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Leselupe.de > Horror und Psycho
The Fight-Der Kampf um das Leben by Myself
Eingestellt am 17. 07. 2003 12:36


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LinhNguyen
Bl├╝mchendichter
Registriert: Jul 2003

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Kapitel eins

Es war ein regnerischer Sonntag, als Mandy, ein schlankes M├Ądchen mit kastanienbraune Augen und glattes blondes Haar, oben auf dem Dachboden in ihrem Bett hin und her w├Ąlzte. Es war so, als w├╝rde sie gegen etwas k├Ąmpfen, gegen etwas, was viel st├Ąrker war, als sie selbst.

„Nein... nein... du wirst mich nicht besiegen k├Ânnen... ich bin viel st├Ąrker...“, schrie sie immer und immer wieder.

Um sie herum waren Blutspuren... und auf dem Boden lag eine alte Frau, sie war vermutlich schon Tod.



Schwei├čgebadet sprang Mandy aus ihrem Bett. Es war nichts au├čer ein Albtraum, versuchte sie sich einzureden. Aber sie wusste, dass es kein Albtraum wahr... es war ein Blick in die Zukunft. Sie hat Gaben, von denen niemand was wusste, und sie musste diese Gabe und sich selbst verstecken, wenn sie ├╝berleben wollte.

Sie konnte nie bei Tageslicht aus dem Haus gehen, nur wenn es schon stock dunkel war, und alle fest schliefen. Sie hatte ihr ganzes Leben lang nichts anderes gesehen, au├čer der Ort, wo sie vermutlich von klein an schon lebte.



Aber wer war die Frau, die sie im Traum gesehen hatte? Wer war sie? Kannte Mandy sie vielleicht doch irgendwoher? Wenn ja, woher? War das denn nun ein Blick in die Zukunft, oder in die Vergangenheit? Diese und noch mehrere Fragen schwirrten ihr durch den Kopf, und sie fand auf nichts davon eine vern├╝nftige Antwort. Sie wusste es einfach nicht.

Also legte sie sich wieder hin und versuchte zu schlafen, aber unten im Haus war es so laut, dass sie nicht einschlafen konnte. Was war da unten nur blo├č los?

Mandy, die noch nie aus dem Dachboden rausgegangen war, riskierte es, und warf nur ein wei├čes langes Tuch ├╝ber sich, sodass das Tuch sie ganz bedeckte. Nur ihr Gesicht war noch frei. Sie schlich die Treppe hinunter und schaute sich immer wieder vorsichtig um, um sicherzugehen, dass niemand dort in der N├Ąhe war. Als dann Licht aus dem Fenster direkt gegen ihr Gesicht schien, blieb sie wie angewurzelt stehen. Es war nicht Nacht, also musste sie sich erst mal an das neue Licht dran gew├Âhnen. Nach ungef├Ąhr f├╝nf oder sechs Minuten bewegte sie sich weiter nach unten.



„Aber wer kann es denn sonst gewesen sein, au├čer ihr eifers├╝chtiger Ex Ehemann?“, ert├Ânte eine laute Stimme aus dem Wohnzimmer.



Mandy bewegte sich langsam und leise weiter nach unten und den Flur entlang. Bis zur T├╝r von dem Wohnzimmer. Sie blickte vorsichtig hinein. Es waren eine Menge Menschen darin, aber nur um den einen Punkt herum. Sie versuchte den Punkt zu fixieren, und erkannte, dass es die Hausbesitzerin war. Sie war Tod... neben ihr waren Blutspuren. Genau so wie in Mandys Traum.

Mandy blieb noch ein paar Minuten lang stehen und schaute zu. Aber als sich ein Mann umdrehte, eilte sie zur Treppe und lief sie wieder so lautlos hoch, wie sie runter gelaufen war.



Die Frau, die sie im Traum gesehen hatte, war also keine andere als Mrs. Stick, die Hausbesitzerin.

Aber was wird jetzt aus dem Haus und aus sie, Mandy? Wird das Haus erneut verkauft? Wenn ja, wer wird der Besitzer sein? Wird er dann auch hinter das Geheimnis vom Dachboden kommen?



Sie erinnerte sich an alle Hausbesitzer, die jemals in diesem Haus gelebt haben. Jeder von ihnen, starb zwei Jahre nachdem sie das Haus gekauft hatten. Aber nicht jeder von Ihnen entdeckte das Geheimnis des Dachbodens. Nur drei Besitzer konnten es entdecken, es waren Mr. Lowell, er war reich und lebte alleine in dem Haus, Mr. Pat, er war jung und machte Kariere, und zu guter Letzt Mrs. Stick. Diese drei Besitzer wollten damals den Dachboden benutzen, aber die T├╝r klemmte derma├čen, dass sie es aufbrechen mussten. Und sie waren erstaunt, als sie Mandy in dem Dachboden sah. Damals schlief Mandy noch auf dem Boden, auf einer Decke. Mr. Lowell, der erste Hausbesitzer, war so nett, dass er ihr ein Bett und genug M├Âbel besorgt hatte. Er versuchte mit ihr zu reden, aber Mandy blockte immer wieder vom Thema ab, vor allem, wenn er auf ihrer Familie zu sprechen kam. Bei Mr. Pat und Mrs. Stick war es genau so ├Ąhnlich... sie waren auch so nett und lie├č Mandy auf dem Dachboden leben, und erw├Ąhnten nie was von ihr, sodass niemand von Mandy erfuhr.



