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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Tauchen
Eingestellt am 25. 04. 2009 20:20


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maleo
Hobbydichter
Registriert: Apr 2009

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Tauchen
Ich lehnte mit dem R├╝cken am Beckenrand, auf der schmalen Stufe stehend, die den Rand s├Ąumte, gerade so hoch ├╝ber dem Grund, dass mein Kopf ein St├╝ck aus dem Wasser ragte, Die Arme hatte ich zur Seite gespreizt und f├╝hrte sie die Rinne entlang, in die beharrlich das Wasser pl├Ątscherte. Die Sonne war warm und die Luft ruhig.
Die Kinder lachten vor Vergn├╝gen, sprangen immer wieder ins Wasser und neckten einander. Da war dieser kleine Junge, der so schrill in mein Leben treten sollte, um doch gleich wieder zu verstummen. Zun├Ąchst schenkte ich seinem Tun ├╝berhaupt keine Aufmerksamkeit. Er hatte schwarze kurze Haare und war ziemlich d├╝nn. Es ist schwer zu sagen, wie alt er war, vielleicht zehn oder zw├Âlf. Jedenfalls war er klein und schwach.
Ich wei├č nicht, ob seine Eltern in der N├Ąhe waren. Seine Freunde waren es, doch auf die war kein Verlass. Im Nachhinein zweifle ich sogar daran, dass es ├╝berhaupt richtige Freunde waren.
Ich hatte schon mehrere Minuten in dieser Position verharrt und lie├č das Treiben um mich herum geschehen, ohne mich von ihm st├Âren zu lassen. Warum sollte es mich auch st├Âren? Ich konnte mich noch gut daran erinnern, wie es war, als ich selbst ein kleiner Junge gewesen bin: Jeden Nachmittag verbrachte ich im Schwimmbad, wenn es das Wetter zulie├č. Im Sommer oft bis der Bademeister uns nach Hause schickte. Von der Sonne war mein Haar geradezu bleich geworden und ich schaute den ├Ąlteren Jungs beim Fu├čballspielen zu oder schwamm mit meinen Freunden um die Wette. F├╝r M├Ądchen hatte ich damals noch keinen Blick, au├čer vielleicht einen kurzen der blo├čen Kenntnisnahme.
Und dann stieg dieser Gedanke in mir auf. Oder kam er auf mich herab? Ich bin mir nicht sicher, ob er aus mir heraus kam. Doch mu├č es wohl so gewesen sein, auch wenn alle die mich kennen, mir das nie zugetraut h├Ątten. Nun, wie gut kannten sie mich? Zu ihrer Verteidigung mu├č ich allerdings anbringen, dass sie es auch niemand anderem zugetraut h├Ątten, den sie in ihrer Mitte duldeten. Vielleicht war genau das der Grund: Ich wollte sie ├╝berraschen. Dabei ist ├╝berraschen gar nicht das richtige Wort. Vielmehr wollte ich ihnen einen Spiegel vorhalten, ihnen ihre Unwissenheit vor Augen f├╝hren. Mag sein, dass ich auch gar nicht l├Ąnger in ihrer Mitte geduldet sein wollte.
Immer mehr ergriff diese Idee, dieser Plan von mir Besitz. Ich sp├╝rte, wie sie in meinen K├Ârper drang, meine Beine w├Ąrmte, mein Herz schneller schlagen machte und meine Lungen mit Luft f├╝llte. Allein f├╝r dieses Behagen w├╝rde es sich schon lohnen. Und es steigerte sich noch. Schlie├člich war es ein Verlangen, ein Rausch. Ob ich von Anfang an nicht mehr entrinnen konnte oder ob ich zun├Ąchst noch etwas h├Ątte tun k├Ânnen, kann ich nicht beurteilen. Einzig k├Ânnte man mir vorwerfen, dass ich es h├Ątte kommen sehen m├╝ssen. Doch ich habe es kommen sehen. Ich wollte es nicht verhindern. Ich trotzte der Gier und hielt mein wallendes Blut im Zaum. Je gieriger ich wurde, desto mehr Gewissheit erlangte ich und desto ruhiger wurde ich ├Ąu├čerlich. Diese Spannung zwischen k├Ârperlicher Kontrolle und gedanklicher Ekstase lie├č mich meine Einsamkeit und Unvollkommenheit vergessen.
Dann lie├č ich los. Alles war so nat├╝rlich, dass es keiner Anstrengung mehr bedurfte. Unz├Ąhlige mal vorher h├Ątte ich es tun k├Ânnen, doch es bestand kein Grund zur Eile. Ich hatte gewartet ohne Furcht. Mein rechter Arm l├Âste sich vom Beckenrand, meine Hand schwebte einen Kopf hoch ├╝ber dem Wasser. Ich war bereit es zu tun. Fast beschrieb sie einen Kreisbogen, als sie sich auf ihn zu bewegte. Der kleine Kopf ragte nur wenig aus dem Wasser. Die Haare f├╝hlten sich stumpf an, als meine Hand ├╝ber sie strich.
Als es vor├╝ber war, konnte ich mich vor Ersch├Âpfung kaum noch bewegen. Ob es kurz oder lange gedauert hatte, konnte ich nicht sagen. Mir kam es ├╝berraschend kurz vor. Doch schmolz f├╝r mich die Zeit ohnehin in einen einzigen Augenblick zusammen. So stand ich denn wieder am Beckenrand ÔÇô genau wie vorher. Mir war kalt. Ich wartete, was nun geschehen w├╝rde.

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KaGeb
Guest
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Hallo maleo,

und ein herzliches Willkommen hier. So, genug gesabbert - nun zu Deinem Text

Aaalso, hm, kurz gesagt mag ich Deinen Prot. nicht. Da schlie├če ich mich direkt Rumpel an. Das perfide Spiel eines Geisteskranken, dem Du rechtfertigende Gef├╝hlstruktur verpassen willst, um es einigerma├čen zu erkl├Ąren, geht nicht auf. Leser wollen mitfiebern, mitleiden - und haupts├Ąchlich verstehen. Das gelingt "mir" bei Deinem Text nicht. Er handelt zu unsubstantiiert, ohne glaubw├╝rdige Motivation und Grund.
Vorschlag:
Lass ihn sich doch einfach ausmalen, was er mit dem Jungen macht, auch "schwarze" Gedanken sind frei. Vielleicht hat der Prot. einen rabenschwarzen Tag hinter sich, oder derartige "G├Âren" wie der Junge machen st├Ąndig L├Ąrm vor seiner Wohnung, oder alles geht ihm zur Zeit auf dem Geist (arbeitslos, Frau hat ihn verlassen ...) : Sogar der Junge da vor ihm im Wasser. Wenn Du sowas etwas ausbaust, k├Ânnte man mit dem Prot. mitf├╝hlen, hoffen, dass er sich wieder einkriegt: Er denkt es ja nur ...┬┤
Und am Ende: Dein Prot. steckt sich Ziele, denkt wieder positiv, will neu anpacken: Da erwacht er aus einer Art Trance - und der Junge ist tot (z.B.)

Vielleicht kannst Du was von den Ideen verwerten. Viel Erfolg jedenfalls. Wenn Du Dich ranwagst, k├Ânnte ich Dir noch im stilistischen und rhetorischen Bereich ein paar Tips geben.

LG, KaGeb

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