Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
319 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Horror und Psycho
Tagebuch eines Vampirs, Zweiter Eintrag
Eingestellt am 16. 02. 2003 18:10


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Cat Moon
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 6
Kommentare: 12
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Diese Geschichte liegt mir gerade sehr am Herzen.
Sie ist noch lange nicht fertig und ich hoffe, dass ich sie regelmäßig fortsetzen kann, falls sie hier ein kleines Publikum findet

Falls ihr einige Bilder zu der Geschichte sehen wollt oder selbst welche zeichnen möchtet, dann schaut mal auf meine HP:
Hier klicken
Unter "A Vampire's Diary"



Zweiter Eintrag

Vor kurzem ist die Nacht hereingebrochen. Sie ist wunderschön und klar und die Sterne sind so wundervoll. Sie sind so beständig und mein einziger Halt.
Der Mond scheint zu mir herein und sein Licht reicht aus, um zu schreiben, auch wenn ich es gar nicht bräuchte. Doch ich bin mir sicher, dass auch ein Mensch hier sehen könnte.

Doch ich will fortfahren mit meiner Geschichte:

Meine kleine Welt war ersch√ľttert von dem Tod meiner Mutter und nichts schien mehr zu sein wie zuvor. Ich vermisste ihre Stimme, die mir abends vorsang, ich vermisste ihre Geschichten, die sie mir stets erz√§hlte und ich vermisste ihr Lachen. Mir fehlte ihr Geruch, ihre warme, weiche Haut, ihre Lippen, die mich vor dem Einschlafen immer auf die Stirn gek√ľsst hatten. Ich erinnere mich noch genau an ihre H√§nde. Sie lie√ü es sich nie nehmen, mich zu baden, sie wollte es niemals meine Kinderfrau tun lassen. Ihre H√§nde, wie sie mich badeten, wie sie mich hochhoben. Sie waren zart und einzigartig. Sie gestikulierte mit ihnen, wenn sie mir von fernen L√§ndern, von Prinzessinnen und Fabeltieren erz√§hlte und wie gebannt starrte ich immer auf ihre Finger, die im Schein des Mondes tanzten und die Geschichte zum Leben erweckten.
Sie fehlte mir so.
Ich genoss die Ausbildung einer Prinzessin, lernte mich wie eine zu bewegen, so zu sprechen und mich entsprechend zu benehmen. Gleichzeitig lernte ich mit meinen Br√ľdern bei einem Hoflehrer und erhielt somit eine allumfassende Bildung in den Naturwissenschaften und vielem mehr.
Überall wo ich auftauchte sagte man mir, wie sehr ich meiner Mutter ähnlich sei. Doch es war nur äußerlich, denn ich lachte nicht so viel wie sie und ich besaß nicht ihr Talent, mit Worten zu spielen und die Menschen damit in einen Bann zu ziehen.
Meine gr√∂√üte Aufgabe war die, bei der alten Frau in der Hexerei unterrichtet zu werden und f√ľr meine kleine, neugeborenen Schwester zu sorgen. Sie war ein kleiner Engel und ich trug sie immer bei mir, wenn ich nicht gerade im Dschungel unterwegs war. Mein Vater gab ihr den Namen meiner Mutter: Juliet. Sie war ein kr√§ftiges Baby und mein Vater betrachtete meine Umsorgungen mir Wohlwollen und er lie√ü mich gew√§hren.
Das einzige, um das er mich wirklich bat, war, jedes Mahl mit ihm zusammen einzunehmen. Dann sa√üen wir allein am Tisch und unterhielten uns. Manchmal ertappte ich ihn, wie er mich anstarrte und ich glaube, dass er in mir meine Mutter sah. Er war ein sehr guter Vater f√ľr mich und meine Geschwister. Doch trotz allem musste ich meine Ausfl√ľge in den Wald vor ihm verheimlichen, denn er war sehr gl√§ubig und h√§tte mir den Umgang mit der alten Frau niemals erlaubt.
Nat√ľrlich versuchte er, mich der Religion nah zu bringen, doch ich konnte niemals daran glauben. Ich h√∂rte zu, sprach jedoch nicht, wie es meine Angewohnheit war, und machte mir meine eigenen √úberlegungen. Ich konnte nicht glauben, dass eine Allmacht, die gut sein soll, mir meine geliebte Mutter genommen hat. Warum, wenn sie so allm√§chtig ist, hat sie meine Mutter nicht am Leben gelassen? Und woher soll ein Mensch wissen, was nach dem Tode kommt? Niemand war schon mal tot und ich weigerte mich, an die Religion und ihre Schriften zu glauben, doch ich √§u√üerte es nicht, um meinen Vater nicht zu beunruhigen.

