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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Strafmündig
Eingestellt am 25. 03. 2010 17:28


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Ruedipferd
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Der vierzehnjährige Junge mit dem blonden strähnigen Haar hält den Kopf gesenkt und kaut gedankenverloren an seinen Fingernägeln. Es gibt für alles ein erstes Mal, hat ihm sein großer Bruder erzählt. Mario denkt an den siebzehnjährigen Markus, während er neben seinem Verteidiger im Gerichtssaal auf das Urteil wartet.

Markus ist bereits seit zwei Monaten in der Jugendstrafanstalt. Sein Erziehungsregister liest sich schon wie ein kleines Buch. Diverse Einbrüche und jetzt auch noch ein Raubüberfall gehen auf das Konto des jungen Mannes, der vor einem Jahr vom Gymnasium geflogen war. Er wurde zu zwei Jahren Jugendstrafe wegen schwerer räuberischer Erpressung, Nötigung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.

Mario liebt seinen Bruder abgöttisch. Außer Markus ist auch niemand mehr für ihn da. Die Mutter starb vor einem Jahr an Krebs, den Vater haben die beiden Jungen nie kennen gelernt. Ihre Eltern trennten sich, noch bevor Mario geboren wurde.
Sie kamen nach dem Tod der Mutter in ein Heim, aber dass war die Hölle. Markus lief als erster fort. Er versprach, den kleinen Bruder nach zu holen, wenn er genug „Kohle" organisiert hätte. Kurz nach dem Überfall auf eine Tankstelle haben sie ihn geschnappt.

Mario schaut auf. Seine blauen Augen blicken leer zum Fenster hinaus, an das nun kleine Regentropfen trommeln. Er fühlt sich genau so schlecht, wie damals, als er nach Hause kam und seine Mutter tot in ihrem Bett liegend fand. Sie starb mit nur 42 Jahren. Was sollte aus ihnen werden? Die Trauer um die Mutter vermischte sich mit Zukunftsängsten. In seinem Kopf war rein gar nichts mehr, nur noch Leere und ein dunkles tiefes Loch. Lautlos weinend starrte er ins Nichts.
Dann kam Markus und legte ihm seine kräftigen Hände auf die Schultern. Er zog ihn sanft, ja richtig liebevoll, wie Mario es noch nie von dem Älteren erlebt hatte und doch mit festem Griff an sich. „Ich sorge für dich, kleiner Bruder! Nichts wird uns trennen, ich werde immer für dich da sein.“ Die Worte klingen in Marios Ohr als wenn es gestern gewesen wäre, als sie zusammen auf dem Friedhof am offenen Grab der Mutter standen. Der Sarg wurde langsam in die Erde hinab gelassen und jeder von ihnen warf eine rote Rose als letzten Gruß auf die Mutter herab.

Und was ist aus dem Versprechen geworden? Markus sitzt im Knast und er, Mario, wird sicher auch bald eine Gefängniszelle beziehen können. Es ist seine erste Verurteilung. Er hat ein paar CDs aus dem Kaufhaus mitgehen lassen. 'Na und! Wieso machen die so einen Aufstand davon! Die großen Konzerne haben Geld genug und der Verlust durch Diebstähle ist längst im Preis mit einkalkuliert', hat ihm Markus gesagt. Dann hat Mario den achtzehnjährigen Speedy kennen gelernt. Wie der dunkelhaarige südländisch wirkende Mann wirklich heißt, weiß er nicht. Aber Speedy vertickt am Bahnhof Drogen aller Art und kennt die Szene wie seine Westentasche. Mario wollte seinem großen Bruder beweisen, dass auch er auf eigenen Beinen stehen kann. Der erste Job war wirklich simpel. Er sollte nur eine Sporttasche aus dem Schließfach am Bahnhof holen. Hundert Mäuse hätte er dafür bekommen. Aber dann ging alles sehr schnell. Zwei verdeckt arbeitende Ermittler nahmen ihm die Tasche mit dem Stoff ab und packten ihn an den Armen. Sie drückten ihn auf den Boden, zogen seine Hände hart auf den Rücken und er spürte, wie sich das Metall der Handschellen um seine Handgelenke schloss. Seine Hände schmerzten. Die Nacht verbrachte er auf dem Polizeirevier in einer kleinen fensterlosen Zelle. Er wurde verhört und dann am nächsten Tag fuhr ihn ein Streifenwagen wieder zurück ins Heim.

Die Tür zum Richterraum öffnet sich. Die blonde Richterin in der schwarzen Robe tritt an ihren Platz. Mario fühlt, wie ihn sein Pflichtverteidiger am Arm berührt. Er hat verstanden und erhebt sich zur Urteilsverkündung.
Es ist eine nicht öffentliche Jugendgerichtsverhandlung und außer Mario und seinem Verteidiger sind nur noch ein Justizbeamter und eine Dame von der Jugendgerichtshilfe anwesend.

