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Leselupe.de > Kurzprosa
Strandbad
Eingestellt am 17. 08. 2005 16:00


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Mika
AutorenanwÀrter
Registriert: Jul 2003

Werke: 16
Kommentare: 6
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Sommer, Sonne und Wonne. Und heute fragt mich der liebreizende G., ob ich nicht Lust habe, morgen mit ihm baden zu fahren. Weil es morgen doch so heiß wird, weil Ferien sind und weil er einfach Lust hat, mit mir ins Freibad zu gehen.
Klingt gut.
Denn das heißt G. in knapper Badehose und sich gegenseitig mit nach Orangen duftender Sonnenlotion eincremen. Nicht zu vergessen, ihn mit meinen ausgezeichneten SchwimmfĂ€higkeiten beeindrucken und ihm notfalls durch Mund-zu-Mund-Beatmung das Leben retten.

Das Problem: Ich habe weder Badeanzug, noch Bikini.
„Ja, kaufst du dir halt einen“, meint meine Mutter.
Grandioser Vorschlag, aber wie soll ich denn bitteschön innerhalb von 24 Stunden an Badebekleidung kommen, wo wir doch fernab jeglicher Zivisilation zwischen zwanzig Dörfern wohnen?
Erst habe ich darĂŒber nachgedacht, mir selbst einen Bikini zu basteln, aus BlĂ€ttern oder so, davon gibt es im Sommer ja schließlich genug. Diese Idee habe ich mir allerdings gleich wieder aus dem Kopf geschlagen, da ich handwerklich ĂŒberhaupt nicht talentiert bin.
Sich Badebekleidung ausborgen funktioniert nicht, da meine Freundinnen natĂŒrlich ebenfalls alle Schwimmen sind.
Bleibt noch nackt baden. Das wĂ€re eine Überlegung wert, aber was soll ich denn da als BegrĂŒndung anbringen, dass ich nichts anzuziehen habe oder ein „Ich bin ĂŒberzeugte Nudistin!“?
Stimmt ja auch gar nicht. Ich meine, meine liberale Erziehung in allen Ehren, aber es muss wirklich nicht sein, dass derartige Offensichtlichkeiten sich zu meiner fundamentalen Lebenseinstellung entwickeln. Nicht dass ich irgendein unnatĂŒrliches VerhĂ€ltnis zu meinem Körper hĂ€tte. Meine Figur ist wirklich passabel, aber deswegen muss ich sie ja nicht gleich allen Leuten prĂ€sentieren. Wer will noch mal gucken, wer hat noch nicht...

Eigentlich begann diese Antipathie gegenĂŒber der entblĂ¶ĂŸten Badevariante bereits in frĂŒhester Kindheit, in der mich meine Eltern jeden Sommer mit an den FKK-Strand genommen haben.
Ich weiß ja auch nicht, wieso wir nie an „normalen“ StrĂ€nden waren, vielleicht hatten meine Eltern selbst keinerlei Badekluft, da sie aus der Deutschen Demokratischen Republik kamen, und da war ja so ziemlich alles Mangelware.
Seitdem leide ich jedenfalls unter einer Art Trauma oder Aversion gegen das Nackt-Baden.
Das heißt nicht, dass ich es generell ablehne oder verklemmt bin, im Gegenteil. „Mit dir kann man ĂŒber alles so gut reden, sogar ĂŒber Sex“ sagt meine Freundin immer und erzĂ€hlt mir dann von den Orgasmusschwierigkeiten mit ihrem Freund. Jaja, Mika, die Sexualtherapeutin.
Doch deshalb ist mein Problem immer noch nicht gelöst...

Ein Königreich fĂŒr einen Badeanzug!
Von mir aus darf es auch einer mit Ripp oder in rosa sein. Als ich zehn war hatte ich mal so einen, mit Schleifen an den HĂŒften und einer Katze vorn drauf. Damals fand ich das richtig schick, heute wĂ€re mir das wahrscheinlich eher peinlich, aber immer noch besser als nackt.

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