Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
66 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Tante Neles Briefe
Eingestellt am 25. 03. 2002 16:28


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Inge Anna
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 1219
Kommentare: 1623
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Inge Anna eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Tante Neles Briefe

Lob an die flei├čige Verwandte,
die Briefe schrieb und auch versandte;
kam Post aus Hamm von Tante Nele,
sprang Jubel in die Alltagsseele;
ergeben schwieg die Hausarbeit,
es wuchs und bl├╝hte Heiterkeit.

Man brauchte sich nicht anzustrengen,
Schreibfehler gab's in rauhen Mengen;
ja, Tante Neles Schreibmixtur
war die begehrte Angelschnur.
Wir fischten nach den Leckerbissen,
die Hungrige nicht darben lie├čen.

Sie half dem Wort den Berg hinauf,
war's st├Ârrisch, kriegte es eins drauf;
es mu├čte sich zusammenrei├čen
brav in den sauren Apfel bei├čen;
denn hier trieb Neles Meisterhand
die Feder forsch durch freies Land.

Ihre Z├Ąhigkeit in Ehren,
sie trotzte aufgezwung'nen Lehren;
f├╝r sie galt einzig und allein,
die Herrin des Papiers zu sein
und das geduldige Papier
war schwach und unterwarf sich ihr.

Klaglos purzelten die S├Ątze
auf die von ihr bestimmten Pl├Ątze;
bedauernswerte Kreaturen,
die ihren Niedergang erfuhren;
und noch ein weiterer Verdru├č:
Wo sa├č das Haupt, wo stand der Fu├č?

Mit Feuereifer schrieb die Tante,
auch wenn's an allen Ecken brannte;
furchtlos lenkte sie das Schiff,
dem Griffel bangte vor dem Riff;
das Komma blieb im Sperrgebiet,
dem Punkt gew├Ąhrte sie Kredit.

Alle Patzer anzustreichen
bot Zerstreuung ohnegleichen.
Wir wieherten wie Ackerpferde
mitten hinein in diese Herde;
auf solche Weise Spa├č zu haben
brachte den lahmsten Gaul zum Traben.

Vier Seiten Holper-Stolper-Gl├╝ck,
fein hingekleckst, vor und zur├╝ck;
jedoch ein Ende mu├čte sein,
dies sah selbst Tante Nele ein;
und unter einem dicken Strich
befand die Gru├čkolonne sich.

L├Ąngst kommen keine Briefe mehr
von Tante Nele, bitte sehr!
Sie ist mit f├╝nfundsiebzig Jahren
im Ehehafen eingefahren;
doch hin und wieder ruft sie an:
Die Feder f├╝hrt stilvoll ihr Mann.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!