Ernst schaut die Richterin auf das Papier in ihrer Hand und beginnt, Marios Urteil zu verlesen.

Der Junge fühlt plötzlich, wie ihm der Boden unter den Füßen entgleitet. Ein Nebelschleier legt sich über seine Sinne, er glaubt zu schweben und zu träumen. Gleich wird er aufwachen und seine Mutter wird ihn liebevoll neckend an den Sohlen kitzeln, die Gardine aufziehen und ihm einen Kuss auf die Stirn geben.

„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:

Der Angeklagte Mario Jensen ist schuldig des Diebstahls in fünf Fällen und eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.
Strafbar gemäß den Paragraphen….
Er wird deshalb zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Von der Auferlegung der Kosten wird abgesehen.
Setzen Sie sich bitte, meine Damen und Herren.

Mario, ich möchte, dass du die Arbeitsstunden auf dem Reiterhof einer Bekannten von mir ableistest. Du wirst in den Sommerferien dort wohnen. Svenja Petersen ist nicht nur Reitlehrerin, sondern auch gelernte Erzieherin und verfügt über eine Zusatzausbildung im Therapeutischen Reiten. Sie war früher eine sehr erfolgreiche Dressurreiterin und hat auf dem elterlichen Hof jetzt zusammen mit ihrem Mann einen Reitbetrieb eingerichtet. Ich habe schon mehrfach jugendliche Straftäter zu ihr geschickt und ziemlich gute Erfahrungen damit gemacht. Svenja ist selbst Mutter zweier kleiner Töchter und weiß, was es für Kinder und Jugendliche bedeutet, ohne Familie aufzuwachsen.“

Mario fühlt die Hand seines Verteidigers am Arm, wie sie ihn wieder auf den Stuhl zurück drückt. Er liegt nicht zuhause in seinem Kinderbett mit der bunten Teddybär Bettwäsche und den roten und blauen Autos auf der abwaschbaren Tapete. Auch Bruno, sein brauner zotteliger Stoffhund ist nicht bei ihm.
Mario erlebte nur für einen kurzen Moment einen Tagtraum.
Die ihm schräg gegenübersitzende Richterin, die ihn freundlich aber sehr ernst anblickt, ist im Augenblick seine Lebensrealität.

„Hast du verstanden, was ich eben gesagt habe?“ fragt sie ihn. Mario nickt. Er kann kaum atmen und ihm ist kalt, sehr kalt, obwohl es draußen eigentlich recht warm ist, an diesem 14. Juli 2009. Die Richterin ergreift wieder das Wort.
„Ich will dir helfen, mein Junge. Es ist noch nicht zu spät für dich. Deine Schulleistungen sind sehr gut. Ich habe mit deinem Lehrer gesprochen. Du kannst auf dem Gymnasium bleiben. Aber du darfst nicht mehr straffällig werden.
Vielleicht lässt sich auch bei deinem Bruder noch etwas machen. Du kannst jetzt gleich im Heim deine Sachen packen und Herr Petersen wird dich gegen 18 Uhr abholen. Alles Gute, Mario. Es ist eine einmalige Chance, nutze sie!
Die Sitzung ist geschlossen.“

Arne Petersen hat seinen Beruf als Autoverkäufer aufgegeben, um seiner Frau und den Schwiegereltern auf dem Reiterhof zu helfen. Für seinen zweiundsechzigjährigen Schwiegervater wird die Arbeit allein auf dem Hof zu schwer. Arnes Frau Svenja arbeitet halbtags als Angestellte beim Kreis, versorgt ihre beiden drei und sechs Jahre alten Töchter und gibt am Nachmittag Reitunterricht. Svenja war früher eine gute Dressurreiterin. Aus dieser Zeit, in der sie aktiv an Turnieren teilgenommen hat, stammt ihre Freundschaft mit Martina Winkler, die heute als Jugendrichterin tätig ist. Die beiden Frauen arbeiten sehr eng zusammen. Ihre Sorge gilt straffällig gewordenen Jugendlichen, die auf dem Reiterhof durch den Umgang mit den Pferden völlig neue Erfahrungen machen sollen. Erste Erfolge haben sich bereits eingestellt. Svenja arbeitet auch als heilpädagogische Reitlehrerin. Für körperbehinderte Kinder und Erwachsene ist die Hippotherapie („Hippos“ ist das griechische Wort für Pferd)sehr gut geeignet, Muskeln zu lockern und zu kräftigen, so dass sich Verspannungen lösen können. Besonders hilfreich ist die Reittherapie im heilpädagogischen Ansatz. Man kann damit gezielt Ängste, Beziehungsstörungen, Lebenskrisen, Traumatisierungen und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche behandeln.

