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Leselupe.de > Gereimtes
Sukkubi
Eingestellt am 28. 07. 2002 00:34


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lokisskald
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

Werke: 19
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Sukkubi

Sukkubi

Ein Keller, dicht gedrängt mit Menschen,
Stimmen und Rauch erfĂĽllt die Luft.
Ein voller Krug in meinen Händen,
Nichts das ich heut noch tuen muĂź.

Kein Platz, wo lieber ich möcht sein.
Das Spiel nimmt seinen muntren Lauf.
Der Freunde Wärme hüllt mich ein,
so hält man´s gerne länger aus.

Plötzlich muß den Blick ich heben,
ein Lachen ward´s das ich gehört.
Noch nie hatte in diesem Leben
solch süßer Laut mein Ohr betört.

Ein Lachen nur ? Oh armer Narr !
Kennst Du nicht der Sirenen Sang ?
Ein Lachen ja ! Doch jedem der es je vernommen,
bedeutet es den Untergang !


Zwei Schemen flieĂźen aus den Schatten,
freigegeben von der Nacht.
Die schönsten Blüten dunkler Gärten,
welch Gott der solche Wesen schafft.

War es ein Gott ? Was läßt Dich solches glauben ?
FĂĽhlst Du sie nicht die dĂĽstre Macht ?
Die Macht die Deine Sinne blendet.
Hier waltet eines Dämons Kraft !


Von Schatten wachsen Sie zu Formen,
die Form wird ausgefĂĽllt mit Fleisch.
Die Haut verhĂĽllt mit Stoffes Bahnen,
aus jedem Schemen wächst ein Weib !

Doch Götter ! Was für Weiber !
Nie sah ein Sterblicher solch himmlisches Gesicht.
SchneeweiĂź und makellos die Leiber,
kein Fehl, Nichts das des wandernd Augen Bahn zerbricht.

Vier Augen scheinen dĂĽstren Glanz,
vier volle Lippen spöttisch locken;
fordern mich lustvoll auf zum Tanz,
Versprechen nie gekannter Wonnen.

Zum Tanze wolln sie Dich wohl fĂĽhren,
zum Totentanze, siehst Du es nicht ?
Zum Totentanz bist Du geladen,
nie mehr erblickest Du das Licht !


Zu spät mein Freund. Wohlmeinend warnst Du mich,
doch will ich Dich nicht hören.
Verzeih es mir,
doch willig laß ich mich betören.

Ihr Anlitz, das von schwarzem Haar umflossen,
die nackte Haut der Schultern schimmert sanft.
Der BrĂĽste Form, fest wie aus Erz gegossen,
der HĂĽfte Schwung, gefaĂźt in engen Samt.

Wenn Ihre Schenkel gleitend vorwärts gehen,
die Brust sich hebt und wieder senkt,
Verlangen zwingt mich mehr zu sehen,
Begierde ist´s, die meine Schritte lenkt.

In wollĂĽstgem Wahn wir uns umschlingen.
Mein Untergang ? ihr leichter Sieg !
Vor ihnen gibt es kein Entrinnen,
verruchte, geliebte Sukkubi.


Der Morgen sieht meinen Körper seelenlos,
verbrannt von einem Augenblick der Lust.

Doch wahrlich, diesen einen brannte ich mit Feuerssturmes Hitze !



P.S.
Zur Erläuterung, falls jemand die Begriffe nicht kennt: Incubus und Sukkubus (Plural Incubi und Sukkubi) sind in der christlichen Mythologie die männliche und weibliche Inkarnation des Teufels. In diesen körperlich sehr anziehenden Gestalten nähert er sich den Menschen um sie zu verführen und Unzucht mit ihnen zu treiben. Was auch immer man davon halten mag ...

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Martin Kleemann
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2001

Werke: 25
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Beifall auf Teufel komm' raus

Hallo
Kleemann sagt(basierend auf subjektiver Einnahme deines SchriftstĂĽckes): Mal wieder eine gelungene Verbildlichung der gefĂĽrchteten Zweischneidigkeit femininer Menschenwesen.
Im Grunde verhält es sich mit den Weibern ja nicht anders als mit der von dir in dein Werk einbezogenen Religion. Die Himmelspforte lockt - aber die zum Durchschreiten selbiger durchzuführenden Aktionen sind seltenst wirklich nachvollziehbar(sagt Kleemann, der gebenedeite Antichrist).

<Kompliment>Halte deinen Kurs!


__________________
Es geht nicht an, wovon manche ausgehen.

Die Fliegen Kleemann mir.

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label
Guest
Registriert: Not Yet

moin moin lokisskald

spannend erzählt - ist dein gedicht
am ende gefällt´s mir aber nicht
der teufel steckt nicht in jenem weibe
such doch mal in deinem eig´nen leibe
denn die gier
die kam aus dir


freundlich grĂĽsst
label

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Betty Blue
Guest
Registriert: Not Yet

Guten Morgen loki...,

Ich empfehle dir, verstörtes Wesen,
Camille Paglia zu lesen
damit dein sexueller Frust
sich wandeln kann in wahre Lust
Vereinigung ist keine SĂĽnde
fĂĽr deine Angst gibts andere GrĂĽnde
anscheinend lässt sichs aber leichter leben
kannst du die Schuld dafĂĽr dem Weibe geben

Ein GruĂź von Betty Blue

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lokisskald
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

Werke: 19
Kommentare: 34
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Schuld, SĂĽnde, SĂĽhne, Absolution ...

Gaaaaaaaanz falsche Richtung. Ich hatte nicht vor die Geschichte mit Eva und dem Apfel neu aufzulegen.

Es geht um Verlangen, um Lust, Begierde. Und das sind für mich keine negativen Eigenschaften. Negativ werden sie in dem Moment, in dem jemand versucht sie an jemandem auszuleben, der damit nicht einverstanden ist (sexuelle Belästigung, Vergewaltigung etc.). All das ist hier nicht der Fall.

" ... willig lass ich mich betören !" Wer behauptet, dass ich es nicht geniesse, dass ich es nicht will !? Verlangen, Lust und Begierde sind ein Teil von mir und ich werd den "Teufel tun" sie zu verleugnen.

Das P.S. zu den Sukkubi ist nichts weiter als ein Lexikoneintrag. Dass die Wertung die hinter den Begriffen steht nicht meine ist habe ich versucht mit Unzucht kursiv und dem Nachsatz "Was auch immer man davon halten mag ..." zum Ausdruck zu bringen.

An Martin und label:
Freut mich, dass es Euch gefallen hat. *Verbeugung*
... und die männliche Solidaritätserklärung (so selbstgerecht sie auch sein mag) nehm ich natürlich auch gern mit .

An Betty Blue:
Danke fĂĽr Deine Sorge und ich werde in jedem Fall sehen was Camille Paglia schreibt. Klingt nach Lebens- und Lustbejahend. *Verbeugung und *

Ausserdem label und Betty Blue: Ich bin ziemlich baff, dass ich hier Antworten in (guten!) Gedichten bekomme !

Liebe GrĂĽsse an alle und jederzeit gerne wieder.

lokisskald

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