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Leselupe.de > Science Fiction
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Eingestellt am 02. 07. 2017 17:33


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matrjoschka
Autorenanwärter
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Es war der Regen, der gegen mein Fenster prasselte, der mich aufweckte. Als ich wach wurde, merkte ich sofort, dass mein verfluchter Schädel mal wieder brummte. Ich hätte gestern wirklich nicht mehr in die Bar gehen sollen…
Gut geschlafen hatte ich natürlich auch nicht, aber das hatte ich ohnehin schon seit Jahren nicht mehr…Wenn ich so darüber nachdenke…Habe ich jemals gut geschlafen?
Egal.
Langsam rollte ich mich in meinem Bett von der einen zur anderen Seite. Spock hatte bisher keinen Laut von sich gegeben. Ich konnte wohl noch eine Weile liegen bleiben. Wenigstens etwas!
„Spock?!“
Ein leises Zischen ging durch den Raum. Dann piepte es. Das Startsignal. Und –
„Ja, Meister?“
„Wie spät ist es?“
„Es ist neun Uhr 35 am Morgen des 25. März 2100.“
Mit einem Mal saß ich aufrecht im Bett.
„Neun Uhr scheiß 35?! Wieso ist es neun Uhr scheiß 35?!“
„Nun, da sich die Menschheit darauf verständigt hat, die Zeit wie folgt zu messen…“
„Halt’s Maul! Ich will wissen, warum du mich nicht geweckt hast, so wie ich es dir gestern gesagt habe?“
„Mit Verlaub, Meister. Aber das war vorgestern!“
„Was soll das heißen, vorgestern?“
„Na, Meister, Sie haben mir vorgestern gesagt, dass ich sie morgen, sprich gestern, um 8 Uhr 30 wecken soll. Was ich, wie Sie sich vielleicht erinnern, auch versucht habe – bis Sie den Pantoffel nach mir warfen.“
„Was zum Teufel! Du elender Scheiß-Computer!“
Und wieder flog der Pantoffel in Richtung von Spock.
„Meister, wenn ich Ihnen eine Rat geben darf…“
„Halt’s Maul!“
„…Sie sollten weniger trinken. Alkohol, meine ich.“
Arrrgh!! Diese neunmalkluge Drecksmaschine! Welcher Idiot kam überhaupt auf die Idee, die Dinger mit derartiger Intelligenz auszustatten? Diese beschissene Welt hätte einige Probleme weniger, wenn sich nicht auch noch die Technik in unsere Leben einmischen würde! Oder zumindest ich hätte einige Probleme weniger…
Schwerfällig schälte ich mich aus dem Bett. Mein Kopf tat unsäglich weh. Auch mein Hals fühlte sich mittlerweile rau an. Und all das heute. Ausgerechnet heute! Der Tag, an dem sich mein Drecksleben doch endlich zum Besseren wenden sollte…
„Spock, was haben wir noch für Medikamente im Haus?“
Der Computer piepte.
„Lassen Sie mich nachsehen, Meister…“
Eine Weile hörte man nur ein stumpfes Surren, während der Computer meine Wohnung scannte.
„Ein paar Kopfschmerztabletten liegen noch neben Ihrem Bett“, sagte Spock. „Und im Spiegelschrank im Badezimmer sind noch ein paar Tabletten, auf denen steht, dass sie gegen Halsschmerzen helfen sollen.“
„Großartig! Sag dem Kühlschrank, ich brauche ein großes Glas Wasser.“
„Wird erledigt!“
Ich blickte rechts neben mich und sah die Kopfschmerztabletten, von denen Spock gesprochen hatte. Ich nahm sicherheitshalber zwei Stück aus der Packung und schluckte sie zusammen mit einem großen Schluck Wasser. Dann ging ich ins Bad. Nachdem ich mir das Gesicht gewaschen hatte, fühlte sich mein Schädel schon etwas besser an. Schön war das alles trotzdem nicht.
Ich öffnete den Spiegelschrank und wühlte in dem Chaos nach den Halsschmerztabletten. Ich fand zwei kleine runde Pillen. Eine grüne und eine rote.
