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Stummer Zeuge
Eingestellt am 10. 07. 2010 14:07


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Anett Schmidt
Hobbydichter
Registriert: Jul 2010

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Stummer Zeuge

Das Pfandhaus, in welches mich Lisa brachte, war nicht weit entfernt von dem Haus in dem sie eine kleine zwei Zimmerwohnung hatte. Es war nicht das erste Mal das ich hierher musste, ich kannte das schon. Man schenkte mich Lisa zum bestandenen Abitur und seither begleite ich sie ├╝berall hin, au├čer wenn das Geld knapp war und ich f├╝r einige Zeit im Pfandhaus darauf wartete,dass Lisa mich wieder ausl├Âste.
ich mochte meine Tr├Ągerin, sie war nicht sonderlich h├╝bsch aber sie war klug und sie behandelte mich gut. Au├čerdem f├╝hrte sie ein interessantes Leben. Wenn Geld da war, reiste sie, war kein`s da jobbte sie mal hier mal da und sie studierte Naturwissenschaft. Obwohl Lisa schon 26 Jahre alt war hatte sie bisher noch keinen richtigen Freund gehabt. Wahrscheinlich lag es daran, dass viele M├Ąnner mit klugen Frauen ein Problem haben.
Ich dachte so ├╝ber meine Tr├Ągerin nach , als ich pl├Âtzlich aus der Vitrine genommen wurde. Endlich dachte ich, es geht nach Hause und zuvor an Lisa`s Handgelenk.
\"Halt,Stopp\", wer war das, der mich da n├Ąher anschaute? Ich h├Ârte wie der Pfandleiher zu dem Mann sagte:\"Ja, das ist wirklich eine sch├Âne Uhr mein Herr, ihre Frau wird begeistert sein, wirklich ein edles St├╝ck.\"
Was war los? Wo war Lisa? Hatte sie mich etwa vergessen? Viel Zeit zum nachdenken hatte ich nicht, der Pfandleiher und der mir unbekannte Mann wurden sich schnell einig und schon wurde ich in ein neues Etui gesteckt. Um mich herum wurde es v├Âllig dunkel und wie lange ich darin steckte kann ich nicht sagen.Obwohl ich eine Uhr bin, hatte ich mein Zeitgef├╝hl v├Âllig verloren, da mich w├Ąhrend meines Aufenthaltes im Pfandhaus niemand aufzog.
Das Etui wurde ge├Âffnet und ich bemerkte sofort das ich mich in einem Restaurant befand. Dar Mann der mich im Pfandhaus erworben hatte, reichte mich l├Ąchelnd einer Frau, f├╝r die ich wohl nun bestimmt war. Sie nahm mich und band mich um, ich sp├╝rte sofort, dass wir keine Freunde werden w├╝rden.
Sie bedankte sich mit einem Kuss bei dem Mann und da erfuhr ich auch das er Steven hie├č und sie Natascha. Sie w├╝rdigte mich keines Blickes mehr und mir wurde ├╝bel ,dieses Prf├╝m ging ja wohl gar nicht. Ich sehnte mich nach Lisa und bekam von dem Geruch f├╝rchterliche Geh├Ąuseschmerzen. Steven hatte mich eben noch aufgezogen und mich damit zur├╝ck in`s Leben geholt, aber dankbar war ich ihm nicht daf├╝r, eher dachte cih an ein Zahnradversagen oder ├ähnlichem.
Natascha und Steven hatten gegessen und bezahlten, er half ihr in den Mantel und schon waren wir drau├čen.Endlich frische Luft so konnte sich mein Geh├Ąuse von dem s├╝├čen Geruch des Parf├╝ms erholen.
Die Beiden liefen Hand in Hand die Stra├če entlang und dat erkannte ich auch, dass wir uns ganz in der N├Ąhe von Lisa`s Haus befanden.Als wir n├Ąher kamen sah ich, dass bei ihr noc Licht brannte. Sicherlich hing sie noch ├╝ber ihren B├╝chern und lernte f├╝r ihr Studium. Das sah ihr ├Ąhnlich dachte ich, andere vergn├╝gten sich und sie sitzt allein und liest.
