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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Stille - doppelt verdichtet
Eingestellt am 28. 10. 2009 14:49


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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
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stille


ist das balsam
der in die wunde träufelt
oder jod

ätzend auf den tod
die worte sprachen sich
saßen zu gericht

√ľber das bisschen
leben das sich
blutrot offenba.h.rte

als scheide dem schnitter
als narbe
dem laserstrahl

chirurgische sticheleien
merkst dus nicht
ich bin schon fast tot

wortlos wär wohl
die welt schöner
drum schweige ach schweige


stille

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 28. 10. 2009 14:49
Version vom 28. 10. 2009 20:13
Version vom 30. 10. 2009 19:20

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10342
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Lieber Walther,

mit Sprache lässt sich in der Tat nicht alles bewältigen. Man kann nicht alles aussprechen. Nicht einmal die Orientalen können das, obgleich ihre Wörter dermaßen vielbedeutend sind.

Zu schweigen, ist aber auch nicht unbedingt das beste Rezept. Wir sollten lernen, immer wieder chirurgische Eingriffe in unser Sprachvermögen zu unternehmen, und uns nicht entmutigen lassen von den unzähligen Fehlschlägen, bei denen wir schmerzhaft erkennen, dass das Missverstehen in der Welt mehr als eine unbekannte Größe ist.

Schweigen und Stille sind √ľbrigens, nach meinem Verst√§ndnis nicht identisch.

Stille bedeutet f√ľr mich, dass aller Unfrieden in meinem Denken sich schlafengelegt hat und dass alles Aufgew√ľhltsein in meiner Seele zur Ruhe gekommen ist. Manchmal gelingt es, auch das in Worte zu bringen.

Mit dem Labsal hat Marie-Luise Recht, es hei√üt "das" Labsal, das, oder im S√ľddeuteschen "die" Labsal,die...

Dein Text gefällt mir, wegen der Vielfalt der Deutungsmöglichkeiten.

Liebe Gr√ľ√üe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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