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Leselupe.de > Erzählungen
Strafe muss sein
Eingestellt am 12. 12. 2015 15:02


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TaugeniX
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Strafe muss sein.

„Strafe dient weder dem Ersatz des Schadens noch weniger der Prävention neuerlicher Missachtung des Gesetzes“, schrieb junger Kunzev, Student der juristischen Fakultät Leningrader Uni, in seiner Semesterarbeit, „vielmehr ist sie eine Wertantwort auf die Strafwürdigkeit der verübten Tat. Diese Antwort schuldet die Gesellschaft dem Verbrecher, so sie ihm nicht die Menschenwürde gänzlich absprechen will. Die sogenannte Begnadigung ist kein Akt der Milde, sondern Ausbleiben jeglicher Antwort, - ein fürchterliches Schweigen. – „Im Schweigen richtet Gott.“ An dieser Stelle glitt seine Arbeit endgültig ins Dichterische ab und entbehrte in weiterer Folge völlig der Sachlichkeit. Er geriet in leidenschaftlichen Streit mit seinem Dekan und trug ihm mit fiebrig zitternder Stimme unter anderem vor, die Reue begehre so sehr den Schmerz wie die Liebe den Geschlechtsakt als ihre Erfüllung begehre. Der Dekan, ein braver sowjetischer Jurist und Lehrer, war echauffiert und besorgt, er empfahl dem überhitzten Jüngling für ein Jahr akademischen Urlaub zu nehmen und sich neurologisch – das Wort psychiatrisch vermied er aus Zartgefühl – behandeln zu lassen.

Im akademischen Urlaub ereilte Igor Kunzev die Wende. An die Rückkehr zu seinen Studien war nicht zu denken, denn es galt plötzlich Geld zu verdienen, wozu er sich als überaus begabt erwies. Indes sein Geschäft anwuchs und florierte, wurden seine Überlegungen zur Schuld und Sühne zu Träumen und Sehnsüchten ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Vielmehr als diese Träume aufzuschreiben drängte es ihn danach, sie auszuleben, sei es auch in künstlich gestellten Situationen der Rollenspiele. Er fand Anschluss an „gewisse Kreise“, die ihm auf den ersten Blick gleichgesinnt erschienen, und wurde ein „Dom“.

Glücklich konnte Igor in der BDSM-Szene aber nicht werden, oh er litt unsäglich unter dem Schauspiel, das er wider die Logik und Einsicht mit seinen Subs trieb, indem er „Strafen“ zur Befriedigung deren masochistischen Gelüste verhängte. Wenn diese Kreaturen mit Geilheit triefender Stimme nach „gerechter Strafe“ winselten, wollte er ihnen dies edle und ernste Wort aus dem Maul reißen, damit sie es nicht beschmutzen.„Gerechtigkeit ist keine Wichsvorlage, verdammt“, schrie aufgebrachter Igor seinen armen „nichtsnutzigen Sklavenwurm Irgendwas“ an. In seinem bitteren Ernst blieb er über kurz oder lang ganz ohne Subs und verließ die Szene mit dem kargen Trost, sich für besser halten zu dürfen, als all diese Perversen.

Die Prozedur der Bestrafung ging ihm dabei allerdings nicht aus dem Kopf, - da er nun über eigene seligmachende Erfahrung darin verfügte, wurde diese Vorstellung zum Zwang. Er verschlang historische und rechtsgeschichtliche Literatur bis ihm schwindlig wurde und kam letzten Endes zum Schluss, dass die körperliche Züchtigung, so sie maßvoll verabreicht wird, die mildeste und menschlichste Art der Vergeltung sei, denn sie treffe nur das Fleisch hart, die Seele brauche jedoch weder durch Isolation der Haft noch durch den Ruin der bürgerlichen Existenz zu leiden. Mit größtem Interesse verfolgte Igor die Umfrage, die das staatliche Statistikamt 1992 durchführte: 32% der Russen äußerten sich für die Wiederaufnahme der Prügelstrafe ins Strafgesetzbuch. Das war eine Minderheit, gewiß, doch groß genug um sich mit dieser Meinung nicht für irre halten zu müssen. So fasste Igor einen Beschluss, den die miserable wirtschaftliche Lage seiner Heimat und sein eigener relativer Wohlstand begünstigten, bzw. erst überhaupt möglich machten.

