdem etwas psychogen - Der alte Mann hat Schmerzen, wenn er geht, aber er sieht den Kindern aufmerksam und wohlwollend zu und kann l├Ącheln, wenn sich unsere Blicke begegnen. sch├Ân beobachtet - Diese Frau hat so leere Augen und starrt vor sich hin, ohne etwas wahrzunehmen - warum?
du hast bis hierhin nur den visuellen Sinn bedient - man h├Ârt nichts, f├╝hlt nichts, fasst nichts an, das ist alles noch eindimensional, das ist eine totentstille Szenerie, sinnlich betrachtet, da gibt es keinen Windsto├č, der durch die Kleider oder Haare f├Ąhrt (den f├╝hlt man als Leser, wenn er sprachlich gut getroffen ist) (kein Lichtstrahl)

Der Rest ist wieder nicht neu, und daher literarisch unbrauchbar.
Soviele Menschen. Jeder tr├Ągt sein Schicksal mit sich, jedes Leben hat Spuren hinterlassen. Gl├╝ck, Freude, Verzweiflung, Angst - Liebe, Ha├č, Verlust... Alles hinterl├Ą├čt Spuren in den Menschen, sichtbar und unsichtbar. Zeichen des Lebens. Wie gerne m├Âchte ich sie verstehen, diese Spuren, die das Leben in ihren Gesichtern geschrieben hat. Nicht neu

Ich gehe nach Hause und sehe in den Spiegel. Auch mein Gesicht tr├Ągt Spuren, auch in meinem Gesicht dr├╝ckt sich meine Freude und meine Traurigkeit aus, auch mein K├Ârper kann dem, der mich versteht, sagen, wer ich bin und wie ich gerade empfinde. Nicht neu Manche Spuren sind nach k├╝rzester Zeit verwischt und andere halten sich ├╝ber Jahre. Wenige f├╝r immer daraus k├Ânnte man bei Differenzierung noch was machen. Nicht nur in meinem ├äu├čeren gibt es diese Spuren - auch innen gibt es sie. Jaja. Jetzt wid der Leser allersp├Ątestens ungeduldig Und es gibt verschiedene Spuren. Spuren, die ich schon kenne, und Spuren, denen ich noch auf die Spur kommen will. Spuren, die sich von au├čen eingepr├Ągt haben und Spuren, die von innen gepr├Ągt sind.Sprachlich lahm Die inneren Spuren sind es, auf die ich ganz besonders neugierig bin - und doch mu├č ich oft erst die ├Ąu├čeren zu verstehen lernen, bevor ich sie beiseitelegen und die inneren entdecken kann. Die inneren Lebensspuren, die ich vielleicht schon von irgendwoher mitgebracht habe, die mir geschenkt sind, vielleicht, damit ich sie nach au├čen bringe. Zu salbungsvoll. Erz├Ąhl einfach eine Story! Und doch mu├č ich zuerst die ├Ąu├čeren durchdringen und ihnen ihren Platz zuweisen amtsdeutsch. Du k├Ânntest auch schreiben "Und doch muss ich zuerst die ├Ą├╝├čeren durchdringen und zuwarten." - Manchmal blitzen die inneren Lebensspuren hindurch. Vielleicht jeden Tag ein kleines bi├čchen mehr.

- Da├č das hindurchdringt und in mir w├Ąchst, was von ganz innen kommt, und da├č ich lerne, es in meinen Alltag hineinzuweben - da├č es m├Âglich ist, das Zuinnerste mit dem Au├čen zu verbinden, es in die Welt zu tragen - da├č nicht nur das Leben mich pr├Ągt, sondern auch ich das Leben pr├Ąge - das w├╝nsche ich mir. Das war der reine Tagebuchteil.


__________________

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Lotte Werther
Guest
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An Stern

Zur Erleichterung deiner in der Plauderecke angek├╝ndigten Antwort, setze ich hier einen Link zu meinem Kommentar.

Kommentar zu "Spuren"

Lotte Werther

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Stern
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Hallo Zinndorfer,

also, es war tats├Ąchlich eine Art Tagebuch-Aufschrieb und unter Tagebuch gepostet. Als solcher wird er nat├╝rlich ein ganzes St├╝ck weit sinnlos, wenn ich die Reflexionen ├╝ber mich selbst rausstreiche. Es war zu jenem Zeitpunkt eine Art innerer Standortbestimmung. Ich nehme deine Anregungen/Kritik trotzdem gerne an. Ich finde es interessant, welchen Teil du als den betrachtest, der noch am ausbauf├Ąhigsten ist. Auch das mit dem frei schreiben ist in jedem Fall richtig, auch wenn ich in diesem Text -mindestens bewu├čt- nicht um Genauigkeit bem├╝ht war. Ich bin nur meinen Gedankeng├Ąngen gefolgt und habe dem Text, weil er innerlich eine gro├če Ver├Ąnderung eingeleitet hat, viel Bedeutung beigemessen. Literarisch gesehen mag das wohl verfehlt sein.
Ich werde ihn also nicht umarbeiten, sondern mal versuchen, etwas Neues draus zu machen.

Stern *

An Lotte Werther: morgen mehr, heute schaff ich's nicht mehr. Aber du hast mir meinen Wunsch wohl kaum von den Augen, aber doch irgendwie von den Buchstaben abgelesen. Danke f├╝r den Link.


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Stern
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Liebe Lotte Werther,

dein Kommentar gibt mir noch etwas mehr als der von Zinndorfer das Gef├╝hl, dass es nicht viel Sinn macht, in diesem Text noch herum zu schreiben. Oder siehst du das anders?

Was die Form anbelangt, so halte ich das f├╝r eine gro├če Schw├Ąche von mir, woran ich nat├╝rlich auch beim Lesen der Werke manch anderer nicht vorbeikomme. Vielleicht habe ich mich daf├╝r in den letzten Jahren auch zu wenig mit Literatur befa├čt. Oft kenne ich nicht einmal namhafte Autoren, geschweige denn, dass ich mich mit Theorie in irgendeiner Weise auseinandergesetzt h├Ątte. Ich bin mir nicht dar├╝ber im Klaren, wie und in welchen zeitlichen Dimensionen solche Defizite nachzuholen sind. Vor allem weil ich auch nicht nach Herzenslust loslegen kann, sondern diesbez├╝glich immer noch in der m├╝tterlichen Warteschlange stehe.

Zur├╝ck zum Text. Ja, f├╝r die vielen Wiederholungen habe ich keine literarische Rechtfertigung. Er war nachdenklich, der Text, ich war nicht auf stilistisches Ausfeilen bedacht, sondern bin meinen Gedankeng├Ąngen gefolgt. Der innere Abstand zum Text ist viel zu gering und das offensichtlich bis heute, denn es ist mir selbst nie aufgefallen. Die guten Bewertungen haben nat├╝rlich auch nicht dazu beigetragen, dass ich ihn kritisch hinterfragt h├Ątte.

Ich trage das jetzt mal eine Zeitlang mit mir herum.

Was mich noch interessiert: was hat dich nun gerade zu diesem Text gef├╝hrt? Zufall oder Auswahl?

Gr├╝├če von Stern *

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