Arne Petersen hat schon öfters jugendliche Straftäter, die zu Sozialstunden verurteilt wurden, auf den Hof geholt. Der freundliche Umgangston in der Familie und Svenjas mütterliche Art sowie die Arbeit mit den Pferden halfen dabei, viele der Jungen wieder auf den geraden Weg zu bringen. Als er im Heim ankommt, steht Mario schon abmarschbereit vor der Tür. Er konnte sich bisher noch nichts Rechtes unter dem Reiterhof vorstellen, aber der Gedanke, das Heim endlich hinter sich lassen zu können, stimmte ihn froh. Sein ehrlicher Blick und der feste Händedruck mit Arne Petersen sorgen sofort für eine entspannte Atmosphäre. Arne hat inzwischen einiges an Menschenkenntnis erworben. Ihm fielen gleich die traurigen Augen des Jungen auf. Er macht einen ehrlichen und aufrichtigen Eindruck und ist wahrscheinlich nur aus Not und Unwissenheit in die dumme Sache hineingeschliddert.

„Hast du schon mal mit Pferden gearbeitet?“ durchbricht der dreiunddreißigjährige Mann das Schweigen während der Autofahrt. Mario schüttelt den Kopf.
„Nein, aber ich habe ein Buch über einen Jungen und seinen schwarzen Hengst gelesen“, antwortet er. „Meine Mutter hat es mir geschenkt als ich noch klein war. Pferde sind treue Freunde, wie Hunde. Aber ich weiß nicht, ob sie mich auch mögen. Ich durfte mal auf dem Jahrmarkt auf einem Pony reiten. Es war sehr schön.“ Arne schmunzelt. Mario ist ihm auf Anhieb sympathisch. Der Junge wird sicher auch Svenja gefallen. Die Richterin scheint Recht zu haben. Es ist noch nicht zu spät für ihn.

„Ich reite selbst auch nicht. Hab einmal drauf gesessen und das wars. Ist mir zu schwankend. Aber auf dem Hof gibt es eine Menge Arbeit. Die Ställe müssen gemistet und täglich eingestreut werden. Die Pferde brauchen zweimal am Tag ihr Futter und müssen morgens auf die Weide gebracht und abends wieder hereingeholt werden. Dann gibt es ständig etwas zu reparieren und natürlich müssen wir Stroh fahren und Heu
holen. Die Arbeitsstunden vom Gericht bist du schnell los. Aber ich denke, es wird dir auch weiterhin bei uns gefallen. Meine Frau gibt dir Reitunterricht, wenn du es willst.
Und ich kann einen kräftigen jungen Mann für die Arbeit gut gebrauchen.“
Mario sieht Arne Petersen überrascht von der Seite an.
„Warum tun Sie das? Haben Sie keine Angst? Wir sind doch Verbrecher?“ fragt er ihn leicht provozierend. Arne nickt anerkennend. Diese Fragen kommen oft und werden meistens von denjenigen gestellt, die eigentlich vom Charakter her alles andere als kriminell sind.
„Ich denke, jeder hat eine zweite Chance verdient und Angst hab ich keine. Die sollten höchstens die Jungen haben. Neben meiner Frau leben nämlich auch noch meine beiden kleinen Töchter auf dem Hof und die wissen schon ziemlich genau, was sie wollen! Ob du ein Verbrecher bist, kannst du selbst am besten beurteilen. Ich habe als Junge auch einmal Blödsinn gemacht. Das gehört zum Erwachsen werden irgendwie dazu. Wichtig ist doch, dass man aus seinen Fehlern lernt und rechtzeitig wieder die Kurve kriegt. Wir sind da.“

Das Auto biegt in eine lange Auffahrt ein, an dessen Seiten sich links und rechts große Pferdekoppeln befinden. Ein zweistöckiges gelbes Holzhaus liegt am Weg.
Arne fährt direkt vor die Garage. Von der Größe der Anlage überwältigt, steigt Mario aus. „Whow, ist das groß hier!“ Hinter den Koppeln sind Stallungen zu sehen. Auf der rechten Seite liegt ein Dressurplatz. Pferdehänger stehen davor auf dem Rasen und gleich dahinter befinden sich zwei aneinander gebaute Reithallen. „Ich sagte doch, wir haben viel Arbeit hier auf dem Hof!“ lacht Arne. „Komm, heute gibt es nur noch etwas zu essen und dann ist erstmal Schlafenszeit.“