„Gesucht wird eine Aushilfe für Haus mit Garten“ hieß es in seinem Inserat, „gegen angemessenes Entgelt bei freier Kost und Logis. Für Verfehlungen gegen Diskretion und Eigentum des Hausherrn sind bei sonstiger fristloser Kündigung körperliche Züchtigungen hinzunehmen.“ Dieser Versuch war allerdings ein absoluter Fehlgriff, denn es meldeten sich reihenweise nur Devote und Masochisten. Er erkannte diese Leute an den Stimmen, noch bevor sie mit ihren Absichten ausrückten, der Hausarbeit etwa in Sexwäsche oder gar nackt nachgehen zu wollen. Nach wenigen Tagen Ärgers nahm Igor das missglückte Inserat zurück und versuchte die Sache anders anzugehen: er fuhr zu überfüllten Arbeitsämtern, auf deren Vorhöfen hunderte Menschen in Warteschlangen saßen und brachte sein Angebot an die Leute, die ihm besonders verzweifelt erschienen. Igor musste nicht wenig staunen, als er von ihnen allen eine empörte zornige Abfuhr erhielt: man beschimpfte ihn als „Irren“ und „Faschistenschwein“, ein junges Mädchen holte die Hand zur Ohrfeige aus und ein älterer Herr mit feinen Gesichtszügen und einer mit Draht zusammengehaltener kaputten Brille riet zur therapeutischen Behandlung und wollte ihm seinen Freund, „einen namhaften Psychoanalytiker“ empfehlen. „Wo sind die verdammten 32%, die FÜR die Prügelstrafe gestimmt haben?“ fragte sich Igor, „haben ausgerechnet sie alle schon eine Arbeit?“

Als ihm die Sache bereits aussichtslos erschien, hatte er Glück. Eine deutlich vom Hunger gezeichnete Frau saß mit einer Bettelschale am Bürgersteig, auf ihrem Hals hing wie bei einer Verurteilten vor dem Galgen ein Kartonschild, es stand darauf: „Nehme JEDE Arbeit an.“ Sie hörte seinen Vorschlag an und sagte einfach zu, so einfach, dass Igor zweifelte, ob sie die Bedingung der körperlichen Bestrafungen verstand. Er wiederholte es mit Nachdruck, doch die Frau ließ sich nicht abschrecken. „Ich bin mit allem einverstanden. Ich muss nur ein wenig Geld an die Familie schicken können, wenigstens 100 Dollar im Monat.“

So kam Katja, eine echt-echte, vertraglich seiner privaten Strafgewalt unterstellte Magd, in seinen Haushalt. Sie bezog ein Kämmerchen, das ihr zugewiesen wurde und nahm ihre Arbeit auf, die sie im Haus so diskret und taktvoll verrichtete, dass der Hausherr sich in durch ihre Anwesenheit niemals gestört fühlen mußte. Igor drängte nicht allzu tief in ihre Lebensumstände und Vergangenheit, denn er fürchtete sich vor persönlicher und vertraulicher Bindung und vor eigenem Mitleid, vor Befangenheit, die unausweichlich daraus entstehen würden. Vielmehr hielt er eine dem Dienstverhältnis angemessene Distanz und wartete sehnsüchtig auf ihre Verfehlung, um sein Recht zu bestrafen auszuüben. Natürlich hätte er jeden nichtigen Anlaß dazu verwenden können, doch er verbot sich die Willkür, - nicht der kleinen Katja zuliebe, sondern seinem eigenen Weltbild und aus Selbstachtung: ein am Haar herangezogenes ungerechtes Urteil würde den Ernst und Echtheit eines Strafvollzugs wieder zum schnöden sadistischen Spielchen herabwürdigen.

