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Leselupe.de > Kurzgeschichten
St.Martin
Eingestellt am 11. 10. 2001 12:21


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anemone
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Die Hasen krochen zusammen, kauerten sich eng aneinander und zitterten um die Wette.

Es hatte geknallt, laut, einfach so, ohne Vorwarnung. Nun roch es eigenartig. Sie wussten nicht so recht, was los war. Viele Tiere liefen nur so hin und her. Wie eine Entenmutter, die ihre Jungen schützen wollte. Sie lief mal nach rechts, mal nach links und die kleinen Enten immer hinterher.

Die Enten, die sich bereits auf dem Teich im Wasser befanden schwammen schnell ans Ufer oder flogen wahllos in irgendeine Richtung davon. Sicher hatten sie mit Schüssen noch nie zu tun gehabt, sonst wären sie vermutlich höher geflogen. So hätten sie eine gute Zielscheibe abgegeben.

Sie wussten nichts, vom heiligen St. Martin und dem Umzug, der seinetwegen in der Stadt stattfand. Sie kannten nur ihre kleine Idylle in der Nähe des Friedhofs.


Es dämmerte schon und nun war es an der Zeit, das Martinsfeuerwerk loszulassen. Die Leute von der Feuerwehr hatten alles sicher vorbereitet. Nach dem Umzug wurden in einiger Entfernung die Vorbereitungen getroffen. Die ersten Schüsse waren abgefeuert und das Publikum schaute sich die bunten Sterne an. Die Fackeln der Kinder leuchteten auf der Erde und in der Luft fielen in den schönsten Farben die Sterne herunter.

„Was das wieder kostet!“ dachten einige Erwachsene.

„Mein Vater ist bei der Feuerwehr und schießt das Feuerwerk mit ab!“ gab stolz ein Junge seinem Nachbarn zu verstehen. Dieser hatte nur ein „Phü“ dafür übrig.

Die Kinder aus dem Kinderwagen wurden auf den Arm genommen, denn auch ihnen blubberte das Herz vor Aufregung. Doch sie sahen dieses Schauspiel mit anderen Augen, wie die Tiere vom Friedhofsteich. Sie fühlten sich wohl auf Mutters Arm und zeigten mit Begeisterung in die Luft. Sie freuten sich über die Tüte, die sie hinterher erhielten und viele von ihnen konnten vor Aufregung am Abend nicht einschlafen.

Die größeren Kinder fanden es cool, erst gar nicht hinzugucken, überlegten ob es sich lohnen würde auf die Martinstüte zu warten oder sich lieber zu verdrücken. Sie gingen bereits den Inhalt der Tüte durch mit dem Ergebnis, dass es Kinderkram sei, was man bekommen würde.

„Weckmann, Spekulatius, Mandarinen, Maoam, nix Gescheites!“ war das Ergebnis ihrer Überlegung.

Nach dem Feuerwerk erhielten die Kinder in den Schulen ihre Martinstüten. Es blieben 46 Tüten übrig, die an die Erwachsenen verteilt wurden.

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flammarion
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aha,

so begeht man das "martinsfest" (ich weiß nicht, ob es so heißt, hier im überwiegend atheistischen berlin gibts sowas nicht). vielen dank für die nette schilderung. wenn jetzt noch die fehlerchen korrigiert werden, ist es ein hübscher aufsatz. aber warum blieben so viele tüten übrig? wußte man nicht, wieviele schüler da sind? fragend guckt
__________________
Old Icke

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anemone
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St. Martin

Hallo Marion
Die Fehler hättest du mir ruhig sagen können, kann sie nicht entdecken.
Dass Tüten übrig blieben, lag daran dass die älteren Schüler
vom 4. Schj. ihre Tüten nicht abholten in ihrer Klasse, weil sie ja so cool drauf waren.

liebe Grüße

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flammarion
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die fehler

Die Hasen krochen zusammen, kauerten sich eng aneinander und zitterten um die Wette.

Es hatte geknallt, laut, einfach so, ohne Vorwarnung. Nun roch es eigenartig. Sie wussten nicht so recht, was los war. Viele Tiere liefen nur so hin und her. So auch eine Entenmutter, die ihre Jungen schützen wollte. Sie lief mal nach rechts, mal nach links und die kleinen Enten immer hinterher.

