Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92231
Momentan online:
377 Gäste und 21 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Teil zwei eines fortgesetzten Remakes
Eingestellt am 13. 10. 2002 15:50


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
kr_ali
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2002

Werke: 4
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um kr_ali eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Teil zwei eines fortgesetzten Remakes

Es gibt dramatische Neuigkeiten in der Filmindustrie. Klar, wie immer in der heutigen Zeit, bedingt durch technische Neuentwicklungen.

Etwas anderes als verbesserte Technik kann eben nicht mehr dazu beitragen, da├č von der Forderung nach Erf├╝llung von ehelichen Pflichten von der weiblichen Seite keine Rede mehr ist und Zufriedenheit die innerliche Leere ersetzt hat, da├č Alarmanlagen den schlafenden Inhaber eines Warenhauses anrufen, wenn sich eine Maus in den endlosen, langen G├Ąngen verlaufen hat und durch eine Lichtschranke gestellt worden ist, da├č Raketen nun automatisch ihr terroristisches Ziel selbst suchen und zerst├Âren, ohne da├č sich auch nur 100 m weiter ein Fenster verstellt hat, da├č eine sympathische Frauenstimme einen Tarifcheck begleitet, deren Besitzerin sich zur gleichen Zeit zu Hause von der H├Ąkelmaschine nach Eingabe des Farb- und Ma├čwunsches einen Pulli anfertigen l├Ą├čt oder eben Zufriedenheit celebriert, aber das hatten wir ja schon...

Wir Menschen scheinen auf den ersten Blick einfach zu perfekt geworden zu sein, alles, was fr├╝her m├╝hsam, schwer und schwierig war, wird heute durch k├╝nstlich intelligente Helfershelfer erledigt, obwohl das Wort k├╝nstlich hier im Vergleich zu den Menschen, die sie nutzen, eigentlich doch blanker Hohn ist.

Sicher gibt es auch Menschen, die Technik entwickeln, diese schlauen Leute, aber es gibt auch viele, die Politik machen, Menschen, die neue Sekten entwickeln oder ├╝ber die neue Rechtschreibung oder ├╝ber Rasenspiele stundenlang philosophieren k├Ânnen, Leute, die neue Ern├Ąhrungsrichtlinien entwerfen, den Kaffee, Alkohol und die Zigaretten, Fett und gleichzeitige Adrenalinsch├╝be wegzulassen oder dieses nur dosiert und gelegentlich oder nach genauer Ma├čgabe zu betreiben, wenn es unbedingt einem danach ist, sich aber daf├╝r wie ein Kind ├╝ber die intelligente Badezimmer-Fu├čbodenheizung herzlich freuen k├Ânnen oder ├╝ber einen Drucker, der sich selbst repariert, die Fehlermeldung online an den Hersteller schickt und sich beim Benutzer f├╝r seinen Einsatz bedankt.

Nat├╝rlich mu├č es auch viele geben, die Technik konsumieren, denn wof├╝r h├Ątten sich die schlauen Leute sonst die K├Âpfe zerbrochen. Alles mu├č ja seinen Abnehmer finden, Technik darf nicht ohne Nachfrage produziert werden, das kostet doch Geld, bei Menschen sieht das sicher anders aus, aber bei Technik ist das so.

Ja, so driftet man ab, wenn man ├╝ber den Kern des heutigen menschlichen Entwicklungspotentials nachdenkt.

Alles Menschliche und alles Zwischenmenschliche, alles wesentliche f├╝r- und gegeneinander zwischen den Menschen, ist ja im Grunde schon erfunden, entdeckt und ausgeschlachtet worden, was sollte hier also noch kommen?

Shakespeare ist ja schon lange tot.

