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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Staub
Eingestellt am 05. 12. 2006 00:56


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gareth
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"Das reicht problemlos die vier Tage". Der Schichtf├╝hrer nahm mich am Arm, und nickte kurz in Richtung der Schotterhalde, auf die wir zugingen. Er blinzelte ein wenig in die strahlende Morgensonne.

"Jetzt m├╝sst ihr nur noch ordentlich analysiert haben", sagte er mit einem stillen L├Ącheln. Ich hob die Schultern und grinste ihn an: "Das ist nat├╝rlich viel verlangt."

Es gab f├╝nf Schichtf├╝hrer im Werk und ich war froh, dass gerade er mit mir zusammen Dienst hatte. Er war aus meiner Sicht der beste. Erfahren, gradlinig und kurz entschlossen.

Ein paar Tauben pickten auf den Kalksteinst├╝ckchen herum.

Ein leichter Wind trieb eine kleine Staubwolke auf uns zu. Kalkstein- und Tonstaub. Bei trockenem Wetter hatten wir ziemlich damit zu k├Ąmpfen und ich hatte in meinen sieben Jahren hier vermutlich schon meine Lebensdosis an Silicat - und Quarzst├Ąuben eingeatmet. Ich wandte mich ab und wir gingen in Richtung der Werkseinfahrt.

Wir hatten die produktionstechnisch wichtigsten Stellen kontrolliert. Alles lief st├Ârungsfrei. Unser Werksrundgang war beendet. Es war Karfreitag. Mein erster von vier Bereitschaftstagen, in denen ich praktisch die ganze Zeit nicht von zu Hause weg konnte. Sie mussten einen telefonisch erreichen k├Ânnen und es gab noch keine Handys. Ich war froh, dass Leonie gekommen war.

Auf dem Weg zum Rohm├╝hlengeb├Ąude begegnete uns niemand. Auch vorher hatte ich niemanden gesehen. Minimalbesetzung im Werk. Obwohl fast alle Aggregate arbeiteten, vermittelte die Anlage doch eine Art Feiertagsruhe. Hinter den massiven Betonw├Ąnden tobte die riesige Kugelm├╝hle. Mit ihren Massen von Stahlkugeln zerrieb sie in gepanzerten Kammern das getrocknete Schottergemisch zu feinem Mehl, aber hier drau├čen war davon nur ein leises Ger├Ąusch zu h├Âren. Eine Art summendes Rauschen, das die enorme Lautst├Ąrke noch ahnen lie├č, die Unterhaltung aber nicht st├Ârte.

Irgendwo kratzte die Schaufel eines Radladers ├╝ber den Betonboden. Das Ger├Ąusch erstickte f├╝r einen Moment, als sie sich in ein Haufwerk grub. Kurz danach heulte der Motor beim Zur├╝cksetzen auf und der Vorgang wiederholte sich.

Ich nahm den wei├čen Plastikhelm ab und wir gingen nebeneinander in Richtung Werkseinfahrt.

"Also dann", sagte der Schichtf├╝hrer und sah auf seine Armbanduhr: "Zehn Uhr und es sieht so aus, als h├Ątten wir's f├╝r heute". Ich nickte. Als wir bei den Schottersilos angekommen waren, dr├╝ckte er mir die Hand:
"Dann noch einen ruhigen Feiertag".
"Danke", sagte ich, "das w├Ąr gut. Ich hab Besuch".

Leonie war gestern Nacht ├╝berraschend zu mir gekommen. Ihrem Freund hatte sie eine abenteuerliche Geschichte von ihrer Freundin und deren kranker Gro├čmutter erz├Ąhlt. Manchmal war sie mir unheimlich. Aber ich war verr├╝ckt nach ihr. Und sie nach mir. Von Zeit zu Zeit. Wir hatten erst gegen f├╝nf Uhr morgens aufgegeben.

