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Leselupe.de > Kindergeschichten
Sterntalerlandsuche
Eingestellt am 08. 09. 2004 10:13


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LeseWurm
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Ein M├Ąrchen in zw├Âlf kurzen Abschnitten mit 12 passenden Zeichnungen (hier nur beschrieben).
F├╝r einen Kinder-Monats-Kalender gedacht.


Sterntalerlandsuche

1. --------------------------
Eines Tages fiel der kleine Sterntaler vom Himmel auf die Erde. Da es gerade Winter war, landete er im weichen Schnee. Er machte sich sofort auf die Suche nach seinem Sterntalerland. Aber weil er so klein war, kam er in dem tiefen Schnee nur m├╝hsam voran. Gut dass er nicht frieren konnte, sonst h├Ątte er sich wohl stark erk├Ąltet. So aber k├Ąmpfte er sich durch die wei├če Masse und suchte einen Weg, nach Hause.
Auf einmal sah er eine riesige, dicke, wei├če Figur mit einer langen, spitzen Nase und gro├čen, schwarzen Augen vor sich und war zu Tode erschrocken.
"Ich will Dir nichts tun, Du gro├čer Mann", sagte der kleine Taler mutig und machte einen gro├čen Bogen. Er sah sich auch noch um, ob der Schneeriese ihm nicht folgte.
<Zeichnung: Sterntaler schaut zum Schneemann auf>
Wir wissen nat├╝rlich, dass Schneem├Ąnner nicht laufen k├Ânnen und auch sonst nicht gef├Ąhrlich sind. Aber das konnte der Sterntaler nat├╝rlich nicht wissen, weil er noch niemals auf der Erde war.
Er stapfte weiterhin durch den Schnee und suchte seinen Heimweg.

2. --------------------------
Nach einiger Zeit wurde es dem kleinen Sterntaler langweilig, immer durch die eint├Ânige, verschneite Gegend zu wandern. Er sehnte sich danach, mit anderen zu reden und einmal etwas anderes zu sehen als nur gro├če, weite, wei├če Fl├Ąchen, schneebedeckte B├Ąume und wei├čverschneite Str├Ąucher.
Und tats├Ąchlich ? als h├Ątte jemand den Wunsch geh├Ârt -, tauchte vor dem Sterntaler eine kleine Holzh├╝tte auf, aus deren Schornstein dicker schwarzer Rauch aufstieg.
"Sieh an!" dachte der Sterntaler, als er die Rauchspur sah, "Da hat doch jemand f├╝r mich einen Weg nach Hause gebaut."
<Zeichnung: Sterntaler n├Ąhert sich einer H├╝tte, aus dessen Schornstein dichter, schwarzer Rauch aufsteigt>
Er wusste n├Ąmlich nicht, dass man auf Rauch nicht laufen kann. Und er rannte froh zu der H├╝tte.

3. --------------------------
Als der Sterntaler zu der H├╝tte kam und durch einen Spalt bei der T├╝r hineinschl├╝pfte, sah er einen b├Ąrtigen Mann, der am Tisch sa├č und a├č. Kaum hatte dieser Mann gesehen, wie das Sterntalerchen durch sein Zimmer lief, da hob er es auch schon geschwind mit seiner gro├čen Hand auf. Er meinte, die M├╝nze w├Ąre heruntergefallen und rollte ├╝ber den Boden.
<Zeichnung: eine gro├če Hand greift das Sterntalerchen>
"Oh, welch sch├Ânen Goldst├╝ck! Ich wusste gar nicht, dass ich solch eine M├╝nze besessen habe. Aber es wird schon etwas damit zu kaufen sein", sprach er und steckte den Sterntaler in seinen Geldbeutel zu den anderen M├╝nzen. Da war das Sterntalerchen gefangen.

