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Leselupe.de > Gereimtes
Tarabatz, der Schwarzekatz
Eingestellt am 16. 11. 2003 15:07


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Nova
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Nov 2003

Werke: 3
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Dem Reisen gibt erst sein Gewicht,
Dass jeder Mensch verschieden dicht.
Der eine, leichter als ein Kork,
Schwimmt froh von Hamburg bis New York,
Indes der andre, schwer wie Eisen,
In Angst versinkt, sollt er vereisen.
(Eugen Roth)


Tarabatz, der Schwarzekatz

Rabenschwarz ist Tarabatz, hell die Augen funkeln.
Tarabatz, die wilde Katz, MĂ€uslein bangt im Dunkeln.
Sogar der freche Ratz fĂŒrchtet sich vor Tarabatz.
Schleiche er Hecken entlang, um nach Raub zu wittern.
Schau die alle Vöglein ein, wie die flattern, beben, zittern.
Selbst der unverschÀmte Spatz hat Respekt vor Tarabatz, der Katz.
Die gute Hausfrau blickt auf den Kater sehr entzĂŒckt:
“Er vertreibt in KĂŒche und Keller Ratz und Maus von Tisch und Teller.”
Ja! Selbst der Vater streichelt eigenhÀndig diesen Kater.
“Wir haben einen Schatz, dieser Schatz ist Tarabatz”
Also, hier lebte Tarabatz, fing die Maus und fing der Ratz.
Hier mal eine, da mal eine. Dicke, dĂŒnne, große, kleine.
Als man aber mit Bedacht in dem Haus ein Schwein geschlachtet hat.
Haben in wenigen Stunden Katz und Maus den Tod gefunden.

Jedem Bayer lieb und wert, ist der offene Feuerherd.
An dem schon bekanntermaßen gern die alten VĂ€ter saßen.
Oben nach bewÀhrtem Braucht baumelt schon das Schwein im Rauch,
Um als Wurst und als Schinken seinen letzten Gruß zu winken.
Schließlich ißt der Mensch es auf, das ist Schweinchens Lebenslauf.
Heinze soll zur Schule gehen, aber hier bleibt er noch stehen.
Eine Wurst, kann man sie kriegen, macht dem Menschen viel VergnĂŒgen.
Manches ist im Lauf des Lebens, was man will und tut, vergebens.
Auch die Sprossen einer Leiter helfen manchem noch nicht weiter.
Traurig denkt er: “WĂ€re ich bloß, wie Papa groß!”
Auf dem Wandbrett steht eine Flasche einsam und alleine.
Heinze denkt: Was mag das sein?
Hebt den Kork und richt hinein, prĂŒft ein Tröpfchen, noch ein Tröpfchen.
MĂŒde wurde ihm das Köpfchen.
Schlafend streckt die kleinen Glieder, auf den Tornister nieder.

SpÀhend blicket Mutter Maus scheu aus ihrem Loch heraus,
Hebt das NĂ€schen in die LĂŒfte, wittert frische FleischesdĂŒfte.
“Kinder, kommt herbei, hier richt es nach Wursterei!”
Hasch, Husch! Die kleinen Jungen kommen, Piep, Piep! Gesprungen.
Klopfen schon mit Wohlbehagen sich den kleinen MĂ€usemagen.
Aber was man hÀtte gerne, liegt oft in weiter Ferne.
Keinem fÀllt was rechtes ein, traurig blicken alle drein.
Als man schon den Mut verlor, bumst! Da klopft es ans MĂ€use Tor.
Zitternd spricht der MĂ€usevater: “Ist der das, der Tarabatz?”
MĂ€usemutter spĂ€ht jedoch mutig durch das SchlĂŒsselloch.
Und dann jubelt sie: “Hurra! Du bist es ja! Mein junge, der Hopsasa!”
Als sie sich begrĂŒĂŸten, sich auf beide Wangen kĂŒĂŸten,
Da gab es plötzlich: Heinze schnarchte fĂŒrchterlich.
Hopsasa, der Held, erblaßte, weil ihn jĂ€h die Furcht erfaßte.
Stammelt bleich: “Es grauet mir, Menschen, Menschen spĂŒre ich hier!”
Da lachen alle: “Ha! Ha! Ha! Das ist unser Heinze ja!
Menschen können uns gefĂ€hrden, dieser will erst einer werden.”

Und der MĂ€usevater gleich machte einen dummen Streich.
Rasch auf Heinze Brust er sprang, mit dem MÀuseschwÀnzchen lang.
Kitzelte er - welch ein SpĂ€ĂŸchen! - Unserm Heinze in das NĂ€schen.
Mußt er ein graues Gesicht machen, ja, das war noch was zum Lachen!
Doch wer was zum Lachen hat, wird davon noch lÀngst nicht satt!
“Leise, leise schleicht heran, mit dem SchwĂ€nzchen packet an!”
Gibt dann plötzlich das Signal: “Alle Mann ans Lineal!”

