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Leselupe.de > Ungereimtes
Stille
Eingestellt am 12. 02. 2006 06:11


Autor
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Honey
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Nov 2005

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schweigen bedeutet stille
schweigen bedeutet
sprachlosigkeit erfordert viele worte
die nie gefunden werden
die nie ausgesprochen wurden

stille ist nie
stille ist nicht mal
in dir selbst
dein blut rauscht
laut wie eine sturmflut
dein herz klopft
wie ein specht am baum
in lauter hektik
ist die stille nicht mehr h├Ârbar
ist meine eigene stille zu h├Âren

stille ist nie
stille ist ein gef├╝hl
an einem see im sommer
wir h├Âren die hei├če luft
wie die grillen am ufer
und das ger├Ąusch
des nahen baches
aber still ist das nicht

stille ist nie
ist wandern ├╝ber schneefelder
wenn der wind braust
oder ged├Ąmpft durch
nebelw├Ąnde ferne rufe h├Âren
aber still ist das nicht

nur ein gef├╝hl
in uns
still zu sein
ruhig zu sein
ruhe finden
stille ist in uns
still ist der tod
der uns schweigend zur├╝ckl├Ą├čt
ist das still
ein toter hund
niemals mehr bellend

was ist still?




┬ęHoney

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Marcus Richter
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 73
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Hallo honey,

sch├Ân geschrieben, nur der Schluss scheint mir etwas schwierig zu sein - einerseits, hast du die Frage, was Stille ist oder was sie eben nicht ist, bereits beantwortet, andererseits habe ich das Gef├╝hl, dass sich die Frage weniger auf die Stille, als eher auf den Tod bezieht, da wo dir und sicher vielen von uns die Antworten ausgehen. Du bekommst nocheinmal die Kurve, nachdem du "tod ist stille" durch "der uns schweigend zur├╝ckl├Ą├čt" relativierst. Aber da wir nie schweigen und nie still sind, l├Ą├čt er uns auch nicht schweigend zur├╝ck. Es scheint, dass der Begriff Tod nur der begriffswelt des Menschen entstammt und viel weniger mit der Wirklichkeit zu tun hat, als Begriffe wie Baum oder Strauch - die alle nicht still sind und kein Schweigen hinterlassen.
Was also ist der Tod, Honey? Und wenn nie etwas still ist und nie etwas schweigt, was sagt uns das ├╝ber den Tod, der mit diesen Begriffen allzugern in Verbindung gebracht wird?

Mit freundl. Gr├╝ssen,
Marcus
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Gr├╝nbein

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Honey
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Nov 2005

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Hallo Marcus...

du hast dich ganz intensiv mit meinem Text besch├Ąftigt...ein danke sch├Ân an dich, daf├╝r.
Und du hast recht mit deinen Fragen... es ist ein fragendes Gedicht. Fragen nach Stille und Tod. Als ich es schrieb ging es mir erst mal um die Stille die nie ist. Der Tod kam als stiller Gedanke dazu... aber ist der Tod wirklich still? Oder bringt er nur uns Lebende zum schweigen? Schwierige Gedanken.

Ich wei├č es nicht.

lg Honey

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Marcus Richter
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Jan 2003

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Honey,
eine weit schwierigere Frage ist doch die - was, wenn in Wahrheit alles still ist und wir Menschen, wie in vielem, nur der Illusion vom Nichtstillsein aufsitzen. Ich komme drauf, weil das Leben doch in vielem dem Energieerhaltungssatz ├Ąhnelt - Leben verschwindet nicht einfach so, es wandelt und wandelt und wandelt sich (ich seh da in Zeitraffer das tote Kanienchen aus dem Parcifal). Aber wie wir wissen, ist das nicht wirklich so, denn Leben ist nicht gleich Energie, es kann durchaus verschwinden und sich schlie├člich ganz aufl├Âsen und dann ist alle Energie, die im Leben gebunden ist, verloren.
Aber wenn man dieses Bild vor Augen hat, erschlie├čt sich einem wieder, dass eben alles nur Energie ist. Und die Frage ist doch die - hat Energie ein Echo oder einen Ton?
Ich glaube, ganz im Gegensatz du dieser ziemlich traurigen Theorie, dass solange irgendetwas lebt, nichts tot ist, ├Ąhnlich der Vorstellung, dass solange sich irgendjemand an einen Verstorbenen erinnert, dieser auch nicht tot ist - und so zieht sich von jedem Menschen ein mehr oder minder starkes Echo durch die Jahrtausende.
Das ist ein sch├Ânes Bild, nicht wahr? Dieses Echo seiner Erfahrungen und seiner Liebe, die er an die n├Ąchste Generation weitergegeben hat und die auch ihm als Echo weitergegeben wurde.
Also Honey, auf das Leben und dass dort nie etwas still bleibt.

Gruss, Marcus
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Gr├╝nbein

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Richard von Lenzano
Guest
Registriert: Not Yet

Hey honey

ich halte es f├╝r einen besinnlichen & nachdenklichen text, der mir pers├Ânlich zuspricht.

Wer hat nicht schon ├╝ber das problem "STILLE" nachgedacht?

Ich finde, du hast das thema gut umgesetzt. Selbst mit dem schlu├č kann ich gut leben.

Richard von Lenzano
___________________

Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt. (Mark Twain)

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