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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Strange Days
Eingestellt am 16. 05. 2015 16:14


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Bird of Dawn
Hobbydichter
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Strange Days
Stan. Neunzehn.
Wei├če Turnschuhe, skinny Jeans, fast schulterlanges, rabenschwarzes Haar, es gl├Ąnzt wie Obsidian. Ein wenig zu d├╝nn, seine Statur.
Nach dem letzten, und er meinte letzten Versuch, seine Johanna zur├╝ckzugewinnen auf dieser Party, Studentenparty in der Kneipe in Uni-N├Ąhe, fielen die Tropfen des au├čergew├Âhnlich kalt anmutenden Regens auf sein von so vielen Gef├╝hlen geplagtes Haupt. Sie war verloren f├╝r ihn. Er war nichts f├╝r sie.
Mit schweren Schritten stapfte er in Richtung der verschmockten Haltestelle, seine Reflektion in den Autoscheiben lie├čen ihn fast in Selbstmitleid ertr├Ąnken, so ein armer Junge.
Bereits aus der Ferne vernahm er das grausige, doch vertraute Quietschen der U-Bahn, er musste sich sputen, flog in Eile die Treppen herunter, so kam es ihm vor und wurde erfasst von dem k├╝hlen Sto├č an abgestandener Untergrundluft, die ihn wie ein Pesthauch umh├╝llte.
Die Bahn hielt, sein Abteil war leer, nicht verwunderlich zu der Uhrzeit, das Licht flackerte, er war so unendlich m├╝de und warf sich auf den ihm n├Ąchsten Platz. Ruckartig fuhr die Bahn los in die ewige Nacht des Tunnels.
An der n├Ąchsten Haltestelle, das bekam er noch mit, stieg ein breitschultriger Mann ein, sehr zwielichtig, doch auch er war Stan egal. Wieder setzte sich die Bahn in Bewegung. Stans Aufmerksamkeit richtete sich auf das Werbeschild eines Restaurants, es erinnerte ihn an das letzte Abendmahl. Warum? Wein und BrotÔÇŽ

