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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Suche Liebhaber
Eingestellt am 17. 04. 2004 18:22


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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

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Ich suche gewiss nicht nach Liebe. Ich will Sex. Genauso steht es in meiner Anzeige: “...z√§rtlich, romantisch, sauber, diskret...”. Ich suche nach einem Liebhaber. Gut soll er sein. Gut im Bett, nat√ľrlich. Mehr will ich nicht. Aber auch nicht weniger. Ich will einen “gebundenen” Mann, denn ich wei√ü, dass die sich mehr M√ľhe geben, dass die geradezu euphorisch liebensw√ľrdig sind, weil sie das Desinteresse und die Langeweile ja bereits zu Hause haben. Schon allein das Wort ‘Seitensprung’ an sich ist Garant f√ľr die beste Seite der Herren. Sie sind meiner Gunst schlie√ülich ausgeliefert. Sie m√ľssen alles tun um sie sich zu sichern. Sie bem√ľhen sich sehr. Die Geliebte ist nicht so anr√ľchig wie eine Prostituierte. Die Geliebte ist jemand, dem man vertrauen, den man vielleicht sogar ein wenig lieben k√∂nnte. Man muss mir vertrauen. Ich k√∂nnte die M√§nner in ernsthafte Schwierig¬≠keiten bringen, wenn ich nur wollte.
Doch ich will nicht. Ich will √ľberhaupt keine Probleme. Ich will jemanden zum v√∂¬≠geln. Nat√ľrlich bin ich nicht von der passiven Sorte, von der Sorte die nur die Beine breit macht und gef√§lligst einen Orgasmus zu bekommen hat. Davon haben die M√§nner in ihren Ehen genug - deshalb suchen sie ja nach jemandem wie mir. Nein - Sex macht mir richtig Spa√ü. Und nicht nur das - das Reden √ľber Sex macht mir genausoviel Spa√ü. Auf diese Art son¬≠diere ich und suche den geeigneten Kandidaten. Ich habe ihn noch nicht gefunden.
“Welches ist deine gr√∂√üte, unerf√ľllte, erotische Fantasie?”
Das ist meistens mein Ein¬≠stiegssatz in das Thema. Und der Einstieg in die Stotterei der M√§nner. Sowas ist noch keiner gefragt worden - schon gar nicht bei einem ersten Treffen, von einer wildfremden Frau. Einer Frau, von der man hofft, sie flachlegen zu k√∂nnen, klar. Da ist dieser Ein¬≠stieg gerade recht. So kann man gleich sondieren, wozu sie gegebenenfalls bereit w√§re. Doch mit wirklich au√üergew√∂hnlichen Fantasien konnte bislang keiner aufwarten. Es l√§uft gera¬≠dezu standardisiert ab. Diese M√§nner, die auf meine Anzeige antworten, sind von einer durchschaubaren, langweiligen Sch√ľchternheit.
“Einmal mit zwei Frauen ist statistisch gesehen, die h√§ufigste Fantasie der M√§nner”.
“Nein, das kann ich mir nicht vorstellen”.
“Kannst du es dir f√ľr dich nicht vorstellen, oder grunds√§tzlich?”
“F√ľr mich”.
“Wieso nicht?”
“Na ja.....”
“W√§rst du √ľberfordert?”
“Mir reicht eine Frau”.
“Du hast doch eine - zu Hause”.
“Ja, aber da ist der Sex langweilig”.
“Was ist denn f√ľr dich aufregender Sex?”