Den Werksrundgang hatte ich f├╝r acht Uhr vereinbart. Gegen Sieben holte sie mich auf ihre Weise wieder aus dem Schlaf und in mir verst├Ąrkte sich der Verdacht, dass die acht Jahre Altersunterschied vielleicht doch bedeutsamer waren, als ich bisher angenommen hatte.
Jetzt schlief sie wahrscheinlich friedlich. F├╝r einen Augenblick sah ich sie vor mir mit ihren zerzausten, braunen Locken in die zerw├╝hlten Decken vergraben, wie sie, ein Auge einen winzigen Spalt weit ge├Âffnet, tr├Ąge einen Finger kr├╝mmte und mich so gegen meinen erkl├Ąrten Willen und entgegen jeder Vernunft wieder ins Bett holte. Nicht einmal zum Duschen hatte es dann mehr gereicht.

"Alles klar", der Schichtf├╝hrer grinste und sah mich offen an: "Wir werden keine riskanten Sachen machen die Tage und uns nur dann melden, wenn es gar nicht anders geht". Ich erwiderte noch einmal seinen festen H├Ąndedruck.
Sie hatten durchaus kein Problem damit, den einen oder anderen meiner Kollegen telefonisch gegen Drei oder Vier in der Fr├╝h wegen irgendeiner Kleinigkeit zu Rate zu ziehen.
Es war eine Frage der gegenseitigen Achtung.

Ich dankte ihm mit einem kurzen Kopfnicken. Dann hob ich noch einmal die Hand und wandte mich zum Gehen.

"Ach so", sagte er da, "was ich vorhin erw├Ąhnt hatte, die Sache mit der Probenahmestelle im Staubsilo".
Ich blieb stehen.
"Das wollten wir uns doch noch ansehen".
"Stimmt", sagte ich, "bevor's vergessen wird".
Ich hatte gehofft, er w├╝rde nicht darauf zur├╝ck kommen.

Ich setzte den Helm wieder auf und wir gingen um die drei betonierten Schottersilos herum, die in einer Linie mit dem Drehrohrofen standen und den Abschluss der Produktionsgeb├Ąude bildeten. Auf ihrer R├╝ckseite kamen wir zu dem runden, ungef├Ąhr f├╝nfzehn Meter hohen Stahlsilo, in dem die abgeschiedenen St├Ąube des Werkes gesammelt und von dort aus in den Produktionsprozess zur├╝ckgef├╝hrt wurden.

Durch die torf├Ârmige ├ľffnung des Silos traten wir in das dunkle Innere.

Hier war es noch ruhiger. Der Schichtf├╝hrer legte mit einem routinierten Handgriff einen Schalter an der Innenwand neben dem Eingang um und in kurzer, unregelm├Ą├čiger Folge flammte eine Menge starker Neonlampen auf. Sie tauchten den ungef├Ąhr zehn Meter durchmessenden, begehbaren Teil des Silos in helles Licht.

Er winkte mich hinter sich her und ging z├╝gig zwischen einigen abgestellten Ger├Ąten und Maschinenteilen hindurch auf eine Stahlgittertreppe an der gegen├╝berliegenden Wand zu. Sie f├╝hrte zu der Bandwaage unterhalb des Siloauslaufs.

Es waren nicht allzu viele Stufen. Es ging einmal um die Ecke und noch ein paar zus├Ątzliche Tritte hoch zu dem stillstehenden F├Ârderband der Waage unter dem Auslauftrichter.

Der Schichtf├╝hrer war ein wenig au├čer Atem, als wir die Stelle erreicht hatten. Mit seinen sechzig Jahren war er ziemlich genau doppelt so alt wie ich.
"Dieser Flansch da ist es". Er reckte sich, um mit der linken Hand einen massiven, eisernen Gewindestopfen erreichen zu k├Ânnen, der einen ung├╝nstig ├╝ber Kopfh├Âhe angeschwei├čten Probenahmestutzen verschloss.
"Den hat letzte Woche die Steinschicht verbrochen", sagte er und sch├╝ttelte den Kopf. Von seinem Schichtf├╝hrerkollegen Stein hielt er nicht allzu viel. Trotzdem konnte er sich ein Grinsen wegen seines schlichten Wortspiels nicht verkneifen.

