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Leselupe.de > Horror und Psycho
Texte des Wahnsinns (gelöscht)
Eingestellt am 11. 02. 2011 11:35


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Nax
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Marcus Richter
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Hi Nax,

erstmal schön, dass du deine Geschichte hier eingestellt hast. Wie ich sehe, bist du relativ neu, deshalb will ich nicht gleich voll drauf hauen.

Zunächst einmal: deine Geschichte hat Struktur und einen guten Schluss. Das ist aber schon alles. Aus einem deiner Kurzprosatexte weiß ich, dass du durchaus fabulieren kannst. Aber du hast es in dieser Geschichte weggelassen. Vermutlich des Tempos wegen. Oder weil du glaubst, eine Horrorgeschichte müßte hart und schnell erzählt werden. Das trifft aber nicht auf jede Geschichte zu. Und ich glaube, das harte und schnelle Erzählen ist so ziemlich die größte Kunst, die ein Schreiber von Horrorgeschichten überhaupt anwenden kann. Da haben sich schon ganz andere die Zähne dran ausgebissen.

Was man sagen muß ist, dass deine Geschichte von der Idee her ziemlich gut funktioniert. Es ist diese Art von Einstiegsgeschichten für eine Kurzgeschichtensammlung, die quasi als Opener oder Schlüssel für alle anderen Geschichten dient. Mein großer Favorit solcher Geschichten ist Clive Barkers "Das Buch des Blutes" aus gleichnamigem Werk. Einfach eine spitzen Geschichte, die erklärt, woher all die anderen Geschichten stammen. Wenn du die Geschichte kennst, solltest du also wissen, mit welchem Maßstab ich deine Geschichte messe. Nimm es also nicht zu ernst, denn vor Clive Barker stehen wir alle mit unserem Geschreibsel ziemlich dämlich da.

Zuerst: Deine Geschichte ist wie eine Zusammenfassung geschrieben. Als wolltest du dem Leser kurz notieren, worum es in der Geschichte gehen wird. Nur einmal, wenn dein Protagonist ins Büro von Trigger geht(warum benutzt du keine deutschen Namen?) holst du ein wenig mehr aus, aber auch nur ein bisschen, fast nicht genug, um den Fuß in die Tür zu kriegen. Alles bleibt irgendwie wie stichpunktartig notiert. Dazugehören solche Anstriche wie "Ein Jahr später" oder da, wo Sätze nur aus einem Wort bestehen, wie "Trigger." oder "Schwarz." Da erfährt man nichts. Da sieht man auch nichts.

Diesem stichpunktartigem Stil ist auch geschuldet, dass deine Figuren blass und eindemensional wirken. Sie haben keine Geschichte. Es gibt keinen Hintergrund. Als erstes leidet deine Hauptfigur darunter. Einfacher läßt sich ein Mann wohl nicht beschreiben, der reich ist, alles haben könnte und keine anderen Interessen als das Schreiben hat. Oder besser, ist es vielleicht sogar die schwierigste aller Figuren? Jedenfalls ist diese Figur nicht einsehbar. Sein unbedingter Wille zum Schreiben und seine schizophrene Liebe zu seinen Geschichten bleibt eine Behauptung. Da du selbst schreibst, solltest du wissen, wie schwer es zu erklären ist, warum man schreibt - also versuch es zu erklären. Dass die anderen Figuren ebenfalls blass erscheinen, ist schon eine logische Schlussfolgerung aus deiner Hauptfigur. Nur soviel, der Arzt ist wichtig für deine Geschichte. Wenn er keinen geschliffenen Hintergrund hat, wenn du nicht wenigstens versuchst, das Verfahren an irgendwelchen halsbrecherischen Theorien verstehbar zu machen, dann ist das der zweite Punkt, wo deine Geschichte kollabiert. Eigentlich ist da sogar der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte. Was passiert bei dem Verfahren?

Und das bringt uns schon zum Finale. Wie ist das erklärbar? In der Geschichte, wie du sie geschrieben hast, bleibt einiges unklar. Was wurde heraufbeschworen? Da wir nichts über den Protagonisten wissen, wissen wir auch nichts über das, was zum Schluss aus ihm in die Wirklichkeit tritt. Wir kennen das Verfahren nicht, wissen nicht in welchen Tiefen der Seele es vorzudringen vermag. Deshalb wissen wir auch nichts über das, was am Ende die Welt betritt.