Der ersehnte Straftatbestand kam mit einer Telefonrechnung, worauf einige Gespräche, darunter ein fast stundenlanges, mit unbekannten Empfängern irgendwo in der Provinz verzeichnet waren. „Haben Sie diese Telefonate getätigt, Katja?“ Fragte Igor, nachdem er sie mit bedrohlicher Höflichkeit „für eine Unterredung“ ins Wohnzimmer geholt hat. Die Frau erschrak so, dass ihr gleichzeitig Schweiß und Röte ins Gesicht schossen. „Meine Mutter ist sehr krank, sie konnte nicht mehr auf die Kleinen schauen. Da musste ich, verzeihen Sie! da musste ich organisieren.“ „Meine Liebe, ich verstehe Ihre bedauerlichen Umstände. Ich hätte Ihnen auch bestimmt erlaubt das Telefon zu benutzen, - so Sie mich denn gefragt hätten. Und wenn es Ihnen nicht vorher möglich war, hätten Sie es wenigstens im Nachhinein sagen können. Warum Sie auch das nicht getan haben, verstehe ich nicht. Nein, bitte entschuldigen Sie sich nicht, - dafür gibt es keine Entschuldigung.“ „Bitte werfen Sie mich nicht hinaus“, flehte die Frau, „ich werde alles von meinem Lohn zurückzahlen. Es tut mir so leid.“

„Vom Hinauswerfen ist keine Rede“, versetze Igor, worauf Katja erleichtert aufatmete, „es ist aber auch nicht in meinem Sinne, die Kosten von Ihrem Lohn einzubehalten. – Wie ich schon sagte, ich hätte Ihnen das Telefonat erlaubt und werde es auch in Hinkunft erlauben. Außerdem weiß ich, dass Sie ihren gesamten Verdienst nach Hause schicken und es wäre geradezu absurd, Ihre kranke Mutter und Ihre Kinder mit Geldstrafen für Ihr persönliches Vergehen zu behängen.“ Katja sah ihn verblüfft an und verschluckte sich fast an Freude: „Wollen Sie mir einfach verzeihen, Igor Vasiljevitsch?“ „Nun, verzeihen werde ich Ihnen gewiß und im Herzen habe ich Ihnen bereits verziehen.“ Igor fühlte sich bei diesen Worten so groß und nobel, dass ihm warm ums Herz wurde, er schaukelte sich in eigenen Redefluss ein, wie ein Sänger in eine hinreißende Kadenz. „Aber so einfach nachwerfen darf ich Ihnen die Vergebung nicht, denn Sie sind kein unmündiges Kind und kein Tier, das seine Taten nicht zu verantworten braucht. Damit es wieder reinen Tisch zwischen uns beiden gibt und wir einander in die Augen sehen können, werde ich Ihnen die Strafe geben, wie sie in unserem Vertrag vereinbart ist. Sie bekommen eine Züchtigung, angemessen in Härte, sodass sie empfindlich ist, ohne Ihren Körper zu gefährden.“ „Wie schrecklich“, unterbrach ihn die Frau in so ausdrucksloser Stimme, als würde sie es noch nicht ganz erfassen. „Es ist nicht schrecklich“ dozierte Igor etwas gereizt, „Sie haben Vertrauensbruch begangen und werden dieses zerstörte Vertrauen durch Einsicht und Geduld im Ertragen Ihrer Strafe wiederherstellen. Glauben Sie mir, es wird Ihnen danach viel besser gehen als wenn ich Sie Ihrem schlechten Gewissen überließe.“

