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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Tanz mit dem Schnee
Eingestellt am 09. 12. 2002 17:39


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Eilan
Festzeitungsschreiber
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Wie ein verlorener Geist wandelte ich durch die Strassen, orientierungslos wohin mich die F├╝sse trugen. Den Schal um den Hals geschlungen, den Mund verdeckend. Mit leuchtend roter Nasenspitze und ger├Âteten Wangen. Meine r├Âtlichen Haare fielen mir ins Gesicht und verdeckten meine Augen die nachdenklich auf den asphaltierten Boden gerichtet waren.
Ein kalter Wind wehte und meine Ohren schmerzten etwas. Wieder ein trostloser Winter der begonnen hatte, wieder die Selbe kalte Jahreszeit. Und schon wieder der Selbe graue Himmel.
Jedes Jahr das Gleiche, und doch freuten sich die Leute jedes Jahr von neuem. Die Strassen waren voll von Leuten die von einem zum anderen Kaufhaus rannten um ihre Weihnachtseink├Ąufe zu machen.

Weihnachten, ich runzelte die Stirn und dachte ├╝ber das Fest nach, welches keine wirkliche Bedeutung f├╝r mich hatte. Ich konnte nichts mit den Hintergr├╝nden dieses Festes anfangen, doch dann kamen wieder die Bilder von den vergangen Weihnachtsfesten in mir hoch.
Der geschm├╝ckte Baum, im Licht der Kerzen wundersch├Ân anzublicken, das traute Beisammensein und auch wenn das Essen nicht immer schmeckte, so freuten sich doch alle immer wieder ├╝ber die Geschenke, und waren sie auch noch so bescheuert.
Ein L├Ącheln breitete sich auf meinem Gesicht aus als ich wieder an letztes Weihnachten denken musste, als ich am Ende der Geschenkeauspackerei unter einem Berg von Socken begraben lag.

Es begann zu schneien und ich zog die Schultern noch etwas mehr hoch und vergrub mein Gesicht tief im warmen Schal und die H├Ąnde in den Taschen meines langen Mantels, der mir zu gross und dessen Futter schon an etlichen Stellen zerrissen und ausgefranst war.
Eine grosse weisse Schneelocke schwebte auf mich zu und landete auf meiner Nase. Sie schmolz, kaum hatte sie meine Haut ber├╝hrt.
Ich blickte zum Himmel hinauf und sah dem ├╝berm├╝tigen Tanz der Schneeflocken zu. Die ├ťberm├╝tigkeit war ansteckend und ich hatte grosse Lust etwas mitzutanzen. Ich drehte mich im Kreis und breitete meine Arme aus. Ein Lachen erklang, ich merkte dass ich es war die lachte.
Weihnachten bedeutete Lebkuchen und Zimtsterne, Apfelpunsch und wohlduftende Tees.

Die Leute sahen mich verwirrt an oder sch├╝ttelten die K├Âpfe, manche l├Ąchelten und ein kleines Kind begann auch mit den weissen Sternen zu tanzen die vom Himmel fielen. Ihre Mutter hatte jedoch kein Verst├Ąndnis daf├╝r und zerrte sie weiter, in das n├Ąchste Gesch├Ąft.
Ich f├╝hlte mich beschwingt und ein leichter Hauch von Vorfreude und Gl├╝cklichkeit breitete sich in mir aus.
Ich sah die beleuchteten Fenster eines Caf├ęs vor mir in einer Strasse. Zum goldenen Stern, vor der T├╝r prangte ein grosser Stern der von den Schneeflocken ├╝berzogen im Licht leicht glitzerte. Ich dachte kurz nach und trat dann durch T├╝r, sogleich erklang das Klingeln der dar├╝ber befestigten Gl├Âckchen. Der Duft von frischem Zimt-Tee und Geb├Ąck wurde meiner Nase aufgesogen. Ich suchte mir einen kleinen Tisch in einer Ecke aus wo es gem├╝tlich und, das Wichtigste, warm war. Ich bestellte mir einen Zimt-Tee von dessen Duft ich mich hatte verf├╝hren lassen.

Die Gl├Âckchen ├╝ber der T├╝r klingelten wieder und ein Mann trat ein. Auch seine Nase war rot und seine Wangen gl├╝hten. Ein Strassenwandler wie ich. Keine einzige Einkaufstasche in der Hand.
Er sah sich um und entdeckte noch einen freien Platz in der Ecke. An meinem Tisch. Er schl├Ąngelte sich zwischen den Tischen hindurch und wich einer Kellnerin aus die sich gerade mit einer dampfenden Tasse Tee den Weg zu mir bahnte. Dann stand er vor dem Tisch. Er l├Ąchelte als er mich fragte, ob er sich zu mir setzten d├╝rfe. Ich l├Ąchelte zur├╝ck und nickte. Er k├Ąmpfte sich aus den vielen Schichten Winterbekleidung, bis zum Pullover vor und setzte sich schliesslich. Die Kellnerin hatte es inzwischen auch bis zum Tisch geschafft und stellte die Tasse Tee vor mich hin. Der Mann mir gegen├╝ber sog den Duft tief ein und seufzte. "Mir bitte auch eine Tasse von diesem Tee." Er lachte. Ich sah das Leuchten in seinen Augen und wusste; Er hat auch mit den Schneeflocken getanzt.

__________________
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flammarion
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hm,

eine nette kleine geschichte. besonders der schlu├č ist bestechend. aber den absatz mit der w├Ârtlichen rede halte ich f├╝r ├╝berarbeitungsbed├╝rftig. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Eilan
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Die w├Ârtliche Rede

Hallo Flammarion

Die w├Ârtliche Rede ist nun gestrichen, bis auf "Mir bitte auche eine Tasse von diesem Tee."

Nun ja, ich muss zugeben es sieht schon viel besser aus...*lach*

Danke f├╝r deinen Beitrag.

Schneeflockenumwirbelte Gr├╝sse
Eilan
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flammarion
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oh,

ich meinte nicht zusammenstreichen, sondern ausbauen . . .
ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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