Aber da wird es doch erst spannend!! Und deshalb sage ich auch, dass die Idee gut ist. Was mir jetzt so unmittelbar dazu einfallen würde, wäre, wenn dein Prot. schon einmal eine Nahtoderfahrung gemacht hätte, so mit hellem Licht, und er denkt, es geht schnurstraks in den Himmel. Aber nein, das war gar nicht der Himmel wird ihm später bewußt. Und dieses Mittel, das alle Erinnerungen zu erwecken vermag, stößt quasi eine Pforte auf, die eigentlich verschlossen sein sollte. Und durch diese Pforte gelangen all die Ängste und Grausamkeiten in unsere Welt, die naja, sagen wir mal Gott, eigentlich vor ihr bewahren wollte. Und dann ist dein Schriftsteller nicht nur ein teuflisch guter Horrorautor, sondern auch die Hölle auf Erden, möchte ich mal sagen.

Tja, aber dazu brauchst du jede Menge Hintergrund, eine glaubwürdige Hauptfigur, ein gut recherchiertes Verfahren(zumindest sollte es gut geschrieben sein) und nicht zu vergessen, eine wirklich gut ausformulierte Geschichte.

Ich weiß nicht, ob dir das zu viel ist. Vielleicht bist du ja noch nicht soweit. Aber vielleicht hilft dir das hier wirgendwann mal, wenn du die Geschichte voll in Angriff nehmen willst. Tue sie nicht als so eine kleine Fingerübung ab. Die meisten Geschichten können immer überragend sein, wie unscheinbar sich die Idee oft anfangs anhören mag.

Ich hoffe, du hattest so eine Art von Kritik im Sinn, als du die Geschichte hier eingestellt hast. Und sie bringt dich weiter.

PS: Achte mal auf Wiederholungen im Text. Dass seine Stimme tief und kalt ist, liest man glaube ich dreimal kurz hintereinander. Am Schluss passt es am besten. Vorher solltest du dir etwas anderes ausdenken.

Grüsse, Marcus
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Grünbein

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Nax
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Hallo Marcus,

ich freue mich sehr über deinen ausgiebigen Kommentar. Ich kann diese Kritik bzw. Anregungen und Ratschläge gut gebrauchen, denn wie du bereits vermutet hast bin ich noch Anfänger. Ich bin beeindruckt und dankbar darüber wie viel Zeit du dir für deine Antwort genommen hast.

Ich will erst gar nicht zu viel verteidigen bzw. rechtfertigen, da deine Kritik meist einleuchtend ist. Der staccato-artige Stil sollte unter anderem den Charakter des Protagonisten unterstreichen, seine Fixierung auf seine Texte, und sein entsprechendes Desinteresse an anderen Dingen. Daher auch die Wortkargheit. Seine Resignation durch den Verlust seiner Texte und auch seiner Freundin, darstellen. Es sollte die kalte Stimmung und Trostlosigkeit widerspiegeln, die nach dem Verlust der Texte fast bodenlos war. Tempo und Härte hatte ich auch im Hinterkopf. Aber es war eben ein Versuch.

Den Namen Trigger wählte ich, da er gewissermaßen der Auslöser bzw. Abzug ist der das ganze ermöglicht und ins Rollen bringt und ich denke, dass englische Namen einfach gut klingen.

Figuren und Verfahren wollte ich nur so kurz erläutern, dass es zum Verständnis reicht. Es ist als Kurzgeschichte angelegt, daher auch das offene Ende. Ende und Vorgeschichte wollte ich der Phantasie des Lesers überlassen.

Meine Erläuterungen sind allerdings nicht als Abweisung deiner ehrlichen und schlüssigen Kritik zu verstehen. Im Gegenteil deine Kritik ist mir eine große Hilfe, die ich mir annehme.
Daher bedanke ich mich und hoffe das wir noch voneinander lesen bzw. auch kommentieren.

Mit freundlichem Gruß
Nax

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Marcus Richter
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Hallo Nax,

wie du bemerkt haben wirst, kann man Antworten auf zwei verschiedene Arten einstellen. Da hast du sicher im Affekt doppelt gepostet.

Nurnoch soviel. Der Text ist eigentlich ein bisschen zu kurz, um eine Kurzgeschichte zu sein. Geht schon eher in Richtung Kurzprosa. Darum ging er mir auch zu wenig in die Tiefe.