Er erwachte.
Die Haltestelle war ihm doch g├Ąnzlich unbekannt. Das Licht flammte mittlerweile nur noch ab und zu auf, er war wieder allein im Abteil. Langsam setzte er sich auf, war er doch beim eind├Âsen fast vom Sitz geglitten, ein Fettfleck hatte sich am Fenster gebildet, an dem er sich angelehnt hatte, seine Schn├╝rsenkel waren offen. Er lie├č den Blich schweifen, der U-Bahn Gleis war in ein fahles, kr├Ąnklich gelbes Licht getaucht, das die meisten Ecken im Dunkeln lie├č, es tropfte von der abbl├Ątternden Decke, das Gew├Âlbe hatte H├Âhlencharakter, es fehlen nur noch die Flederm├Ąuse, dachte sich Stan, ideenlos und unentschlossen, was er tun sollte. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die Bahn gar nicht mehr weiter f├Ąhrt, die T├╝r war ge├Âffnet, ein merkw├╝rdiger, nicht zuzuordnender Geruch fand den Weg in seine Nase. Jetzt war er wach.
Stan richtete sich auf und ging durch den Waggon bis zur Cockpit-T├╝r, fand diese unverschlossen und trat, nach dreimaligem Anklopfen, ein. In dem engen Raum war direkt ersichtlich, dass niemand da war, Stan dr├╝ckte die quietschende T├╝r wieder auf und stand nun ratlos mitten in der Bahn. Sein Handy. Er langte in die Tasche seiner Jeans, versuchte es anzuschalten aber nichts tat sich.
Dann leuchtete das Display auf, der Begr├╝├čungston schallte aus dem kleinen Lautsprecher und wirkte doch so laut, lie├č Stan zusammenzucken. Er gab seine PIN ein und wartete, bis das Ger├Ąt vollst├Ąndig hochgefahren war, auch Empfang gab es da unten, drei Balken, mehr als genug, das nahm Stan seine Angst, sein Unwohlsein und direkt fand er sich kindisch, wie er nur weil er seine Haltestelle verpasst hatte, innerlich durchaus panikhaftes Unwohlsein versp├╝rte. Er steckte, von neuerlichem Selbstbewusstsein erf├╝llt, sein Mobiltelefon wieder in die Tasche seiner engen, verwaschenen Jeans und stieg mit flottem Schritt aus der U-Bahn.
Fl├╝chtig lie├č er seinen Blick durch das Dunkel und Zwielicht des merkw├╝rdigen U-Bahnhofs schweifen, ihm fiel nichts Markantes auf. Das Schild mit dem Namen der Station fehlte. Was sollÔÇÖs.
Stan beschloss sich nicht n├Ąher Gedanken um den leicht mysteri├Âsen Zwischenfall zu machen und schwebte mit seinen Gedanken bereits wieder bei seiner verlorenen Liebe, als er die leicht glitschigen Stufen empor stieg, begleitet von einem leichten Dunst, der den Geruch, der nicht bahnhofstypisch der nach Pisse war, in sich aufgesogen zu haben schien.
Stan z├╝ckte sein Handy, schrieb seiner Mutter eine schnelle SMS, dass er sp├Ąter kommen w├╝rde: ÔÇ×bin in u-bahn eingepennt. komme sp├Ąter.ÔÇť Mit einer flinken Bewegung war das Ger├Ąt auch schon wieder in der Tasche. Doch. Wo war sein Portmonee? Er tastete die Taschen ab, allzu viele waren es nicht, hatte er ja keine Jacke an, trotz des Wetters, ihm wurde nicht kalt.
Es war weg, vielleicht ja in der Bahn aus der Hose gefallen, vermutlich beim schlafen, er eilte die Treppe runter. Lautlos war sie fort. Keine Bahn mehr, braune Schienen im d├Ąmmrigen Licht. Stan dachte, wie immer nicht viel. Ein Anruf beim Fundb├╝ro der Verkehrsgesellschaft, und er hat es wieder. Erneut m├╝hte er sich die Treppen hoch.
Oben angekommen fiel ihm auf, dass es doch irgendwie dunkler wirkte, als noch einige Zeit vorher, dabei war es tiefe Nacht. Die Stra├čenlaternen strahlten ein ├Ąhnlich gelbliches Licht aus, wie die, in der Station. In seinem Stadtteil gab es nur moderne LED Beleuchtung, er empfand auch die Gegend als eher heruntergekommen, der obligatorische Einkaufswagen, den jemand entwendet hatte, stand neben einer verfallenen Kneipe. Er suchte ein Stra├čenschild und wurde f├╝ndig, der Name war ihm irgendwie bekannt, er konnte ungef├Ąhr absch├Ątzen, wo er sich befand. Die Richtung, aus der die U-Bahn kam sollte ja die richtige sein.
Wenn er denn w├╝sste, woher sie gekommen war. Er beschloss einfach nach rechts zu gehen, da ging es bergab, vielleicht taucht ja etwas Bekanntes auf, vielleicht hat es ja noch jemanden zu entsprechender Stunde hier nach Drau├čen verschlagen, der ihm helfen kann. In dem Moment dachte er nicht an die GPS Funktion seines Handys, noch nicht, er lief und lief, an einer imposanten, reich ornamentierten, opulenten Friedhofspforte, an einem weniger imposanten Supermarkt, vorbei, da fiel ihm sein Handy ein. Der Regen hatte grade eben aufgeh├Ârt, Stan lehnte sich an ein Stra├čenschild, das Display leuchtete, eine Fehlermeldung tauchte auf, die Nachricht an seine Mutter konnte nicht verschickt werden, er tippte auf ÔÇ×Noch mal versuchenÔÇť. Die GPS Funktion lie├č ihn nat├╝rlich auch im Stich, was hatte er anderes erwartet.
Er setzte sich wieder in Bewegung.

