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Leselupe.de > Gereimtes
Tapferkeit
Eingestellt am 16. 09. 2009 14:34


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Sta.tor
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Tapferkeit

Stolz und unter Eid gestellt
zieht er tapfer in das Feld.
Denn die Heimat ist bedroht
durch des Feindes Aufgebot.

Als man zu den Waffen rief,
war er nicht zu halten, lief
von der Arbeit hin zum Heer.
Seine Frau sah ihn nicht mehr.

Eingekleidet und gedrillt
gibt er nun das Ebenbild
heldenhafter Tapferkeit.
Und der Kampf ist nicht mehr weit.

Die Strategen in den Bunkern,
zwischen Stabsgesocks und Funkern
reiben sich derweil die H├Ąnde.
Sehen schon den Feind am Ende.

Sehen sich schon pl├╝ndern, rauben,
Beute machen, Sch├Ątze klauben,
sich die gro├čen Taschen f├╝llen
und in feinste T├╝cher h├╝llen.

Hohe Ämter, Positionen,
werden nach dem Sieg belohnen,
wer nicht in die K├Ąmpfe zog,
sondern frech das Volk belog.

Wessen Dreistigkeit am tollsten,
wessen L├╝genmaul am vollsten,
dass das Volk ihm blind vertraut,
rettet immer seine Haut.

Selten nur in der Geschichte
wurden solche B├Âsewichte
ihrer Taten angeklagt.
Meistens hat man's nicht gewagt.

Denn was dann ans Licht gel├Ąnge
br├Ąchte manchen arg in Zw├Ąnge.
Angesichts Erkl├Ąrungsnot,
schwieg man manches lieber tot.

Doch so gro├č des Menschen Geist,
so verschwindend klein ist meist,
der Verstand, wenn's hei├čt das Leben
f├╝r wen anders aufzugeben.

F├╝r die Gauner, die beizeiten
Kriege heimlich vorbereiten.
Die mit Menschenleben spielen
und auf Machtvermehrung zielen.

All dies Kriegsgewinnlerpack,
stecke man in einen Sack.
Und dann mit dem Kn├╝ppel fein,
pr├╝gle man die Beulen klein.

Unser Held vom Anbeginn,
z├Ąhlt nun auch zum Kriegsgewinn.
Von diversen K├Ârpersch├Ąden,
profitieren Orthop├Ąden.






__________________
schlimmer geht immer

Version vom 16. 09. 2009 14:34

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Vera-Lena
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Lieber Sta.tor,

die vorletzte Strophe w├╝rde ich rausnehmen, denn dass der Autor w├╝tend ist, das merkt man auch so. Der Leser sollte w├╝tend werden und es sollte ihm die eigene Wut nicht schon durch die Wut des Autoren abgenommen werden, finde ich.

Die letzte Strophe ist, wie meistens bei Deinen Texten, wieder sehr gut gelungen.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Heidrun D.
Guest
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Dr. h.c.lyr. Sta.Tor,

gern m├Âchte ich Vreni`s Vorschlag unterst├╝tzen, w├╝rde sogar noch `ne Ecke mehr wegk├╝rzen:

quote:
Tapferkeit

Stolz und unter Eid gestellt
zieht er tapfer in das Feld.
Denn die Heimat ist bedroht
durch des Feindes Aufgebot.

Eingekleidet und gedrillt
gibt er nun das Ebenbild
heldenhafter Tapferkeit.
Und der Kampf ist nicht mehr weit.

Die Strategen in den Bunkern,
zwischen Stabsgesocks und Funkern
reiben sich derweil die H├Ąnde.
Sehen schon den Feind am Ende.

Sehen sich schon pl├╝ndern, rauben,
Beute machen, Sch├Ątze klauben,
sich die gro├čen Taschen f├╝llen
und in feinste T├╝cher h├╝llen.

Hohe Ämter, Positionen,
werden nach dem Sieg belohnen,
wer nicht in die K├Ąmpfe zog,
sondern frech das Volk belog.

F├╝r die Gauner, die beizeiten
Kriege heimlich vorbereiten.
Die mit Menschenleben spielen
und auf Machtvermehrung zielen.

Weil sie gern Profite machen,
bringen Leichen sie zum lachen.
Massenmord ist Konjunktur!
Skrupel? Zweifel? Keine Spur!