Svenja hat die Tür bereits geöffnet. Ihre beiden Töchter drängeln sich im Nachtzeug an ihr vorbei. „Hallo, ich bin Levke. Und wie heißt du?“ Die sechsjährige im pinkfarbenen Schlafanzug schaut den Jungen keck an. „Ich bin Mario, hallo, und das ist wohl deine Schwester?“ „Mm, ich heiße Jane und ich bin schon soo alt!“ Das schlanke Mädchen mit den blonden Haaren und den lustigen blauen Augen hält stolz drei Finger in die Luft.
„So, ab ins Kinderzimmer mit euch. Hallo Mario, ich bin Svenja. Meinen Mann hast du ja bereits kennen gelernt. Ich bringe nur kurz die beiden wilden Ponys ins Bett. Dann sprechen wir miteinander. Arne, euer Essen steht auf dem Tisch. “ Svenja gibt Mario die Hand und schiebt dann ihre Töchter sanft die Treppe hoch. Verlegen setzt sich der Junge an den Tisch, nachdem ihm Arne eine einladende Handbewegung angedeutet hat. Er spürt plötzlich, dass er sehr hungrig ist. Von den Bratkartoffeln und Frikadellen bleibt dann auch nicht mehr viel übrig. Arne schmunzelt. Svenja kocht sehr gut und übers Essen hat bisher noch keiner der Jungen gemeckert. Als Svenja einige Minuten später herunterkommt, sitzen Arne und Mario schon im Wohnzimmer. Das Gespräch wird sehr herzlich. Mario fühlt, dass er in der kleinen Familie willkommen ist. Svenja zeigt ihm einen Augenblick später auch die Stallungen. Es gibt eine kleine Ferienwohnung neben dem Bauernhaus, in dem ihre Eltern wohnen. Dort soll Mario schlafen. Wenn etwas ist, darf er nebenan bei Opa Fritz und Oma Lene klingeln.
Kurz nach zehn Uhr fährt das letzte Auto der Privatpferde Einsteller vom Hof.
Mario hat sich auf einen Gartenstuhl gesetzt und schaut in die Dunkelheit. Es ist Vollmond und unzählige Sterne funkeln am Himmel. Seine Augen füllen sich mit Tränen. „Wenn ich einmal tot bin, werde ich als Stern auf dich herabschauen“, hat ihm seine Mutter einst versprochen, als er noch ein kleiner Junge war. Für den vierzehnjährigen hat sich die Prophezeiung viel zu früh erfüllt und seine verweinten Augen suchen den glitzernden Sternenhimmel ab. Es hätte schlimmer für ihn kommen können, das weiß er. Die Richterin hat ihm noch eine Chance gegeben und er will sie auch nutzen.
Wenn es ihm gelingt, wieder auf den richtigen Weg zu kommen, kann er vielleicht auch Markus helfen. Mario spürt, dass die Menschen hier auf dem Reiterhof es gut mit ihm meinen und es nur an ihm liegt, die dargebotenen Hände zu ergreifen und ihre Hilfe anzunehmen. Er will seine Mutter nicht enttäuschen. Auch wenn sie als Alleinerziehende nie genug Geld für ihre Jungen hatte, versuchte sie ihnen trotzdem mit ihrer ganzen Liebe eine schöne Kindheit zu bereiten.
„Wir dürfen nicht als Verbrecher enden, Markus, Mama hat das nicht verdient. Sie soll stolz auf uns sein!“ Er hat ganz leise gesprochen und zieht plötzlich erschrocken seine rechte Hand hoch. Als er nach unten blickt, schauen ihn zwei treu dreinblickende dunkelbraune Augen an. Lilli legt ihren schweren Kopf in seinen Schoß und beginnt, seine Hände zu lecken. Die Hündin lässt sich nur zu gerne liebkosen und streicheln. Für Mario, der dem braun-schwarzen Mischling zärtlich den Nacken krault, beginnt an diesem lauen Sommerabend ein neues Leben.

Die Tage vergehen wie im Flug. Mario erweist sich als fleißiger Junge, der schnell lernt und seine Arbeit ohne Widerrede erledigt. Sein freundliches Wesen ist bei allen Leuten, die auf den Hof kommen, beliebt. Er hat Markus einen Brief geschrieben und voller Glück über seine Erlebnisse
berichtet. Svenja erteilt ihm regelmäßig Reitunterricht. Am Anfang saß er auf einem hellbraunen Wallach mit Namen Robbi.
Svenja stand in der Mitte eines Kreises, den die Reiter „Zirkel“ nennen und führte das ruhige Pferd an einem langen Band, welches „Longe“ heißt, langsam um sich herum. Es war schön, die Wärme des Tieres zu fühlen. Mario spürte keinerlei Angst.

