Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92266
Momentan online:
256 Gäste und 6 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Stationär
Eingestellt am 09. 10. 2009 21:23


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Inge Anna
Häufig gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 1219
Kommentare: 1623
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Inge Anna eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Stationär


Mitpatientin,
erzähltest mir dein Leben
mir - einer Fremden.
Und nun schläfst du
tief und fest.
Ist Friede dort,
wo du jetzt bist?

Vor einer Stunde noch
auf Späherfährte -
sieben Druckfehler in der Tageszeitung -
ich fiel in dein Lachen ein
freute mich,
dass es dir besser ging.

Man hatte es eilig
dich fortzubringen -
die nächste Kranke
schon unterwegs.
Zwei Pflegern entfährt es
wie aus einem Mund:
"Der Nachschub rollt!"
Mich fröstelt
unter Federn und Schurwolle.

Erlöste -
fast beneide ich dich.
__________________
Die über Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

Version vom 09. 10. 2009 21:23

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Inge-Anna,

ein starkes Gedicht!

Aber ich würde noch einmal über die Wiederholungen der "Mitpatientin" nachdenken (ein ähnliches Problem gab es ja neulich bei lap in dessen Text ...)


Stationär


quote:
Mitpatientin,
erzähltest mir dein Leben,
mir - einer Fremden.
Und nun schläfst du
tief und fest.
Ist Friede dort,
wo du jetzt bist?

Vor einer Stunde noch
auf Späherfährte -
sieben Druckfehler in der Tageszeitung -
ich fiel in dein Lachen ein,
freute mich,
dass es dir besser ging.


Man hatte es eilig
dich fortzubringen -
die nächste Kranke
schon unterwegs.
Zwei Pflegern entfuhr es
wie aus einem Mund:
"Der Nachschub rollt."
Mich fröstelt
unter Federn und Schurwolle.

Erlöste,
fast beneide ich dich.
So finde ich es noch ausdrucksvoller ...

Zum Inhalt: Die Sache mit den Krankenhausaufenthalten bietet ein Phänomen, das auch mich fasziniert. - Oft musste ich gottlob noch nicht in diese Schreckenshäuser. - Doch dann überraschte es mich stets, wie schnell Vertrauen unter den Patienten entsteht und welche tiefe Solidarität.

Dies veranlasste mich darüber nachzudenken, ob der Mensch wohl nur in der Not edler, anständiger Regungen fähig ist.

Dir einen lieben Gruß
Heidrun

Bearbeiten/Löschen    


5 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!