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Leselupe.de > Gereimtes
Stadtstreichers Ende
Eingestellt am 17. 01. 2005 16:05


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Udogi-Sela

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Jetzt liege ich schon drei Tage
im Leichenhaus dieser Stadt.
Auf kalter, metallener Trage.
Mein Leinenhemd ist nicht glatt.

Weiße, raue, kahle Wände,
die Fenster hier sind ganz klein.
Fest gefaltet meine Hände.
Keine Töne dringen herein.

Es ist wahrhaftig totenstill,
ich bin heut’ der Einzigste hier.
Als Toter liegt man ziemlich kĂĽhl,
doch spüre ich nicht, dass ich frier’.

Man hat mich in ein Hemd gezwängt,
tatsächlich: keine Taschen!
Das ist ja recht, wenn man bedenkt:
Mir fehlen jetzt die Flaschen.

Ein Polizist fand mich im Park
grad unter einer Hecke.
Ich war schon alt, nicht mehr sehr stark
und ohne eine Decke.

Das Leben hat noch SpaĂź gemacht,
doch war ich nicht bei Kräften. –
Ich war einst SpieĂźer. Floh bei Nacht
aus meinen Dienstgeschäften.

Mein Körper starr. Hier ist es kalt,
derweil die Stunden eilen.
Ich werde mich, bestimmt schon bald,
zu Tode langeweilen.

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Inu
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Hallo Udogi

Trockener, schwarzer Humor. Gefällt mir.

Ein FlĂĽchtigkeitsfehler nur:
Jetzt liege ich schon drei Tage
im Leichenhaus dieser Stadt.
Auf kalter, metallenen rTrage.
Mein Leinenhemd ist nicht glatt.


oder: auf der kalten, metallenen Trage... o je, jetzt werd ich selbst ganz unsicher


Inu

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Udogi-Sela

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Danke, Inu.

"kalter, metallener" ist richtig, hab's schon geändert.

Herzlichst
Udo
__________________
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Rudolfus
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Dein Rollengedicht lebt vom witzigen Einfall der "Totenrede". Auch der wortspielerische Schluss (zu Rode langeweilen) ist hĂĽbsch pointiert.

Allerdings braucht das Gedicht einige Strophen, bis es zu einem geordneten Rhythmus findet (Wechsel vier- und dreihebiger Zeilen). Du solltest die ersten Strophen ein wenig metrisch überarbeiten - und dabei das "einzigst" eliminieren. "Einzig" kennt nämlich keinen Superlativ. Außerdem würde ich den recht unmotiviert eingeführten "Spießer" entfernen. Nicht jeder Bürger, der einer geregelten Arbeit nachgeht, ist gleich ein Spießer. Außerdem wirkt das Wort ein wenig abgegriffen.

Weiterhin hübsche Einfälle wünscht

Rudolfus
__________________
Sieh auf zu den Sternen, hab' acht auf die Gassen...

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Udogi-Sela

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Hallo Rudolfus, Danke fĂĽr Deine Kritik.

Meine ursprĂĽngliche Fassung war mehr so wie die folgende:

Jetzt lieg’ ich schon drei Tage
im Leichenhaus der Stadt.
Auf kalter, harter Trage.
Mein Leinenhemd: nicht glatt.

Weiße, raue, kahle Wände,
Fenster hier sind klein.
Fest gefaltet meine Hände.
Nein, kein Laut dringt ein.

Es ist wahrhaftig totenstill,
ich bin alleine hier.
Als Toter liegt man ziemlich kĂĽhl,
ich spür’ nicht, dass ich frier’.

Man hat mich in ein Hemd gezwängt,
tatsächlich: keine Taschen!
Das ist ja recht, wenn man bedenkt:
Mir fehlen jetzt die Flaschen.

Ein Polizist fand mich im Park
grad unter einer Hecke.
Ich war schon alt, nicht mehr sehr stark
und ohne eine Decke.

Mein Körper starr. Hier ist es kalt,
derweil die Stunden eilen.
Ich werde mich, bestimmt schon bald,
zu Tode langeweilen.

Du hast recht, der SpieĂźer ist ĂĽberflĂĽssig; habe ich rausgenommen.

Liest es sich so besser?

Herzlichst
Udo

__________________
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Gabriele
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quote:
Jetzt lieg’ ich schon drei Tage
im Leichenhaus der Stadt.
Auf kalter, harter Trage.
Mein Leinenhemd: nicht glatt.

Weiße, raue, kahle Wände,
Fenster hier sind klein.
Fest gefaltet meine Hände.
Nein, kein Laut dringt ein.

Es ist wahrhaftig totenstill,
ich bin alleine hier.
Als Toter liegt man ziemlich kĂĽhl,
ich spür’ nicht, dass ich frier’.

Man hat mich in ein Hemd gezwängt,
tatsächlich: keine Taschen!
Das ist ja recht, wenn man bedenkt:
Mir fehlen jetzt die Flaschen.

Ein Polizist fand mich im Park
grad unter einer Hecke.
Ich war schon alt, nicht mehr sehr stark
und ohne eine Decke.

Mein Körper starr. Hier ist es kalt,
derweil die Stunden eilen.
Ich werde mich, bestimmt schon bald,
zu Tode langeweilen.


Hallo Udo, mir gefällt diese Fassung tatsächlich noch besser als die oben von Dir eingestellte.

Ein Vorschlag fĂĽr die zweite Strophe, die sich meiner Meinung nach in beiden Fassungen etwas holprig liest:

Weiße, raue, kahle Wände,
die Fenster sind ganz klein.
Fest gefaltet meine Hände.
kein Laut dringt hier herein.


Gratulation zu der guten Idee und der tollen Umsetzung!

Liebe GrĂĽĂźe
Gabriele


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Udogi-Sela

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Danke, Gabriele.

Es ist erstaunlich: Du änderst die zweite Strophe auf fast die gleiche Version ab, wie ich sie ursprünglich auch schon mal hatte. Vielleicht sollte ich nicht so viel an meinen Versen rumfeilen; meine Erfahrung zeigt, dass die erste Version schon meistens die bessere ist...
Ich werde also Deine Version der zweiten Strophe ĂĽbernehmen.

Herzlichst
Udo

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