Johanna. Es f├╝hlte sich alles so echt an f├╝r eine Zeit, so ├Âffneten wir doch unsere Herzen einander, beide schienen sie in derselben Melodie zu klingen, innig war unser Beisammensein, harsch das Ende, du bist fort. Nicht aus meinem Herzen, niemals, egal wie zornig ich grade in diesem Moment innerlich bin. Ich bin f├╝r dich gestorben, sagst du. Ich will immer f├╝r dich da sein, erwiderte ich. Und du gingst und warst nicht mehr da. Heute sollte mein Tag sein, der Prinz wollte seine Prinzessin zur├╝ckerobern im Sturm. Die Prinzessin lag wieder in den Armen meines Vorg├Ąngers.
Es war einiges, was unseren Tanz aus dem Takt gebracht hat.
So waren wir zu jung und unerfahren und was kam, war das Leben.

Das Gef├Ąlle der Stra├če nahm zu, ein kleiner Bach aus Regenwasser floss, obwohl es doch seit einiger Zeit aufgeh├Ârt hatte, neben Stan die Stra├če runter. Allgemein, fand er, war das Bild, das er gab wie in einem Musikvideo: von der Liebe und dem Gl├╝ck verlassen, an einem verwegenen, fremden Ort, der Dunkelheit ausgeliefert, in ihren F├Ąngen, ausgelaugt, nass, wie ein Stra├čenk├Âter.
Seinen Kopf zu Boden gerichtet, schritt Stan weiter, noch immer war alles fremd und er allein. In einer Pf├╝tze nahm er jedoch die Reflektion eines roten Neonlichts war, sein Haupt schnellte hoch und er sah, dass sich in einiger Entfernung eine derart beleuchtete Lokalit├Ąt befand. Er hielt darauf zu, es war niemand im Halbdunkel vor dem Schuppen zu sehen, selbst, als er n├Ąher heran kam, konnte er nicht erkennen, welcher Art der Laden war, aber er schien ge├Âffnet zu sein, ein rauer Windsto├č fegte mit pl├Âtzlicher Wucht ihm entgegen und peitschte sein nasses Hemd an den schlanken K├Ârper.
Er trat weiter vor, zur Fassade des Hauses und blickte in ein Schaufenster, das nur von der roten Neonr├Âhren-Umrandung beleuchtet wurde. Es war verh├Ąngt, mit schwerem Stoff, doch man sah einige Zeichnungen und Plakate, seltsam okkult anmutend, merkw├╝rdige Symbole, Angst einfl├Â├čende Skizzen von Kreaturen aus Lovecrafts zu Papier gebrachten Albtr├Ąumen, auch von missgestalteten Menschen, vergilbte Photos. Der Eindruck ,den der Laden machte und auch seine Vernunft lie├čen ihn innehalten, so schien dies kein Gesch├Ąft zu sein, in dem man alleine zu sp├Ąter Stunde verkehrt. Vielleicht war es die M├╝digkeit und die Gleichg├╝ltigkeit, die mit dieser Hand in Hand ging, die ihn veranlasste, nach z├Âgerlichem Klopfen, die T├╝r zu ├Âffnen.
Er wurde umh├╝llt, alle Sinne schienen ber├╝hrt, umschmeichelt, auf nie da gewesene Weise. Es war dunkel, nur einige Schatten r├Ąkelten sich im D├Ąmmerlicht, welches von den wenigen, in Flaschen steckenden, blutroten Kerzen ausging. Ein bet├Ârender Geruch, den Stan nicht einzuordnen wusste umgab ihn, er h├Ârte eine harte, pulsierende Musik von weiter weg zu ihm emporsteigen. Der Boden war so weich, es f├╝hlte sich nicht an wie stehen, er schwebte, seinen Blick auf die W├Ąnde gerichtet, sie waren teils ebenfalls mit Stoff verhangen, teils zierten gestochen scharfe Zeichnungen die dunkelrote Wandfarbe, einige alte Regale, aus sichtlich schwerem Holz, versehen mit schaurigen Intarsien bildeten die M├Âbelst├╝cke. Schatten tanzten an den W├Ąnden, sich rhythmisch bewegende K├Ârper. Links von Stan war in einer Nische ein schwarz gestrichener Empfangstisch, eine einzelne Kerze warf ihr unruhiges Licht auf bleiche Haut. Er erkannte eine Person, wie in Zeitlupe bewegte er sich n├Ąher, es waren doch nur wenige, kurze Schritte, begleitet von der sph├Ąrischen, donnernden Musik, von dem umh├╝llenden Odor. Stan erkannte die bleiche Haut als Arm einer Frau, die in einen tiefschwarzen, kuttenartigen Mantel geh├╝llt war, die Kapuze ├╝ber den Kopf gezogen, zwei Blitze, funkelten ihn an. Sprachlos, nicht mehr m├Ąchtig etwas zu tun oder zu lassen, sah er zu, wie die verh├╝llte Frau ihm ihren bleichen, d├╝rren, mit feinen, silbernen Ringen geschm├╝ckten Finger auf den Mund legte, er war eiskalt und wei├č wie Schnee. Neben dem Tresen f├╝hrte eine schmale Treppe in ein Kellergew├Âlbe, ein gotisch verziertes Gel├Ąnder bot ihm Halt, w├Ąhrend er, von der grazilen Hand geleitet, immer noch in langsamen Bewegungen die Stufen hinab ging. Die Musik wurde lauter, doch schien sie noch immer fern, wie durch Watte vernommen. Auch war es k├╝hl, mehr als drau├čen, aber seltsam angenehm.