Genau vor dem Haus blieb Natascha stehen und holte ihren Schl├╝ssel hervor und sagte:\"Hier wohne ich.\" Und schloss die Haust├╝r auf.Ich wurde vorbei an Lisa`s Wohnungst├╝r getragen, so laut ich nur konnte begann ich zu ticken, in der Hoffnung sie h├Ârt mich, vergebens. Ich landete in der Wohnung ├╝ber Lisa.
Kaum war die T├╝r hinter den Beiden geschlossen, fielen sie auch schon ├╝ber einander her. Ihre Kleidung hatten sie in Windeseile abgelegt, nur mich hatten sie vergessen und somit wurde ich stummer Zeuge was in dieser Nacht geschah.
Steven und Natascha liebten sich unerm├╝dlich ohne auf jemanden oder etwas R├╝cksicht zu nehmen. Mindestens dreimal wurde ich w├Ąhrend ihres Liebesspiels auf die Bettkante geschlagen. Wenn dies nicht mein sicheres Ende bedeutet h├Ątte, w├Ąre ich am liebsten in tausend Einzelteile zerfallen. Auch den anderen Bewohnern des Hauses, d├╝rften die Liebesschreie von Natascha nicht entgangen sein. ich musste an Lisa denken, ob sie alles geh├Ârt hat?
Steven und Natascha hatten gerade ihren H├Âhepunkt, als sie kurz danach aufstand um etwas zu trinken zu holen. Sie ging zum K├╝hlschrank und wollte gerade die Flasche Sekt greifen, als sie von hinten am Hals gepackt wurde. Stevens H├Ąnde hatten sie umklammert und dr├╝ckten immer fester zu. Sie rang nach Luft und w├Ąhrte sich mit den Armen wild um sich schlagend, ohne Erfolg. Steven w├╝rgte sie so fest, Natascha hatte keine Chance gehabt.Ihre Kr├Ąfte verliesen sie, sie erstickte.
Als er keine Reaktion mehr von ihr sp├╝rte lies er sie einfach los und Natascha fiel mit einem dumpfen knall zu Boden, wobei sie sich am K├╝chentisch noch den Kopf aufschlug. Aber das spielte eh keine Rolle mehr, sie war tot.
Mein Glas war dabei kaputt gegangen, dennoch konnte ich erkennen wie Steven sich rasch anzog und etwas aus der Schublade aus Nataschas Schreibtisches nahm.Es klingelte an der Wohnungst├╝r. Nach einer kurzen Weile ├Âffnete Steven die T├╝r und schlug im selben Moment der Person so fest in`s Gesicht, dass sie gegen die Wand des Treppenhauses prallte.Alles ging so schnell, dass ich nicht sehen konnte wer es war.
Eine Weile war es unheimlich still. Ich hing immer noch an dem Arm von Natascha, die nackt, leblos und mit blutigem Kopf auf dem Fu├čboden ihrer K├╝che lag.
Die Person die von Steven so stark geschlagen wurde, erholte sich allm├Ąhlich und betrat die Wohnung. ich erkannte sie,es war Lisa, meine Lisa.
Sie entdeckte die tote Natascha und rief sofort die Polizei.
Es kamen zwei junge Polizisten ein Mann und eine Frau welche nun Lisa befragten.Viel konnte Lisa ihnen nicht helfen. Der Mann der so schnell au der Wohnung fl├╝chtete und ihr in`s Gesicht schlug, war ihr fremd. Au├čerdem ging alles viel zu schnell. Die Tote kannte sie auch nicht, sie war erst letzte Woche eingezogen, nachdem die alte Dame die vorher hier wohnte wegen ihre hohen Alters und Unzurechnungsf├Ąhigkeit in ein Pflegeheim gebracht wurde.
Der Polizist glaubte Lisa und bat sie noch einen Moment zu bleiben, bis die Kollegen vom Morddezernat da waren. Lisa willigte ein.
