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Leselupe.de > Humor und Satire
Telefonieren macht schlank (für Majissa)
Eingestellt am 03. 04. 2003 11:16


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GerdaHaeusler
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Telefonieren macht schlank!

Sie glauben mir nicht? Dann müssen Sie entweder männlich oder kinderlos sein. Die Mütter unter uns wissen, wovon ich rede.
Der Stress fängt schon beim Aufstehn an. Wo sind die rutschfestesten all meiner rutschfesten Schuhe.Ohne die,bin ich völlig aufgeschmissen, wenn plötzlich das Telefon klingelt.
Spätestens dann nämlich steigt mein Adrenalinspiegel in
schwindelnde Höhen, mein Kreislauf spielt verrückt, meine
Augen flattern und meine Beine fangen an zu rennen, ohne dass
ich was dafür könnte.Aus allen Ritzen und Rillen kommen
Kinder geschossen, die schneller sein wollen als ich.
Wo kommen die alle her? Das können doch unmöglich alles meine sein! Habe ich in einem Anfall von geistiger Umnachtung noch welche adoptiert, oder haben sich die Nachbarskinder auch noch gegen mich verschworen?
Na egal, ich werde sie später aussortieren.Jedenfalls habe ich diesen Wettlauf wieder mal gewonnen.Und das ist eine olympiareife Leistung, wenn man bedenkt,dass ich schon das eine oder andere Jährchen auf dem Buckel habe.
Mit feuerrotem Schädel, schweißnassen Haaren und heraushängender Zunge melde ich mich."Hallo?"
Meine kinderlose Single-Freundin ist am anderen Ende der Leitung."Wieso bist du so außer Atem?" "Ooch, ich mache gerade meine Morgengymnastik. Du weißt ja, die Konkurrenz schläft selten." (Ha, wenn die wüsste, dass 3 Kinder völlig ausreichen, um in Sachen Fitness konkurrenzlos zu bleiben.)
"Wer macht denn da so einen Radau im Hintergrund ?"
"Radau? Wie? Wo? Ach das! Bei mir vor der Haustüre findet gerade eine Demonstration statt." (Dabei bin ich die Einzige, die in diesem Affenstall anfangen sollte zu demonstrieren.) Wahrscheinlich räumen die Blaren mir sämtliche Küchenschränke aus.Tja, die mussten sowieso mal ausgewaschen werden. Da ist man ja als Mutter flexibel.
"Was machst du denn heute noch so?" fragt mich meine hoffnungslos naive Freundin. "Weiß nicht, vielleicht ein bisschen lesen oder ein ausgedehntes Entspannungsbad nehmen!"
Nötig hätte ich es ja. Aus den Blickwinkeln sehe ich Messer,Scheren und Rasierklingen blitzen.Pistolen, Schwerter und die dazugehörigen Kinder wirbeln durch die Luft. Jetzt nur nicht nervös werden. Seit Jahren erzähle ich meiner Freundin in regelmäßigen Abständen, das die lieben kleinen, süßen Kinderlein mein höchstes Glück sind.Ich muss allerdings gestehen, dass meine Brut in den Augenblicken, wo ich vor Mutterglück und Mutterstolz fast zerfließe, mit einem zufrieden-seligen Lächeln im Bett liegt und schläft.Ja doch, zuweilen machen sie das. Schlafen, meine ich.
"Vielleicht können wir heute nachmittag einen Kaffee zusammen trinken.",schlägt sie vor, die Ahnungslose.
Sollte ich in meinem Leben jemals wieder einen Kaffee trinken können, muss ich vorher noch Berge von undefinierbaren Scherben zusammenfegen, 18 Knäuel Wolle entwirren,ein inzwischen unter Wasser stehendes Badezimmer putzen,den Sand aus dem Wohnzimmer wieder in den Garten befördern, das Kinderzimmer wieder so herrichten,dass man es als solches wiedererkennt. und mindestens drei der schätzungsweise 52 Kinder in meinem Haus darauf hinweisen, dass ab morgen die Prügelstrafe wieder eingeführt wird.
Und wenn ich nicht plötzlich diesen komischen irgendwie nach Benzin riechenden Duft in der Nase gehabt hätte,hätte ich mich womöglich zu einem Kaffee hinreissen lassen.
Ich glaube, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich mal langsam einschreiten muss.
Meine Stimmbänder schwillen zu überdimensionaler Größe an.
Fast wäre es mir gelungen, das Martinshorn der Feuerwehr zu übertönen.
Was habe ich eingangs gesagt?
Telefonieren macht schlank?
Ich fürchte, eines schönen Tages wird man mich in meinem angekokelten Sessel finden.Mit schreckgeweitetem Blick, den Telefonhörer noch in der Hand, abgemagert bis auf die Knochen und bereits hyperventilierend werde ich noch in den Hörer hauchen: Kinder sind was Wunderbares !!!!
.