Als Stan die wenigen Stufen bis nach unten geschwebt war, die Gestalt hinter ihm hatte wieder von ihm abgelassen, hob er seinen Blick. Auch in diesem Raum war es d├╝ster, eine Art Nebel hing in der Luft. Er erkannte eine Bar, daneben Menschen mit Instrumenten, eine Band, langsam aber ekstatisch tanzende Gestalten, K├Ąfige, Stangen, um die sich Schatten wie Schlangen wanden.
Die Kleidung der Gestalten, sie mutete teils fast vornehm an, so fielen Stan die Brautkleider und feinen Anz├╝ge auf, auch die taillierten, hautengen Korsetts, die langen M├Ąntel, Zylinder, Gehst├Âcke mit Silbergriffen. Alles wirkte aus der Zeit gefallen, der Raum, die Gestalten, eine Wahrnehmung wie durch einen verschleiernden, leicht tr├╝ben Filter, der dieser Situation einen unglaublich morbiden Charakter gab, untermalt von der nie endenden Begleitung durch den hageren Mann am Spinnett, der sich einf├╝gte in die kumulierende Wolke aus schleppendem Rhythmus und verzerrten Gitarren.
Unbemerkt schmiegte sich eine der ├Ątherischen Gestalten, totenblass, schlank, pechschwarzes Haar umspielte ihre femininen Z├╝ge von der Seite an Stans Schulter. Ein zarter Hauch einer Person. Schwarze Lippen sangen seine Melodie, nahmen ihn an sich, nahmen ihn mit sich. Sein K├Ârper glitt ihrem Schatten nach, durch den Raum ganz langsam. Das verlockende Polster eines h├Âlzernen Barstuhls empfing seinen doch gar nicht mehr so weltlichen K├Ârper, ein Mann auf der anderen Seite des Tresens lie├č den gr├╝nlichen Absinth in das kristallene Glas flie├čen, dicke Locken wallten ├╝ber seine Schultern, die ein brokatenes Hemd umh├╝llte.
Stans Begleiterin griff mit ausgestrecktem Arm nach den Gl├Ąsern, nahm ihres, trank es mit sichtlichem Genuss und leckte sich die makellosen Lippen.
Danach ber├╝hrte sie mit ihren spitzen Fingern├Ągeln sein Kinn, fuhr langsam seinen Hals hinab und packte ihn leicht am Kragen seines Hemds, zog ihn mit einem eisigen Funkeln in den Augen n├Ąher an sich, ├Âffnete ihren Mund, er tat es ihr gleich. Sie goss das Getr├Ąnk in seinen Rachen, es glitt hinunter, er schluckte und W├Ąrme breitete sich in ihm aus. Auf einer Kiste neben Stan, wie ihm erst jetzt aufzufallen schien, wand sich eine Sch├Ânheit, mit blonden, toupierten Haaren, um sie geschlungen sah er eine Schlange, es wirkte so selbstverst├Ąndlich, beide zuckten im Takt der Musik.
Als Stan seine Aufmerksamkeit wieder seiner Begleiterin zukommen lie├č, sah er, wie diese eine Nadel aus einem Etui zog, silbern blitzend, glatt und gef├Ąhrlich. Er war gebannt, ihr L├Ącheln, was w├╝rde passieren? Sie schob sein Shirt hoch und beugte sich zu ihm. Kurz blickte sie ihm noch mal in die Augen, dann n├Ąherte sich die Hand mit der Nadel seinem K├Ârper. Er sp├╝rte nichts au├čer ihrer Zunge, die das austretende Blut Tropfen um Tropfen aufnahm. Schnell versiegte jedoch diese Quelle seines Lebenssafts, sie gab sich zufrieden mit dem was sie bereits bekommen hatte. Es folgte mehr Absinth. Nichts ver├Ąnderte sich, fl├╝chtig streiften dann und wann Personen an Stan vorbei. Mit seiner Begleiterin wechselte er auf eine nahe gelegene Bank. Ihm fiel auf, dass sie die ganze Zeit noch kein Wort gewechselt hatten, es kam ihm dennoch nicht in den Sinn etwas zu sagen, sein Mund blieb verschlossen, in einem hinteren Teil des Raumes sah Stan Szenen, zwei Frauen gossen sich lustvoll gegenseitig roten Wachs auf die entbl├Â├čte Brust, eine andere erschien gebieterisch angekettet in einem K├Ąfig, versuchte sich aufzurichten, kleine Teufel schluckten brennenden Spiritus. Ein breitschultriger Mann, der etwas w├Âlfisch Wirkendes an sich hatte trat aus dem Schatten einer Nische, er schaute auf zu einer der kalt lodernden Flammen in einem Kessel, der unter einer Decke hing, kalt wie das Mondlicht, gr├Ąuliches Feuer.
Der bleiche, ├Ąsthetische Arm des Wesens, das seine Begleiterin war, ber├╝hrte sein Bein, sein K├Ârper spannte sich leicht an, sie zog ihn mit der anderen Hand zu sich, ihr Atem traf seinen Nacken, s├╝├člich.
Die wenigen D├Ąmmerlichter schienen immer dunkler zu werden. Stan w├╝rde seine Seele verlieren, es w├╝rde diese Nacht sein. Langsam, ganz langsam verschwamm die Welt mit seinen Gedanken ins Nichts.