„Spock! Welche Pille ist die gegen Halsschmerzen?“
„Die in der Packung, auf der steht, dass es sich um ein Medikament gegen Halsschmerzen handelt.“
„Die verfluchte Packung ist hier aber nicht. Ich habe hier nur eine grüne und eine rote Pille. Jetzt streng dein scheiß Gehirn an und sag mir, welche Pille die richtige ist.“
„Nun, die Pillen in der Packung sind grün, aber…“
„Danke, geht doch!“
„Meister, ich…“
„Ja, ja, alles gut!“
Ich schluckte die grüne Pille. Gleich würde alles besser werden und ich könnte mich endlich auf den Tag und meine Aufgabe konzentrieren. Aber…first things first! Für einen kurzen Kaffee war noch Zeit. Das Treffen mit meinem Kontaktmann war erst für zehn Uhr 30 angesetzt und im Prinzip war ich gut vorbereitet. Von den verfluchten Kopfschmerzen mal ganz abgesehen. Aber meine Geschichte war zurechtgelegt, der Deal sollte geschmeidig über die Bühne gehen… So zumindest der Plan.
Spock!
Ich sagte es nicht. Ich wollte es sagen. Doch aus meinem Mund kam kein Ton.
Spock?!
Wieder nur ein Gedanke. Kein Laut verließ mich. Ich konnte nicht mehr sprechen. Meine Stimme war plötzlich weg!
Ich merkte, wie mein Atem immer schneller wurde. Panik stieg in mir hoch. Was war los? Ich wollte Spock aktivieren. Was für ein Medikament hatte ich da eingenommen?
Spock!
Wieder kam kein Ton aus meinem Mund. Einen sprachgesteuerten Computer ohne Stimme steuern zu wollen, ist - nun ja - mehr als sinnlos.
Ich rannte durch meine Wohnung und suchte wie ein angestochenes Schwein nach einer Tastatur, um überhaupt irgendwie mit Spock interagieren zu können.
„Meister, was ist denn los mit Ihnen? Hat die Tablette nicht geholfen?“
Ich gestikulierte wild.
„Schon gut, ich bin ja schon ruhig. Aber denke Sie daran, Meister. Ihr Termin steht gleich an!“
Ich blickte auf die Uhr. Scheiße! Es war schon zehn Uhr. Meine Wohnung glich inzwischen einem Schlachtfeld. Endlich, in irgendeinem Schrank in der hintersten Ecke des Zimmers fand ich eine alte Tastatur. Ich aktivierte sie mit einem Wisch über die Oberfläche und vor mir erschien der alte Hologramm-Display. So 2030! Wie verrückt begann ich, Befehle für Spock einzutippen.
Spock, was zur Hölle hast du mir da gegeben?
„Was meinen Sie, Meister?“
Meine Stimme ist weg, du dämliche Maschine!
„Ach, darum habe ich Sie nun schon zwei Minuten nicht fluchen gehört, Meister!“
Spock!
„Nun, bevor ich vorhin meinen Einwand vollständig beenden konnte, hatten Sie die Tablette bereits geschluckt.“
Bittere Pille, haha.
„Immerhin haben Sie Ihren Humor nicht verloren, Meister!“
Was habe ich denn da jetzt eingenommen? Und haben wir irgendwas, das dagegen hilft?
„Was genau Sie genommen haben, müsste ich analysieren. Dazu bräuchte ich allerdings eine Blutprobe von Ihnen. Danach kann ich Ihnen sagen, ob wir ein Gegenmittel im Haus haben.“
Na dann los!
Neben mir erschien das Gerät zur Blutentnahme. Ich streckte meinen Arm aus und spürte einen kurzen Stich. Das Gerät entfernte sich schwebend und Spock begann, zu rechnen.
Und, was ist es? tippte ich ungeduldig.
„Einen Moment noch, Meister.“
Ich wurde ungeduldig. Es war mittlerweile fast viertel nach zehn. Und ich musste ja auch noch zum vereinbarten Treffpunkt kommen.
Beeil dich!
„Ich hab’s! Sie sollten öfter mal aufräumen, Meister!“
Was meinst du, zum Teufel?
„Sie haben schon die richtige Tablette genommen, aber die war bereits seit fünf Jahren abgelaufen.“
