Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92211
Momentan online:
211 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Szene
Eingestellt am 26. 08. 2001 14:31


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Kyra
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Mar 2001

Werke: 64
Kommentare: 74
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Szene

Maria tritt zögernd durch die Gartenpforte. Vor ihr liegt die Wiese mit den alten BĂ€umen, die Mittagssonne zeichnet Scherenschnitte um ihre StĂ€mme, die Stille scheint durch das gleichmĂ€ĂŸige Zirpen der Grillen hörbar zu werden. Die Fenster des Hauses sind weit geöffnet, kein Windhauch bewegt die Gardinen. Maria fĂŒhlt wie ihr Schritte die lebendige Ruhe stören, obwohl kein Mensch zu sehen ist, fĂŒhlt sie sich beobachtet, nicht vom Haus her, eher als wĂŒrde sie auf eine BĂŒhne kommen – der Zuschauerraum ist dunkel, alle Augen sind auf sie gerichtet, wĂ€hrend sie mit verhaltenem Gang die Szene betritt, allein sie kennt das StĂŒck nicht, weiß nicht wohin sie sich wenden soll, was diesem Auftritt folgt - undurchschaubar sind die Erwartungen. Sie fĂŒhlt Angst wĂ€hrend sie dem Kiesweg zur Terrasse folgt. Die kleinen knochenweißen Steine bleiben stumm unter ihren Schuhen, scheinen sie nicht zu bemerken und bestrafen sie so fĂŒr ihr Eindringen, sie machen Maria klar, dass sie niemals diese Rolle spielen könne; das MĂ€dchen, das in dieser Szene erwartet wurde, wĂ€re den Pfad hinab gehĂŒpft, dass die unbewegten Kieselsteine einen Freudentanz unter ihren FĂŒĂŸen aufgefĂŒhrt hĂ€tten. Sie ist erleichtert, als sie die Terrassenstufen erreicht. Oben angekommen sieht sie mit einem Abschiedsblick in den Garten hinab, als hĂ€tte sie ihre erste Aufgabe gelöst. Langsam dreht sie sich zum Haus. Maria lĂ€sst ihren Blick ruhen und versuchte dieses neue Bild zu deuten. Die FlĂŒgeltĂŒr ist weit geöffnet, will sie in die dunkle KĂŒhle des Hauses locken - ein Raum der sich nach einem Menschen sehnt. Sie widersteht dem Drang sich von den schĂŒtzenden Mauern umarmen zu lassen, sieht den gedeckten Gartentisch im Schatten der Erle, drei Personen werden erwartet. Maria sieht genauer hin, nein das Essen ist bereits lange beendet, in den halbvollen GlĂ€sern schwimmen ertrunkene Fliegen, das Obst auf der Silberplatte ist braun und faulig, rauchgleich steigen Fruchtfliegen von ihm auf. Zwei der StĂŒhle scheinen heftig zurĂŒckgeschoben worden zu sein, der dritte Stuhl steht so am Tisch, als wĂŒrde ein unsichtbarer Gast noch immer an der Tafel verweilen. Plötzlich erinnerte sie sich, dies ist ihr Platz, hier sitzt sie immer ihren Eltern gegenĂŒber. Aber alles ist verĂ€ndert, wendet sich ab, verschließt sich vor ihr. Dann lĂ€sst das Verstehen sie erschauern, sie will noch nicht gehen, klammert sich an den Erlenstamm und fĂŒhlt wie ihre TodeskĂ€lte in den Baum dringt und sich mit ihm verbindet. Wenig spĂ€ter liegt der Garten wieder verlassen in der Nachmittagssonne.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 87
Kommentare: 1122
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willi Corsten eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Kyra,
wiederum ein Text, den ich - wie ‘Ort‘ - zweimal lesen musste, um den Sinn zu deuten.
Verstehe mich richtig: das ist kein abwertendes Urteil, sondern das genaue Gegenteil, denn die Geschichte regt die Fantasie an und zwingt zum Nachdenken.
Gut geschrieben. Kompliment!
Es grĂŒĂŸt dich lieb
Willi

Bearbeiten/Löschen    


Kyra
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Mar 2001

Werke: 64
Kommentare: 74
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Hallo

Hallo Willi,

diese geschichte empfinde ich als weniger gelungen, ich konnte sie nicht zusammenhalten, wenn Du verstehst was ich meine, sie ist mir entglitten. Ich werde sie umschreiben und vielleicht in der 1. Person noch einmal schreiben

Liebe GrĂŒĂŸe

Kyra

Bearbeiten/Löschen    


Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 87
Kommentare: 1122
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willi Corsten eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Kyra,
habe den Text ausgedruckt und in Gedanken einmal so gelesen, wie du ihn Ă€ndern möchtest. Sehr gute Idee. Wirkt viel lebendiger und kommt noch glaubhafter herĂŒber.
Ich bin gespannt auf die Neufassung.
Liebe GrĂŒĂŸe
Willi

(wer ist nur der ‘SachverstĂ€ndige‘, der eine 1 dorthin geschmiert hat?)

Bearbeiten/Löschen    


Breimann
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 38
Kommentare: 169
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Kyra,
du verstehst es sehr gut, dem Leser die Umgebung, die Stimmung nahe zu bringen; du vergeudest dabei keine Worte - jede Beschreibung ist wichtig. Dein Schreibstil gefÀllt mir so sehr!
Ich habe ĂŒber deine Absicht nachgedacht, ĂŒber deinen Kommentar zu Willis Bemerkung. Ich ahne, was dir missfĂ€llt, aber ich kann mir nicht vosrstellen, dass die Ich-Form richtig ist. Vielleicht muss nur "Maria" weg. Der Name ist es, der hier etwas stört. FĂŒr das ganze StĂŒck wĂŒrde es ausreichen, wenn es "Sie" hieß. Du verlĂ€ĂŸt ja sonst die Position des Allwissenden und das nimmt der Geschichte etwas, was sie jetzt auszeichnet.
Liebe GrĂŒĂŸe
eduard
__________________
Ich schreibe - also bin ich.

Bearbeiten/Löschen    


Star
Hobbydichter
Registriert: Jul 2001

Werke: 2
Kommentare: 12
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Neee...

Also erstmal: schöne Geschichte, sehr atmosphÀrisch!

Und: Gib dem MĂ€del einen Namen, denn das bißchen Persönlichkeit hat es sicher verdient. Auch ich plĂ€diere fĂŒr eine Außenansicht, weil es bei mir als Leserin funktioniert hat.

Schöner Stil!

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!