Doch ich will mehr √ľber die Zeit, die ich bei der Frau verbrachte, erz√§hlen. Niemals nannte sie mir ihren Namen, doch es kam, dass ich sie Gro√ümutter nannte. Ich wei√ü nicht mehr, ob sie es mir anbot oder ob ich es von allein tat, doch ich kannte meine Gro√ümutter m√ľtterlicherseits nie und ich w√ľnschte mir so sehr, dass diese Alte meine Gro√ümutter sei.
Sie lehrte mich zuerst, Kr√§uter zu erkennen, zu unterscheiden und zu sammeln. Sie wusste genau, wo man nach welchem Kraut suchen musste und ich lernte schnell, es ihr nachzumachen. Anschlie√üend erkl√§rte sie mir die Wirkungen der Kr√§uter, vom Gift √ľber die Droge bis zur Medizin. In der Bibliothek meines Vaters schlug ich die vielen Kr√§uter nach und versuchte, ihre Wirkung zu ergr√ľnden. Bei manchen gelang es mir, doch andere waren in den B√ľchern √ľberhaupt nicht zu finden. Ich besorgte mit Papier, Feder und Tinte und schrieb meine Entdeckungen heimlich auf. Ich versteckte die Aufzeichnungen im Garten in einem hohlen Stein.
Bald schon war es an der Zeit, dass ich lernte, bestimmte Tränke zu mischen und ihre Wirkung zu bestimmen. Auch trug Großmutter mir auf, selbst Kräuter zusammen zustellen um bestimmte Wirkungen hervorzurufen. Anfangs war ich dabei sehr unbeholfen, doch es gelang mir stets besser.
Zu dieser Zeit begann ich, zu begreifen, dass Großmutter meine Mutter hätte retten können, mit ihrer Medizin und ihrem Wissen. Ich begann umso mehr, mich in die Kräuter zu vertiefen und ich braute eine Medizin, wenn jemand krank wurde, um sie daraufhin heimlich in das Essen des Kranken zu mischen. Meist zeigten meine Mischungen eine gute Wirkung und wieder schrieb ich meine Beobachtungen auf.
Ich war vielleicht acht Jahre alt, als ich die Kr√§uter des Dschungels beherrschte und Gro√ümutter mich in die wei√üe Magie einf√ľhrte.
Juliet war gerade zwei Jahre alt und ich begann, sie l√§nger allein zu lassen, um mich zu Gro√ümutter zu begeben. Gl√ľcklicherweise war der Hof meines Vaters so gro√ü und ich war so ruhig, dass niemand etwas vermutete und ich konnte ungest√∂rt bis zum n√§chsten Mahl weg bleiben.
Gro√ümutter erkl√§rte mir als erstes die Kr√§fte der Astralkerzen. Ich erlernte, ihre Wirkung an ihrer Farbe zu bestimmen und wieder versuchte ich, dies anhand der B√ľcher in der Bibliothek zu erkl√§ren, doch es gelang mir nicht. Gro√ümutter sagte, dass es nicht m√∂glich sei, da dieses Wissen nur m√ľndlich an auserkorene M√§dchen weitergegeben w√ľrde und dass es niemals in falsche H√§nde gelangen d√ľrfe.
Ich f√ľhrte meine Schriften fort und hatte schon viele B√ľcher gef√ľllt. Ich war neugierig auf die Magie und verschlang jedes Wort, das Gro√ümutter sagte. Ich wusste, was sie mir erm√∂glichte und es erf√ľllte mich mit Trauer, dass ich dies alles nicht fr√ľher wusste. Ich h√§tte meiner Mutter helfen k√∂nnen.
Als ich meinen zw√∂lften Monsun erlebte, kannte ich viele Rituale und meine Ausbildung bei Gro√ümutter war beinahe abgeschlossen. Sie wunderte sich immer wieder, dass es so schnell ging. Ich liebte sie zu diesem Zeitpunkt beinahe so sehr, wie ich meine Mutter geliebt hatte. Trotz meinem Wissen fehlte mir noch etwas, was ich all die Jahre insgeheim erstrebt hatte: Ich wollte mit dem Geist meiner Mutter Kontakt aufnehmen. Ich wusste, dass es m√∂glich war und ich wusste alles, was ich dar√ľber hatte wissen m√ľssen. Doch niemals gelang es mir. Und Gro√ümutter konnte mir nicht sagen, was ich falsch machte, denn man musste dieses Ritual allein durchf√ľhren. Ich wusste, dass es viele Arten von Geistern war und die grobste Unterscheidung war jene, erdgebunden oder aufgestiegen zu sein. Ich wusste, dass man erdegebundene sehr einfach rufen konnte und ich hatte dies schon einige Male geschafft. Doch ich wusste auch, dass die erdgebundenen niedere Geister waren und ich war √ľberzeugt, dass meine Mutter aufgestiegen war.
Gro√ümutter war zu alt, um h√∂here Geister anzurufen, ihr Herz war zu schwach und ihre Konzentration lie√ü zu schnell nach. Und ich konnte es nicht. Jedesmal, wenn ich das Ritual vollzog und danach ersch√∂pft und entmutig zusammensank, weinte ich leise um den Verlust, der mein ganzes Leben √ľberschattete.
Ich erinnerte mich daran, dass Mutter einst zu mir sagte, dass nach dem Tod der gr√∂√üte Wunsch der Seele Wahrheit wird und sie w√ľrde sich w√ľnschen, ewig bei mir zu sein. Ich wollte so gern daran glauben. Doch ich konnte sie nicht sehen, nicht sp√ľren, wie sollte ich daran glauben?
Ich fragte Gro√ümutter nach dem Tod und sie sagte, sie wisse nur von niederen Geistern, dass sie gebunden an die Erde sind und dass die anderen aufgestiegen sind. Ich begriff, dass Gro√ümutter selbst es auch niemals geschafft hatte, einen aufgestiegenen Geist anzurufen und Angst stieg in mir auf. All die Jahre trug ich die Hoffnung in mir, durch Gro√ümutters Ausbildung wieder mit Mutter reden zu k√∂nnen, doch diese Hoffnung schwand dahin. Sollte ich meinen hellsten Stern wirklich f√ľr immer verloren haben? Nacht f√ľr Nacht, wenn ich nur noch die gleichm√§√üigen Atemz√ľge Juliets h√∂rte und mir ihres Schlafes sicher sein konnte, traten meine Tr√§nen leise hervor und mein kurzes Leben erschien mir so sinnlos.
Trotzdem wollte ich f√ľr Vater und Juliet da sein, wie ich es meiner Mutter in ihrer letzten Stunde versprochen hatte.