Als der Hauptkommissar eintraf, lies er Fotos von der Toten machen und die Kollegen sollten den Todeszeitpunkt bestimmen. Da fiel Lisa`s Blick auf mich, ich konnte sehen wie sie mich von weitem fixierte, schlie├člich sagte sie zu dem jungen Polizeibeamten:\"Die Uhr da, die die Tote am Arm tr├Ągt, ich glaube das ist meine, ├Ąh... besser gesagt war meine.\"
\"Wieso Ihre?\" fragte der Polizist etwas verwundert.\"Wie soll sie denn hier her gekommen sein?\"
Er sah Lisa skeptisch an und sie sagte: Naja vielleicht ist es ja auch gar nicht meine , sieht ihr bestimmt nur ├Ąhnlich hab mich wohl geirrt.\" Der Beamte jedoch lies nicht mehr locker und nahm Lisa in`s Verh├Âr.
Jetzt erz├Ąhlte sie ihm das sie mich vor einiger Zeit ins Pfandhaus gebracht hatte, weil mal wieder das Geld knapp war und sie es diesmal nicht schaffte mich wieder auzul├Âsen. Das wenige Geld welches sie in dem Discounter verdiente reicht gerade mal so zum Leben. Sie sagte das sich auf ihrer uhr auf der R├╝ckseite ihre Initialen befanden, ihre mutter hatte sie eigens f├╝r sie gravieren lassen.
Ich wurde Natascha vom Arm genommen. Der Hauptkommissar und die beiden Polizisten besahen mich nun genauer und fanden die Initialen von denen Lisa gesprochen hatte.
Ich wurde in eine Plastikt├╝te gesteckt. Sie bedankten sich bei Lisa und gingen,mich nahmen sie mit.
Nun war ich ihr durch Zufall so nah gekommen und konnte doch nicht bleiben.
Im Labor auf der Polizeistation versuchte man noch Fingerabdr├╝cke zu finden. Als die Untersuchungen abgeschlossen waren, legte man mich in einem Regal ab. Direkt neben mir lag ein Schlagring und ich fragte mich was der wohl erlebt haben mag. Nach genauerem Hinsehen erkannte ich noch Blutreste und wollte seine Geschichte nicht wirklich wissen. Ein St├╝ck rechts hinter mir lag ein gebrauchtes Kondom. ich musste an Natascha und Steven denken, die in dieser Nacht ohne miteinander geschlafen haben. Aber das war ja der kleinere Fehler, der gro├če Fehler war, Steven zu vertrauen.
Der junge Polizist der Lisa befragt hatte betrat den Raum, nahm mich aus dem Regal und verlie├č mit mir die Polizeistation. Wenig sp├Ąter fand ich mich bei einem Uhrmacher wieder der mein kaputtes Glas erneuerte und mich von innen und au├čen gr├╝ndlich reinigte. Wieder wurde ich in ein Etui gesteckt und mir wurde mulmig bei dem Gedanken was wohl nun mit mir geschehen w├╝rde. Wieder war es v├Âllig dunkel um mich doch ich tr├Âstete mich mit dem Gedanken , dass ich ja Polizeischutz hatte.
Das Etui wurde nach kurzer Zeit ge├Âffnet und ich konnte h├Âren wie der Polizist zu Lisa sagte:\" Die Ermittlungen konnten wir Dank Ihnen schnell abschlie├čen. ├ťber das Pfandhaus gelangten wir an den Namen und die Adresse des M├Ârders. Es handelt sich um einen, schon bei der Polizei registrierten Frauenh├Ąndler, der der Russenmafia angeh├Ârt. Er sitzt seit vorgestern in Haft und wartet auf seine Verurteilung. Die junge Frau war Natascha Uwarow aus Minsk. Ihr war es gelungen, aus dem Milieu der Prostitution zu fliehen. N├╝tzte ihr nur nicht viel, man setzte Steven auf sie an um sie aus dem Weg zu r├Ąumen.\"
Er holte mich aus dem Etui und gab mich Lisa.\"Die habe ich f├╝r Sie reparieren lassen, passen Sie gut auf sie auf.\"
Lisa l├Ąchelte den Polizisten an und so hatte ich sie noch nie l├Ącheln sehen. In`s Pfandhaus musste ich nie wieder.
__________________
A.Schmidt

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