4. --------------------------
Aber nun war der Sterntaler nicht mehr allein. Zwar konnte er jetzt nicht mehr den Rauchweg entlang nach Hause laufen ? was ja sowieso nicht m├Âglich ist -, aber er konnte mit den anderen M├╝nzen sprechen.
Aber diese M├╝nzen wussten nicht, was Schnee, Blumen, Musik oder Kinder sind, und erst recht nicht wie man ins Sterntalerland kommt. Sie f├╝hrten unverst├Ąndliche Gespr├Ąche ├╝ber Sparkonto, B├Ârsenkurse, Inflation, Zinsen und andere seltsame Dinge, so dass es dem Sterntaler bald wieder langweilig wurde.
<Zeichnung: in einem (aufgeschnittenen) dunklen Beutel wird Sterntaler zwischen geschniegelten M├╝nzen eingezw├Ąngt>
Vor allem aber konnte er die Dunkelheit und Enge im Beutel nicht mehr ertragen. Er wollte wieder frei sein.

5. --------------------------
Der Sterntaler war schon sehr lange im Geldbeutel des b├Ąrtigen Mannes, als sich ihm eine Gelegenheit zur Flucht bot.
Der Mann ging n├Ąmlich auf die Stra├če um einzukaufen. Als er dann auf dem Markt Brot, Gem├╝se, Fleisch und andere wichtige Dinge kaufen wollte, zeigte er dem H├Ąndler die unbekannte Goldm├╝nze. Er wollte erfahren, welchen Wert diese sch├Âne M├╝nze wohl habe.
Doch als er das Sterntalerchen dem H├Ąndler reichte, nahm die kleine M├╝nze die Chance wahr und sprang tapfer von der Hand.
<Zeichnung: Sterntaler h├╝pft von der ausgestreckten Hand>
Sie lief so schnell zwischen den Marktst├Ąnden davon, dass keiner sie wiederfinden konnte.

6. --------------------------
Bis zum n├Ąchsten Tag versteckte der Sterntaler sich voller Furcht in einer Mauernische. Als es Mittag war, dachte sich das Talerchen: "Wenn ich hier sitze und warte, werde ich nie wieder nach Hause kommen." Also setzte es seine Suche nach dem Heimweg fort. Kaum war es losgelaufen, da fing es an zu regnen. Es war nur ein leichter Regen. Aber der Sterntaler, der noch nie regen gesehen hatte, dachte an sein Sterntalerland dort oben.
"Woher kommen all diese Tr├Ąnen?" fragte er sich.
"Bei uns dort oben muss etwas schrecklich Trauriges passiert sein."
<Zeichnung: Sterntaler sitzt in einer Mauernische zwischen gro├čen Backsteinen. Die Tr├Ąnen tropfen in das Rinnsal am Boden>
Da wurde auch der Sterntaler sehr traurig und vergoss zwei gro├če Tr├Ąnen, die sich mit dem Regenwasser in der Pf├╝tze vermischten. dann ging er weiter auf der Suche nach dem Sterntalerland.

7. --------------------------
Das Sterntalerchen kam auf seiner Suche auch an einen Bach, der lustig dahinpl├Ątscherte.
"Oh", sagte der Taler, "da muss jemand sehr traurig sein."
"Nein, nein!" fl├╝sterte der Bach hastig. "Ich bin ein Bach und auf meinem Weg zum Meer. Ich gebe den Pflanzen zu trinken und den Fischen eine Wohnung."
"Aber warum hast Du es so eilig?" fragte der Sterntaler.
"W├╝rde ich zaudern, so w├╝rde ich im Boden versickern und nie das Meer erreichen. Und das Meer braucht mich dringend. Deshalb bin ich best├Ąndig unterwegs und darf nicht rasten. Ich muss jetzt weiter. Leb wohl!"
<Zeichnung: Sterntaler blickt in einen diagonal flie├čenden Bach>