Ich habe noch so viel zu berichten, doch der Hunger quält mich. Die Nacht ruft und ich muss fort.
Ich w√ľnschte, Mutter k√∂nne bei mir sein.

__________________
poesie ? - die Sprache der Liebe, denn wie diese, zerstoerst du sie, wenn du versuchst sie mit dem Verstand und nicht dem Herzen zu begreifen.

Ich will nicht sterben, nur tot sein...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1979
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Cat Moon,

eine fortsetzungsgeschichte √ľber verschieden Foren zu streuen, macht alles, aber keinen Sinn. Daher habe ich deinen zweiten Eintrag ins Horror-Forum verschoben.

Bis bald,
Michael
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

Bearbeiten/Löschen    


Cat Moon
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 6
Kommentare: 12
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Achso, danke...

Ich dachte, das m√ľsste so sein, weil das ja was mit Fortsetzung und so zu tun hatte

Also nochmal danke...

Lieben Gruß,
Cat
__________________
poesie ? - die Sprache der Liebe, denn wie diese, zerstoerst du sie, wenn du versuchst sie mit dem Verstand und nicht dem Herzen zu begreifen.

Ich will nicht sterben, nur tot sein...

Bearbeiten/Löschen    


Cora Horn
Häufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2002

Werke: 20
Kommentare: 51
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Cora Horn eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Hallo

Ich habe deinen ersten Eintrag zwar nicht gelesen, finde es aber doch mal sehr sch√∂n, dass ein Vampir zu Wort kommt. Die Seite der b√∂sen Jungs wird f√ľr meinen Geschmack immer noch zu wenig beachtet .

