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Leselupe.de > Kurzgeschichten
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Eingestellt am 08. 07. 2007 11:34


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Kalle
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2002

Werke: 19
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Die Sonne brennt auf die Haut der sonnenhungrigen Strandbelagerer. Kaum jemand bewegt sich schneller als nötig, eine leichte Brise lĂ€ĂŸt die Situation angenehm erscheinen, die Zeit fließt mit leichten Vibrationen dahin. Die Hitze wird von den den Strand umgebenden Felsen absorbiert. Schwimmer liegen auf den Felsen neben wechselblĂŒtigen Echsen. Alle sind entspannt, nur der Felsen bewegt sich unmerklich nervös. Die Stille durchbricht ein lautes Brechen von Stein einhergehend mit einem tosenden GerĂ€usch von brechenden Wellen unnatĂŒrlicher Höhe. Es folgen ein wildes Geschrei und ein paar EinschlĂ€ge von sonnengewĂ€rmten Felsen und Schwimmern. Horst denkt sich nichts böses, als ein riesiger Schatten sein Nickerchen abkĂŒhlt. Horst blinzelt, sieht neben seiner knallroten, mit gelben Blumen verzierten Sonnenliege mit variablen Sonnendach je eine Spanierin, eine Italienerin, eine Brasilianerin, eine Indische Schauspielerin und eine asiatische Masseuse aus dem Wellnessbereich sitzen. Einiges gewohnt, doch misstrauisch ob es vielleicht zu viel Ichnusa gewesen sein könnten kneift er der Italienerin in den Hintern, um zu ĂŒberprĂŒfen, ob sie auch wirklich echt ist.
"Horst, das ist nicht die Zeit fĂŒr Spass, beschĂŒtze uns"
"Ja, immer". Horst lÀchelt,
"Wen zuerst?" "Die Damen sehen erschrocken aus" denkt sich Horst, "die haben Angst, dass ihre MĂ€nner sie hier ihren Instinkten nachgehen sehen".
"Horst, beschĂŒtze uns". Horst ist dann jetzt doch ĂŒber den Schatten verĂ€rgert und dreht sich vom Bauch auf den RĂŒcken, um die Lage zu klĂ€ren.
Er sieht einen Riesen aus Stein, der drohend vor ihm steht, "Hm, deswegen sind die Damen erschrocken"
Der Steinmann sieht aus wie ein Spielzeugmonster fĂŒr Kinder von Eltern mit etwas abgesenktem Anspruch auf pĂ€dagogische Spielzeuge.
"Horst, unsere MĂ€nner sind auf und davon, wir konnten mit unseren Pumps nicht folgen. Da ist uns eingefallen, dass Du, der BeschĂŒtzer und Freund der Damenwelt, hier etwas Zeit verbrigst, so sind wir so schnell wir konnten zu Dir gekommen".
"Macht Euch keine Sorgen"
"Keine Sorgen?", fragt die brasilianische Gazelle, der Steinmann ist gut 100 Meter hoch und sieht schlecht gelaunt aus"
"Steinmann" ruft Horst
"Broarrrr, Horst, Du sprichst mich an?"
"Ja klar, Du siehst schlecht aus, Du hattest eine scheiß Zeit"
"Du verstehst mich. Die Götter haben mich dazu verdonnert, eine Felsenlandschaft am Meer zu miemen, nur weil ich einer Halbgöttin zu nahe getreten bin. Heißer Feger, verstehst eh.
"Ja klar, wie lange solltest Du das machen?"
Der 100 Meter hohe Steinmann, seufzte.
"Kann ich mich zu Die setzen?"
"Du bist ein Spassvogel, schmeißt irgendwelche Leute ein paar hundert Meter durch die Gegend, sorgst fĂŒr eine Welle, die den ganzen Strand in Milisekunden unter Wasser setzt und fragst, ob Du Dich zu mir setzen kann?"
"Ja"
"Na klar kannst Du, lass mir aber die Finger von den Damen"
Der Steinmann, der ein sanftes, freundliches LÀcheln ausstrahlte, legte sich unter einem riesen Getöse mit dem Bauch an den Strand und belegte locker dreihundert Meter mittlerweile freien Strandes. Die Damen waren erstaunt.
"Ja, so ein paar tausend Jahre muss ich eigentlich noch, aber jetzt, wo die Bucht im Eimer ist, muss ich mal sehen, was die Götter jetzt vorhaben"
"Wieso hast Du Dich so aufgefĂŒhrt?" fragt die mittlerweile flaschenbiertrinkende Spanierin.
"Weist Du schöne Frau, esreicht ja schon, wenn Dir die letzten Jahrzehnte, seit der Erfindung der privaten Schifffahrt, die Leute auf den Körper scheißen und pissen, wenn aber ein FreizeitkapitĂ€n sein Chemieklo im Ohr auskippt, dann ist es eimfach zu viel"
"So ein Arschloch" sagt die Brasilianerin
"Drecksau", die Italienerin
"den hĂ€ttest Du ordentlich den Arsch versohlen mĂŒssen" sagt die Masseuse.
"Ich hab ihn mit dem Finger ein paar Kilometerweit ins Meer geschnippt, das hat er jetzt davon"
"Genau" sagen alle unisono, stossen mit dem angeschwemmten Bordeaux vom Chemieklodampfer an und schwören dem Steinmann die treue.
Als nach Stunden das MilitĂ€r bis an die ZĂ€hne bewaffnet anrĂŒckt, finden sie noch eine nicht mehr vorhandene Bucht, einen Strand mit riesigem Körperabdruck und Horst mit ein paar Ă€ußerst glĂŒcklichen Damen, erschöpft, verdrehte Augen und alle bereit ein Leben im Horstharem zu verbringen.

__________________
Kalle, der, den sie "die Flamme" nennen

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Eve
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

Werke: 28
Kommentare: 516
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Hallo Kalle,

ich hab mich köstlich amĂŒsiert! Ich hoffe doch, das lag auch in deiner Absicht - die Geschichte gehört eindeutig in die Rubrik "Humor & Satire"!

Allein schon wie die Damen deinem Horst zu FĂŒĂŸen liegen ...

quote:
Horst, unsere MĂ€nner sind auf und davon, wir konnten mit unseren Pumps nicht folgen. Da ist uns eingefallen, dass Du, der BeschĂŒtzer und Freund der Damenwelt

... damit kannst du die geneigte weibliche Leserschaft nur auf den Arm nehmen wollen!

Gut, witzig hin oder her, ein paar Dinge sind mir doch aufgefallen:
- zu Beginn schreibst du in der Gegenwart, spÀter wechselst du in die Vergangenheit
- das kann ich mir nicht so recht vorstellen
quote:
Zeit fließt mit leichten Vibrationen dahin
- ein paar AbsÀtze tÀten dem Lesefluss ganz gut, so ist der Text ein ziemlicher "Brocken"

... ich schließe mich da collecteur an und denke, ein bisschen Überarbeiten mĂŒsste noch drin sein ... ;-)

Viele GrĂŒĂŸe,
Eve

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