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Leselupe.de > Kindergeschichten
Teddys Wunschzettel
Eingestellt am 16. 07. 2003 19:04


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Flitzi
Routinierter Autor
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Zur Abk├╝hlung mal eine Weihnachtsgeschichte:

Teddys Wunschzettel


Mama brachte Mia ins Bett und deckte sie zu, als ihr pl├Âtzlich etwas einfiel.
ÔÇ×Wir haben etwas sehr Wichtiges vergessen, Mia! Heute ist der erste Advent. Da musst Du doch Deinen Wunschzettel auf die Fensterbank legen, damit ihn die Englein abholen k├Ânnen.ÔÇť
ÔÇ×Oh ja!ÔÇť, rief Mia aufgeregt und sprang aus ihrem Bett heraus. Sie h├╝pfte zu ihrem Schrank und zog den Wunschzettel heraus, den sie ein paar Tagen zuvor zusammen mit ihrem Papa geschrieben hatte. Ein neue Puppe und einen Tretroller w├╝nschte sie sich zu Weihnachten, und vielleicht noch ein paar S├╝├čigkeiten.
Sorgf├Ąltig legte sie den Papierbogen mittig auf ihre Fensterbank, damit ihn die Englein sofort finden und zum Christkind bringen konnten. Dann kroch sie zur├╝ck in ihr warmes, wohliges Bett.
Nachdem Mama ihr einen dicken Gute-Nacht-Kuss gegeben hatte, schlief sie sofort ein. Ganz im Gegensatz zu ihrem Teddy.
Mias Teddy sa├č hellwach im Bett und kratzte sich nachdenklich hinter seinen Pl├╝sch ├╝berzogenen Ohren. Wie hatte er das nur vergessen k├Ânnen? Die letzten Tage hatte er kistenweise leckere Kekse gebacken und Weihnachtssterne gebastelt. Dabei hatte er ├╝berhaupt nicht daran gedacht, seinen Wunschzettel zu schreiben.
Erschrocken klimperte Teddy mit seinen Knopfaugen und kletterte, an Mia vorbei, aus dem Bett heraus. Im halbdunklen Zimmer tapste er umher und suchte verzweifelt nach einem brauchbaren St├╝ck Papier, auf das er seine W├╝nsche schreiben konnte. Leider fand er nichts, nicht einmal einen klitzekleinen Fitzel.
Als er ├╝berlegte, kam ihm die Idee, heimlich in die Toilette zu schleichen und sich ein St├╝ck Klopapier zu besorgen. Darauf wollte er seine W├╝nsche schreiben. Auf Tatzenspitzen huschte er ├╝ber den kalten Flur ins Badezimmer und mit einem Blatt Papier unterm Arm wieder zur├╝ck.
Dann setzte er sich an Mias Basteltisch, auf dem eine bunte Dose mit Malstiften stand, und dachte dar├╝ber nach, was er sich zu Weihnachten w├╝nschte. Und das war gar nicht so einfach.
Ein wenig Spielzeug, etwas zum Anziehen und eine gute Freundin, n├Ąmlich Mia, hatte er bereits, aber was er noch nicht hatte, war eine Lokomotive. Aus Holz sollte sie sein und so gro├č, dass Teddy mit ihr mitfahren konnte. Immer und immer wieder im Kreis, das w├Ąre toll.
Teddy legte das Papier bereit, nahm sich einen roten Filzstift aus der Dose und wollte anfangen, als ihm einfiel, dass er ja gar nicht schreiben konnte.
ÔÇ×Daran habe ich ja gar nicht gedacht!ÔÇť, murmelte Teddy verzweifelt. Letztes Jahr hatte Mias Vater ihm geholfen, aber der lag nun selber in seinem Bett und schlummerte tief und fest.
Nachdenklich kaute Teddy auf seinem Stift herum und ├╝berlegte, wer ihm beim Wunschzettelschreiben helfen konnte. Da es aber bereits ziemlich sp├Ąt war und alle schliefen, konnte er niemanden finden.
ÔÇ×Dann muss es eben anders gehen!ÔÇť, sagte Teddy zu sich selbst und beschloss, seinen Wunschzettel nicht zu schreiben, sondern zu malen. Die Englein w├╝rden ihn schon verstehen.
Er suchte sich ein paar Stifte heraus und begann eine gro├če, rote Dampflok mit Schienen auf das St├╝ck Toilettenpapier zu zeichnen. Zum Schluss malte er noch einen braunen Teddy in die Lok hinein, damit das Christkind auch wusste, dass er selber mitfahren wollte.
Als er fertig war, hielt Teddy sein Kunstwerk hoch und betrachtete es.
ÔÇ×Gar nicht so schlecht!ÔÇť, sagte er stolz und tapste leise zur Fensterbank hin├╝ber. Vorsichtig legte er seinen Wunschzettel direkt neben Mias und schlich zur├╝ck ins Bett. Er kuschelte sich unter die warme Daunendecke und schlief friedlich neben Mia ein.
In der Nacht wurde er jedoch noch mal durch ein leises Ger├Ąusch geweckt. Verschlafen ├Âffnete er eines seiner Knopfaugen und sah den Schatten zweier Engelchen, die auf der Fensterbank hockten.
ÔÇ×Oh welch ein sch├Âner Wunschzettel! So eine sch├Âne Lok!ÔÇť, h├Ârte er sie leise fl├╝stern und sah ihre Schatten anschlie├čend davon fliegen. Gl├╝cklich grinsend drehte Teddy sich um und schlief wieder ein. In dieser Nacht tr├Ąumte er vom Heiligen Abend und von seiner tollen, roten Lokomotive, auf der er im Kreis fuhr, immer und immer wieder.

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Tanja_Elskamp
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2003

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Die Idee ist wie immer bei dir eine wirklich niedliche, das vorweg.
Gefallen hat sie mir auch gut (wie machst du das, dass du tats├Ąchlich so kurze Geschichten schreibst, die in sich mehr Leben haben als andere doppelter oder dreifacher L├Ąnge??), mich rei├čt sie jetzt allerdings auch nicht derart zu Begeisterungsst├╝rmen hin, wie das einige anderer deiner Werke machen (vielleicht ist es auch einfach tats├Ąchlich noch zu hei├č daf├╝r, hehe).

Ich glaub, am meisten hat mich die Sache mit dem Vater gest├Ârt. Dass er im Vorjahr geholfen hat, war mir ein wenig zu phantastisch und ich glaube auch nicht unbedingt, dass ein Kind darauf reinf├Ąllt (also wenn ICH rauskriege, dass MEIN Papa...*g*)?

Und den Begriff "Klo" h├Ątte ich wohl gar nicht verwendet, aber das kann auch einfach eine ├ťberbewertung von mir sein.

Liebe Gr├╝├če und dank f├╝r neuen Lesestoff von dir,
Tanja

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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Danke f├╝r das Statement. Ich werde an der Geschichte sowieso noch feilen m├╝ssen, da sich in einem anderen Forum die Leser das Ende etwas anders gew├╝nscht h├Ątten.
Gruss
Sabine

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