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Leselupe.de > Gereimtes
Tantiges
Eingestellt am 27. 01. 2007 20:36


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Inge Anna
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Tantiges


Die Tante aus dem Altm√ľhltal
hat mir gestrickt 'nen Baumwollschal;
den trug ich nie, er lag vergessen -
die Motten haben ihn gefressen.

Als sie von dem Malheur erfuhr,
kauft' sie mir eine Kirmesuhr;
die wollt' im Wannenbad ich trimmen -
sie mochte weder geh'n noch schwimmen.

Mein Tantchen rieb ihr Doppelkinn,
schob einen Zehner her und hin;
doch der verschwand in tiefer Tasche -
sie reichte mir 'ne Bettwärmflasche.

Das Ding erf√ľllte seinen Zweck,
drei Nächte lang, dann lief es leck;
feucht ward das Bettzeug, schließlich nasser -
die Nachtmarie ließ warmes Wasser.

Die Altm√ľhlschenkung Nummer vier,
war ein verstimmtes Kleinklavier.
Ich spielte weder Brahms noch Schubert -
nur "Sch√ľttelfrost" von Onkel Hubert.

Man klaute mir das Instrument,
als einmal auswärts ich gepennt.
Mein Tantchen mag mir nichts mehr schenken -
sei's drum, ich kann's ihr kaum verdenken.
__________________
Die √ľber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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anbas
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Hallo Inge Anne,
zwei "technische" Anmerkungen von mir:

1.

quote:
kaufte sie mir 'ne Kirmesuhr;

das holpert beim Lesen etwas. Vorschlag:

quote:
kauft' sie mir eine Kirmisuhr;


2. Vierter Vers, bei "erf√ľllt" hast Du das "√ľ" vergessen.


Ansonsten ein schönes Gedicht, das sich ganz nett mal so nebenbei lesen und mich schmunzeln läßt (passiert das nur bei Tantchen oder sollte man Dir grundsätzlich nichts schenken? ).

Liebe Gr√ľ√üe

Andreas
__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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Inge Anna
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Hallo Andreas,

nach meinem Empfinden holperte da eigentlich nichts; habe dennoch Deinen √Ąnderungsvorschlag gerne angenommen.
Verwandte und deren Geschenke; da könnte ich wohl noch einiges aus der Vitrine zieh'n.
Mit liebem Gruß
Inge Anna
__________________
Die √ľber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Hallo Inge Anna

Teils empfinde ich die Formulierungen als etwas arg ungeschliffen und zudem enthält das Gedicht einen groben Inhaltlichen Fehler: Motten fressen nur Tierhaar (Seide, Wolle, Pelz) aber keine Baumwolle (Pflanzenfaser).
Auch schl√§gt ein Schiff leck (ebenso wie dann auch metaphorisch die W√§rmflasche) oder l√§uft aus( ), ganz gewiss aber l√§uft nichts leck. Hier noch mein F√ľnf-Minuten-Feil-Ergebnis:

Mein Tantchen aus dem Altm√ľhltal
die stricke mir 'nen dicken Schal;
den hab ich gern im Schrank vergessen -
die Motten haben ihn gefressen.

Als sie von dem Malheur erfuhr,
kauft' sie mir eine Kuckusuhr;
die trimmte ich im Wannenbade -
sie ging zum Kuckuck, nein, wie schade.

Die Tante rieb ihr Doppelkinn,
schob einen Zehner her und hin;
zuletzt zur√ľck in ihre Tasche
und reichte mir 'ne Bettwärmflasche.

Das Ding erf√ľllte seinen Zweck,
drei Nächte lang, dann schlug es leck;
erst lag ich feucht dann immer nasser -
die Nachtmarie ließ warmes Wasser.

(Weil wie die Flasch inkontinent
die Tante auch nur spärlich pennt;
mir scheint das schlug ihr auf den Geist,
drum schenkte sie nur Trödel meist.)

Die Altm√ľhlschenkung Nummer vier,
war ein verstimmtes Kleinklavier.
Es hatte solch ein schrilles Tönwerk -
da klang selbst Mozart fast wie Schönberg.

(Mir schien die Tante, mit Verlaub,
ein wenig wirr und auch recht taub,
weswegen ihr mein Tastenspiel,
das wahrlich mies, schon fast gefiel.)

Man klaute mir das Instrument,
als einmal auswärts ich gepennt.
Nun mag mein Tantchen nichts mehr schenken -
sei's drum, ich kann's ihr kaum verdenken.

Gruss

J√ľrgen
__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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