Die Enten, die sich bereits auf dem Teich im Wasser befanden, schwammen schnell ans Ufer oder flogen wahllos in irgendeine Richtung davon. Sicher hatten sie mit Schüssen noch nie zu tun gehabt, sonst wären sie vermutlich höher geflogen. So gaben sie eine gute Zielscheibe ab.

Sie wussten nichts vom heiligen St. Martin und dem Umzug, der seinetwegen in der Stadt stattfand. Sie kannten nur ihre kleine Idylle in der Nähe des Friedhofs.


Es dämmerte schon. Nun war es an der Zeit, das Martinsfeuerwerk loszulassen. Nach dem Umzug wurden in einiger Entfernung die Vorbereitungen getroffen. Die ersten Schüsse waren abgefeuert und das Publikum schaute sich die bunten Sterne an. Die Fackeln der Kinder leuchteten auf der Erde und ausder Luft fielen in den schönsten Farben die Sterne herunter.

"Was das wieder kostet!", dachten einige Erwachsene.

"Mein Vater ist bei der Feuerwehr und schießt das Feuerwerk mit ab!", gab stolz ein Junge seinem Nachbarn zu verstehen. Dieser hatte nur ein "Phü!", dafür übrig.

Die Kinder aus dem Kinderwagen wurden auf den Arm genommen, denn auch ihnen blubberte das Herz vor Aufregung. Doch sie sahen dieses Schauspiel mit anderen Augen als (merke: tritt eine Minderung oder eine Steigerung ein, sagt man nicht "wie" sondern "als". Wie sagt man, wenn etwas gleich bleibt.) die Tiere vom Friedhofsteich. Sie fühlten sich wohl auf Mutters Arm und zeigten mit Begeisterung in die Luft. Sie freuten sich über die Tüte, die sie hinterher erhielten und viele von ihnen konnten vor Aufregung am Abend nicht einschlafen.

Die größeren Kinder fanden es cool, erst gar nicht hinzugucken, überlegten, ob es sich lohnen würde, auf die Martinstüte zu warten oder sich lieber zu verdrücken. Sie gingen bereits den Inhalt der Tüte durch mit dem Ergebnis, dass es Kinderkram sei, was man bekommen würde.

"Weckmann, Spekulatius, Mandarinen, Maoam, nix Gescheites!", war das Ergebnis ihrer Überlegung. (vielleicht wäre "Untersuchung" hier besser angebracht?)

Nach dem Feuerwerk erhielten die Kinder in den Schulen ihre Martinstüten. Es blieben 46 Tüten übrig, die an die Erwachsenen verteilt wurden.
So, ich hoffe, ich habe wirklich alle unterstrichen, damit sie dir besser auffallen. Meist korrigiere ich wild drauflos. Wenn mir deine geschichte nicht so sympathisch wäre, hätte ich mir die mühe nicht gemacht.

Was is n Weckmann? Das kenne ich doofer ossie nicht. Und gab es die tüten tatsächlich so spät am abend noch in den schulen? Das finde ich echt aufregend. Schön, daß es solche bräuche gibt. Ganz lieb grüßt

__________________
Old Icke

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anemone
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Danke Marion,

es tut mir leid, dass man das Unterstrichene nicht erkennen kann aber es ist auch so angekommen.

Weckmann könnte bei euch evtl. "Stutenkerl" heißen. Es ist
ein Rosinenteig, der zu einem Kerl verformt wurde.

Tatsächlich sind an dem Abend die Schulen geöffnet und die Tüten auf den Tischen verteilt.

Die Martinstüte wird natürlich vorher von den Eltern z.T. bezahlt. Der Rest finanziert sich durch Spendengelder.

Liebe Grüße

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flammarion
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ei,

da mußtest du ja den text buchstabe für buchstabe durchsehen! das tut mir leid. "stutenkerl" kenne ich auch nicht. was hat denn rosinenteig mit stute oder kerl gemeinsam? wie ich sehe, wird die unterhaltung mit dir immer interessanter. bis bald!
__________________
Old Icke

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