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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Stolz auf Schmerzen
Eingestellt am 28. 06. 2005 19:14


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sohalt
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Man sollte stolz sein auf den Schmerz - jeder Schmerz ist eine Erinnerung unseres hohen Ranges. Sagt Novalis. Warum nur zum Geier?


Das Phänomen ist an sich kein ausgefallenes. Die Tätowierungen, die auch bei uns jetzt so modisch sind, die Narben, die sich die neuen Stammesmitglieder bei Initiationsriten zuziehen, die Schmisse der Burschschaftler – alles Sachen, auf die Leute mitunter stolz sind.

Warum? Worin liegt die Leistung beim Ertragen von Schmerzen? Es ist ja nicht unbedingt so, dass man die Wahl hätte. Könnte man jetzt sagen. Tatsächlich haben wir bei Schmerzen mehr Wahl, als wir glauben, vielleicht nicht in dem Moment, in dem sie uns zugefügt werden, aber zumindest vorher und nachher. Schmerzen können vermieden werden – vorher durch Prävention, in dem man immer auf Nummer Sicher geht, nachher durch Betäubung. Auf diese Möglichkeiten zu verzichten, wäre das nicht eher ein Anzeichen von Dummheit? Warum sollten wir das tun? Also, ich denke: Weil all diese Maßnahmen negative Nebeneffekte haben können. Betäubung killt eben nicht nur den Schmerz, sondern auch alle schönen Empfindungen, vielleicht auch den klaren Verstand. Betäubung setzt den Patienten manchmal außer Gefecht, vor allem, wenn sein Schaffen intensive Empfindungen oder glasklaren Verstand erfordert. Viele Leute betäuben sich auch mit Alkohol, Sex, Konsumorgien, Drogen – es gibt eine wunderbar große Auswahl an Betäubungsmitteln. Oft wird man am Ende abhängig von der Betäubung, ist zwar frei von Schmerzen, aber ansonsten gefangen in seiner Sucht.

Soweit, so logisch. Was aber wäre falsch an Prävention? Wenn es um physische Schmerzen geht, würde ich sagen: sehr wenig. Allerdings wird diese Schmerz-Prävention oft auch auf emotionaler Ebene betrieben. Das führt dann zB dazu, dass Leute niemanden mehr an sich heranlassen, aus Angst, verletzt zu werden. Leute werden zynisch, ironisch, um sich die Mitmenschen auf Abstand zu halten, manche werden feig. Sie wagen vieles nicht, und führen ein kleines, enges, beschränktes Leben. Das Problem, wenn man sich „Sicherheit“ zur obersten Priorität erwählt, ist, dass man sehr viele Möglichkeiten einer Illusion opfert. Sicher ist nur der Tod, Leben ist lebensgefährlich – ihr kennt die Sprüche.

Aufgrund dieser Erkenntnisse Schmerzen in Kauf zu nehmen – dazu gehört schon Mut, ein Stück weit vielleicht auch ein gewisser Durchblick; Größe eben. Außerdem gibt es eine Theorie, wonach einen Schmerzen wachsen lassen, von wegen „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker“ und so weiter. Ich persönlich bin mir da zwar nicht so sicher (was einen nicht umbringt, kann einen auch als körperlichen/seelischen Krüppel völlig verstört, bzw. gestört unter menschenunwürdigen Bedingungen trostlos dahinvegetieren lassen), ein Spruch, an den ich allerdings schon glaube, ist: Wer nie sein Brot mit Tränen aß, der weiß einen Scheiß. Leid kann schon etwas geben – und sei es auch nur die Berechtigung, bei gewissen Themen überhaupt mitzureden.

Ich fasse zusammen: Den hohen Rang erlangen wir durch das Schmerzen-bewusst-in Kauf-nehmen, Ertragen-Können, trotz Schmerzen Weitermachen – für ein Ziel, das über unser körperliches Wohlbefinden hinausgeht. Auf der Maslowschen Bedürfnispyramide belegt das körperliche Wohlbefinden eine niedrige Stufe. Oben beschriebenes Verhalten könnte also bedeuten, dass man bereits eine höhere Stufe erreicht hat.