Aber das Mitgehen in der schwankenden Bewegung während Robbi einen Schritt vor den anderen setzte, war ungewohnt. Doch nach ein paar Tagen saß der sportliche Junge bereits locker und entspannt auf dem Rücken seines Pferdes. Er durfte antraben und lernte das sogenannte leichttraben. Er musste dazu im Sattel aufstehen, wenn sich die äußere Pferdeschulter nach vorne bewegte und sollte sich im Anschluss daran gleich wieder hinsetzen. Es dauerte eine Weile, bis er seinen Körper so kontrollieren konnte, dass die Wechsel reibungslos klappten. Dann „schaltete“ Svenja in den „dritten Gang“, wie sie lachend erklärte. Robbi galoppierte an und Mario wäre um ein Haar herunter gefallen. Aber er bemühte sich verbissen, die Balance zu halten. Er wollte unbedingt reiten lernen und kämpfte Stunde um Stunde weiter. Der Lohn für seine Ausdauer und die harte Arbeit ließ nicht lange auf sich warten.

Heute darf er das erste Mal in der Abteilung mit reiten. Es ist drei Uhr am nachmittag und Mario hat Robbi bereits allein geputzt und gesattelt. Er geht links neben seinem Pferd, so wie Svenja es ihm erklärt hat. Die Zügel hält er zusammengelegt in der rechten Hand unterhalb des Pferdemauls, während er seinen treuen vierbeinigen Freund in die Reithalle führt. Als er eintreten will, stellt Svenja sich ihm gekonnt in den Weg. „Halt! Was ist zu tun, bevor wir die Halle betreten?“ fragt sie ihn lächelnd. Levke und Jane sitzen in der Ecke und hören aufmerksam zu. Mario überlegt, aber es will ihm nicht einfallen. Levke, die gerade zur Schule gekommen ist, hält geschickt die Hand vor den Mund und flüstert ihm „Tür frei, bitte!“ zu. Mario lacht. „Entschuldige, man sagt „Tür frei, bitte“ und wartet dann die Antwort der anderen Reiter „Tür ist frei“ ab.“
„So ist es. Meine Tochter hat also auch schon das Vorsagen in der Schule gelernt“, schmunzelt die zweifache Mutter.

Sie begleitet ihren Schützling in die Reitbahn, kontrolliert noch einmal die richtige Lage des Sattels und hilft dem Jungen beim aufsteigen. Dann macht sie ihre Runde. Sina, Anna, Julia, Monika und Kerrin heißen die kleinen Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren, die schon lange zur Mittwochnachmittag Gruppe gehören.
„So, dann dürft ihr im Schritt am langen Zügel anreiten. Wir bleiben auf der rechten Hand. Ihr habt mit Mario einen neuen Reiter in der Gruppe.
Er ist das erste Mal dabei, also nehmt etwas Rücksicht. Sina, ihr sollt auf der rechten Hand bleiben, auch wenn dein Pony das nicht möchte. Zieh sie rum. Na also, warum nicht gleich so. Warum gehen wir am Anfang der Reitstunde zehn Minuten Schritt? Julia?“

Das elfjährige Mädchen hat mit ihrem schwarzen Pony alle Hände voll zu tun. „Die Pferde müssen sich erst lösen. Wir können die Sportstunde auch nicht gleich mit einem 100 m Lauf beginnen, sondern müssen erst unsere Muskeln und Sehnen aufwärmen und dehnen“, antwortet sie. Svenja nickt zufrieden mit dem Kopf. „Perfekt. Dann wollen wir mal Abteilung bilden auf der rechten Hand. Anfang Kerrin.“ Die zwölfjährige ist das älteste der fünf Mädchen und hebt den rechten Arm. „Anfang hier!“ Svenja fügt die anderen Kinder und auch Mario nach einander in die Abteilung ein.
„Im Arbeitstempo antraben und leichttraben. Ganze Bahn. Mario falscher Fuß. Schau auf das äußere Vorderbein. Wenn es vor tritt, stehst du im Sattel auf. Anna genauso. Durch die Ganze Bahn wechseln. Schön die Wendepunkte anreiten. Bei „K“ einmal um sitzen. Alle sind richtig, das ist gut! Auf dem Zirkel geritten. Aber kein Osterei, Kerrin. Schau genau hin und reite direkt von „X“ zum Zirkelpunkt, dann weiter zu „C“. Es soll ein Kreis werden! Wie geht es dir, Mario? Du siehst gut aus!“ Mario lacht glücklich.
„Ich fühle mich auch gut. Es macht unglaublich viel Spaß, ganz allein zu reiten.“
„Siehst du, und du bist erst seit knapp drei Wochen dabei. Aber wir hatten ja auch fast jeden Tag eine Übungsstunde. Das macht natürlich einiges aus. Ich glaube, du hast viel Einfühlungsvermögen und kannst bestimmt bald höhere Lektionen reiten. Wenn du die Dressur Grundlagen beherrschst, üben wir den leichten Sitz und dann darfst du anfangen über Cavalettis zu springen. Das wird dir sicher Spaß machen.“ Svenja blickt zufrieden in ihre Runde.
„Vielleicht werde ich mal ein erfolgreicher Springreiter, was meinst du?“ Mario sieht die junge Frau erwartungsvoll an.
„Sicher, wir fahren dann mit dir nach Hamburg zum Derby! Aber Spaß beiseite, du sitzt wirklich gut und wirst sicher schnell lernen, einen Parcours zu bewältigen.
Ich habe übrigens heute Morgen mit Frau Winkler telefoniert. Sie hat mir einen Vorschlag gemacht, über den Arne und ich später mit dir sprechen wollen. So, meine Damen. Alle mal anhalten und nach gurten. Wenn ihr fertig seid, wieder im Trab anreiten und einmal Handwechsel.“

