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Leselupe.de > Fantasy und Märchen
Sternenkind (Ein Kindermärchen)
Eingestellt am 10. 04. 2019 12:14


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RobertMarkus
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Registriert: Apr 2019

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Sternenkind


    Es war einmal ein armer Bauer, der zu Weihnachten fürchterlichen Hunger litt. Der Winter hatte in diesem Jahr so früh eingesetzt, dass ein großer Teil seiner Ernte verdorben war und er und seine Frau nun fast nichts mehr zu Essen hatten. Außerdem verlangte der Landvogt schon bald wieder die Pacht für seinen Hof und er wusste nicht, wie er ohne Ernte seine Schulden begleichen konnte.
    Eines Nachts aber, es war Heiligabend und eine sternenlose, pechschwarze Finsternis, ging er in den Wald um nach ein paar Wurzeln zu graben, die man für eine Suppe gebrauchen könnte. Der Boden war jedoch steinhart, so dass jeglicher Versuch scheiterte. Plötzlich erschrak der Bauer furchtbar, denn es war im Wald von einer Sekunde auf die andere taghell geworden.
    „Woher kommt bloß dieses Licht. Es ist doch tiefste Nacht“ sagte der Bauer und blickte verwundert in Richtung der Lichtstrahlen.
Da trat aus dem Dickicht ein kleines Kindlein hervor, gekleidet in einem goldenen Nachthemd, das so sehr glitzerte, dass es die Umgebung hell erleuchtete und die Nacht zum Tag machte.
    Als das Kindlein den Bauern erblickte, lief es augenblicklich auf ihn zu und warf sich in seine Arme.
    „Kindchen, wo kommst du denn her? Du musst ja fürchterlich frieren.“ sagte der Bauer, aber er bekam keine Antwort. Stattdessen fing das Kindlein bis über beide Ohren an zu lächeln. Der Bauer zog seinen dicken Mantel aus und hüllte das Kindlein darin ein, damit es ihm nicht in der Winterkälte erfror. Dann setzte er es auf seine Schultern und ging raschen Schrittes zurück zu seiner Hütte.
    Daheim wartete die Frau des Bauern auf ihren Ehemann. Sie hatte sich schon Sorgen gemacht, wo er geblieben war, denn sonst blieb er des nachts nie lange fort. Ihre Sorgen waren doppelt so groß wie sonst, denn sie erwartete ein Kind, dass im Frühjahr zur Welt kommen sollte und sie hatte keinen Rat, wie man es ernähren sollte. Als die Tür der Hütte aufsprang und der Bauer mit dem Kindlein auf den Schultern eintrat, fiel ihr ein großer Stein vom Herzen.
    „Mann, wo warst du solange und wo kommt dieses Kindlein her?“ fragte die Bäuerin.
    „Ich habe es im Wald gefunden. Es muss das Kind eines reichen Grafen oder Prinzen sein. Es trägt so ein kostbares Gewand, wie ich es noch nie gesehen habe.“ antwortete der Bauer und wickelte das Kindlein aus seinem Mantel.
    Als das golden-glitzernde Nachthemd zum Vorschein kam, verschlug es der Bauersfrau die Sprache. Das Kindlein gluckste vor Vergnügen und lachte und klatschte freudig in seine Hände, aber es sprach weiterhin kein Wort. Dann lief es zur Bäuerin und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
    „Wahrlich, das muss das Kind eines Königs sein. Solch makellose Seide gibt es nur zu Hofe.“ sprach die Bäuerin und herzte das Kindlein inniglich. Dann setzte sie es auf einen Stuhl und lief zum Feuer, um darüber den letzten Rest Suppe zu kochen.
    Als der Bauer das Kindlein fragte und fragte, woher es denn stamme, antwortete es nicht, sondern zeigte immer wieder nur an die Decke der Hütte. Dann fing es erneut an zu lachen und klatschte noch einmal freudig in die Hände.
    Als die Suppe fertig war, bekam das Kindlein einen großen hölzernen Löffel und kurz darauf aß es vergnügt und mit großem Appetit die Suppe. Der Bauer und die Bäuerin aber hungerten, denn es war nichts mehr für sie übrig und sie fanden, dass es das Kindlein nötiger hatte als sie. Als der Teller leer war, brachten sie das Kindlein in ihr Bett und deckten es warm zu. Dann setzten sie sich an den Tisch, sprachen über die ungewisse Zukunft und schliefen irgendwann ein.
    Als die Bäuerin am nächsten Morgen aufwachte, erschrak sie heftig, denn das Bett war leer und das Kindlein fort. Sie weckte ihren Mann und zusammen liefen sie nach draußen und suchten nach dem hilflosen Kind. In der Nacht hatte es stark geschneit und es waren keine Fußspuren zu sehen. So verblieb die Suche ohne Ergebnis. Der Tag verging und als am Abend ein Bote des Landvogts erschien und für die nächste Woche die Pacht einforderte, weinten die Bauern bitterlich.
    Spät in der Nacht saßen der Bauer und die Bäuerin vor dem heimischen Feuer und beratschlagten, was man tun könne, als plötzlich ein heller Lichtschein durch das Fenster trat. Freudig erregt lief die Bauersleute nach draußen, in der Hoffnung, dass das Kindlein zurückgekehrt war, denn beide hatten es sehr liebgewonnen. Doch niemand war zu sehen. Der Lichtschein aber stammt von einem einzelnen Stern, der in der finsteren Nacht am Himmel prangte und die Lichtung um die Hütte hell erstrahlen ließ.
    Als die Bauersleute zum Himmel aufschauten, war ihnen, als hörten sie das Lachen des Kindlein. Dann fing der Stern plötzlich an zu funkeln und zu glitzern, wie es das goldene Nachthemd getan hatte und schließlich zeigte sich das ganze Firmament von Sternen erleuchtet, die den zurückgekehrten Stern ebenfalls mit funkeln und glitzern begrüßten.
    Der Bauersfrau liefen vor Freude heiße Tränen über das Gesicht und als die beiden in ihre Hütte zurückkehrten, sahen sie, dass der Suppentopf über und über mit Goldstücken gefüllt war. Dieses Wunder konnte sich keiner von ihnen erklären, aber am folgenden Tag bezahlten sie nicht nur ihre Pacht, sondern lebten fortan glücklich bis an ihr Lebtag ENDE.

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