So könnte es sein. Oder auch nicht.

Eine Bekannte meiner Mutter, gebürtige Französin, hat sich einmal beschwert, die Deutschen und auch die Österreicher wären wohl masochistisch: in Frankreich gebe es viel mehr Möglichkeiten, eine schmerzlosere Entbindung zu gewährleisten, Kaiserschnitte seien viel gängiger, außerdem gebe es da eine spezielle Betäubung ins Rückenmark, die die ganze Angelegenheit doch bedeutend erleichtere – Hier bei uns sei dies aber gar nicht üblich, und das käme bestimmt von dieser elend-konservativen, dumpf-katholischen, von Frauenhass geprägten Einstellung, das Weib müsse „unter Schmerzen gebären“, als Strafe für die Erbsünde. Nun ist dieses Urteil allerdings etwas unfair, es mag stimmen, dass diese Methoden bei uns weniger eingesetzt werden, aber es ist eben schon auch so, dass Kaiserschnitt und die erwähnte Betäubung angeblich ein größeres Risiko für das Kind darstellen; es gibt also durchaus rationale Gründe, darauf zu verzichten.

Andererseits könnte es wirklich sein, dass gerade in unseren Breiten ein bisschen zu viel Kult um den Schmerz betrieben wird. Klar, ein gewisser Mangel an Wehleidigkeit ist schon recht angenehm an einem Zeitgenossen, aber seit ich diesen „Zäh-wie-Leder, Hart-wie-Kruppstahl“-Nazispruch gelesen habe, hege ich Sympathie für alles Verweichlichte. Abgesehen davon verleitet diese „Größe-durch-Schmerzen“-Theorie auch ein bisschen zur Märtyrer-Verehrung, der man zumindest skeptisch gegenüber stehen sollte.

Eine interessante Frage ist auch, wer genau in deinem Zitat mit „wir“ gemeint ist. Wir –die Menschheit? – Eine mögliche Interpretation wär’s. Vielleicht auch nur: wir – die Lebewesen. Dem Buddhismus zufolge ist Leben ja gleichbedeutend mit Leiden – Schmerzempfindung ist es also, die uns Lebendige von der unbelebten Natur unterscheidet. Und zumindest in meiner Philosophie steht das Lebende über dem Leblosen.
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.A mesure qu'on a plus d'esprit, on trouve qu'il y a plus d'hommes originaux. Les gens du commun ne trouvent pas de différence entre les hommes. (Pascal)

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jon
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…das ist wohl eines der "ewigen Themen", oder? Aber zuerst mal "Textarbeit":


… Die Tätowierungen, die auch bei uns jetzt so modisch sind, die Narben, die sich die neuen Stammesmitglieder bei Initiationsriten zuziehen, die Schmisse der Burschschaftler – alles Sachen, auf die Leute mitunter stolz sind. …
Warum nur "mitunter"? Meist (, wenn man schon das Wort nicht ganz weglassen und damit die Aussage in "alle Leute" wandeln will). Zu viel "Vorsicht vor Pauschalisierungen" nimmt Kraft.

… Also, ich denke: Weil all diese Maßnahmen negative Nebeneffekte haben können. …
(In Verwobenheit mit Inhaltsdiskussion:) Dies ist AUCH ein Grund. Wichtig ist hier die – wie nachfolgend versucht/getan – Trennung in Vorbeugen und (Nicht)Ertragen. In der Tat sind das zwei verschiedenen Aspekte des Themas.

…Betäubung killt eben nicht nur den Schmerz, sondern auch alle schönen Empfindungen, vielleicht auch den klaren Verstand. …
…kommt auf das Betäubungsmittel (und die Art des Schmerzes) an.