Großartig! Und, haben wir jetzt ein Gegenmittel oder nicht?
„Nun. Es ist ja noch die rote Tablette da. Einem ersten Scan nach zu urteilen, würde ich sagen, dass diese Ihnen die Sprache wiedergeben wird. Ich weiß allerdings nicht, welche Nebenwirkungen auftreten können. Das kann ich Ihnen erst nach einer kurzen Analyse sagen.“
Dazu habe ich keine Zeit mehr. Ich nehme jetzt einfach die rote.
„Wenn Sie meinen.“
Ich lief noch einmal ins Bad und suchte aus dem Spiegelschrank die kleine rote Tablette heraus. Ohne zu zögern warf ich sie ein. Sofort merkte ich, wie sich etwas in meinem Hals löste.
„Hervorragend, ich kann wieder sprechen. Danke Spock!“
Ich stockte. Danke Spock? Hatte ich das gerade wirklich gesagt?
„Ein seltenes Ereignis, Meister. Aber ich nehme Ihren Dank natürlich gern an.“
Der Computer war augenscheinlich genauso verwirrt wie ich über meinen jähen Gefühlsausbruch.
„Ich hatte einfach gerade das Bedürfnis, dir zu danken. Ich weiß ja auch nicht, was ich ohne dich machen würde.“
Hallo, was war denn hier los? Wieso sagte ich auf einmal solche Sachen?
„Da haben Sie recht, Meister. Aber ich hätte nie gedacht, dass Sie das selbst auch so sehen.“
„Ich wäre ein Lump und ein Lügner, wenn ich etwas anderes behaupten würde.“
„Aber, Meister, Sie sind doch ein Lump und ein Lügner!“
Da hatte er verdammt nochmal recht. Ich bin ein Lump und ein Lügner. Aber mit einem Mal konnte ich nicht anders als die Wahrheit zu sagen, und zwar nichts als die Wahrheit…
„Verdammt! Verdammt! Verdammt!“
Wie sollte ich denn jetzt diesen Deal über die Bühne bringen? Einen Deal, der darauf ausgelegt war, dass ich das tue, was ich am besten kann: Lügen!
„Spock! Hilf mir! Haben wir noch irgendwas im Haus, was die Wirkung dieser Tablette aufhebt? Bitte sag ja!“
„Hmm“, Spock dachte nach. „Sie haben augenscheinlich eine Wahrheitsdroge eingenommen. Ich fürchte, da können wir nichts machen. Sie müssen warten, bis die Wirkung vorüber ist.“
„Und wie soll ich dann diesen Termin überstehen, verdammt?“
„Versuchen Sie doch, den Termin zu verschieben.“ Spock lachte. „Das dürfte allerdings schwierig werden, wenn Sie keine Ausrede über die Lippen kriegen.“
„Süffisantes Drecksding!“
„Na, na, na, Meister. Immerhin haben Sie wieder Stimme. Das ist doch schon mal etwas.“
Ich hörte noch immer einen gewissen ironischen Unterton in Spocks Stimme. Ich hätte den alten Kasten wohl lieber mal netter behandeln sollen.
„Tut mir leid.“, hörte ich mich sagen.
„Schon in Ordnung. Jetzt lassen Sie uns nach einer Lösung suchen. So kann es ja nicht weitergehen.“
„Recht hast du. Denn wenn ich diesen Deal gleich nicht über die Bühne bringe, bin ich heute Abend tot.“
„Wie wahr!“
„Haha!“
„Entschuldigen Sie, Meister, der musste sein.“
„Schon gut, ich habe nichts anderes verdient. Aber was nun?“
„Wie schon gesagt,“ begann Spock, „an der Wirkung des Medikaments können wir nichts ändern. Aber vielleicht können wir ja doch irgendwie diesen Termin verschieben.“
„Schön wär’s! Darco macht mich kalt, wenn er erfährt, dass ich den Deal versaut habe.“
„Auch wieder wahr, Meister.“
„Ja, ich habe gerade einen Lauf!“
Aus der Ferne hörte ich plötzlich ein Piepen. Erst leise, dann immer lauter werdend. Ich suchte überall nach der Quelle des Geräuschs.
„Spock! Was ist das? Kannst du das ausstellen?“
Der Computer antwortete nicht.
„Spock! Spock!“