Mario ist neugierig geworden. Nach der Reitstunde bringt er Robbi in die Box. Er hilft Opa Fritz beim füttern und geht dann etwas aufgeregt ins Wohnhaus. Svenja und Arne unterhalten sich in der Küche. Arne legt seinen Arm um ihn, als Mario eintritt.
„Mario, komm herein und setz dich. Svenja hat sich heute Morgen mit Frau Winkler unterhalten. Wir sind sehr zufrieden mit dir. Hättest du Lust, als Pflegekind bei uns auf dem Hof zu bleiben? Du würdest natürlich ganz normal nach den Sommerferien von hier aus zum Gymnasium fahren. Die Bushaltestelle ist ja vorne an der Hauptstraße.“
Auch Svenja sieht Mario freundlich an.
„Du bekommst das kleine Zimmer neben den Mädchen. Die Ferienwohnung ist nur eine Übergangslösung gewesen. Wenn du Arne und Opa Fritz am Nachmittag etwas bei der Arbeit hilfst, werden wir sicher auch über die Höhe eines kleinen Taschengeldes reden können. Frau Winkler wollte mit dem Jugendamt sprechen, denn die müssen das genehmigen. Wir sind ja noch etwas jung für einen vierzehnjährigen Sohn, aber ich habe einige gute Kontakte dort und bin ja auch gelernte Erzieherin. Was hältst du von unserer Idee?“

Mario hat plötzlich Tränen in den Augen. „Schitt, ich heule gleich wie ein Mädchen. Wollt ihr mich denn wirklich haben? Das wäre super!“ Mehr bringt er nicht heraus. Dann kann er seine Freudentränen tatsächlich nicht mehr unterdrücken.
Väterlich klopft ihm Arne auf die Schulter. Ehe Mario sich versieht, hat er seine Arme um Svenja geschlungen. „Danke, Svenja. Du wirst es nicht bereuen, das verspreche ich dir.
Ich werde ordentlich zur Schule gehen und euch hier helfen. Es war das erste und letzte Mal, das ich Blödsinn gemacht habe. Ehrenwort!“

Am Abend kommen Opa Fritz und Oma Lene ins Haus. Auch Levke und Jane finden es toll, wenn Mario ganz zu ihnen zieht. Dann haben sie jetzt auch einen großen Bruder, der sie beschützt, meinen die beiden. Opa Fritz schüttelt lachend den Kopf.
„Es ist wohl eher umgekehrt. Wer beschützt den armen Jungen vor euch beiden?“ Oma Lene pflichtet ihrem Mann bei.
„Dann wollen wir mal die Daumen drücken, das uns das Jugendamt auch grünes Licht gibt“, hofft die alte Dame und spricht damit aus, was im Augenblick noch die Freude
trüben könnte.
Am nächsten Morgen führt Svenja ein langes Telefonat mit dem Leiter des Jugendamtes. Nach eingehender Beratung mit den zuständigen Mitarbeitern und Frau Winkler stimmte das Amt der Aufnahme Marios als Pflegekind in die Familie Petersen zu.






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Clara
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ruedipferd, das ist stoff für einen kurzen Roman -
ja, vielleicht sogar für ein Kinderbuch im Jugendalter?
sehr viel Stoff über das Reiten - was auch gut ist, einerseits - hier in der Kürze aber sehr viel Raum einnimmt.
Auch meine ich, das nach drei Wochen noch keine Übernahme von Elternschaft angedacht wird - deshalb besser etwas längeres anvisieren - das ist hier sehr eng auf engstem Raum.