Lineal ist sonst nicht schwer, doch fĂŒr kleine MĂ€uslein sehr!
Ziehet, ziehet, schwebt, und herauf die steile Leiter.
Gleitet es dann munter weiter.
Nichts auf Erden hÀngt so hoch, kluge List erreicht es doch!
Trennt zwei Dinge eine Kluft, baut man hoch hin durch die Luft.
Voll Geschicke, eine BrĂŒcke!
Kann man sich an etwas laben, will man es auch schließlich haben!
Und so fressen groß und klein in die WĂŒrste sich hinein.

Was tat Heinze, als die dreisten MĂ€uslein Wurst verspeisten?
Heinze hatte einen Traum: Vor ihm schwebt, - er glaubt es kaum! -
Ein geflĂŒgeltes MĂ€uslein klein, lĂ€dt ihn zum WĂŒrstchen ein.
Doch vergeblich nach dem Happen tut der liebe Heinze schnappen.
Denn man fÀngt gebratene Tauben nicht so leicht, wie manche glauben.

Jede große, gute Tat Ehren im Gefolge hat.
Als der König es vernommen, ließ er gleich die Braven kommen.
Sitzt er nieder auf dem Throne, auf dem Kopf die Königskrone.
Und verteilt in Huld die Gnaden an die GĂ€ste, die geladen.
Hopsasa, dem ist der Orden Goldener Bratwurst verliehen worden.
Um den Hals zu tun am Bande, fĂŒr den Held im MĂ€uselande.

Nach dem Feste trafen viele, jung und alt, sich auf der Diele.
Denn es freut jedermann, wenn er einmal tanzen kann.
MĂ€uselieschen und Nachbar Franz, machen einen Sondertanz.
VorwĂ€rts, rĂŒckwĂ€rts, auf der Stelle, herrlich spielt die Hauskapelle.

Aber weh, es weiß die Katz, dass die freche Maus und Ratz immer da ist leicht zu fangen, wo die leckeren WĂŒrste hangen.

MĂ€uslein hatten sich indessen ritze, ratze vollgefressen.

Aber nahe liegt die Katz, liegt der wilde Tarabatz.
Seine Augen glĂŒhen und funkeln, wie ein heller Blitz im Dunkeln.
Springt hervor mit einem Satz, hussa, Hystereseratz!

MĂ€uslein wollen rennen, flĂŒchten, wehe! Es gelingt mit Nichtenmagen!
Können, da zu schweren Magen, kaum die eignen Leiber tragen.
Schaurig, traurig ist es zu sagen, ob sie zagen, ob sie klagen.
Tarabatz faßt mit Behagen jeden, den er mag, am Kragen!
Hatte sich infolgedessen ganz entsetzlich voll gefressen.
Ja, er war so kugelrund wie ein dicker Moppelhund.

SpĂŒrt er voller Schrecken böses Leibweh in dem Bauch!
Zu erhöhen seine Pein, stellt sich Durst quÀlend ein.
Und er hat beim besten Willen gar nichts da, um ihn zu stillen.
Plötzlich seine Sinne wittern auf dem Wandbrett jenen Bitter.
Hebt die Flasche an den Mund, leert sie aus bis in den Grund.

Hilum! Pallium! Löffelvoll, was Zuviel ist, ist Zuviel!
Immer, wenn die Flasche leer, kommt der Böse hinterher.

Wollte sich mit kĂŒhnem Springen von dem hohen Wandbrett schwingen.
Weh, er strauchelt, hoch im Bogen kommt er durch die Luft geflogen.
FĂ€llt kopfĂŒber, fĂ€llt kopfunter in das Flammenmeer hinunter.
Gerade in den Wassertopf, plumpst hinein der arme Tropf.
O, wie ist das Wasser heiß!
Ja, das brennt, wie jeder weiß!

Heinze lag in guter ruh, mit beiden Augen zu.
In die Nase, wie fatal! Spritzte ihm ein Wasserstrahl.
Solchermaßen aufgeweckt, hat das UnglĂŒck erst entdeckt.
In dem Kessel lag die Katz, lag der wilde Tarabatz!
Weinend rief er: “Tarabatz! Du arme Katz!”
Lief dann schleunigst, die Geschichten seinen Eltern zu berichten.
Mutter hörte traurig zu, doch der Vater sprach in ruh:
“Also, es geht auf den Welten, alles muß sich hier vergelten.
Immer folgt auf Schlechtigkeit Strafende Gerechtigkeit.”

Hilum! Pallium! Löffelvoll, was Zuviel ist, ist Zuviel!
Ratsam ist zu jeder Zeit eine weise MĂ€ĂŸigkeit.








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vHoltei

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