8. --------------------------
Auf seiner Suche kam der Sterntaler an einem Feld vorbei. Dort pfl├╝gten zwei M├Ąnner. Einer zog den schwere Pflug, w├Ąhrend der andere von hinten lenkte.
"Dieser arme Mann!" dachte der Sterntaler, "Er muss so schwer arbeiten und der andere geht nur hinterher."
Doch gerade in diesem Augenblick legte der Mann das Geschirr ab und der andere spannte sich vor den Pflug. Dabei lachten beide fr├Âhlich.
"Siehst Du", sprach der eine zu Sterntaler, "wir sind Freunde. Ist der eine traurig, tr├Âstet ihn der andere. Ist der eine froh, so freut sich auch sein Freund. Ist die Arbeit f├╝r einen zu schwer, so k├Ânnen sie zwei Freunde leicht schaffen."
<Zeichnung: Sterntaler trifft die schwer auf der Scholle arbeitenden M├Ąnner>
Da sagte sich der Sterntaler: "Freundschaft ist etwas Sch├Ânes. Sie macht alles leichter und doppelt so gut. Ich werde es mir merken."
Er verabschiedete sich von den beiden Freunden und suchte weiter nach dem Sterntalerland.

9. --------------------------
Bald darauf kam der Sterntaler in einen Wald. Die vielen gro├čen B├Ąume machten ihm Angst, so dass er ganz schnell rannte, um von den B├Ąumen fortzukommen. Doch der Wald war ziemlich gro├č und das Talerchen wurde bald m├╝de vom Laufen. "Ich muss eine Pause machen", dachte es und legte sich auf einer Waldwiese unter einen gro├čen Baum. Dort schlief es ein.
Der Baum sprach mit seiner tiefen, knarrenden Stimme: "Na, Du kleines Sterntalerchen, Du bist wohl auf der Suche nach dem Heimweg ins Sterntalerland!"
"Woher wei├čt Du das?" fragte der Sterntaler. "Und woher kennst Du mich?"
"Ich bin schon sehr alt und habe viele Winter und Sommer erlebt. Schon mancher Wanderer hat sich bei mir ausgeruht. Mit vielen habe ich gesprochen."
"Wenn Du mich kennst und so viel wei├čt, dann sage mir doch, wie ich ins Sterntalerland komme!" bat das Sterntalerchen.
"Geh nur nach links", sagte der weise, alte Baum. "Dort findest Du, was Dich dem Sterntalerland n├Ąher bringt." Er wusste n├Ąmlich etwas, was der Sterntaler nicht wissen konnte.
<Zeichnung: Sterntaler schl├Ąft auf den Wurzeln eines dicken, knorrigen Baumes. Im Stamm ist ein Gesicht erkennbar.>
Dann wachte der Sterntaler auf. Er dachte sich: "Ich habe wohl einen Traum gehabt. ? Und doch will ich dem Rat des alten Baumes folgen. Aus welchem Grund sollte er mich in die falsche Richtung schicken?"

10. --------------------------
Der Sterntaler war also vom alten Baum aus nach links gegangen. Und wirklich war bald der Wald zu Ende. Es folgten Wiesen und die Steppe.
Das Sterntalerchen ging immer weiter.
Bald wurde aus der Steppe eine Sandw├╝ste. Im Sand ist das gehen ziemlich schwer und der Taler dachte oft: "H├Ątte der alte Baum in meinem Traum doch nur gesagt, wie weit es ist und wie schwer. Dann h├Ątte ich mich besser vorbereiten k├Ânnen."
Oftmals zweifelte er auch daran, dass es richtig sei weiterzugehen.
"Es war doch nur ein Traum. Und Tr├Ąume sind Sch├Ąume", sagte er sich.
Doch seine Sehnsucht nach dem Sterntalerland war so gro├č, so gro├č, noch gr├Â├čer.
Schlie├člich erschien am Horizont eine Oase, die mitten in der W├╝ste lag. Hier trank der Sterntaler von dem Wasser und ruhte sich aus. Er freute sich ├╝ber das Wasser, die Palmen, die B├╝sche und ├╝ber den einzigen Vogel, der die Oase bewohnte.
<Zeichnung: Sterntaler sitzt am Fu├če von Palmen, die an einem See wachsen. Auf einer Palme sitzt klein ein Vogel>
Kurz bevor er einschlief dachte er noch: "Gut dass ich nicht umgekehrt bin. dann h├Ątte ich nicht diese herrliche Oase mit dem klaren Wasser, den gr├╝nen Palmen und B├╝schen und dem kleinen Vogel gefunden."
Dann schlief er ein.