Die Vorgeschichtes des Kindes - ich glaub heute kommt man nicht so schnell in ein Heim - nicht mit 14 - sondern eher eine WG mit Betreuung - aber ich habs auch noch nicht nah erfahren wie das läuft, kann mich also irren.
Verwandte werden das wohl einige Zeit auffangen.

Das der Junge angeschlagen ist, wegen des Todes der Mutter ok - ich hätte es mehr ins innere verlegt - ins verstockende.
Es ist mir hier zu offensichtlich ein guter Junge - der er vermutlich auch ist-war, aber die Aussenwelt sieht meist das Kind anders - weshalb es dann auch den Mist verzapft weil unverstanden, alleingelassen mit dem was ihm im inneren zu schaffen macht.
Und, ich glaube auch, wer im Heim ist, oder über längere Zeit (Logik der Zeitabfolge noch mal beachten: Mutter Tod, Alter der Geschwister, Heimbeginn, Verurteilung-Wechsel zum HOf - also das zeitliche )
Der Vorlauf ist mir insofern auch zu kurz - zu wenig wie seine Aussenseite aussah, bevor er verurteilt und damit wachgeküsst wurde.
Das Leben auf dem Hof, das Genesen auch an der eigentlichen Schwachstelle des jungen Menschen - das ist ein sehr interessantes Kapitel, welches durchaus mal gezeigt werden kann, auch als eine Möglichkeit ovn vielen, für andere Gestrauchelte. Es muss nämlich in der Tat nicht immer der harte Sport sein wie Fussball, Boxen und nur das Auffangen, damit die Jugend nicht antriebslos auf der Straße steht.
Auch fiel mirauf, als er seinen Bezug zu Pferden erinnerte, das er da nicht mehr 14 war, sondern das kleine Kind, welches die Mutter entbehrt (da hats mich auch zweifeln lassen, ob die Logik der Zeitabfolge der Geschehnisse stimmt)

Also, dein Text, hat enormes Potenzial - weiter ausgeweitet zu werden, auch wenn er in dieser Form hier und heute fast zuviel ist, um ihn online zu lesen.
Er geht flüssig,ohne hastig zu sein -
bei den Hofdetails gehts aber teils zu schnell voran in der Handlung und stoppt aber damit, wie nun so ein Junge auf dem Pferd sitzen muss (unterricht)

So wie er hier geschrieben steht ist er auch ok, lesbar - wie gesagt mit dem anderen zwecks besserem einfühlen in die Person - und dem vielen Wissen, was bei dir auch da ist, über das therapeutische Reiten.
Am Ende dachte ich nicht, das die Familie ihn als Kind haben möchte, sondern gleich in eine Reitveranstaltung schickt, zumPrämien einheimsen. Also ich meine der Junge muss sich auch mit den Pferden eins fühlen können, bis jetzt ist er ja noch obenaufgesetzt wie ne Praline auf den Kuchen.






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Clara

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Ruedipferd
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Antwort auf Claras Kommentar

Hallo Clara, erst einmal danke ich dir ganz herzlich für deinen Kommentar. Es ist immer interessant und spannend zu hören, wie eine Geschichte bei anderen ankommt.

Die Zeitfolge stimmt schon. Ich habe ja gesagt, dass die Jungen nach dem Tod der Mutter vor einem Jahr in ein Heim kamen. In der Regel ist ein Kinderheim für einen Dreizehnjährigen auch heute noch der Ort, an dem das Jugendamt ein Kind dieses Alters unterbringt, sofern keine Verwandten vorhanden respektive für eine Betreuung nicht geeignet sind. (Ob man es dann anders nennt, ändert an der Sache ebensowenig wie das Umtaufen des Arbeitsamtes in Arbeitsagentur oder noch schlimmer in Job Center. Durch die Namensgebung werden nicht mehr und nicht weniger Leute vermittelt und ein Kinderheim ist auch nur eine große WG, von Kindern eben, die von einem Heimleiter und Erwachsenen, in der Regel Erziehern, betreut werden.) Eine andere Form der Betreuung von Kindern und Jugendlichen findet man in der Pflegefamilie. Diese zielt nicht, wie du wohl aufgrund des teilweise auch humorvollen Textes hinsichtlich des Derbyeinwands seitens Svenjas annehmen musstest, auf eine volle Elternschaft, wie sie bei einer Adoption angestrebt wird. Pflegekinder kommen nur in eine Pflegefamilie, damit sie nicht in ein Heim müssen. Die Pflege"eltern", meist ausgebildete Pädagogen mit eigenen Kindern, bekommen vom Jugendamt Geld für ihre Schützlinge (Pflegegeld)und halten meistens auch gemeinsam mit den betreuten Kindern Kontakt zu deren leibliche Eltern.(Anders als bei Inkognito-Adoptionen.)