__________________
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majissa
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Oh, liebe Gerda, jetzt fühle ich mich aber wirklich geehrt. Erst dachte ich, was an den Augen zu haben, als ich heute ins Humor/Satire-Forum reinschaute. Wie ich sehe, hast du aus meiner Anregung tatsächlich eine Geschichte gemacht. Ungefähr so habe ich es mir auch vorgestellt. Gut gefallen hat mir etliches: Die Kinder, die aus allen Ritzen und Rillen schiessen, umherfliegende Messer und Pistolen, die Ankunft der Feuerwehr und nicht zuletzt nicht Androhung der Prügelstrafe. Übertreibung macht anschaulich. Die gut dosierte Selbstironie macht deine Protagonistin sympathisch. So finde ich als Leser leichter Zugang. Gelungen auch die Idee, der Anruferin bis zum bitteren Ende die „heile Welt“ vorzutäuschen, während das Haus scheinbar abfackelt. Es gibt aber auch einige Kritikpunkte. Mir fielen einige Flüchtigkeits- und Rechtschreibefehler auf, die ich aber jetzt nicht benennen werde, weil ich nicht weiss, ob du das überhaupt wünschst. Und da wären noch vermeidbare Wortwiederholungen, die wohl im Eifer des Gefechts entstanden sind. Einige Leerschritte (besonders zwischen Satzende und –anfang) und Absätze mehr würden der äusseren Form der Geschichte zugute kommen Die Anmerkungen in den Klammern sind meines Erachtens nicht unbedingt notwendig, da sie erklären, was man sich eigentlich schon denken kann. Aber auch das ist Geschmackssache. Noch mal vielen lieben Dank.

Liebe Grüsse
Majissa

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GerdaHaeusler
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Liebe Majissa!

Ob du dich nun so geehrt fühlen musst, weiß ich nicht.
Ich wollte mich nur nicht mit fremden Federn schmücken und deutlich machen, dass die Idee für den Text von dir ist.

Übrigens darfst du mich gerne kritisieren.Ich bin schließlich blutige Anfängerin und auf Kritik angewiesen.

Ich freue mich, dass dir das, was ich aus deiner Idee gemacht habe, gefallen hat.

Ganz liebe Grüße

Gerda
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knychen
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kann mich nur anschließen

hallo gerda,
bei mir zu hause ist zwar selten solch trubel, da zwei meiner kinder räumlich getrennt von mir wohnen, aber ab und an fahren wir doch gemeinsam weg. "ich schaff das schon, das macht mir spaß." rede ich mir dann immer vorher ein. aber letztendlich wird doch nur das nervenkostüm dünner und die haare grauer. wahrscheinlich wird mir als rache für all die aufregung nur bleiben, später mal als opa denn enkeln "tolle" tipps zu geben, indem ich ihnen erzähle, was ihre eltern alles angestellt haben. da freue ich mich jetzt schon drauf, vor allem auf den angeborenen nachahmungswillen. tolle geschichte. gruß aus berlin von knychen
__________________
kny

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GerdaHaeusler
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Hallo Knychen!

Ich muss wohl zugeben, dass ich ein ganz klein wenig übertrieben habe in meiner Geschichte.Ich habe liebe Kinder. Ja,doch, muss man sich nur lange genug einreden.
Nee, jetzt mal im Ernst, es kommt doch immer drauf an, wie man den Rahmen gesteckt hat. Meiner ist so weit gesteckt, dass meine Kinder da gar nicht rausfallen können.
Da macht man sich das Leben leichter mit.Natürlich habe ich auch Momente, wo ich sie "an die Wand klatschen" könnte.
Wer das nicht zugibt, lügt.
Aber Kinder sind was Wunderbares, nichtsdestotrotz.

Ganz liebe Grüße

Gerda
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Schakim

Wird mal Schriftsteller

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Kindersegen macht verlegen - manchmal...

Hallo, Gerda!

Herrlich! Dir gebührt mein Lob! Du schreibst so aus dem Bauch raus und unübertroffen ehrlich, dass, auch wenn's vielleicht manchmal überspitzt geschrieben ist, alles so glaubwürdig wirkt und voller Humor! Die schönsten Geschichten schreibt doch das Leben...

Du gibst uns spannende Momente aus Deinem Alltagskinderzauberreich... Danke!

Wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Schakim
__________________
§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufblühen <§§§

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