11. --------------------------
Als der Sterntaler wieder erwachte, sa├č der Vogel neben ihm und beobachtete ihn. Das Talerchen betrachtete den Vogel. Es sah, dass es eine Schwalbe war und dass diese Schwalbe traurig war.
Und weil der Sterntaler Mitleid hatte, fragte er: "Kann ich Dir helfen, kleine Schwalbe. Du siehst so traurig aus."
Darauf antwortete die Schwalbe: "Ich bin froh, dass Du hier bist. Ich bekomme so selten Besuch. Dabei habe ich so gerne Gesellschaft."
"Warum fliegst Du nicht zu Deinen Schwestern und Br├╝dern im fruchtbaren Land?" frage das Talerchen.
Da senkte die Schwalbe traurig den Kopf: "Wir machten im Fr├╝hling auf dem Weg zu den gr├╝nen Wiesen hier Rast. Doch ich bin eingeschlafen und die anderen sind ohne mich fortgeflogen. Allein habe ich aber nicht den Mut, mich auf den Weg zu machen. Also lebe ich hier in der Oase."
Als der Sterntaler diese Worte h├Ârte, nahm er die Schwalbe in die Arme und tr├Âstete sie: "Da hast Du aber Gl├╝ck, dass ich vorbeigekommen bin. Ich bin ganz allein durch Wald, Wiesen, Steppe und durch die W├╝ste gegangen und habe keine Angst. Zwar bin ich eigentlich auf dem Weg ins Sterntalerland. Aber wir wollen gemeinsam zur├╝ckgehen, damit Du Deine Freunde wiedersiehst."
<Zeichnung: Sterntaler steht unter einer Palme und bewundert den Looping der Schwalbe>
Die Schwalbe strahlte vor Freude, erhob sich in die Luft und flog ihren Riesen-Lieblings-Spezial-Looping f├╝r den Sterntaler. Dieser sah die Freude der Schwalbe und war auch selbst ganz froh dar├╝ber.

12. --------------------------
Am n├Ąchsten Morgen brachen beide auf. Zu zweit war das Reisen viel sch├Âner. Sie konnten sich erz├Ąhlen, was sie gesehen hatten, was sie getr├Ąumt hatten und keiner hatte Angst. Wenn einer traurig war, tr├Âstete der andere ihn. Brauchte einer Hilfe, so kam sofort der andere. Und freute sich der eine, dann war es auch eine Freude f├╝r den anderen.
Ich glaube, die beiden waren Freunde geworden. - Ob es das war, was der alte Baum aus dem Traum gemeint hatte?
Durch die Freundschaft mit der Schwalbe verga├č der Sterntaler v├Âllig, dass er doch auf der Suche nach dem Sterntalerland war. Auf einmal war die Suche gar nicht mehr so wichtig.
Oder war sie vielleicht schon zu Ende?
<Zeichnung: Schwalbe und Sterntaler Arm in Arm sehen den Leser l├Ąchelnd an>
Der Sterntaler hatte einen Freund gefunden, hatte sich einen Traum erf├╝llt und war gl├╝cklich.

Ob das etwa das gesuchte Sterntalerland ist? ...

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"Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!" (Papst Johannes XXIII)

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flammarion
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hallo,

dieses niedliche m├Ąrchen hat mich zu einer sterntalergeschichte inspiriert, "Die chinesische M├╝nze".
deine geschichte k├Ânnte ich mir auch gut als kinderbuch vorstellen, auf einer seite die texte und auf der anderen die zeichnungen. das w├Ąren 24 seiten plus dem ├╝blichen drumrum.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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LeseWurm
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Re: hallo,

quote:
Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von flammarion
dieses niedliche m├Ąrchen hat mich zu einer sterntalergeschichte inspiriert, "Die chinesische M├╝nze".


Danke flammarion,
freut mich sehr. Es war - wie so viele Kindertexte - ein Geschenk innerhalb der Familie. Ich habe mich bem├╝ht, einfache kindgerechte Sprache zu verwenden und nicht zu ausschweifend zu werden. Ich habe den Eindruck, dass der eher knappe Platz auf den Kalenderbl├Ąttern mir Nutzen gebracht hat.

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