Aber wird sie diesmal auch so viel Gl├╝ck haben, oder wird der Hausbesitzer sofort die Polizei anrufen, und sie rausschmei├čen lassen? Oder wird er sie dann finden? Was w├╝rde er dann tun?

Schon wieder Fragen, worauf sie keine Antworten finden konnte.

Wieso machte sie sich solche Gedanken? War sie jetzt etwa genau so wie die anderen Menschen, die dort unten waren? Voller Gef├╝hle und keine Gabe?

Nein... sie hatte noch ihre Gabe... sie konnte noch in die Zukunft sehen... aber sie musste es nur blo├č unter Kontrolle kriegen, damit sie dann in die Zukunft sehen konnte, wenn sie es auch unbedingt wollte.


Die Menschen waren mittlerweile weg, und es wurde auch dunkel. Die Leiche von Mrs. Stick lag nicht mehr dort, es war alles blitzblank sauber, noch nicht mal die Blutspuren auf dem Boden waren zu sehen. Die M├Âbeln wurden nach drau├čen transportiert, bereit f├╝r den Haushaltsm├╝ll. Das Haus war wie ausgestorben. Die Zimmer waren leer und kalt. K├Ąlter als auf ihren Dachboden. Viel k├Ąlter.
Mandy stand im Wohnzimmer, zu mindest in dem Zimmer, was fr├╝her eine Wohnzimmer gewesen war. Sie versuchte den Punkt zu suchen, wo Mrs. Stick lag. Sie streckte ihre Hand aus und machte die Augen zu. Sie konzentrierte sich auf Mrs. Stick und versuchte mit aller Kraft den Platz zu finden. Und sie hatte sie gefunden. Links neben ihr, das war der Platz, wo sie lag.

Nun stand Mandy dort und fixierte den einen Punkt ganz genau, ohne mit den Augen zu schlagen. Es war genau die Mitte von dem Platz, wo die Leiche lag. Mandy stand dort, und versuchte in die Vergangenheit zu sehen, sie wollte wissen, was geschehen war.

Dann sah sie es direkt vor ihren Augen.

Sie sah Mrs. Stick mit ihrem Ex Ehemann im Wohnzimmer reden, sie unterhielten sich normal, dann stand ihr Ex Mann auf und ging. Kurz darauf trank Mrs. Stick noch ihr Glas Champagner aus, und ging zu einer Schublade. Dort holte sie ein Messer raus. Aber dann legte sie das Messer hin und ging hin├╝ber zu einem Bild. Dahinter verborg sich ein Safe. Sie machte es auf und holte ein paar Papiere raus und warf sie in das Kamin. Sie sah noch zu, wie es zu Asche verbrannte. Danach ging sie zur├╝ck zum Schublade und hob das Messer auf. Und dann erstach sie sich. Es war also Selbstmord.

Aber wieso? Wieso beging Mrs. Stick Selbstmord? Aber das war nun die Arbeit der Polizei. Mandy wollte nur wissen, was da eigentlich los war, und sie wollte ihre Kr├Ąfte lenken.

Sie ging zum Fenster und schaute vorsichtig hinaus. Sie konnte ein paar Kinder sehen, die dabei waren nach Hause zu gehen. Sie lachten, sie schrieen und sie schienen Spa├č zu haben.

Jetzt wurde Mandy nachdenklich. Wer war ihre Mutter? Wer war ihr Vater? Was war eigentlich mit ihnen? Und wer war ihre Familie, hatte sie ├╝berhaupt eine Familie gehabt? Die einzige Frage, die sie sich aber jeden Tag stellte war, wer war sie wirklich, und wie hie├č sie in Wirklichkeit? Der Name Mandy, es war ein Name, welches Mr. Lowell ihr gab, weil sie keinen Namen hatte.

Sie ging wieder nach oben und setzte sich auf dem Schaukelstuhl von Mr. Pat, den er ihr damals schenkte. Dort summte sie eine bestimmte Melodie... eine Melodie, die ihr vertraut vorkam, aber sie wusste nicht, woher sie diese Melodie kannte. Es war kein Kinderlied, denn sie ging nie zur Schule, sie hatte nie was mit anderen Kinder zu tun gehabt, deswegen konnte es unm├Âglich ein Kinderlied sein.

