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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Stand einer Musilma 2 - neu eingestellt
Eingestellt am 17. 01. 2005 19:33


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Twinanni
Festzeitungsschreiber
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Stellung einer Muslima - neu eingestellt


Der Koran und die Frauen

In Zeiten, da Christentum, Atheismus und Islam sich immer öfter gegenüberstehen
und stellenweise auch vermischen, werden neue BerĂĽhrungspunkte geschaffen.
Punkte, die nicht unbedingt für Verbundenheit, sondern viel zu oft für Unverständnis
& Intoleranz sorgen.

Ein deutliches Beispiel hierfür ist die Stellung der Frau in islamischen Ländern.

Die Frage nach Kenntnissen über die Frau im Islam ruft in den Köpfen der meisten
Europäer ein relativ einheitliches Bild hervor: Eine fast völlig verschleierte Gestalt geht, demütig und mit gesenktem Blick, einige Schritte hinter ihrem Mann her.

Doch ist dieses Bild tatsächlich richtig?
Erfährt die Frau durch ihre Religion Unterdrückung und Herabsetzung anstatt Befreiung?
Inwieweit verwischen in der islamisch geprägten Welt die Grenzen zwischen dem, was der Koran tatsächlich an seine Gläubigen weitergibt und dem, was sich im Laufe der Zeit eingebürgert hat?

Die Männer begründen ihre Vormachtstellung mit der männlichen Dominanz im Koran.
Hier werden die Frauen nicht bei ihrem Namen genannt, sondern lediglich über ihre Ehemänner definiert. Es gibt auch zahlreiche, immer wieder zitierte Textstellen, die die Männer, was das Miteinander der Geschlechter angeht, immer eine Stufe über ihre Frauen stellen. Klar ist allerdings nicht, ob diese Vormundschaft lediglich die Verantwortung des Mannes gegenüber seiner Familie beschreibt, oder eine Auszeichnung darstellt.
Bei den verschiedenen Auslegungen kommt erschwerend hinzu, dass der Koran nicht exakt übersetzt werden kann – Argumentationen bleiben damit ergebnislos.

Vor Allah sind alle gleich!?

Das der Mann ĂĽber der Frau stehen soll, spricht jedoch gegen die allgemeine islamische Auffassung, dass vor Allah alle Menschen gleich sind... .
Ist die mangelnde Umsetzung dieser Aussage ein Fehler des Koran und der aus ihm entstandenen Religion, oder der seiner Gläubigen?
Ein Bereich des Islam, in dem sich die Vorgaben des Koran und das tatsächliche Leben auffallend unterscheiden, ist die Scheidung.
Der Koran verlangt im eigentlichen Sinne Versöhnung und friedliche Regelungen, was das Auflösen einer Ehe anbelangt: 2.Sure, Vers 231: „Und so ihr euch von euren Weibern scheidet und sie ihre Frist erreicht haben, so haltet sie fest in Güte oder entlasset sie in Güte; und haltet sie nicht fest mit Gewalt, so dass ihr euch vergeht. Wer dieses tut, der sündigt gegen sich...“
Durch männliche Interpretationen, richterlicher Willkür sowie gesetzliche Festlegungen wird die einfache Theorie von der Annullierung eines Vertrages – denn mehr ist eine Ehe im Koran nicht – in seiner Ausübung zu einer Kette aus Demütigungen und Nachteilen.
Selbst in den fortschrittlichsten Fällen ist das Scheidungsrecht zum Nachteil der Frauen geregelt, die Ausnahme stellt hier Tunesien dar.

Zwar werden Mann und Frau die gleichen Rechte versprochen, jedoch im Allgemeinen nicht eingehalten.
Diese „Ungerechtigkeit“ beginnt bereits beim Stellen von Scheidungsanträgen. Während die, selbst im betrunkenem Zustand ausgesprochene, Talaq-Formel (das drei Mal hintereinander gesprochene „Ich verstoße dich!“) des Mannes absolute Rechtsgültigkeit besitzt, kann eine Frau für das Verlangen einer Scheidung nur wenige, schwer nachzuweisende Gründe angeben. Dazu gehören unter anderem die Impotenz des Partners oder dass der Mann anderweitig nicht in der Lage ist, seine ehelichen Pflichten zu erfüllen, die Abtrünnigkeit vom Glauben... .
Neben dem Unverständnis ihrer Mitmenschen und vor allem ihrer Eltern, zu denen die Braut meist aus Geldmangel zurückkehren muss, schreckt die Frauen die Perspektivlosigkeit der Lage einer Geschiedenen ab. Eine Wiederverheiratung ist nach einer selbstgewählten Scheidung wegen der allgemeinen Intoleranz kaum möglich, so dass sich die Frau für immer an den Vater oder Bruder gebunden sieht, der sie die Schmach, welche sie mit der Trennung über die ganze Familie bringt, meist allzu deutlich spüren lässt.

Bei näherer Betrachtung zerlegen sich die alltäglichen Strukturen der islamischen Welt in merkwürdigerweise co-existierenden Widersprüche.
Auf der einen Seite steht da die unbedingte Korantreue, die den Muslimen als oberstes Gebot ihrer Religion gelehrt wird.
Der Koran wiederum steht fĂĽr Freiheit, Gleichheit, ... zumindest im Bezug auf die Muslima fehlt es hier jedoch stark an der Umsetzung dieser Begriffe.

Diese Benachteiligung hat ihre Wurzeln dort, wo Einklang und Gerechtigkeit herrschen sollte: im Koran.
Nicht von der Hand zu weisen ist, dass man den Koran nicht von einer frauenfeindlichen Seite interpretieren muss – aber man kann!

Tatsache ist auch:
Im Koran werden tatsächlich keine Frauen mit Namen erwähnt, Mohammed hat (unter anderem) Ehebruch begangen und für die Männer damit legitimiert, was für die Frau heutzutage wie damals die Todesstrafe bedeuten kann

– und der Prophet Allahs war nun mal ein Mann!

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