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Leselupe.de > Ungereimtes
Stein auf Stein
Eingestellt am 29. 12. 2010 21:43


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Rhea_Gift
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Stein auf Stein

Ich bade in Bl├╝ten
Honig tropft
zwischen deinen Zeilen
Samthandschuhe
bitten des Nachts
mich und den Mond zum Tanze -

doch als ich erwache
liegt dort ein Stein
umwickelt
mit Butterbrotpapier

das Brot hast du mitgenommen

ich leg ihn zu den anderen
widerstehe, die Kelle zu schwingen -

noch

Steine h├Ątte ich genug

__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

Version vom 29. 12. 2010 21:43

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Franke
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Hallo Rhea!

ich besch├Ąftige mich gerade sehr intensiv mit deinen Gedichten und das bleibt dir auch hier nicht erspart.

quote:
Ich bade in Bl├╝ten
Honig tropft
zwischen deinen Zeilen
Samthandschuhe
bitten des Nachts
mich und den Mond zum Tanze -


Der Anfang ist sehr lyrisch und m.E. auch sehr gelungen. Man ahnt aber schon beim Lesen, dass hier etwas faul ist. Denn wenn Honig zwischen die Zeilen tropft und etwas mit Samthandschuhen angefasst wird, kann dies in den seltensten F├Ąllen gut ausgehen.
Zu s├╝├č und zu zart machen anf├Ąllig f├╝r Verletzungen.

quote:
doch als ich erwache
liegt dort ein Stein
umwickelt
mit Butterbrotpapier

das Brot hast du mitgenommen

In der n├Ąchsten Strophe l├Âst du die Geschichte auf. Das ist sprachlich sehr gut gel├Âst, weil du hier von der sehr lyrischen und z├Ąrtlichen Sprache der ersten Strophe auf die Alltagssprache ├╝bergehst. Die Realit├Ąt hat das lyr.ich wieder, das lyr.du hat sich sattgegessen und hinterl├Ąsst nur einen kalten Stein - geschickt verpackt in Butterbrotpapier.

quote:
ich leg ihn zu den anderen
widerstehe, den Spachtel zu schwingen -

noch

Steine h├Ątte ich genug

Das lyr.ich legt diesen Stein zu den anderen Verletzungen. Allerdings ist hier auch gleichzeitig eine Drohungen f├╝r das lyr.du enthalten, die Sache nicht zu weit zu treiben. Denn man k├Ânnte sich ja aus den Steinen durchaus eine Mauer bzw. ein Haus errichten.


Wenn ich deine Intention richtig gedeutet habe, solltest du allerdings
die Kelle zu schwingen
schreiben, denn das passt besser, wenn man Stein auf Stein bauen will.

Sehr stimmiger Aufbau, gutes Gedicht!

Liebe Gr├╝├če
Manfred
__________________
Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

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Rhea_Gift
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Hi Manfred -

perfekt erfasst! Und ich danke sehr f├╝r solch intensive Auseinandersetzung! Hm, benutzt man nicht auch einen Spachtel zum Beton glatt streichen? Oder gibt's da wirklich nur die Kelle? Ich recherchiere das mal - und ├Ąndere, sollte ein Spachtel nich in Frage kommen - denn klanglich f├Ąnde ich ihn doch sch├Âner...

Heidrunche - auch dir ein Dank f├╝rs Vorbeischauen und Werten

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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w├╝stenrose
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Hallo Rhea,

muss hier entschieden Franke beipflichten!
Mir ging es mit deinem Gedicht erst mal so, dass ich keinen Zugang fand, weil ich dachte: verstehe ich nicht. Was wird hier gespachtelt??
Die Kelle schwingen - ja, damit assoziiere ich dann auch den Hausbau und nun kann ich das ganze Gedicht noch mal neu auf mich wirken lassen.

lg w├╝stenrose

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Franke
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Hallo Rhea!

Bei den Maurern hei├čt das Handwerkszeug wirklich Kelle.
Und mit "Kelle schwingen" k├Ąme auch eine herrliche Doppeldeutigkeit in dein Gedicht hinein!

Liebe Gr├╝├če
Manfred
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Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

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lapismont
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Moin Rhea,

ich bin ├╝ber "doch als ich erwache" gestolpert. Das irritiert mich zeitlich. Du versuchst hier in das Pr├Ąsenz einen Zeitablauf zu bringen, der mich fragen l├Ąsst, warum Du ├╝berhaupt das Pr├Ąsenz gew├Ąhlt hast.
Nat├╝rlich klingt dadurch die erste Strophe lyrischer.

Was ich mich auch frage ist, was da gebaut wird, und wem widerstanden wird. Der eine Stein wird zu den anderen gelegt, damit ergibt sich dort schon eine Art Steinberg (sic!), ob das nun Stein auf Stein oder Stein an Stein ist, d├╝rfte f├╝r die Richtung des Gedichtes doch egal sein, oder?

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Rhea_Gift
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Hi Leute,

also Lap, revilo - durchgehendes Pr├Ąsenz im Sinne des gef├╝hlten gerade noch, dann aber schon... Stein auf Stein, um das auft├╝rmen (die Menge) zu verdeutlichen und doppeldeutig schon die Gefahr des Mauer-Baus anzudeuten, das LyrI will aber - noch - sich von den gesammelten Steinen nicht entmutigen lassen - da sie aber zu unausl├Âschlicher Erinnerung geh├Âren, verschwinden sie eben auch nicht... lassen sich nicht wegwerfen... nur beiseite legen... was immer noch besser ist, als sie festzuhalten oder ein Haus draus zu bauen oder zu versuchen, Gold darin zu sehen... sie sind gewichtig nicht unwichtig - dennoch - grau und selbst in sch├Ânen Farben dennoch hart, bis ins Innere... und das dumme Gef├╝hl, dass der andere mehr N├Ąhrendes mitgenommen hat als da zu lassen
Und revilo - es sah ja eben am Anfang nicht nach nem Stein aus... Vielleicht konnte das LyrI nicht widerstehen, trotz des Ahnens, dass der Beginn noch alles Show ist, den Rest abzuwarten... Vielleicht sollte das LyrI schneller tiefer kloppen, um zu schauen, wie weich das Brot is Oder was unterm Samthandschuh drunter und unter dem Honig sich so regt... aber, naja, meist ist das LyrI da ja sogar recht fix - daher auch die Menge, das Pr├Ąsenz und das noch recht sanfte beiseite legen statt in die Ecke knallen...

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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