Ich wollte mit der Geschichte, die ich für einen Wettbewerb "Kinder-und Jugendgeschichten" geschrieben hatte, genau das erreichen, was du auch so trefflich erkannt hast. Deshalb setze ich meine Antwort auch unter deinen Kommentar und schreibe ihn nicht in einer persönlichen Nachricht an dich.

Mario ist durch den Tod der Mutter aus der Bahn geworfen worden, wie es wohl jedem dreizehnjährigen Jungen ergehen würde. Im Heim fand er nicht die Zuwendung, die er nach einem derartigen Trauma gebraucht hätte und suchte sie bei dem einzigen Verwandten, der ihm noch verblieben war, seinem älteren Bruder. Dieser, selbst traumatisiert und deshalb nicht geeignet die Verantwortung für den Jüngeren zu übernehmen, war bereits auf die schiefe Bahn geraten. Mario suchte Anerkennung und nahm, verständlicherweise, diesen Burschen auch noch zum Vorbild. Gerade Vierzehn geworden und somit strafmündig, ist natürlich bei Rauschgiftdelikten, wie sie in dem Alter häufig vorkommen, sofort das Jugendgericht für ihn zuständig. Die Richterin gibt ihm mit den Sozialstunden, die bei Ersttätern ja üblich sind, eine neue Chance.

Gleichzeitig schickt sie ihn aber auf diesen Reiterhof. Bei den Pferden lernt er nämlich eher als beim Grünflächenamt, dass die Arbeitsstunden nicht unbedingt als Strafe gedacht sind und seitens des Jugendlichen auch nicht so gesehen werden müssen.(Damit werden die Stunden ja dann nur abgearbeitet, ähnlich wie man im Knast "absitzt", aber es erfolgt kein Lerneffekt und der angestrebte Erziehungswert geht natürlich gegen Null.)

Mario erlebt nun, dass es mehr als nur eine Aufgabe, eine Arbeit ist, Ställe zu misten und die Tiere regelmäßig zu füttern. Er nimmt Beziehung zur Kreatur auf und merkt, wie diese ihm die geleistete Arbeit positiv und authentisch zurückmeldet. Er lernt reiten, stellt sich dabei gar nicht einmal so ungeschickt an und kämpft tapfer weiter, auch wenns mal nicht so gut läuft. Sogar Ehrgeiz kann er ansatzweise schon entwickeln. Am Ende wird er für seinen Mut und seinen Durchhaltewillen belohnt:
Mit seinem Pferd Robbi und dem Unterricht in der Gruppe sowie dem Angebot, in der Familie bleiben zu dürfen. Aber er hat natürlich auch etwas dafür getan, nämlich die Chance auf ein anderes Leben angenommen, verantwortungsbewusst und fleißig seine Arbeit erledigt und sich der Familie als ehrlich und vertrauenswürdig präsentiert.

Es kommt bei der Betreuung krimineller Jugendlicher auf zwei Dinge an. Einmal auf die Erwachsenen, die die Chancen eröffnen, ob in Camps, Wohnheimen oder in welchen Projekten auch immer und auf der anderen Seite ist der Jugendliche aber auch selbst gefragt. Lässt er/sie sich motivieren? Nimmt er die Chance wahr? Ergreift er/sie die dargebotenen Hände?

Es ist leicht, bei dem zu bleiben, was man kennt und sei es auch nur, Straftaten zu begehen.
Doch es erfordert großen Mut und Durchhaltevermögen, ja Tapferkeit, sich auf vermeintlich fremdem Terrain zu behaupten und nicht gleich bei kleinen Mißerfolgen, wie sie im Leben leider immer vorkommen, die Flinte wieder ins Korn zu werfen und rückfällig zu werden.

Mario soll anderen gestrauchelten Jugendlichen zeigen, dass sogar das Unmögliche möglich ist, wenn man es will und nicht aufgibt. Zugegeben, für ihn war es noch relativ einfach, den Rückweg zu finden. Bei Anderen (im realen Leben) wird der Mut zur Umkehr wahrscheinlich wesentlich mehr Kraft erfordern, als die einfachen normalen Aufgaben zu erledigen, die in einem Camp bei den Jungs anfallen. Da ist der innere Kraftakt des sich Einlassens viel höher zu bewerten und anzuerkennen, als das äußere Funktionieren, wie z.B. künftig ein straffreies Leben zu führen.

Es ging mir also nicht so sehr um die Person des Mario, als viel mehr darum, durch sein doch nach dem Urteil eher vorbildliches Verhalten auf die Kausalität zwischen eben diesem Verhalten und des für ihn ja zum "Happy End" gewordenen eigentlich strafweise erzwungenen Aufenthalts in der späteren Pflegefamilie, hinzuweisen.

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