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DocSchneider
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Hallo Bird of Dawn, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Sch├Ân, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Ma├če an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

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Es ist Dir gelungen, die aufgebaute Spannung bis zum Ende durchzuhalten. Dabei schaffst Du eine bildreiche Atmosph├Ąre. Einige kleine Schnitzer bez├╝glich Gro├č- und Kleinschreibung solltest Du noch ausmerzen.


Viele Gr├╝├če von DocSchneider

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rothsten
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Hallo Bird of Dawn,

ich liebe auch Kafka und Austern. Elvis ist mir zumindest bekannt.

Zu Deinem Text:

quote:
Nach dem letzten, und er meinte letzten Versuch, seine Johanna zur├╝ckzugewinnen auf dieser Party, Studentenparty in der Kneipe in Uni-N├Ąhe, fielen die Tropfen des au├čergew├Âhnlich kalt anmutenden Regens auf sein von so vielen Gef├╝hlen geplagtes Haupt. Sie war verloren f├╝r ihn. Er war nichts f├╝r sie.

- Regen mutet nicht kalt an, er ist es einfach. Und warum au├čergew├Âhnlich? Wof├╝r ist das wichtig?

- Wenn Du mir als Leser eine Geschichte schreiben m├Âchtest, die mich ergreift, dann solltest Du Gef├╝hle mittels Handlung erzeugen. So ist mein Haupt nur von einem Gef├╝hl geplagt: Unverst├Ąndlichkeit.

quote:
Mit schweren Schritten stapfte er in Richtung der verschmockten Haltestelle, seine Reflektion in den Autoscheiben lie├čen ihn fast in Selbstmitleid ertr├Ąnken, so ein armer Junge.

