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Leselupe.de > Kindergeschichten
Sternchen Sturm auf Traumreise
Eingestellt am 01. 07. 2003 23:12


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Sternchen Sturm auf Traumreise

Es ist Tradition, dass das jĂŒngste Sternchen am Himmel die Vertretung des SandmĂ€nnchens ĂŒbernimmt, wenn dieses in den Urlaub fĂ€hrt.
Normalerweise gibt es keine Probleme, wenn der Sandmann fĂŒr ein paar Tage ans Meer fĂ€hrt und seine FĂŒĂŸe fröhlich ins Wasser baumeln lĂ€sst. Letztes Mal war jedoch alles anders.
Sternchen Sturm, ein klitzekleiner, quirliger Stern, war an der Reihe, den Kindern die TrÀume zu bringen.
Ganz genau und ausfĂŒhrlich erklĂ€rte ihm das SandmĂ€nnchen vor seiner Abreise, wie es den Traumsand verteilen und worauf es dabei achten sollte.
Sternchen Sturm hörte jedoch nicht richtig zu. Aufgeregt tanzte es am Himmelzelt herum und machte hier und da lieber mal einen Purzelbaum oder einen Salto, als zuzuhören.
„Das mit dem Traumsand kann doch nicht so schwer sein“, dachte es und tobte munter weiter.
Kurz danach verabschiedete sich das SandmĂ€nnchen, nahm seine Koffer und ließ die Sterne zurĂŒck. Ganz wohl war ihm allerdings nicht dabei, denn irgendwie ahnte es, dass Sternchen Sturm nicht richtig aufgepasst hatte.
Als es draußen dĂ€mmerte, wurde es Zeit fĂŒr das kleine Sternchen, Richtung Erde zu fliegen. Auf einer strahlenden Sternschnuppe verließ es das heimische Himmelszelt und sauste hinab zu den Kindern, die nun ins Bett gehen mussten. Auf seinem kleinen, leuchtenden RĂŒcken trug es das SĂ€ckchen des SandmĂ€nnchens, das bis oben hin mit guten TrĂ€umen gefĂŒllt war. Als Sternchen Sturm am ersten Fenster ankam, zog es das SĂ€ckchen vom RĂŒcken, nahm eine handvoll Sand und versuchte es unauffĂ€llig durch den kleinen Fensterspalt ins Kinderzimmer zu streuen.
Genau in diesem Moment fegte jedoch eine wuchtige Windböe um die Ecke und wirbelte nicht nur den Sand in Sternchens Hand, sondern auch den Sand aus dem SĂ€ckchen meterweit hinauf in den Himmel. Langsam, wie tanzende Schneeflocken, rieselte dieser wieder hinunter und verteilte sich ĂŒberall.
„Oh!Oh!“, murmelte Sternchen Sturm und blickte besorgt um sich. Der ganze Traumsand, der fĂŒr die Kinder auf der Erde gedacht war, lag ĂŒberall verstreut. Das Schlimmste war jedoch, dass ĂŒberall, wo er hingerieselt war, die Menschen an Ort und Stelle eingeschlafen waren.
Der GĂ€rtner, der gerade Blumen schneiden wollte, lag schnarchend im Blumenbeet. Daneben lag ein Mann, der mit seinem Hund spazieren war und eine Frau, die die Abendzeitung austrug, schlief auf dem BĂŒrgersteig. Aber nicht nur alle Leute, die auf der Straße unterwegs gewesen waren, schlummerten friedlich, nein, auch einige Menschen zu Hause. Der Traumsand war durch die Schornsteine in die Wohnzimmer der HĂ€user gefallen und hatte die Leute dort in tiefsten Schlaf versetzt. Ganz im Gegensatz zu den Kindern, die im Kinderzimmer nichts von dem tollen Traumsand abbekommen hatten. Fröhlich hĂŒpften sie durch ihre Betten und ĂŒber die Tische und dachten nicht im Traum daran, schlafen zu gehen. Schließlich waren sie auch gar nicht mĂŒde.
Sternchen Sturm beobachtete mit Schrecken die Dinge, die es angerichtet hatte. Dann schlug es seine HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen und ĂŒberlegte angestrengt, wie es aus diesem Schlamassel wieder heraus kommen konnte. Verzweifelt eilte es auf die Straße und versuchte, die eingeschlafenen Leute durch Zerren und leichtes Zwicken wieder aufzuwecken, aber vergebens.
Als die munteren Kinder sogar hinaus auf die Straßen liefen und mitten in der Nacht Ball spielen wollten, bekam Sternchen Sturm richtige Angst.
Im Sauseschritt brauste es auf der Sternschnuppe zum Haus des SandmÀnnchens.
In seiner riesigen Vorratskammer suchte es nach einem neuen SĂ€ckchen Traumsand fĂŒr die Kinder. Es wĂŒhlte und kramte, es stöberte und guckte und siehe da, ganz unten in der dunkelsten Ecke wurde es fĂŒndig. Ein dicker Sack mit Traumsand lehnte an der dreckigen Wand. Aber das Beste war, dass direkt daneben ein weiteres, rotes SĂ€ckchen stand. Sternchen Sturm grinste vor Freude. Auf dem roten SĂ€ckchen stand mit dicken, fetten Buchstaben: „Aufwach-Sand fĂŒr NotfĂ€lle“. Das war genau das, was Sternchen Sturm jetzt brauchte.
Schnell eilte es zurĂŒck. Zuerst streute es den Aufwach-Sand in den Nachthimmel, so dass alle eingeschlafenen Leute wieder aufwachten. Dann zog es weiter und verteilte den Traumsand an die vielen kleinen Kinder, die mittlerweile ganz mĂŒde und erschöpft waren.
Und diesmal verstreute es ihn richtig. Vorsichtshalber hatte es nÀmlich im Haus des SandmÀnnchens in einem Buch nachgelesen, wie man den Traumsand verteilt.
Kaum war das SandsÀckchen leer, schliefen die Kinder auch schon friedlich und trÀumten die allerschönsten TrÀume.
Zufrieden und glĂŒcklich, dass alles ein gutes Ende genommen hatte, kehrte Sternchen Sturm zum Himmelszelt zurĂŒck. Da es jedoch unheimlich anstrengend gewesen war, ein Chaos zu verursachen und dann auch noch wieder zu beseitigen, schlĂŒpfte es schnell in sein Sternenbett und zog sich die Decke bis ĂŒber die Ohren. Im nĂ€chsten Moment schlummerte es ein und schlief so tief und fest, wie lange nicht mehr.

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