Igor hat eine reuige Zustimmung erwartet, er freute sich schon darauf, ihre erwachte Schmerzbereitschaft und den Mut mit Respekt zu belohnen. Dieses Einlenken des Verbrechers, seine Rückkehr auf die Seite des Guten und Gerechten in Annahme und Erdulden der Strafe war für Igor der erhabenste und schönste Moment des menschlichen Seelenlebens. Doch nichts dergleichen geschah. Katja wollte nicht ausgepeitscht werden, auch wenn es hundertmal sein verbrieftes Recht und ein gerechtes Urteil war. Sie verlor völlig die Contenance, fiel in die Knie, schrie, heulte, schrie fast ohne Worte, nur noch ein „Nein, nein, bitte, nein“. Dieses hektische lärmende Elend brachte Igor aus seiner Laufspur, er war enttäuscht und verärgert und wollte die Sache nur noch beenden. Er hätte die Frau liebend gerne ungestraft auf die Straße gesetzt, doch daran hinderte ihn sein eigenes Versprechen. „Nehmen Sie sich gefälligst zusammen, ist doch unerträglich, dieses Geschrei!“ Er schritt an Katja vorbei ohne sie anzusehen und holte die Peitsche.

„Ach, verdammt“, dachte er, es war ihm leid um das kostbare Ding, das er extra für diesen Fall, für eine echte Bestrafung angeschafft hat, - eine Nagaika aus dem Antiquitätenhandel, schnörkellos und robust gebaut, kein Spielzeug der sadistischen Lust, sondern dem Ernst und Echtheit zugedacht. Wie oft hat er davon geträumt, wie er dieses schlichte archaische Instrument dem Schuldigen auf ausgestreckten Armen vor die Augen hält, wie dieser, blass im Gesicht und leise, damit Bekanntschaft macht, die Peitsche zaghaft, fast zart berührt, mit schwerem Atem innehält und einige Male aufseufzen muss um dann endlich zu sagen: „Ich bin bereit“. Igor wusste genau, was danach geschah, wie eine Liturgie der Schmerzen wurde die Strafe zelebriert, in Stille und Würde, in bedachten und schönen Bewegungen. Er sah schon den entblößten Körper, schutzlos und tapfer, gehalten allein durch den Leidenswillen und standhaft unter Schlägen. Ach, wie edel und erhebend sollte es werden, wie machte ihm dieses erbärmliche feige Weib alles kaputt!

Als Katja die Peitsche in seiner Hand sah, wurden ihre Augen glasig vor Panik. Sie stieß einen schrillen Schrei aus und griff Igor mit aller Kraft der Verzweiflung ins Handgelenk. Da fühlte sich Igor plötzlich wie neben seinem eigenen Körper stehend, die Wut seiner Enttäuschung brach aus ihm heraus und seine Faust traf Katjas Gesicht, noch bevor er einen Gedanken darüber fassen konnte. Sie fiel um und blieb regungslos liegen. „Ich wollte doch nicht!“ rief Igor, neigte sich ängstlich über dem Körper und suchte hilflos nach Puls an ihrem Hals und Handgelenk. Er fand keinen Puls und hielt sich schon für einen Mörder, als sie stöhnte und die Augen auftat. Sein Ring schnitt ihr einen langen Schmiss in die Wange, die Wunde blutete stark und verklebte das Auge, sodass sie es wieder zumachen musste. Igor wählte die Nummer der notärztlichen Hilfe und erfuhr, dass „wegen so was sicher kein Rettungswagen ausgeschickt wird, sondern nur ein Doktor aus dem Bereitschaftsdienst, auf den aber zwei-drei Stunden zu warten sei. Selber brauchen sie ins Spital auch nicht fahren, denn in den Notfallambulanzen sitzen sie bis Mitternacht in der Warteschlange“, erklärte die Schwester am Telefon.

Igor bettete Katjas Kopf auf seine Knie und wartete. „Ich werde Selbstanzeige erstatten“, sagte er nach einem langen Schweigen. „Um Gottes Willen“, flüsterte Katja, „bitte, tun Sie das nicht! Sie kommen ja vors Gericht.“ „Natürlich komme ich vors Gericht“, erwiderte er kühl, als ginge es gar nicht um ihn, „ich bin schuldig und werde hoffentlich zur Haft verurteilt. Was ich getan habe, ist schwere Körperverletzung und soll entsprechend geahndet werden.“ „Aber Igor Vasiljevitsch, Sie sind doch unser einziger Ernährer, meiner und der Kinder, was sollen wir tun, wenn Sie ins Gefängnis kommen! Um Gottes Willen tun Sie es nicht! Sie wollten mich auspeitschen für mein Vergehen, jetzt habe ich einen Schlag ins Gesicht bekommen. Ist es nicht das Gleiche? Es ist sogar weniger schlimm. Schauen Sie, es geht mir schon ganz gut!“ Katja richtete sich auf und versuchte zu lächeln.

