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Terror unser Schicksal ?
Eingestellt am 12. 05. 2011 01:40


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Herbert Schmelz
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Terror unser Schicksal ?
Usama ibn Muhammad ibn Awad ibn Ladin

Im globalen Krieg der Bilder und Mutmaßungen hat der aus Saudi-Arabien stammende Osama bin Laden (1957-2011) eine zentrale Rolle gespielt. Ob in den KĂ€mpfen um Rohstoffe und internationale AbsatzmĂ€rkte seine Terrordrohung wirkungsmĂ€chtig war, darf bezweifelt werden. Zur Lösung und Gestaltung komplexer Finanzprobleme, zur Verteilung von Arbeit, Bildung und Lebenschancen hatte er naturgemĂ€ĂŸ nichts zu sagen. Was den Menschen wirklich auf der Seele liegt, dazu kann der Terrorismus gar keine ernsthafte Haltung einnehmen. Seine StĂ€rke besteht in der VerfĂŒhrungskunst.

Ist der Terror wesentlich archaisches Mittel der EinschĂŒchterung, Entwaffnung lebender >Feinde<, so ist er in geschichtlicher Zeit unvermeidliche Waffe in der Hand zwielichtiger Eiferer. Die glauben, ihre Ziele legitimieren zu können und gewaltsam verwirklichen zu mĂŒssen.

Angesichts des heruntergekommenen GefĂ€ngnisses in Abbattabad , wo er mit seiner Familie unter Bewachung hauste und das GelĂ€nde nicht verlassen konnte, ist selbst seine Rolle als Top-Terrorist im Bilder- und Propaganda-Krieg fragwĂŒrdig geworden. Bin Laden hat die Herkunft aus der >reichen< bĂŒrgerlichen Schicht und die Saudische Despotie fĂŒr seine terroristische Karriere zu nutzen versucht – er wurde ausgestoßen. Sogar als erfolgreicher Unternehmer im Sudan musste er auf Druck der USA das Land verlassen. Bis zum 11. September 2001, den FlugzeuganschlĂ€gen in New York und Washington, war bereits sein Weg in Afghanistan, Kenia, Tansania und Jemen tief mit Blut getrĂ€nkt worden.

Sein Leben als Eiferer fĂŒr die Sache des Islam begĂŒnstigt die Anschauung, als wĂ€ren seine Taten aus religiösen Abstraktionen ableitbar, als hĂ€tten sie ĂŒberhaupt mit Religion zu tun. In seinen Selbstinszenierungen wird dokumentiert, dass die >Gottlosen Materialisten< mit ihrer >Gier< den >Raubbau< der arabisch-islamischen >ReichtĂŒmer> betreiben. Korrupte Regimes geben diese billig her. Sein Hauptvergehen aber war seine blinde Verachtung von Völker- und Menschenrecht. VerstĂ¶ĂŸe gegen diese selbst gesetzten und grundlegenden Regeln durch den >westlichen Feind< galten ihm als Legitimation des Terrors.

US-Regierungen waren ihm seit ĂŒber 15 Jahren auf den Fersen, ernannten ihn zum >Hauptfeind< Amerikas. Wissend inkompetent, trieben sie ihn und al Kaida (1988 als Dachverband gegrĂŒndet, bedeutete sinngemĂ€ĂŸ Basis aller TerroraktivitĂ€ten) in die Enge, sodass die Spezialisten des Terrors zum Spielball der MĂ€chte wurden, bei denen sie unterschlĂŒpfen mussten. Z.B. bei den afghanischen Taliban an der Macht und im explosiven Grenzgebiet mit Pakistan. Die zunehmend dezentralisierte al Kaida und der mehr und mehr isolierte Status bin Ladens sind lĂ€nger schon bekannt, besonders seit dem durch die UNO gedeckten und durch NATO - Truppen getragenen MilitĂ€reingriff in Afghanistan.

Naheliegend, bezĂŒglich des abenteuerlich anmutenden Interventionskrieges in Afghanistan von einem grundlegenden politischen Fehler zu sprehen, der den kopflos wechselnden Strategien der Nato-Truppen zugrunde liegt. Ein BĂŒndnis mit wichtigen Teilen der afghanischen Taliban im Interesse der von mehreren Seiten bedrohten SouverĂ€nitĂ€t des Staates wird von Anfang an konsequent ausgeschlossen.

Jetzt hat die Obama-Administration in nervöser Anspannung und aus politischem KalkĂŒl die Zeit fĂŒr geeignet gehalten, an der Galionsfigur des Terrornetzwerks die >gerechte Strafe< zu vollziehen. In der Nacht zum 02. Mai 2011 wurde er liquidiert und sein Leichnam ins Meer geworfen. Dieser Akt amerikanischer Selbstjustiz am tausendfachen Massenmörder im atomar bewaffneten Pakistan, das im Dauerkriegszustand mit seinem ebenfalls atomar aufgerĂŒsteten Nachbarn Indien steht, kann unberechenbare Komplikationen in der an PulverfĂ€ssern reichen Weltgegend hervorrufen.

Gerade wer nicht ĂŒberzeugt ist, dass der Terror das ewige Schicksal der Moderne sei, muss die befohlene Geheimdienstaktion als schweren politischen Fehler kritisieren. Denn unabhĂ€ngig vom Strafmaß und ohne Abstriche vom >Geisteszustand< der linken Kritiker, konnte und kann ein Gerichtsverfahren gegen den festgesetzten Terroristen fĂŒr die bessere Lösung unter allen UmstĂ€nden gehalten werden.Dass die amerikanische und die pakistanische Regierung sich nicht auf eine solche Lösung einigen konnten, zeigt die relative StĂ€rke terroristisch motivierter Gewalt gegenĂŒber dem unwahrhaftigen, teils ineffizienten Krieg gegen den Terrorismus an.

__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 12. 05. 2011 01:40
Version vom 12. 05. 2011 12:39
Version vom 13. 05. 2011 15:35
Version vom 16. 05. 2011 08:06
Version vom 16. 05. 2011 10:11

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