Angebot und Nachfrage, Kosten, Einsatz, Input und Output...die Filmindustrie hat sich neue Technologien zunutze machen k├Ânnen, um alte, ausrangierte, teure, gefeierte und doch wieder schnell vergessene Streifen neu nutzbar zu machen.
So erreicht man durch einen minimalen Kosteneinsatz neue Qualit├Ąt, neue Zuschauermassen, die dankbar in den Kinohallen mit T├╝ten knistern und mit ihren K├Âpfen anderen die Leinwand verdecken und zahlen, zahlen, zahlen: DURCH DAS UPDATEN VON FILMEN.

Genau, das Prinzip kommt aus der Computerbranche, man programmiert schnell etwas hin, orientiert sich am Kostenrahmen, an den personellen Gegebenheiten und macht durch Updates im Zeitablauf ein brauchbares, vielleicht sogar interessantes Programm daraus.

Und so k├Ânnen wir uns in Zukunft auf Filme einstellen, wo bei der Version 1.1 so etwas wie Erinnerung in uns aufsteigt, so etwas in dieser Art schon einmal gesehen zu haben. So etwas, was fr├╝her ein Remake war...

Die Version 1.2. wird uns kaum noch an das einst m├╝hsam abgedrehte Material erinnern, was wir schon l├Ąngst vergessen glaubten und auch vergessen konnten, es ist alles frisch und neu und dem Trend entsprechend.

Und die folgende Version 5.0 wird begeistert aufgenommen, als etwas noch nie dagewesenes gefeiert und bekommt 11 Oskars...zum zweiten Mal...

So nimmt man sich den zweiten Teil (siehe unter Remakes oben!) einer Serie, wo ein guter und ein b├Âser Roboter mitspielen, wo der eine versucht, die Welt zu retten, indem er den Sohn einer abgedrehten Mutter, der in der Zukunft als Weltretter gegen die b├Âse gewordene Technik (wie konnte das passieren, die "Sind Sie sicher"-Frage mit "Ja" beantwortet?) obsiegen wird, besch├╝tzt, wo der b├Âse Roboter gerade diese Welt- oder sagen wir besser, diese globale Menschenrettung verhindern will, indem er dem eingangs erw├Ąhnten Sohn, der von einem Co-Weltenretter aus der Zukunft und in der Gegenwart kommend, eben im ersten Teil dieser Serie gezeugt worden ist, den Hals umzudrehen versucht.

Also eine haneb├╝chende Story voller Unwahrscheinlichkeiten, Fiktionen, Fehler und einem schlechten Drehbuch ohne einen einzigen guten Schauspieler...daraus wird nun mittels neuster Technik etwas Anspruchsvolles, jedenfalls etwas erneut Erfolgreiches gemacht.

Man nimmt das bestehende Material und kopiert einfach echte Schauspieler ├╝ber die Darsteller. Da die Darsteller urspr├╝nglich dunkel gekleidet sind und der gute Roboter sogar schwarzhaarig ist, und das einfach nicht mehr in ist, nimmt man einen blonden Recken, der die Schauspielschule mit "eins" bestanden hat und bereits durch "Hamlet"-Auff├╝hrungen aufgefallen ist und animiert ihn mit seinen gro├čartigen Gesten ├╝ber die stumpfe Miene des Originals.

Die Lederbekleidung war zum Schlu├č des alten Films ohnehin abgeschabt und wird durch l├Ąssige Sonntagsnachmittagsbekleidung ausgetauscht.

Die Mutter darf nicht abgedreht sein und schon gar keine weinerliche Schl├Ągervisage nach der dritten Runde haben, sie wird durch modernstes computerisiertes Videostreaming durch eine ansehnliche Frau mit Traumma├čen und einer hohen schauspielerischen Spezialbegabung ersetzt.

