Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92248
Momentan online:
385 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Suite 62
Eingestellt am 14. 04. 2003 23:23


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
MorrisDay
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

Werke: 2
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um MorrisDay eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Suite 62

Wo Flure mit Lichtschranken
versehentlich Alarm schlagen,
dazu braucht nur ein Gedanke querzuwandern -
und aus den Zimmertüren
unentrinnbar Lachen perlt.
Vernommen in der Suite 62
ist mein geliebtes Ineinanderschrägen
der Abraumhalden hinten im Hof
ein mildes, feines Geräusch,
vor Sorglosigkeit vergeilt.
__________________
Mday

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

Werke: 108
Kommentare: 471
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Zarathustra eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Meinung zu Suite 62

Gundsätzlich liest sich das Gedicht herunter wie ein spritziger Riesling aus einer Superlage ...

Wo Flure mit Lichtschranken
versehentlich Alarm schlagen,
DA KANN ICH MIR ABER SCHON NICHT MEHR VORSTELLEN WAS DU MEINST!

dazu braucht nur ein Gedanke querzuwandern -
und aus den Zimmertüren
unentrinnbar Lachen perlt.
Vernommen in der Suite 62

BIS HIERHER EINVERSTANDEN! ICH KANN MIR VORSTELLEN WAS DU DAMIT GEHÖRT UND ERFAHREN HAST...
ist mein geliebtes Ineinanderschrägen
der Abraumhalden hinten im Hof
ein mildes, feines Geräusch,
vor Sorglosigkeit vergeilt.
IST ZWAR SCHMUTZIG (WENN ICH DICH RICHTIG INTERPRETIERE; ABER ÄUSSERST DELIKAT..)




__________________
Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

Bearbeiten/Löschen    


MorrisDay
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

Werke: 2
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um MorrisDay eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Willkommen in der Schwierigkeit, über (vermeintliche) lyrische Texte zu sprechen...
"Vergeilen" ist ein veralteter Ausdruck für "wild wuchern", unplanmäßiges Überborden. Und auch MAJUSKELN verstärken nicht unbedingt das Verstehen...
__________________
Mday

Bearbeiten/Löschen    


Holger
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber MorrisDay

Erstmal herzlich willkommen in der Lelu.
Ich fand den Text schon recht interessant, als ich ihn freigab. Gut, mit der Resonanz ist das so eine Sache. Sehr ansprechend ist für mich die intensive Bildhaftigkeit. Da musst Du dem Leser natürlich auch, wenn die Metaphern eventuell einen sehr persönlichen Hintergrund haben, zugestehen, dass er Fragen an Dich haben wird.

Vielleicht, obwohl ich es mag, einige Anmerkungen zur „Technik“

Wo Flure mit Lichtschranken
versehentlich Alarm schlagen,
dazu braucht nur ein Gedanke querzuwandern -
und aus den Zimmertüren
unentrinnbar Lachen perlt.


Die dritte Zeile hebt zwar das Bild weiter, das da das vermeintliche Risiko beschreibt, reißt mir aber den Vers auseinander. Das wirkt u.U. als Bruch. Sie könnte auch als Eingang stehen.
Außerdem ist dieses Entree ein Konstrukt aus Nebensätzen. Es hat gar kein Subjekt und kein Prädikat. In dem Moment, wo ich mich frage, was passiert denn, wo die Lichtschranken Alarm schlagen und lachen aus den Türen perlt, da ist ein Punkt, da ist der Gedanke zu Ende.

Ein Bild wie unentrinnbar Lachen perlt erscheint mir unpräzise und widersprüchlich.
Das Lachen ist unentrinnbar (ist das wirklich ein lyrisches Wort?) und perlt dennoch aus den Zimmertüren? Nanu.

Vernommen in der Suite 62
ist mein geliebtes Ineinanderschrägen
der Abraumhalden hinten im Hof
ein mildes, feines Geräusch,
vor Sorglosigkeit vergeilt.


Hier fällt mir nun endgültig auf, dass es eine Art „Gemälde“ ist, in dem keiner etwas tut.
Das fehlende lyrische Ich. Es blitzt nur ganz kurz in mein geliebtes Ineinanderschrägen.
Hier ist für mich nicht mehr zu erkennen, ob Vers und Zeile ein Einheit sind. Ich orientiere mich nun am örtlichen Bezug, einerseits die Suite 62 oder hinten im Hof. Der Gedanke sieht für mich dann so aus:
Vernommen in der Suite 62
ist mein geliebtes Ineinanderschrägen
der Abraumhalden
hinten im Hof ein mildes,
feines Geräusch,
vor Sorglosigkeit vergeilt.


oder aber Du meinst das Transportieren der Wahrnehmung
Mein geliebtes Ineinanderschrägen
der Abraumhalden hinten im Hof
ist, vernehmbar in Suite 62
ein mildes, feines Geräusch,
vor Sorglosigkeit vergeilt.


Daher ist es meine Meinung, dass dieser Text in seinem guten Ansatz etwas mehr an Präzision braucht.
Beste Grüße
Holger

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!