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Leselupe.de > Gereimtes
Staub
Eingestellt am 24. 02. 2012 20:25


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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

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Staub

Mein erster Sommer war mein halbes Leben
lang zog er alle Farben
rochen grell.
Der alte Kater rieb aus seinem Fell
uns Staub und Sonne in den Schoß.

Mein letzter Sommer ging viel schnell
er blies ein Korn ins Auge bloß.
Ich rieb es wund,
verwundert,
dass ich weinte.

Version vom 24. 02. 2012 20:25

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Julia,
athmosph√§risch ein sehr gelungenes Gedicht, das sich in einer Lesart sogar auf das angek√ľndigte Weltende im Dezember 2012 beziehen l√§sst.
Besonders gefallen mir die Klangspielereien, die dem Gedicht Musikalität verleihen.

quote:
Mein erster Sommer war mein halbes Leben
lang zog er alle Farben
rochen grell.
Der alte Kater rieb aus seinem Fell
uns Staub und Sonne in den Schoß.
Der erste Liebes- und Lebensommer war funkenspr√ľhend und erschien dem jungen LyrI unendlich.

quote:
Mein letzter Sommer ging schon schnell-
er blies ein Korn ins Auge bloß.
Ich rieb es wund
und wundert' mich
und weinte.
F√ľr den letzten Sommer (das Alter?) blieb nicht viel.
Hier möchte ich dir drei kleine Veränderungen vorschlagen, nämlich:

quote:
Mein letzter Sommer ging zu schnell,
blies mir ein Korn ins Auge bloß.
Ich rieb es wund -
wunderte mich
und weinte.

Das "schon" passt inhaltlich nicht so gut, finde ich. Durch den verlegten Gedankenstrich erzeugst du eine zus√§tzlich Denkpause und vermeidest die Elision, schaffst daf√ľr eine Alliteration.
Denkbar wäre auch:
quote:
Mein letzter Sommer lief zu schnell;
Was meinst du?
Achtfache Zwergengr√ľ√üe

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Huch! Eben sehe ich, dass du mit meinem Vorschlag aus dem Rhythmus fällst. Denkbar wäre:

quote:
Mein letzter Sommer ging zu schnell,
blies mir ein Korn ins Auge bloß.
Ich rieb es wund,
verwundert, still

und weinte.
Vielleicht fällt dir aber etwas Besseres ein. Du hast ja sicherlich selber längst gemerkt, wo die kleinen Schwachstellen des Gedichts liegen.
LG, Heidrun

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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

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Liebe Heidrun,

Vielen Dank f√ľrs Lesen und deine berechtigte Kritik!

Ich habe den zweiten Teil jetzt verändert - allerdings weiß ich nicht, ob's dir gefallen wird . Anstatt den zweideutigen Bruch in den Versen 6 & 7 auszugleichen, habe ich ihn radikalisiert. Vers 6 endet unerwartet und unpassend, was dem Inhalt entspricht.

LG presque

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Das ist die optimale Lösung, denke ich.
Beim "schnell" hast du noch ein "er" vergessen, was sich aber ebenso schnell nachbessern lässt.
Dir einen schönen Tag. - Hoffentlich bleibst du ein Weilchen *seufz
Heidrun

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Bernd
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Registriert: Aug 2000

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Mir gefallen die Mehrdeutigkeiten, die dadurch entstehen, dass Satzzeichen fehlen.

Beispiele:
(Mein erster Sommer war) (mein halbes Leben
lang zog er alle Farben)
(rochen grell)

(Mein erster Sommer war mein halbes Leben)
(lang zog er alle Farben)
(rochen grell).

(Mein erster Sommer) (war mein halbes Leben)
(lang zog er) (alle Farben
rochen grell).

Es gibt viele weitere Varianten, die zugleich selbstreferentiell sind, da sie den Sommer in seiner Vielheit zeigen.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Pola Lilith
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Ansprechend

dein Sommer-Res√ľmee !

Ich w√ľrde das Wort "schnell" noch steigern.

Mein Vorschlag hierzu: ... - der verging
...

Der erste Sommer war ein halbes Leben
der zweite (upps) ist schon weg
und wie man es nimmt, vielleicht damit auch schon das ganze Leben (die zweite Hälfte, die wir gar nicht mit bekommen haben)

(beim "schnell" gehen wir noch mit - beim "vergangen" ist alles schon vor√ľber. Das ist ein kleiner Stolperstein zum Nachdenken, wie √ľber die Farben, die so grell gerochen haben...)

Sehr sch√∂n - danke daf√ľr.









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