„Ach, Katja“, Igor fiel wieder in seine Rednerstimmung, „Gewalt ist niemals eine Strafe, Gewalt ist selbst ein Verbrechen. Ihre Strafe wären die Peitschenhiebe, wie es in unserem Vertrag stand, und es kommt nicht darauf an, ob sie mehr oder weniger weh täten. Den Schlag ins Gesicht habe ich Ihnen aus Wut und Unbeherrschtheit versetzt, es war eine Gewalttat. Und man kann weder ihre Verfehlung mit dieser Gewalt gegenrechnen noch die Strafe, die bei Ihnen aussteht.“ „Aber es wird doch uns allen schlecht gehen“, jammerte Katja, „mir und den Kindern, Ihnen, Ihrer Frau Mutter, Ihren Angestellten in der Firma, so viel wird kaputt gehen! Wie kann so etwas gerecht sein?“ „Die Gerechtigkeit, Katja, ist nicht dafür da um es mir oder Ihnen bequem zu machen, sie ist eine rechtliche Notwendigkeit, die gleich einem mathematischen Gesetz ohne Rücksicht auf unsere Befindlichkeiten jedem das Seine gibt, - dem Verbrecher und dem Opfer. Ihnen wird ein angemessenes Schmerzensgeld zugesprochen, mir – eine Haft. Kurz gesagt, so übel es für uns alle ist, Katja: Strafe muss sein.“


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Was uns obliegt, ist nicht die Lust des Lebens, auch nicht einmal die Liebe, die wirkliche, sondern lediglich die Pflicht. Th. Fontane

Version vom 12. 12. 2015 15:02
Version vom 12. 12. 2015 17:31
Version vom 13. 12. 2015 11:54

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Maribu
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Strafe muss sein

Hallo TaugeniX,

interessanter Text!
Dein Igor ist als junger Student ein Philosoph mit dichterischem Talent.

Das spätere Studieren von historischen und rechtsgeschichtlichen Büchern brachte ihn zu dem Drittel der Russen, die für die
PrĂĽgelstrafe waren und wahrscheinlich auch fĂĽr die Todesstrafe
wären.
Schläge für eine Verfehlung anstatt Verzeihen, das beim Täter
ein schlechtes Gewissen hinterlassen wĂĽrde?! Eine merkwĂĽrdige
These!
Ich habe das GefĂĽhl, dass es bei Igor nicht nur um "Strafe muss sein" ging, sondern auch ein 'Sadomaso-Gen' vorhanden war.

Die Geschichte hätte aber nicht nach Russland verlegt werden müssen, die hätte ebenso in Deutschland bleiben können.

L.G. Maribu

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TaugeniX
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Danke, Maribu, für die Beschäftigung mit meinem Text!

Natürlich hat mein Protagonist einen sadistischen "Gen" im Leibe. Er ist halt ein Sadist, der sich anstatt der einschlägigen Schatten des Grauen von der Kantschen Rechtslehre inspirieren läßt.

Ich habe die Handlung aus zwei an sich unwesentlichen Gründen nach Rußland verlegt: zu einem gab es bei uns tatsächlich diese Befragung mit dem nämlichen abschreckenden Ergebnis von 32% der Befragten für die Prügelstrafen. Zum Anderen gab es bei uns diese schreckliche Arbeitslosigkeit und allgemein wirre Zeit. In Deutschland hätte ich es schwerer, sein Inserat, sein Angebot und vor allem das Einverständnis der Frau zu "unterbringen".
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