“Na wenn es Spa√ü macht”.
“Und was macht dir Spa√ü?”
“Ich wei√ü nicht. Wenn die Frau mitmacht”.
“Wobei?”
“Na ja, wenn sie es gut findet, wenn ich sie verw√∂hne...”
“Und deine Frau findet das nicht gut?”
“Nicht so...”
“Und willst du auch verw√∂hnt werden?”
“Ja, nat√ľrlich”.
“Wie?”
“Das ergibt sich...”
“Und wenn es sich nicht ergibt? Bist du f√§hig, deine W√ľnsche zu √§u√üern?”
“Ja, klar”.
“Wann hast du zum letzten Mal einen Wunsch deiner Frau gegen√ľber ge√§u√üert?”
“Bei der geht das nicht”.
“Wieso nicht?”
“Weil wir zu Hause √ľber sowas nicht reden. Ich habe es immer wieder versucht, aber da kam nichts. Da habe ich es dann aufgegeben”.
“Aber mir gegen√ľber k√∂nntest du deine W√ľnsche √§u√üern?”
“Ja, schon”.
“Also?”
“Also was?”
“Was sind deine W√ľnsche?”
“Wie jetzt? Soll ich jetzt, hier...?”
“Ja, nat√ľrlich”.
“Also...... mir w√ľrde schon gefallen, wenn ich dich mit meiner Zunge verw√∂hnen k√∂nnte.”
“Aha...”
“Ja”.
“Und sonst nichts?”
“Doch, nat√ľrlich”.
“Dann weiter, bitte”.
Dies ist meistens der Moment, in dem die M√§nner sich winden. Sich winden vor Scham, vor Verlegenheit, weil sie sich zwar genau das immer gew√ľnscht, aber nie geahnt hatten, wie es ablaufen k√∂nnte.
“Na ja, das ergibt sich eben”.
“Bist du sicher? Bei dir zu Hause ergibt sich doch auch nichts. Deswegen bist du ja auf der Suche nach der Erf√ľllung deiner W√ľnsche”.
“Ja”.
“Wenn du sie also nicht √§u√üern kannst, wie sollen sie dir dann erf√ľllt werden?”
“Na ja - mir w√ľrde schon gefallen, wenn du meinen Schwanz in den Mund nehmen k√∂nntest und mich auch ein wenig verw√∂hnen w√ľrdest”.
Hier werden unterschiedliche Begriffe gew√§hlt, wie “mein Teil”, “meinen besten Freund”, “meinen Penis”... allerdings ist der Wunsch immer derselbe. Und das Wort “verw√∂hnen” kommt auch immer.
“Wie sieht f√ľr dich ‘verw√∂hnen’ aus?”
“Wenn man sich gut f√ľhlt, wenn es Spa√ü macht - beiden Spa√ü macht, wenn man sich z√§rtlich streichelt...”
Oh weia. Es wundert mich wirklich nicht, dass der Beischlaf in der Ehe zu einem absolut langweiligen, kaum mehr vorkommenden Akt mutiert ist. Allerdings liegt das sicher nicht immer an den Frauen. Ich muss etwas direkter und bildlicher vorgehen. Mal sehen, was da kommt.
“Was h√§ltst du von anal?”
“Ja, das w√§re schon geil. Ich habe es noch nie gemacht”.
“Woher wei√üt du dann, dass es geil ist?”
“Ich kann es mir vorstellen”.
Da lächele ich meistens versonnen. Sie sollen ja auch auf ihre Kosten kommen. Doch eigentlich ist es eher ein Grinsen - in mich hinein.
“Und Bondage?”
“Na ja - das schon, doch harten SM will ich nicht”.
“Schon mal gemacht?”
“Nein!”
“Wieso lehnst du etwas ab, das du noch nie versucht hast?”
“Also Schmerzen will ich nicht. Das reizt mich √ľberhaupt nicht”.
“Mich auch nicht”.
Gott sei Dank. Die Erleichterung aus ihren Blicken springt mich geradezu an.
Sie sind wirklich s√ľ√ü in ihrer Hilflosigkeit. Sie sehen bereits ihr “Teil” in meiner M√∂se verschwinden, und genau das ist der Zeitpunkt, sie mit den Unbilden der Realit√§t zu konfrontieren.
“Zu dir k√∂nnten wir ja nicht, zu mir auch nicht, also wie stellst du es dir vor?”
Pause.
“Na ja, vielleicht in einem Hotel...?”
“Kannst du √ľber Nacht von zu Hause weg bleiben?”
“Nicht wirklich. Vielleicht k√∂nnte ich es mal einrichten”.
“Und dir w√ľrde ‘mal’ gen√ľgen?”
“Nein, nat√ľrlich nicht. Ich suche schon nach einem regelm√§√üigen Kontakt”.
“Aha - wie also stellst du es dir vor, oder kennst du ein Hotel, das seine Zimmer stundenweise vermietet?”
“Nein...”
“Im Auto mache ich es nicht so gern”.
“Ich auch nicht”.
Das beeilen sie sich immer zu betonen, dabei bin ich mir nicht sicher, ob dies nicht die einzige Möglichkeit ist, die ihnen vorschwebt. Schließlich wollen sie - genau wie ich - nur vögeln. Dabei sind ihnen die Umstände zunächst einmal egal, Geld ausgeben möchte aber auch keiner. Hauptsache ich sage endlich ja.
Doch diesen Gefallen tue ich ihnen nicht.
Ich suche nach einem Liebhaber. Nach einem guten.
Vielleicht sollte ich dies in meiner nächsten Anzeige erwähnen?
Dabei ist es gar nicht schwer, diese Voraussetzung zu erf√ľllen. Man(n) muss mich nur einmal nach MEINEN W√ľnschen fragen. Ich w√ľsste darauf zu antworten...
__________________
will man, was man muss?