All dies Kriegsgewinnlerpack,
stecke man in einen Sack.
Und dann mit dem Kn├╝ppel fein,
pr├╝gle man die Beulen klein.


Unser Held vom Anbeginn,
z├Ąhlt nun auch zum Kriegsgewinn.
Von diversen K├Ârpersch├Ąden,
profitieren Orthop├Ąden.

Das langte vermutlich, findigster aller Hc`s ...

Sichmalindieeckeduckt
Heidrun





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Sta.tor
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Hallo Vera-Lena und Heidrun,

k├╝rzen, nun ja, eine Strophe k├Ânnte wohl weg, aber nicht der Pr├╝gelsack. Den sollte sich jeder w├╝nschen und auch bekommen. Der Grund der L├Ąnge ist, dass jeder der Verantwortlichen - milit├Ąrischer F├╝hrungsidiot, politischer Entscheidungskrimineller und wirtschaftlicher Gierschlund vorgef├╝hrt werden soll.

Au├čerdem habe ich da so eine Lieblingsstrophe, die Heidrun im Handstreich hinweggefegt habt. Und das ist die Strophe 10. Die hat eigentlich das Zeug dazu, alleine f├╝r sich zu stehen. Genaugenommen k├Ânnte man alle anderen Strophen streichen und der Titel w├╝rde immer noch stimmen.

Nachdenklich geworden
Sta.tor
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Vera-Lena
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Lieber Sta.tor,

auf die Gefahr hin, dass ich Dich jetzt ganz und gar nicht erfreue, m├Âchte ich Dir aber trotzdem sagen, was mir bei der 10. Strophe auff├Ąllt.

1. diese Strophe ist auch meine Lieblingsstrophe.

2. Sie enth├Ąlt einen kleinen Denkfehler. Wenn jemand ├╝berlegt, ob er ein Opfer bringen soll, dann ist es der Verstand, der sich riesengro├č aufbl├Ąht und immer NEIN; NEIN!!! schreit. Es ist das Herz, das den Menschen dazu antreibt, ein Opfer zu bringen.

Einen Änderungsvorschlag kriege ich aber nicht hin, weil es nicht so einfach ist, das einsilbige Herz da in den Rhythmus einzufügen.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Lieber Sta.tor

Ich habe dein Gedicht nun viele Male gelesen und ich stimme dir in allen Punkten zu. Ich habe vor einiger Zeit eine Soziologie-Abhandlung zu diesem Thema gelesen, die enthielt mehr Worte, sagte aber das gleiche und nicht so fl├╝ssig verdichtet und verreimt.

Allerdings kommen nicht alle Szenarien die du beschreibst, gleicherma├čen w├Ąhrend eines Kriegs zum Einsatz. Diesbez├╝glich gingst du das Thema universell an und darum auch muss es so lang sein, wie es ist.

W├╝rdest du dich dazu entschlie├čen dich auf einen bestimmten Mechanismus (Verteidigungskrieg, Angriffskrieg und dann noch unterscheidbar nach Staatsform - Demokratie Monarchie Diktatur) zu beschr├Ąnken, w├Ąre es nat├╝rlich k├╝rzer.
Einige deiner Strophen k├Ąmen nat├╝rlich in allen Variationen vor.

Vielleicht gibt dir das eine Entscheidungshilfe falls du dich wirklich dazu durchringen solltest zu k├╝rzen ( was ich schade f├Ąnde)

quote:
Doch so gro├č des Menschen Geist,
so verschwindend klein ist meist,
der Verstand, wenn's hei├čt das Leben
f├╝r wen anders aufzugeben.

Diese Strophe finde ich in ihrer Ambivalenz hervorragend forumliert, denn sie deckt beide Extreme ab, den indoktrinierten, fanatisierten, als auch den ├Ąngstlichen, feigen oder egoistischen Menschen.

Respekt vor dieser Leistung, die die Komplexit├Ąt dieses Themas umfassend ausgeleuchtet hat.

Zu Metrikalit├Ąten: F├╝r mich ist entscheidend ob ein Text klingt und sich fl├╝ssig lesen l├Ą├čt - deiner tut es.

liebe Gr├╝├če
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