„Meister! Aufstehen. Ihr Wecker hat soeben geklingelt.“
„W-w-w-as?“
„Es ist acht Uhr dreißig am Morgen des 25. Märzes 2100. Sie wollten geweckt werden.“
„Acht Uhr dreißig?“
„Korrekt!“
„Am Morgen des 25. Märzes 2100?“
„Exakt!“
„Bist du dir sicher?“
„Meister, haben Sie schlecht geträumt?“
„Das habe ich. Das habe ich allerdings.“
Ich atmete tief ein. Was für ein verrückter Traum. Ich sollte wirklich weniger trinken.
„Keine Sorge, Meister. Heute wird alles gut. Der Kaffee ist schon fertig, alles ist vorbereitet. Ihre Geschichte ist zurechtgelegt. Sie schaffen das!“
„Danke Spock! Was würde ich nur ohne dich machen?“
Und zum ersten Mal seit ich ihn kenne, hatte es meinem sonst so schlagfertigen Spock die Sprache verschlagen.

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jon
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jon
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Da offenbar niemand was zum Text sagen will, werde ich mal kurz ein Statement abgeben:

Ich finde, man kann die Geschichte flüssig runterlesen, und ein bisschen Witz ist auch dabei, ohne dass ich allerdings ernsthaft in Gefahr geriet, zu lachen (was bei mir aber sowieso nicht soooo leicht erreichbar ist).

Mich stört der Titel. Okay, es ist ein Start in den Tag, aber das ist an dem ganzen Text das Irrelevanteste - das könnte fast genauso am Mittag oder Abend spielen.

Und mich stört die Auflösung. Diese simple "alles nur Traum"-Lösung erklärt jede Geschichte für nichtig, für entgleiste Spinnerei, für in jeder Hinsicht irrelevant. Als Fingerübung ist sowas ganz nett. Aber als Story …?

***

Sowas

quote:
„W-w-w-as?“
wirkt sehr unbeholfen, nicht wie von jemandem, der "Literatur machen" will.

quote:
Und zum ersten Mal seit ich ihn kenne, hatte es meinem sonst so schlagfertigen Spock die Sprache verschlagen.
Hier sollte "verschlug es" stehen, denn das passiert ja erst just in diesem Moment der Geschichte.
Kann man bei einem "Wecker" oder "Haus-Computer" oder was auch immer, tatsächlich von "seit ich ihn kenne" sprechen?

Bei dem Zeichen "Drei Punkte" fehlen jede Menge Leerzeichen.

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Tula
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Hallo matrjoschka

Ich freute mich erst einmal, dass hier endlich mal wieder etwas erscheint. Woran es wirklich liegt, dass in dieser Rubrik so wenig kommt, ist mir leider noch nicht klar.

Denn die Geschichte zeigt, dass man eigentlich mit einer einfachen (nicht negativ gemeint) und witzigen Idee die Forenleser unterhalten kann. So schließe ich mich der ersten Bewertung gern an, die heitere Story liest sich flüssig, die beiden Charaktere (Mensch und Maschine) hast du gut beschrieben, der Spock ist stellenweise vielleicht doch etwas zu menschlich (ich kann mir noch immer keinen ironischen Roboter vorstellen, es sei denn, er ist es unfreiwilligerweise).

Die Auflösung stört mich weniger, weil sie ja immerhin in der Zukunft verbleibt. Dennoch könnte in diesem Fall die "vor dem Aufwachen" Szene etwas stärker (dramatischer, augenscheinlich auswegloser) sein, oder auch tiefsinniger, z.B. mit der Angst des Menschen vor der "Überlegenheit" des Roboters spielen usw. Dabei wäre ein unerwartet menschliches Verhalten Spocks auch wieder recht passend.

LG
Tula

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