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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Strudel
Eingestellt am 11. 07. 2014 18:04


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Bernd
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Wohin bist du gegangen, als die Nachtigall schlug, sag wohin bist du gegangen, als der Morgen knackte? Wo nur bleiben die Telefongespr├Ąche, wo, wo, wo, wo der n├Ąchtliche Ohrwurm, die unterschl├╝pfende Zeit? Ist es ein Schimmel, auf dem du fortrittest? Hast du das Hufeisen getroffen oder den Meister in der ru├čigen Schmiede? Musstest du die Schneek├Ânigin gewinnen und Ewigkeit legen? Eisst├╝cke sind zerbrochen und ausgestreut und quer ├╝ber die Saiten gerutscht, die wie Windharfen klangen oder wie Gl├Ąser im Mondenschein. Gorbunok rettete dich aus siedender Milch und Siegfried badete dich in Drachenblut, doch das alles reichte nicht, du bist gegangen in die Welt zwischen den Welten, wohin auch immer. Der Windhauch reicht bis hierher und meine Gedanken tauen. Wasser flie├čt von den Haaren der Schneegl├Âckchen, sie schlagen Mitternacht. Der Strudel ist im Ofen und die Welt wird gebacken. Ich habe das Schwarze, Angebackene unten abgeschnitten, Kuchenr├Ąndel der Welt, ich verteilte die St├╝cke an die Kinder. Wo bist du, Stern, was ist dir? Bist du die Supernovae am Waldesrand?
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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