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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hornlos

Du bist der Traum aller Männer. Nur zu.
Es gibt viel zu tun. Lassen wir sie liegen!

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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

Werke: 53
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hallo anemone

ob der Wunsch nach einem Horn bereits ein Horn ist? Das mögen sicher einige Ehefrauen denken.
"Der Traum aller M√§nner" - oh, anemone - wie kannst du nur alle M√§nner so schamlos √ľber einen Kamm scheren? Da wird sich sicher der eine oder andere beschweren.



Gr√ľ√üe von Silberstreif
__________________
will man, was man muss?

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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 122
Kommentare: 715
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Gute Idee

gut gemacht ...
anregend geschrieben,
und das Ende √ľberl√§sst der Phantasie,
diese Geschichte weiter zu f√ľhren,
das mag ich!
√úbertreibung macht die Geschichte nicht
unglaubw√ľrdig, sondern pointiert -

*lächel*

Aceta
__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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gibran
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2002

Werke: 8
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Flucht angesagt?

Ein analytischer Blick auf die Langweile deutscher Schlafzimmer, Intellekt und Sinnlichkeit der Ich-Person schlagen die Männer in die Flucht, so dass man den Verdacht hat, die Geschichte könnte sich eventuell sogar so zugetragen haben. Zu dem Dialog kommen die trockenen Bemerkungen der Erzählerin und machen die Szene lebendig. Perfekt in Szene gesetzt lässt die Erzählerin ihren Nicht-Helden keine Chance, fast möchte man Mitleid mit ihnen haben. Ist man neugierig zu erfahren, was passiert, wenn dieser "test" bestanden wird: Eine neue Geschichte von Silberstreif wird fällig?

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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

Werke: 53
Kommentare: 98
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hallo Gibran,

ich frage mich, wer hier wohl besser fl√ľchten sollte.
Zu deinem Verdacht möchte ich mich nicht äußern, doch Recherche ist ja nicht kontraproduktiv, im Gegenteil, oder?

Danke herzlich f√ľr deinen Kommentar, doch Mitleid w√§re nicht angebracht. Das haben sich die "Nicht-Helden" doch selbst zuzuschreiben. Kreativit√§t ist gefragt. Wo ist sie nur geblieben? Vielleicht in der n√§chsten Story? M√∂glich.

Schönen Abend

Silberstreif
__________________
will man, was man muss?

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