Aber mal zum Text:

Ich finde ihn im allgemeinen - sei mir nicht böse - ziemlich theatralisch, auf mich wirkt er irgendwie aufgesetzt. Hui, hoffentlich kann ich das jetzt taktvoll erklären.

"Vor kurzem ist die Nacht hereingebrochen. Sie ist wunderschön und klar und die Sterne sind so wundervoll. Sie sind so beständig und mein einziger Halt."

Das hat auch schon jeder irgendwann mal gesagt und klingt f√ľr mich immer wieder etwas kitschig. Wie√üt du, der einsame, aber romantische Vampir, der die Nacht liebt und die Sterne beobachtet, etc.- nur mal so sinngem√§√ü.
Diese - ich nenn es mal Klischees, ich bin mir sicher, dass du verstehst was ich meine - ziehen sich durch den ganzen Text. Es ist nat√ľrlich jedermanns Entscheidung, wie er seine Geschichten aufbaut, ich pers√∂nlich mag Geschichten, die √ľberraschen und die Individualit√§t des Schreibers aufzeigen.

lange Rede, kurzer Sinn: Ich w√ľrde mehr Originalit√§t, weniger Klischees, daf√ľr mehr Tiefgang in die Person des Vampirs hinein - wenn man sich n√§mlich mehr in die Figuren einer Geschichte hineinversetzt, verschwinden diese abgegriffenen Standarts meist von ganz allein - empfehlen.

Ist nat√ľrlich nur meine Erfahrung und meine Meinung.
Wie gesagt, ich finde die Sache mit dem Tagebuch echt gut.

Viel Spaß noch.
Gr√ľ√üchen.

Cora

Bearbeiten/Löschen    


Cat Moon
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 6
Kommentare: 12
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Re: Hallo

Hi,

danke f√ľr deine ehrliche Meinung.

Allerdings habe ich die Figur des Vampirs extra so gek√ľnstelt konzipiert, da sie wirken soll, als sei sie unerreichbar, unverst√§ndlich, nciht aus dieser Zeit...

Und das mit den Sternen ist kein Spruch, sondern eine Feststellung Ihrerseits...

Also fals ich hier provokant klinge, so soll das nicht gemeint sein, vertrete nur meinen Standpunkt, denke, du verstehst das schon

Naja, ich habe vor, eine l√§ngere Story daraus zu machen und sp√§ter durch ungeahnte Z√ľge dieser Person zu √ľberraschen und den Leser herauszufordern, das wirklich B√∂se als "nat√ľrlich" zu akzeptieren, aber dazu so√§ter mehr.

√úbrigends gibts den neuesten Eintrag immer auf meiner HP... Bisher sinds 9.

Lieben Gruß und nochmals danke,
Cat
__________________
poesie ? - die Sprache der Liebe, denn wie diese, zerstoerst du sie, wenn du versuchst sie mit dem Verstand und nicht dem Herzen zu begreifen.

Ich will nicht sterben, nur tot sein...

Bearbeiten/Löschen    


Cora Horn
Häufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2002

Werke: 20
Kommentare: 51
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Cora Horn eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Hi Cat Moon

Klar versteh¬īich das, ich wehre mich ja auch .

ich hab auch bef√ľrchtet, zu aggressiv/provokant zu klingen, aber so wie¬īs aussieht, hast du das auch nicht missverstanden, da bin ich ja froh.

Na, wenn das so ist, dass du das aus Absicht machst... Ist ja auch nur meine bescheidene Meinung gewesen (*g*); es ist und bleibt selbstverständlich dein Text, dein Stil, deine Welt. Kann auch sein, dass ich in der Hinsicht ein klein wenig "vorbelastet" bin als notorischer Anne Rice-Fan und weil ich schon so viele Vampirgeschichten gelesen habe.

Jetzt hast du mich aber doch neugierig gemacht! Extreme Veränderungen, die den Leser (also mich) etwas aus dem Konzept bringen, finde ich super. Wie ist denn die Addresse deiner Home Page? Oder sieht man das im Profil? Ich geh mal gucken...

Wunderschöne Nacht noch, und sei kreativ !

Cora

Bearbeiten/Löschen    


Zur√ľck zu:  Horror und Psycho Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!