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Leselupe.de > Kurzprosa
Tamiflu
Eingestellt am 22. 10. 2005 14:28


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nachtfalter
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Tamiflu

Die Sonntagabend- Runde im ├Âsterr. Fernsehen mit dem Titel: "Offen gesagt" war diesmal der Vogelgrippe gewidmet.
Der Journalist, Herr B. fragte, was ich auch gefragt h├Ątte. Dann war da noch ein alter Arzt, der sagte: gar nichts kann man machen und gleichzeitig 500 Packungen dieses Grippemittels Tamiflu zu Hause hat. Ein junger Arzt vom Hygieneinstitut, der einerseits die Wirkung von Tamiflu anzweifelt (was ja logisch ist),Prophylaxe f├╝r sinnvoll h├Ąlt,daher auch nichts gegen eine Bevorratung vorbringt.Die Gesundheitsministerin, die beschwichtigt.
La Roche macht eben jetzt das gro├če Gesch├Ąft, eher zu Unrecht, aber was solls? Dieselbe Firma La Roche, die vor etlichen Jahren wegen eines gro├čen Umweltschadens im Gespr├Ąch war, der Rhein wurde chemisch verunreinigt.
Ein Medikament.
Nat├╝rlich kann niemand sagen, ob das sinnvoll ist oder nicht. Die V├Âgel erkranken. Jetzt sind die M├Ąuse dran. Auch viele Ratten mu├čten den Menschen zuliebe ihr Leben lassen.

In Wien f├Ąllt einen sowieso der liebe Augustin ein, der besoffen in eine Pestgrube gefallen sein und ├╝berlebt haben soll. So schlecht ist diese Mentalit├Ąt gar nicht. Wenn man bedenkt:
da├č in Pakistan mehr als 30.000 Kinderleichen unter der Erde oder noch unter den Tr├╝mmern liegen. Eine Naturkatastrophe, sagt man. F├╝r die Natur ist es ja keine Katastrophe. Sie ist in st├Ąndiger Ver├Ąnderung begriffen und das kommt dabei heraus. Die Natur als Feind des Menschen. Da ist uns schon lieber Natur light, die man in Dosen heimholen kann.
Wo ist Gott? Wo war er? Eine m├╝├čige Frage, das wu├čte auch schon der Gro├činquisitor, bzw. F. Dostojewskij.
Das Denken ist ja nur n├╝tzlich f├╝r den Umstand, da├č wir wissen,da├č wir Bewu├čtsein haben und somit eine Freiheit, die es auch nicht wirklich gibt. Was sollten wir auch anfangen damit?

Tamiflu kaufen oder nicht. Darum ging es in der Fernsehsendung. Man erfuhr: nichts. Hauptsache, es ist Ruhe im Land.

Niemand wei├č ,was w├Ąre, wenn.. Beim Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 wu├čte man es auch nicht. Aber ich wu├čte, da├č dort viele Kinder gestorben sind und immer noch an Krebs erkranken.
Die Apothekerin war ver├Ąrgert, weil die Gesundheitsministerin vom Kauf abriet. Ich sagte, sie solle es nicht schwer nehmen. Die Leute glauben den Politikerinnen eh nichts. Oder haben Sie noch ein Tamiflu? Na also.

Die Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit kann doch in unserer Welt nicht so schwierig sein. Der Arzt mit dem Massenvorrat an Tamiflu meinte, man m├╝sse sein Schicksal dem lieben Gott ├╝berlassen. Schon ein Hohn, wenn der das sagt.
Falls es ihn gibt,n├Ąmlich Gott, scheint lieb sein seine Eigenschaft nicht zu sein. Wahrscheinlich ganz was anderes . Ein Geheimnis eben.

Die Sendung verkam zum Bl├Âdsinn, nichts werdet ihr erfahren, wie immer! Noch dazu etwas, was wir selber gar nicht wissen.

Die Emotionen schaukeln halt auf bestimmten Objekten oder Ma├čnahmen oder eben auf diesem Medikament.

Sein oder Nichtsein. Schon eine frivole Frage!

Sch.
__________________
MargareteSch.

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