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Leselupe.de > Kurzprosa
Stumme Jahre
Eingestellt am 20. 12. 2008 14:10


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Perry
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Stumme Jahre


Auch dieses geht zu Ende, wie es begonnen hat: Alles ist auf seinem Platz, unverr√ľckbar. Ich lege mich sp√§t ins Bett, stehe noch sp√§ter auf. W√§rme den Rest Bohnen vom Sonntagsessen auf, das du immer mit mehr Hingabe bereitet hast, als ich es jemals k√∂nnte. Ein Korn zur Verdauung regelt Manches und erw√§rmt zumindest kurzzeitig den Hohlraum in mir, l√§sst die Eisblumen am Fenster farbig bl√ľhen im Licht der alternden Sonne.

Abends gehe ich mit dem Hund von Laterne zu Laterne in der Hoffnung jemanden zu treffen, der sich freut wie er nach den glitzernden Flocken springt. Mein Leben besteht aus einem Album mit Polaroidfotos, auf denen das Lachen immer mehr verblasst. Auf dem Regal liegen Muscheln von Stränden, die mir längst fremder sind als die Bilder.

Manchmal setzte ich den Jeanshut auf, den ich mir damals in der Carnebystreet gekauft habe, als die Beatles noch Love me do zu unseren K√ľssen sangen. Heute stehen ihre Platten verstaubt im Regal neben all den Worten, die keiner lesen will, in diesen Jahren ohne Sprache.


Version vom 20. 12. 2008 14:10

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KaGeb
Guest
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Hallo Perry,

ein melancholischer Text, der meiner Meinung nach eine Spur zuviel Selbstmitleid beinhaltet. Er gefällt mir durchaus, manche Wortspiele finde ich sehr gelungen. Vielleicht wäre es gut, ihn am Ende nach einer Platte greifen zu lassen. Nur so eine Idee.
Anbei noch ein paar Vorschläge (wie es "mir" besser gefiele):


Auch dieses geht zu Ende, wie es begonnen hat: Alles ist auf seinem Platz, unverr√ľckbar Es hat sich nichts ver√§ndert.. Ich lege mich sp√§t ins Bett, stehe noch sp√§ter auf. W√§rme den Rest Bohnen vom Sonntagsessen auf, das du immer mit mehr Hingabe bereitet hast, als ich es jemals k√∂nnte. Ein Korn zur Verdauung regelt Manches und erw√§rmt zumindest kurzzeitig den Hohlraum in mir, l√§sst die Eisblumen am Fenster farbig bl√ľhen im Licht der alternden Sonne. Kurzzeitig.

Abends gehe ich mit dem Hund von Laterne zu Laterne in der Hoffnung, jemanden zu treffen, der sich freut, wie er nach den glitzernden Flocken springt. Mein Leben besteht aus Polaroidfotos in einem Album voller Polaroidfotos, auf denen das
, deren Lachen immer mehr verblasst. Auf dem Regal liegen Muscheln von Stränden, die mir längst fremder sind als die Bilder.

Manchmal setzte ich den Jeanshut auf, den ich mir damals in der Carnebystreet gekauft habe, als die Beatles noch Love me do zu unseren K√ľssen sangen.

Vielleicht kannst Du was davon gebrauchen. Auf jeden Fall gern gelesen.

LG, KaGeb

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Perry
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Hallo KaGeb,
Danke f√ľr deine Einsch√§tzung und die Anregungen. Manche sind stilbedingt, andere wie die "Polaroidfotos" und "deren" greife ich gerne auf.
Nat√ľrlich war es nicht meine Absicht den Text wehleidig klingen zu lassen, eher resignierend und wehm√ľtig erinnernd.
LG
Manfred

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Kasper Grimm
Guest
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Ich finde den Text so, wie er ist, gut, einfach gut. Er fängt eine Stimmung ein, die wir alle nur zu gut kennen, wir mählich Alternden, die bis vorgestern noch in dem Wahn gaukelten, ewig jung und entscheidend zu sein. Der Text ist auch darum nicht selbstmitleidig, weil er vielmehr mittelaltermitleidig ist, also eine ganze heutige Generation mitmeint. Knappe, treffende Bilder. Eine Art Prosagedicht.
LG Kasper

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Perry
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Hallo Waldemar,
interessante Sichtweise, aber es w√§re schlimm, wenn man sich mit den Inhalten aller Gedichte anfreunden m√ľsste. Gut, dass du toleranterweise Textdarstellung und Aussage trennst.
Ich w√ľrde nicht unbedingt von einer Zwischendepression sondern eher von dem wehm√ľtigen Erkennen sprechen, dass jede Zeit ihre Sprache hat. Das schlie√üt √ľbrigens nicht aus, dass das Lebenschiff nicht noch einmal seinen Ankerplatz verl√§sst.
Danke und LG
Manfred

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

hallo @perry, ich hab mir den sch√∂nen text nochmal angesehn und mach dir ein paar kleine vorschl√§ge dazu, die ihm bestimmt nicht schaden w√ľrden.

quote:
Auch dieses geht zu Ende, wie es begonnen hat: Alles ist auf besser: an seinem Platz, unverr√ľckbar. Ich lege mich sp√§t ins Bett, stehe noch sp√§ter auf. W√§rme den Rest Bohnen vom Sonntagsessen auf, das du immer mit mehr Hingabe bereitet hast, als ich es jemals k√∂nnte. Ein Korn zur Verdauung regelt manches und erw√§rmt zumindest kurzzeitig den Hohlraum in mir, l√§sst die Eisblumen am Fenster farbig bl√ľhen im Licht der alternden besser: jungen Sonne.

Abends gehe ich mit dem Hund von Laterne zu Laterne in der HoffnungKomma jemanden zu treffen, der sich freutKomma wie er nach den glitzernden Flocken springt. Mein Leben besteht aus einem besser: ist zu einem Album mit voller Polaroidfotos geworden, auf denen das Lachen immer mehr verblasst. Auf dem Regal liegen Muscheln von Stränden, die mir längst noch fremder sind als die Bilder.

Manchmal setzte ich den Jeanshut auf, den ich mir damals in der Carnabystreet gekauft hatte, als die Beatles noch "Love me do" zu unseren K√ľssen sangen. Heute stehen ihre die Platten verstaubt im Regal neben all den Worten, die keiner mehr lesen will, in diesen Jahren ohne Sprache.

melancholie ist etwas ganz anderes als selbstmitleid; der text ist keine spur wehleidig, sondern sagt nur, was ist. nach weihnachten werden die tage schon wieder l√§nger, und weil das wort "abend" erst sp√§ter kommt, w√ľrde ich die sonne jung machen - das w√§r ein dezenter kontrast zur schwarzen galle.

ich halte deinen prot f√ľr einen mann, wegen der sache mit den bohnen und dem korn und dem hohlraum.

liebe gr√ľ√üe aus m√ľnchen

bluefin

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