Ansonsten gilt natürlich, dass jede Kritik hier nur eine Meinung eines anderen Freizeitautoren ist und man sie dementsprechend einordnen sollte. Mich haben solche Kritiken mitunter dazu gebracht, mich mehr mit einer Geschichte auseinanderzusetzen, als ich es ohne solche Meinungen getan hätte. Dadurch sind ein paar ganz gute Geschichten entstanden. Inzwischen leidet das Forum ein bisschen unter der Abstinenz solcher "Querulanten", die einem Feuer unterm Hintern machen. Man kann schon froh sein, wenn jemand postet, dass die Geschichte ihm gefallen hat. (Allerdings hilft das der Geschichte kaum weiter.)

Nochmal zum Trigger: Das mit dem Abzug haut schon hin. Und wenn man es ordentlich einsetzt, hab ich persönlich überhaupt nichts gegen englische Namen. Das Problem ist nur, dass sie(wie du schon gesagt hast) "einfach gut klingen". Das halte ich für eine reine Konditionierung der englisch-sprachigen Literatur. Aber man kann es auch aus einer anderen Perspektive betrachten: Wir wäre es, wenn du die Geschichte einfach so schreibst, dass "die Geschichte selbst" einfach gut klingt. Denn richtig schwer dürfte es dann ja erst werden, wenn du deinen Protagonisten mal Heinz oder Bernd nennen müßtest.
Allerdings sollte das der Geschichte egal sein.
Und witzigerweise glaube ich, dass Amerikaner deutsche Namen und Begriffe auch ziemlich cool finden. Na, wenn da kein interessiertes Publikum zu finden sein sollte.

Aber letztenendes gilt, du kannst deinen Figuren auch Tiernamen geben, Hauptsache ist, die Geschichte ist gut.

Vielleicht probierst du das ja mal irgendwann aus.
Oder ich. Oder Andere.

Grüsse Marcus
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Grünbein

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Nax
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Hallo Marcus,

ja, hab aus Unwissen den post als "Spontaner Leseeindruck oder freie Textassoziation" deklariert. Wusste nicht, dass er dann versteckt angezeigt wird. Habe ihn dann noch mal in der "richtigen" Kategorie gepostet und eine email an den Forenleiter, mit der Bitte den falschen Post zu löschen, geschickt. Neu hier halt.
Ich bin auch durch deinen post dazu angestoßen mir mehr Zeit mit den Texten zu lassen und mehr zu "basteln".
Ich hoffe, dass die von dir erwähnte "Abstinenz" kritischer Kommentatoren nicht zu groß ist, und in diesem Forum ein konstruktiver Diskurs stattfindet, willkommen geheißen wurde ich ja bereits durch deinen ausgiebigen Kommentar.
Mit der Namensgebung bin ich flexibel und nicht aufs englische fixiert.

Wir lesen uns...
Nax

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lapismont
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Moin Nax,

den Kommentar kann der Redakteur wieder einblenden, Du hättest also nicht doppelt posten müssen. In der Mitte des Threads löschen kann er jedoch nicht.

Zur Story hat Dir Markus ja bereits sehr viele Hinweise gegeben. Mir als Leser ist aufgestoßen, dass gerade die spannenden Stellen abgewürgt wurden. Die Sitzung beim Arzt, das Treffen mit der Ex...

Auch wirkt das Problem von Ed mit seiner Ex sehr aufgesetzt, da es keine echten Szenen dazu gibt, sondern nur die Reaktionen beim Telefonat. Ed wird nicht so vorgestellt, als ob er unter der Trennung leidet oder ihr hinterherstalkt.

Wenn Du die Geschichte intensiver, aber nicht zu lang machen willst, dann lass die Ex weg und konzentrier Dich auf die verbrannten Texte und den Arzt, dass reicht für den Kern.

cu
lap
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Kunst passiert.

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Nax
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Hallo Lapismont,

jetzt weiß ich ja wie ich posten muss; ich hoffe der versteckte überflüssige post stört nicht weiter.
Ich bin im Moment an einem neuen Text und "Texte des Wahnsinns" steht erst mal hinten an, ich bin aber natürlich für alle Hinweise und Tipps dankbar, da ich sie auch generell, sprich auf andere Geschichten bzw. Texte anwenden kann. Dies ist daher nicht abweisend zu verstehen.

Danke für deinen Kommentar...

Bis dann, Nax

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