"Von keinem meiner Leute w├╝rde ich verlangen, hier eine Probe raus zu holen", sagte er und ruckelte an dem Verschluss herum.
"Von keinem. Wie gesagt, gestern hab ich es kaum angefasst...". Der Flansch bewegte sich.
"Vorsichtig", sagte ich und dann ging es sehr schnell.

Ein armdicker, fast ohne Ger├Ąusch waagerecht aus dem offenen Stutzen heraus schie├čender Staubstrahl riss ihm die Hand nach hinten. Ich sah, wie er auf den Zehenspitzen stehend versuchte, dem Druck standzuhalten und den Verschluss mit beiden H├Ąnden gegen die Gewalt des Strahls wieder auf den Stutzen zu schrauben. Dann verschwand er im dichten Staub.
"Was ist?" br├╝llte ich.
"Hau ab" br├╝llte er zur├╝ck, "ich krieg das hin".
Seine Stimme wurde sehr schnell sehr leise.
Dann wurde es dunkel.

Innerhalb weniger Sekunden herrschte vollkommene Dunkelheit und Stille um mich. Ich begann die staubschwere Luft einzuatmen und hielt den Atem an, w├Ąhrend ich mich am Handlauf entlang tastete. 'Du musst mit ihm zusammen raus', schoss es mir durch den Kopf. Ich ging weiter. Nach etwa f├╝nf Schritten musste es nach links gehen. Es ging nach links. Kurz danach die Treppe. Ich erreichte die Stufen und fand hinunter. Jetzt eine halbe Drehung nach rechts. Mit nach vorn ausgestreckten Armen ging ich langsam mit geschlossenen Augen weiter in die Richtung, von der ich annahm, sie f├╝hre zum Ausgang.

Wo hatten diese Idioten die Maschinen hingestellt? Wie viele Schritte? Mein Herzschlag beschleunigte sich jetzt. Ich hielt weiter den Atem an. Dann stie├č ich mit dem Knie hart und schmerzhaft gegen eine Metallkante und atmete den dichten Staub ein. Ich tastete mich so schnell es ging um das Hindernis herum und ging dann langsam weiter, den rechten Arm augestreckt, das Gesicht im linken Jacken├Ąrmel vergraben.

Ich ├Âffnete die Augen einen Spalt weit. Dunkelheit. Schw├Ąrze, Staub und Stille. Tief unten in meinen Beinen meldete sich die Panik. Warum war kein Licht vom Ausgang zu sehen? Weiter. Ich glaubte Rufen zu h├Âren. Hatte er es geschafft? Rief er um Hilfe? Und wenn! Weiter.

'Lass es die richtige Richtung sein. Bitte.'
Leonie fiel mir ein. 'Wenn ich es nicht schaffe. Was wirst Du tun? Sie werden alles Erfahren. Ich liebe Dich.
Dieser Wahnsinnige. Macht genau das Gleiche noch mal. Wie bl├Âd muss man sein? Aber ich kann ihn doch nicht da drin lassen.'

Ich versuchte es jetzt mit winzigen, flachen Atemz├╝gen durch den Stoff des Jacken├Ąrmels. Mein Mund war v├Âllig belegt mit feinstem, trockenem Staub. Ich sp├╝rte, wie mein Puls immer schneller ging. 'Meine Lungen. Um Gottes Willen. Ich krieg das nie mehr aus mir raus'. Die Panik kam langsam h├Âher. Weiter. Wenn das jetzt die falsche Richtung ist...

Ich blinzelte und direkt vor mir erschien ein schwacher Lichtschein. Sekunden sp├Ąter stand ich im Freien in der hellen Sonne.