…Viele Leute betäuben sich auch mit Alkohol, Sex, Konsumorgien, Drogen – es gibt eine wunderbar große Auswahl an Betäubungsmitteln. …
…lenken die sich eher damit ab?


…Oft wird man am Ende abhängig von der Betäubung, ist zwar frei von Schmerzen, aber ansonsten gefangen in seiner Sucht. …
Was soll das "ansonsten"? Ich vestehe dessen inhaltliche Bedeutung in diesem Satz nicht.
Und: Auch das hängt von der Art der Betäubung und von der Art des Schmerzes ab.


… Aufgrund dieser Erkenntnisse Schmerzen in Kauf zu nehmen – dazu gehört schon Mut, ein Stück weit vielleicht auch ein gewisser Durchblick; Größe eben.…
(Inhaltsanmerkung:) Ob es "Duchblick" ist oder gar "Größe" kommt natürlich darauf an, was man überhaupt gewinnen kann – der Grat zum "Bescheuert, sowas zu machen" ist recht schmal. Ich meine damit nicht (nur), wie groß die Chance ist, dies oder jenes vielleicht zu finden, wenn man sich "hinauswagt", sondern ob es prinzipiell möglich ist. Und ob es – selbst wenn man es gewinnt – den potentiellen Verlust aufwiegt. Oder ob das, was man verliert, nicht eigentlich Grundlage gewesen wäre für das, was man zu gewinnen dachte. All sowas eben.

…Ich persönlich bin mir da zwar nicht so sicher (was einen nicht umbringt, kann einen auch als körperlichen/seelischen Krüppel völlig verstört, bzw. gestört unter menschenunwürdigen Bedingungen trostlos dahinvegetieren lassen), ein Spruch, an den ich allerdings schon glaube, ist: Wer nie sein Brot mit Tränen aß, der weiß einen Scheiß. …
Hier würde ich die Klammer auflösen – es liest sich besser. Und es durchaus – klanglich und den Regeln nach – machbar, durch einfach "…lassen. Ein Spruch… " die zwei "Einzel"-Gedanken in zwei Einzel-Sätzen unterzubringen.

…Ich fasse zusammen: Den hohen Rang erlangen wir durch das Schmerzen-bewusst-in Kauf-nehmen, Ertragen-Können, trotz Schmerzen Weitermachen – für ein Ziel, das über unser körperliches Wohlbefinden hinausgeht. …
(Inhaltlich/strukturelle Anmerkung) Es ist weit mehr als das: Es ist die intellektuelle Fähigkeit, Zukunft zu "machen". Dieses Gut ist – biologisch gesehen – so hoch, dass die Natur nicht umhin konnte, so ein Verhalten auch im Moment der Unsicherheit (ob das Ziel erreicht wird) zu belohnen. Durch einen "höheren Rang" im Rudel. Dass sich das gesellschaftlich (in unterschiedlichem Maß) verfestigt hat (so wie  – mal weit gegriffen – das Inzest-Tabu) ist (m.E.) nur logisch.

…Auf der Maslowschen Bedürfnispyramide …
Was ist das? Hat das mit dem Typen mit den Hunden (bzw. deren Reflexen) was zu tun?

… Nun ist dieses Urteil allerdings etwas unfair, es mag stimmen, dass diese Methoden bei uns weniger eingesetzt werden, aber es ist eben schon auch so, dass Kaiserschnitt und die erwähnte Betäubung angeblich ein größeres Risiko für das Kind darstellen; es gibt also durchaus rationale Gründe, darauf zu verzichten. …
Entweder es ist ein "angebliches" Risiko – dann hat die Französin Recht und dieses Argument ist ein "falsches Alibi" – oder das Riskio besteht (nach neuesten Erkenntnissen) wirklich und es ist in der Tat nicht Frauenhass, der Ärzte, Hebammen und werdende Eltern dazu treibt.

