Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92237
Momentan online:
461 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Taktik
Eingestellt am 13. 06. 2009 21:59


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
DeePerpl
Hobbydichter
Registriert: Jun 2009

Werke: 2
Kommentare: 2
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um DeePerpl eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Taktik

Ein junger, ja man konnte schon sagen ein junger Mann von stolzen 19 Jahren, der noch zu Hause bei seiner nicht armen Familie wohnte, die aus seinem erfolgreichen Vater und seiner fürsorglichen Mutter bestand, wollte unbedingt einen bestimmten Job haben. Welcher Job das genau war, spielt, für das was ich ihnen heute zeigen möchte, keinerlei Rolle. Wichtig ist nur, dass er denjenigen der darüber bestimmen sollte, ob er den Job nun bekäme oder nicht, zu sich in sein trautes Heim zu einem Gespräch eingeladen hatte, wie es in den Kreisen so üblich war. Er hatte sich fein angezogen, seine Haare saßen perfekt, seine Schuhe glänzten und doch war er ganz schön aufgeregt, aber dass ist ja normal, besonders beim allerersten Bewerbungsgespräch. Er brauchte ein paar aufmunternde Worte! Also ging er zu seinem Vater, der in solchen Situationen schon einiges an Erfahrungen hatte sammeln können. Dieser entschied sich seinem Sohne sein Erfolgsgeheimnis zu verraten. Hier ist was er sagte:
„Mein Sohn, es ist an der Zeit dich ins Geschäftsleben einzuweihen. Hör gut zu, denn das was ich dir jetzt erzähle, wirst du dein gesamtes Leben brauchen! Es ist vollkommen egal, wie gut oder wie schlecht du in irgendetwas bist. Wichtig ist nur dich den richtigen Menschen gegenüber richtig zu verhalten. Das heißt, du musst zwei Sachen können: Du musst erkennen können, wer die richtigen Menschen sind und du musst wissen, wie du dich ihnen gegenüber zu verhalten hast. Dieser Mensch, der in gut einer viertel Stunde an unserer Tür klingelt, ist ein wichtiger Mensch! Warum? Weil er die Macht hat! Die Macht dir Gutes zu tun und auch die Macht dir schlechtes zu tun. Die Macht dich anzunehmen und die Macht dich abzuweisen und eines von beiden wird er tun! Das heißt, du musst dich diesem Menschen gegenüber... richtig verhalten! Also, wenn du ihm nachher aufmachst, willst du Ernsthaftigkeit ausstrahlen. Die wollen keinen Komiker. Das heißt: nicht lächeln! Pass auf, dass du nicht traurig wirkst, sondern ernst, hast du verstanden? Ernst! \'Guten Tag, kann ich ihnen ihre Jacke abnehmen?\' Du willst, dass dieser Mensch dich mag. Das heißt, du musst höflich sein. Höflich, aber nicht neugierig. Kein \'wie war ihre Fahrt hierher\' oder \'wie geht es ihrer Frau\'. \'Guten Tag. Willkommen in meinem bescheidenen Heim, kann ich ihnen ihre Jacke abnehmen?\' Ernsthaftigkeit! Dann bietest du ihm das hier an. Weißt du wo die her ist? Die ist aus Kuba! Weißt du wie teuer die war? Nur die eine? Fast sech... hey, hörst du zu? Fast sechzig Dollar! Das ist eine der besten Marken, die es gibt. Wenn nicht die Beste! Und glaube mir mein Sohn, das schmeckt er auch! Hier, riech mal dran. Ich sags dir, bessere findest du nicht! Nein, behalt sie, du wirst sie gleich brauchen. Wenn er die anzündet und den Rauch in seinen Lungen schmeckt... das ist wichtiger als du denkst! Das lockert ihn auf. Das stimmt ihn anders, verstehst du? Er ist dann anders gestimmt, das macht den entscheidenden Unterschied. Er ist wohl gestimmt, deswegen redet man auch so oft beim Essen übers Geschäftliche, der einem gegenüber ist satt. Das heißt, ihm geht es gut, er ist wohl gestimmt. Aber die hier, die hier ist um einiges besser. Effektiver. Das hier ist dein Ass. Spiel sie gleich am Anfang. Gleich nachdem er sich hingesetzt hat, bietest du ihm die Zigarre an... Und dann! Und dann! Was und dann? Und dann gehört dir der Job!“
Selbstbewusst und erleichtert darüber, dass er den Job bekommen würde, ging er zur Tür als die Klingel signalisierte, dass der erwartete Besuch angekommen war. Mit einem Ausdruck äußerster Ernsthaftigkeit öffnete er die Tür und sagte die Worte: „Guten Tag. Willkommen in meinem bescheidenen Heim, kann ich ihnen ihre Jacke abnehmen?“ Dann nahm er dem wichtigen Menschen die Jacke ab und hing sie an einen Bügel und den dann an einen Haken. Er bat den wichtigen Menschen doch bitte Platz zu nehmen und ging zu einer Schublade, der er mit den Worten: „Darf ich ihnen eine Zigarre anbieten?“, die Kubanische Zigarre entnahm. Ich antwortete: „Nein danke, ich rauche nicht!“

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


1 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!