Ich ging ein paar Schritte weit und begann zu husten und versuchte auszuspucken. Ich wandte mich zum Eingang um. Aus der torf├Ârmigen, dunklen ├ľffnung drangen dichte Staubschwaden. Schr├Ąg einfallende Sonnenstrahlen lie├čen sie stellenweise leuchten und ein leichter Wind nahm sie auf. Ich starrte auf die Staubschwaden und ihr Lichtspiel. "Komm da raus, Mann", dachte ich, "Komm da raus". Ich sp├╝rte, dass mir die Knie zitterten.

Und da kam er heraus in einer dichten Wolke.

Er war v├Âllig von hellem Staub bedeckt. "Ist wieder dicht", sagte er rau und begann zu husten.

Wir standen uns gegen├╝ber. Er sah furchterregend aus. Man konnte sein Gesicht unter der Staubschicht nicht erkennen und mir wurde bewusst, dass das auch f├╝r mich galt.
"Sie sehen ├╝bel aus", sagte er und sah auf meine Jacke. Ich folgte seinem Blick und f├╝r einen Moment kam hilflose Wut in mir hoch. Ich glaubte pl├Âtzlich nicht mehr, dass ich noch einmal hinein gegangen w├Ąre. Kurz und sinnlos klopfte ich an meinen Kleidern herum.

"Tut mir leid. Echt", sagte er dann, "ich h├Ątte nicht gedacht...".
"Schon in Ordnung", ich zuckte die Achseln und sah ihn an. Ich f├╝hlte mich schwach. Pl├Âtzlich war ich ihm nur noch dankbar daf├╝r, dass er selber heraus gekommen war.

Wir gingen zu einem der Pressluftanschl├╝sse. Er lie├č mir den Vortritt.

"Dass Sie das Ding da wieder drauf gekriegt haben", sagte ich, als wir an der Werkseinfahrt angekommen waren, "bei dem Druck". "War nicht ganz so schlimm", erwiderte er.

Wir gingen zu meinem Wagen und er hielt mir die T├╝r auf, w├Ąhrend ich mich sehr vorsichtig auf dem Fahrersitz niederlie├č. Als ich mich setzte gab es eine Staubwolke.
Ich lie├č beide Seitenfenster herunter und startete den Motor. Ich nickte ihm noch einmal zu: "Ein Gl├╝ck, dass ich jetzt sowieso duschen wollte".

Er nickte zur├╝ck. Mit einem letzten Blick erkl├Ąrten wir die Sache f├╝r abgeschlossen. Er klopfte mit den Fingerkn├Âcheln der geschlossenen rechten Hand zwei Mal kurz auf das Wagendach und wandte sich ab. Ich fuhr los, w├Ąhrend die beiden Seitenfenster langsam wieder hoch kamen.

Leonie schlief tats├Ąchlich, als ich eine halbe Sunde sp├Ąter nach hause kam. Ich betrachtete sie vom Flur aus durch die halb offene T├╝r meines Schlafzimmers, w├Ąhrend ich meine Schuhe auszog. Ich w├╝rde ihr gleich alles erz├Ąhlen und sie w├╝rde mich tr├Âsten und mich loben und mir die letzten Reste meiner Sorgen nehmen. 'Wei├čt Du, dass ich fast gestorben w├Ąre, vorhin?' 'Das h├Ârt sich schlimm an, mein Liebling. Aber jetzt bist Du ja bei mir. Du brauchst jetzt keine Angst mehr zu haben. Komm, leg Dich hier hin und erz├Ąhl mir genau, was da passiert ist'.