…Andererseits könnte es wirklich sein, dass gerade in unseren Breiten ein bisschen zu viel Kult um den Schmerz betrieben wird. …
DAS musst du mir aber begründen! Ich sehe das nämlich üüüüberhaupt nicht. Jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es hier gesagt wird – als "Rang-Beweis", als "gesellschaftlich bewunderter Masochismus". Es erinnert mich – wenn es das überhaupt gibt – eher an passiven Sadismus: zusehen macht Spaß (, vielleicht auch: Klasse, dass es mich nicht getroffen hat!).

---------
Wie gesagt: Ein interessantes Thema – ich werde nur den Eindruck nicht los, dass du hättest tiefer in das Thema eindringen können, nein müssen.
Zum Beispiel: Wo ist die Frage danach, warum so viele (vor allem "wilde") Initationsriten ausgerechnet Schmerz und Entbehrung zum Gegenstand haben? Sicher ist das mit der Grundfrage, die du stellst, verwoben – aber ausgerechnet das klarste Beispiel dieser "Schmerz erhebt"-Idee nur anzureißen, erzeugt eine Eindruck von Unvollständigkeit und beraubt – nebenbei gesagt – einer hervorragenden Analyse-Hilfe. Nämlich der Fragen: "Was ist der Unterschied zwischen einem Unreifen (Kind) und einem Reifen (Erwachsenen)? Was genau wird durch diese Prüfung unter Beweis gestellt? Und: Wem wird es bewiesen?" Du kommst im Laufe des Textes irgendwie drauf – hier in bisschen und da ein bisschen und dort. Es ist schon alles irgendwie da, aber – für meinen Geschmack – eben nicht ganz. Aber das – dass es nach meinem Geschmack zu unvollständig ist – hängt vielleicht damit zusammen, dass ich mehr oder weniger ständig an diesem Themenkreis "rumdenke"…


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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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sohalt
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Wow, erstmal danke fĂĽr die ausfĂĽhrliche Auseinandersetzung. Ich bin momentan ziemlich im Klausurenstress und werd deshalb wahrscheinlich etwas brauchen, bis ich das Punkt fĂĽr Punkt durchgehen kann.

Nur ganz grob mal:
Der Maslow war nicht der mit den Hunden, du meinst Pawlow. Den Maslow, den ich meine, dürfte man wahrscheinlich nicht so einfach voraussetzen, obwohl mir der mit seiner Bedürfnispyramide (unterste Stufe - physiologische Bedürfnisse, Nahrung, Unterkunft - nächste Stufe: Sicherheit - dann:Soziale Bedürfnisse, dann:Geltungsbedürfnis und am Schluss: Selbstverwirklichung, Entfaltung und Entwicklung der Persönlichkeit) schon so oft bei allen möglichen hobby-psychologoischen Abhandlungen untergekommen ist, dass ich einfach geglaubt hab, das fällt schon wieder unter Populärwissenschaft.

Das angeblich bei den angeblichen Risiken:
Damit wollte ich nur ausdrĂĽcken, dass ich als Nicht-Mediziner das sowieso nicht beurteilen kann. Aber im Grunde hast du mich ertappt, ich hab da einfach wirklich nicht ordentlich recherchiert. Werd ich bei Gelegenheit nachholen und dann kommt das weg.

Dass du viel an den Thema rumdenkst, merkt man wirklich. Ich hatte zwar nicht vor, eine erschöpfende Abhandlung zu schreiben, aber wenn du meinst, dass ausgerechnet die wichtigsten Aspekte fehlen, dann sollte ich das vielleicht wirklich noch mal überdenken.

lg
sohalt

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Wow, erstmal danke fĂĽr die ausfĂĽhrliche Auseinandersetzung. Ich bin momentan ziemlich im Klausurenstress und werd deshalb wahrscheinlich etwas brauchen, bis ich das Punkt fĂĽr Punkt durchgehen kann.

