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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Stumme Freunde
Eingestellt am 02. 06. 2014 20:58


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hierophantus
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2014

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Es war ein sch├Âner Sonntagmorgen, der seinem Namen alle Ehre machte. Die Sonne schien und brachte den wei├čen Schnee auf den Wegen zum Leuchten, dass es in den Augen wehtat, wenn man zu lange hinsah. Julian kam gerade von seinem all sonnt├Ąglichen Joggen, und freute sich ├╝ber den sch├Ânen Tag mit seiner klaren Luft. Seine F├╝├če versanken kn├Âcheltief im Schnee und so zogen sich deutliche Spuren durch den Schnee, wo er gegangen war.
Pl├Âtzlich h├Ârte er den Schnee hinter sich knirschen. Als er sich umdrehte, entdeckte er ein M├Ądchen mit rotem Haar, das ihn freundlich anlachte. Er l├Ąchelte zur├╝ck, dann schlenderte er weiter. Nach einer Weile bemerkte er, dass das M├Ądchen neben ihm ging und sich wie er nicht an dem leuchtenden Wei├č satt sehen konnte. Auch nach einigen Abzweigungen blieb das M├Ądchen neben ihm, aber das st├Ârte ihn nicht. Auf einmal sp├╝rte er, wie es stehen blieb und ihn an der Schulter fasste. Als er sich umdrehte, bemerkte er, dass sie auf ein St├╝ck Weg hinter ihnen wies, auf dem zwei Kohlmeisen einen spielerischen Tanz auff├╝hrten. Es sah sch├Ân aus in dem Schnee, wie sie hin und her sprangen, die K├Âpfe aneinander rieben, und durch die gefrorenen Bl├Ątter h├╝pften, dass diese hoch stoben und in der Sonne glitzerten. Dies alles geschah ohne jeden Laut, denn der Schnee schluckte alle Ger├Ąusche und h├╝llte die Welt in ein and├Ąchtiges Schweigen. Auch Julian und das M├Ądchen schwiegen, w├Ąhrend sie ihren gemeinsamen Weg fortsetzten, in einem stummen Einverst├Ąndnis, bis der Weg an einer Gabelung endete und sie einander zur Verabschiedung zunickten, bevor sie jeder in eine andere Richtung in den Schnee davon liefen.
Er und das M├Ądchen hatten kein einziges Wort gewechselt, aber dennoch war sich Julian sicher, dass sie eine Menge gemeinsam hatten. Es ├╝berraschte ihn, wie viel er ├╝ber sie zu wissen glaubte, obwohl oder gerade weil sie kein einziges Wort gesprochen hatten.
Am n├Ąchsten Sonntag traf er das M├Ądchen wieder und auch dieses Mal sprachen sie nicht miteinander. Sie verbrachten den Heimweg gemeinsam, sahen den V├Âgeln zu und betrachteten Eiszapfen, die von den B├Ąumen hingen. So war es auch in der n├Ąchsten Woche und in der ├╝bern├Ąchsten. Doch irgendwann wurde Julian dieser eigenartigen Stille m├╝de und sprach, als sie vor der Gabelung anhielten um sich zu verabschieden, das M├Ądchen an. „Wie hei├čt du eigentlich?", fragte er sie. Das M├Ądchen ├Âffnete den Mund, als wolle sie etwas sagen, doch dann schloss sie ihn wieder und zuckte mit den Schultern. Sie tippte sich ans Ohr und sch├╝ttelte traurig den Kopf. Da begriff Julian, dass das M├Ądchen taub und stumm war, aber er begriff zur selben Zeit, dass es ihm nichts ausmachte, fasste sie am Arm und zog sie mit sich, w├Ąhrend er den zugeschneiten Weg entlanglief und von da an waren sie Freunde.

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