Leise ging ich ins Badezimmer. Die staubenden Kleider und die ebenfalls staubende Unterw├Ąsche legte ich langsam und vorsichtig auf einen Haufen und versuchte dabei, jeden Blick auf die teure Jacke zu vermeiden. Dann duschte ich lange, um den Staub wenigstens von allen zug├Ąnglichen K├Ârperregionen zu entfernen und putzte mir danach die Nase. Es sah dunkel aus. Ich putzte sie wieder und es sah wieder dunkel aus. So oft ich es wiederholte, so oft war feuchter Staub im Taschentuch, der jetzt dunkel aussah. Die Sorgen kamen wieder hoch. Ich gurgelte mit Wasser und spuckte und stellte mir vor, wie meine Bronchien mit hellem Staub ausgekleidet waren und meine Lungen und meine Ohren und wie er nach und nach feucht und dunkel wurde und putzte mir wieder die Nase.

Als ich ins Schlafzimmer kam war sie wach.
"Du lieber Himmel", sagte sie mit einem liebevollen Vorwurf in der Stimme, "ich dachte schon Du h├Ârst gar nie mehr auf mit dem Duschen und dem Husten und dem Naseputzen. Hast du Dich erk├Ąltet heute Nacht?"
"Nein", sagte ich.
Sie sah kurz an mir herab.
"Du solltest aber trotzdem nicht so rumlaufen. Komm schnell!"
Sie hob die Decke etwas an. Ich glitt neben sie unter die Decke. Sp├╝rte ihre W├Ąrme. Sie schmiegte sich an mich und k├╝sste mich. Der Staub in meiner Lunge war schon nicht mehr so schlimm.
"Was dann?", murmelte sie, w├Ąhrend sie leicht auf mich glitt und ihre braunen Locken auf mein Gesicht herab fielen, "was war los? Gab es Probleme?"
"Nichts Besonderes", murmelte ich in ihren Mund. Sie begann sich langsam zu bewegen.
"Nur ein bisschen Staub". Sie bewegte sich schneller.
"Ferkelchen", sagte sie, "Du sollst doch nicht immer da hin gehen, wo's dreckig ist".
Sie nahm mein Gesicht in beide H├Ąnde: "Hast Du Sehnsucht gehabt nach mir? Da, in dem alten, schmutzigen Werk?"
"Ja", sagte ich und zog ihre Lippen auf meine herunter.
"Ein Mal. Sehr. F├╝r einen Moment".

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Mumpf Lunse
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hallo gareth,
sch├Ân mal wieder was von dir zu lesen.

die ersten drei oder vier abs├Ątze - b├Âmische d├Ârfer.
es ist weder besonders interessant (wenn man, wie ich, keine ahnung hat worum es geht) noch f├╝r die eigentliche geschichte wichtig. - finde ich. zu genau oder zu ungenau ... beides, je nachdem.

die verkn├╝pfung der etwas 'zweifelhaften' liebschaft mit dem unfall, die andeutungen ├╝ber leonie, welche viel raum f├╝r phantasie ├╝ber die art dieser beziehung lassen - alles sehr gelungen.
was mir auch sehr gut gefallen hat: der konflikt w├Ąhrend des unfalls.
'Ich glaubte pl├Âtzlich nicht mehr, dass ich noch einmal hinein gegangen w├Ąre.' und - 'Pl├Âtzlich war ich ihm nur noch dankbar daf├╝r, dass er selber heraus gekommen war.'

da ist etwas existentielles passiert im protagonisten. ich will da nicht unbedingt etwas hinein phantasieren ...
tod und leben ganz unspektakul├Ąr nebeneinander innerhalb weniger stunden.

'Leonie fiel mir ein. 'Wenn ich es nicht schaffe. Was wirst Du tun? Sie werden alles Erfahren. Ich liebe Dich.' -
es ist schon seltsam wie wir die priorit├Ąten unserer besorgnis setzen.

das fehlende heldenpathos macht deinen protagonisten sehr menschlich, sehr sympathisch.

mein fazit: den anfang w├╝rde ich straffen, streichen, ├Ąndern. wie auch immer. die 'eigentliche' geschichte ist mehr als gelungen.

lg
gunter
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gareth
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Ich bin ziemlich sicher, Mumpf,

dass Du da recht hast, mit den ersten Abs├Ątzen. Was mich das glauben l├Ąsst, ist dieser f├╝r mich gut nachvollziehbare Satzteil Deines Kommentars: zu genau oder zu ungenau ...