Das Drehbuch ist so schlecht gewesen, da├č man nun gezwungen ist, eine Liebesgeschichte hieraus zu machen, die B├Âse-Roboter-Rolle wird also als solche einfach gestrichen.
Die Szenen mit ihm in diversen LKWs werden geschickt modifiziert, er durch Spezialprogramme ├Ąlter aussehend gemacht, mit Bart und Arbeitshemd ist er nun einfach ein LKW-Fahrer, der v├Ąterliche Freund des k├╝nftigen Weltenretters -Hiebe werden durch Gro├črechner gegen Umarmungen ausgetauscht-, der eben aus der ersten Beziehung der sch├Ânen, erotisierenden Frau stammt, und bemerkt, wie der junge Mann von seiner Mutter vernachl├Ąssigt wird, da ihr Herz brutal f├╝r Blondie zu schlagen beginnt.

Der Trucker versucht den Jungen durch kleine Moped- und LKW-Rennen in stillgelegten Kan├Ąlen von seiner ausweglosen Situation abzulenken.

Doch der blonde, junge Recke und die sch├Âne Frau interessiert das k├╝mmerliche Dasein ihres gemeinsamen Halbwaisen-Stiefkinds wenig, ihre Liebe ist gewaltig, gespickt mit Softcore-Szenen und interessanten Dekoletee-Einblicken am Anfang der Leidenschaft, lassen sie alle Gegner ihrer Liebe hinter sich zur├╝ck und reisen bei Nacht und Nebel mit dem Schiff nach ├ťbersee, wo man in den daf├╝r vorgesehenen Szenen in die alten Bilder einfach eine Schiffskulisse einblendet.

Der v├Ąterliche Freund verliert seinen LKW, also seine Arbeit und f├Ąngt in einem Stahlwerk an, der Junge ger├Ąt auf die schiefe Bahn, indem er seine ganze freie Zeit in Spielhallen verbringt.

Die beiden letztgenannten l├Ą├čt man aus dem Auge des Betrachters entschwinden und bergen so noch Stoff f├╝r eigene Filme und Einspielstatistiken.

Das Hauptaugenmerk liegt nun auf der Liebe der beiden Hauptdarsteller, die in eine ungewisse Zukunft reisen...(das modifizierte Ende des alten Films)...der Blick ├╝ber das schwarze Wasser...beide stehen eng umschlungen nach einem Ku├č an der Reling...ein leises Grollen des Schiffsmotors wird animiert...da fragt der Computer:"Wollen Sie nun die Titanic-Daten ├╝bernehmen? J/N".

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


unbekannt2581
???
Registriert: Jan 2002

Werke: 0
Kommentare: 65535
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Shakespeare ist ja schon lange tot.

tja, schade....

Deine Ausf├╝hrungen sind richtig, gut und angenehm zu lesen, nur f├╝r mein Empfnden in diesem Forum verkehrt am Platz. Darf ich dich einladen es im Forum "Tagebuch" zu posten, das ich auch moderiere ? Auf Wunsch verschiebe ich es gerne dorthin...

Bemerkung am Rande :
Es w├Ąre sch├Ân , wenn in ├Âffentlichen Lehrpl├Ąnen "f├╝r allgemeinbildenende Schulen " der Film eine Rolle spielen w├╝rde.

sch├Ânen Sonntag noch

mikel

Bearbeiten/Löschen    


kr_ali
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2002

Werke: 4
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um kr_ali eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Tagebuch??

Ich verstehe nicht ganz, was meine Satire mit einer tagebuch-├Ąhnlichen Aneinanderreihung von Erlebnissen oder Erfahrungen gemein haben soll; nat├╝rlich kann es auch sein, da├č mir und allen anderen, die mir gegen├╝ber mit dem Begriff "Tagebuch" im weitesten Sinne gearbeitet haben, eine falsche Definition beigebracht worden ist.

Vielleicht sind Satiren wirklich Tageb├╝cher, so nach dem Motto: "Mein ganzes Leben ist ein Schwank" Ok.

Jedenfalls sollte dieser Text eine Satire auf das Schwotzen├Ągga-Epos "Terminator 2" sein.

Ok.

Man mache mit diesem Text, was man w├╝nsche und verstehe ihn, wie man wolle.

Sers

kr_ali

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!