- Was sind "verschmockte" Haltestellen? "Schmock" ist Jiddisch f├╝r T├Âlpel.

- "seine Reflektion in den Autoscheiben lie├čen ihn fast in Selbstmitleid ertr├Ąnken"

Ich schreibe das mal auf Deutsch:

"Er sah sich im Spiegel der Autoscheiben und ihn ├╝berkam das Heulen"

Merkst Du was?

quote:
Bereits aus der Ferne vernahm er das grausige, doch vertraute Quietschen der U-Bahn, er musste sich sputen, flog in Eile die Treppen herunter, so kam es ihm vor und wurde erfasst von dem k├╝hlen Sto├č an abgestandener Untergrundluft, die ihn wie ein Pesthauch umh├╝llte.

Punkte w├Ąren nicht schlecht.

Wie abgestandene Luft sto├čen soll, erschlie├čt sich mir nicht. Ich w├Ąhne sie eher tr├Ąge.

"Pesthauch" ... Du wolltest sicher schildern, dass es eklig ist und stinkt. Dann schreib es doch! Pesthauch ist doppelt falsch, weil es keine Pest mehr gibt und sie auch nicht stinkt.


Ich mache hier mal einen Sprung und greife mir nur noch einen Satz exemplarisch raus:

quote:
Er wurde umh├╝llt, alle Sinne schienen ber├╝hrt, umschmeichelt, auf nie da gewesene Weise.

Klare Worte eines Lesers:

Mich interessiert nicht, ob seine Sinne ber├╝hrt oder umschmeichelt werden. Ich will, dass meine Sinne ber├╝hrt oder umschmeichelt werden. Und zwar in nie dagewesener Weise!

Wie schaffst Du das? Nicht, indem Du es blo├č behauptest. Nur, indem Du es mir zeigst - mittels lebendiger Personen mit lebendigen Handlungen.

usw, u.a. daran krankt der ganze Text.

lg

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CPMan
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Hallo Bird of Dawn,

eine nette Idee, deine 'Geschichte'. Geschichte deswegen in Klammern, weil mir scheint, dass es dir haupts├Ąchlich darum geht, Atmosph├Ąre zu erzeugen, die Handlung, der Plot sind eher Nebensache.

Ich finde aber, dass du den Leser mit einem Zuviel an Informationen erschl├Ągst. ├ťberall Adjektive, Adjektive, Adjektive. Das Problem daran ist, dass du dem Leser damit sehr explizit erkl├Ąrst, wie er sich etwas vorzustellen hat. Ich meine aber, dass gute Geschichten das mit weniger W├Ârtern genauso gut, wenn nicht besser k├Ânnen. Deswegen w├╝rde ich dir als erstes raten, die Geschichte zu entschlacken.

Zweitens: Der Satzbau. Hier ein Bespiel:

quote:
Er tastete die Taschen ab, allzu viele waren es nicht, hatte er ja keine Jacke an, trotz des Wetters, ihm wurde nicht kalt.


Verbesserungsvorachlag: Er tastete die Taschen seiner Kleidung ab. Allzu viele waren es nicht, trug er doch nicht einmal eine Jacke. Wozu auch, schlie├člich wurde ihm selten kalt.


Nur so als Idee.

Sprachlich:

quote:
Er lie├č den Blich schweifen, der U-Bahn Gleis war in ein fahles, kr├Ąnklich gelbes Licht getaucht, das die meisten Ecken im Dunkeln lie├č, es tropfte von der abbl├Ątternden Decke, das Gew├Âlbe hatte H├Âhlencharakter, es fehlen nur noch die Flederm├Ąuse, dachte sich Stan, ideenlos und unentschlossen, was er tun sollte.

Blick

ideenlos und unentschlossen = f├╝r mich tautologisch

quote:
Cockpit

Bei Z├╝gen/ Bahnen spricht man eher von der Fahrerkabine, ich jedenfalls denke bei Cockpit sofort an ein Flugzeug.


Gru├č,

CPMAn

P.S.: Willkommen auf der Leselupe


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