Spontan denke ich, dass die Richtung ungenauer besser w├Ąre, weil das die Geschichte strafft, w├Ąhrend genauer kaum zu rechtfertigen ist.

Eigentlich ging es mir nur darum, die LeserInnen am Anfang unaufdringlich an die Tatsache heran zu f├╝hren, dass es in einem Zementwerk entweder staubt (was f├╝r die Geschichte wesentlich ist), oder matschig ist (was f├╝r die Geschichte ohne Belang ist). Da aber beides tats├Ąchlich vorkommt, hielt ich den Moment f├╝r gekommen, die Wissensbasis einer breiten Leserschaft erheblich zu erweitern mit der Erw├Ąhnung, dass Zement im Wesentlichen aus Kalkstein und Ton hergestellt wird, was f├╝r die Geschichte eigentlich auch ohne Belang ist, aber das Vorhandensein von Staub und Staubsilo plausibel macht.

Ich werd jetzt erst mal mit dem Denken anfangen und das dauert bei mir immer ein Bisschen (c:

Danke f├╝r den Kommentar!

Gr├╝├če
gareth






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da lob ich mir mein tr├Ąges Schreiben.

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Mumpf Lunse
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hallo gareth,
als erstes: viel besser! ich erinnere mich an (f├╝r mich) krytische s├Ątze in der ersten version. vor allem die w├Ârtlichen reden. das erschien mir wie irgendeine geheimsprache.

jetzt wollte ich gerade einige fachwortrudimente bem├Ąngeln ...
aber du hast es nochmal ge├Ąndert.

und damit es auch etwas konstruktives wird ...

quote:
Ein leichter Wind trieb eine kleine Staubwolke auf uns zu. Kalksteinstaub und Tonstaub. Bei trockenem Wetter hatten wir ziemlich damit zu k├Ąmpfen und ich hatte in meinen sieben Jahren hier vermutlich schon meine Lebensdosis eingeatmet. Wir wandten uns ab und gingen in Richtung der Werkseinfahrt.

ich w├╝rde kalstein und tonstaub schreiben (das doppelte staub).
den satz mit dem trockenen wetter k├Ânnte man sinnlich greifbar machen. sowas in der art: bei nassem wetter verwandelte er alles in ... bei trockenem wetter schwebte er wie ein t├Âdlicher/bedrohlicher nebel/schleier ├╝ber dem gel├Ąnde/areal.

bei der lebensdosis geht es ja um silikonst├Ąube...wenn ich das richtig versteh... oder zumindest um irgendwelche anderen feinst├Ąube die sich im k├Ârper ansammlen. das w├╝rde ich schreiben. also: ich hab meine lebensdosis (silikon) ??? eingeatmet.

das thema 'staub' kommt immer wieder vor. ich habs beim ersten kommentar nicht erw├Ąhnt, aber das ist ja eine zus├Ątzliche dimension. eine bedrohung die, unabh├Ąngig vom aktuellen geschehen, immer ├╝ber dem prot. schwebt. auch ist dein prot ja scheinbar kein mensch der sowas einfach ausbelendet.

etwas sarkastisch w├╝rde ich sagen: da hat der prot ja gl├╝ck - leonie scheint im gegensatz zu ihm ja ein recht unkompliziertes, sorgloses wesen zu sein. besuch aus einer weniger bedrohlichen realit├Ąt. im mehrfachen sinn entspannend.

lg
mumpf


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gareth
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Hallo Mumpf,

ich habe den Text im Sinne Deiner Anregungen ├╝berarbeitet. Ich denke er hat gewonnen.

Vielleicht noch die eine oder andere Feinarbeit...

Danke f├╝r Deine Hinweise!

Gr├╝├če
gareth
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