Nur ganz grob mal:
Der Maslow war nicht der mit den Hunden, du meinst Pawlow. Den Maslow, den ich meine, dürfte man wahrscheinlich nicht so einfach voraussetzen, obwohl mir der mit seiner Bedürfnispyramide (unterste Stufe - physiologische Bedürfnisse, Nahrung, Unterkunft - nächste Stufe: Sicherheit - dann:Soziale Bedürfnisse, dann:Geltungsbedürfnis und am Schluss: Selbstverwirklichung, Entfaltung und Entwicklung der Persönlichkeit) schon so oft bei allen möglichen hobby-psychologoischen Abhandlungen untergekommen ist, dass ich einfach geglaubt hab, das fällt schon wieder unter Populärwissenschaft.

Das angeblich bei den angeblichen Risiken:
Damit wollte ich nur ausdrĂĽcken, dass ich als Nicht-Mediziner das sowieso nicht beurteilen kann. Aber im Grunde hast du mich ertappt, ich hab da einfach wirklich nicht ordentlich recherchiert. Werd ich bei Gelegenheit nachholen und dann kommt das weg.

Dass du viel an den Thema rumdenkst, merkt man wirklich. Ich hatte zwar nicht vor, eine erschöpfende Abhandlung zu schreiben, aber wenn du meinst, dass ausgerechnet die wichtigsten Aspekte fehlen, dann sollte ich das vielleicht wirklich noch mal überdenken.

lg
sohalt


Liebe(r)sohalt
Das Schmerzthema ist wirklich riesig. Ich wĂĽrde es einmal in Abschnitten angehen. Es wirkt durchaus inspirierend auf mich.
Ich nähere mich also aus einem anderen Blickwinkel: Hoffentlich macht es Dir nichts aus.
Was die Schmerztherapie in Österreich betrifft, so hat sich die Situation etwas gebessert ,sie liegt aber immer noch im Argen. Außerdem würde eine anständige und großzügige Schmerztherapie die leidige Euthanasiediskussion erübrigen.
Rilke, so glaube ich zu wissen, verzichtete bewuĂźt auf Schmerzmittel, um den Verstand nicht zu trĂĽben. Das Recht auf Inanspruchnahme und auf die Dosis muĂź natĂĽrlich beim Betroffenen liegen.
Auch die katholische Kirche: eine Religion der Leib-und Sex-feindlichkeit, predigt das Leiden.
Und dann kommen wir weltweit zu allen jenen, denen so leicht und rasch geholfen werden könnte(Kinder-Hunger) und die sicher etwas besseres mit ihrem Leben anfangen würden. Das Symbol der Christenheit: Der Mann am Kreuz: Leid und Tod. Na, ich weiß nicht.
Eher schon lieĂźe sich vom seelischen Schmerz sagen, daĂź er einem weiterbringen kann.
Ich selbst habe eine schmerzhafte Krankheit und gehe mit Medikamenten eher verantwortungsvoll um, vor allem selbstbestimmt. Wenn der Nutzen größer ist, als der Schaden (mögliche Lebensverkürzung) darüber kann man reden. Wenn ich aktiv sein kann, anstatt nur ausgesetzt. Daß der Verstand klar beleibt, darauf lege ich allerdings Wert und mein Level ist ja auch höher (Schmerz betreffend)Warum soll der Schmerz bereichern? ich sehe ihn als eine biologische Notwendigkeit und es gilt, ihn irgendwie in das Leben zu integrieren.
Aber das waren jetzt zusätzliche Gedanken, ohne auf Dein Thema Punkt für Punkt einzugehen, bei nächster Gelegenheit.
Momentan ist es mühsam mit der linken tauben Hand zu antworten, bzw. etwas händisch aufzuschreiben, was aber hiefür notwendig ist.
Lieben GruĂź
nachtfalter
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MargareteSch.

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sohalt
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Danke auch dir für die Anregungen. Irgendwie wird mir allmählich immer klarer, dass ich mir da vielleicht einen zu großen Brocken vorgenommen hab.
Ich glaube, ich sollte das jetzt Alles erstmal sacken lassen und irgendwann den Text nochmal grĂĽndlich ĂĽberarbeiten.

lg
sohalt
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