Es musste eine Melodie aus ihrer Vergangenheit sein. Es musste ein Lied sein, dass sie, als sie noch klein war, oft geh├Ârt hatte.

Hatte sie jetzt den Schl├╝ssel f├╝r ihre Vergangenheit?

Sie summte weiter, und versuchte sich auf die Melodie zu konzentrieren, aber etwas brachte sie aus dem Konzept... etwas kleines, etwas st├Ârendes...

Kapitel zwei



Mittlerweile sind drei Monate vergangen, und das Haus stand noch zum Verkauf da. Bis jetzt waren alle Besucher, die sich das Haus genauer ansehen wollten im wahrsten Sinne des Wortes davon gelaufen, wenn sie von den Nachbarn und von den tratschenden Weibern h├Ârte, dass es in diesem Haus spuken sollte.

Man konnte in jeder Ecke das Fl├╝stern h├Âren.

Aber eines Tages kam dort ein junger Mann in dieser Stadt an. Er war gro├č, hatte blaugr├╝ne mysteri├Âse Augen und schwarze Haare. Er trat vor dem Haus und schaute es sich an.

„Ein prachtvolles St├╝ck!“, meinte der Makler sch├╝chtern.

„Ja, da haben sie Recht... ich bin mir sicher, dass es sich hier gut leben l├Ąsst.“

„Also, dann gehen wir doch gleich rein, und Sie k├Ânnen sich die einzelne R├Ąume ansehen.“, schlug der Makler vor.

Mandy konnte von dem kleinen Fenster von weit oben aus sehen, wie der Mann und der Makler das Haus betrat. Sie konnte auch sp├╝ren, wie der Mann nach oben schaute, aber sie war sich nicht sicher, ob er sie gesehen hatte.



„So, da w├Ąren wir... der Flur ist ziemlich gro├č, und kurz gesagt, Sie k├Ânnten hier auch gleich eine Party machen...“, versuchte der Makler zu scherzen.

Der Mann aber, lie├č sich von dem Scherz nicht beeindrucken, und verlang eine kleine F├╝hrung durch das Haus. Aber als sie an der Treppe zur Dachboden ankamen, meinte der junge Mann, dass er es nicht sehen muss, denn dort w├╝rde schlie├člich nur ein paar Ratten rumlaufen, und er w├╝rde es gar nicht benutzen.



„Gut, wann kann ich den Vertrag unterschreiben?“, fragte er.

„├ähm, wenn Sie wollen, dann sofort.“

Damit r├╝ckte der Makler dem Mann ein paar Papiere raus, und dieser unterschrieb, ohne die Papiere genauer durchzulesen.



„Damit geh├Ârt das Haus Ihnen.“, sagte der Makler und dr├╝ckte dem Herrn die Hausschl├╝sseln in die Hand und verschwand so schnell er konnte.



Auch der Mann, oder besser, der neue Hausbesitzer, verschwand und schloss die T├╝r noch hinter sich.

Erst am Abend konnte Mandy wieder das Vorgehen in diesem Haus beobachten. Ein paar M├Ąnner waren dabei die M├Âbeln in das Haus reinzutragen. Und der Hausbesitzer stand nur am Stra├čenrand und sah zu, wie die M├Ąnner die Sachen hin und her trugen.

Pl├Âtzlich schaute er wieder nach oben, und diesmal fixiert auf das oberste Fenster, wo Mandy hinaus schaute. Diesmal konnte Mandy davon ausgehen, dass er sie entdeckt hatte. Sie war sich so sicher, dass er sie gesehen hatte, aber dann entdeckte sie eine schwarze Rabe am Fensterbrett und beruhigte sich wieder.

Er hat sicher nur die Rabe gesehen, sagte sie zu sich und setzte sich wieder hin. Aber sie konnte nicht l├Ąnger einfach nur still da sitzen, sie musste wieder aus dem Fenster schauen. Und sie sah eine etwas rundliche kleine Frau auf den Mann zukommen, diese sprach mit ihm. Sie wollte wissen, was sie dort redeten, also konzentrierte sie sich auf den Beiden, und verfolgte das Gespr├Ąch aufmerksam mit.



„Wissen Sie eigentlich, Mr. Feth, dass es in diesem Haus spukt?“, fragte die Dame.

„Ich habe es geh├Ârt, Mrs. ├Ąhm...“

„Mrs. Nora, bitte...“, meinte sie und l├Ąchelte.

„Ja, ich habe es geh├Ârt, Mrs. Nora.“

„Ich habe geh├Ârt, dass um Mitternacht ein M├Ądchen, wei├č gekleidet, und blass wie ein Gespenst, durch das aus schweben sollte.“, erz├Ąhlte sie. „Ich meine, sie soll richtig ├╝ber den Boden schweben... das ist doch nicht normal, Mr. Feth... ich m├Âchte Ihnen raten, vorsichtig zu sein, oder wieder auszuziehen.“

„Mrs. Nora, ich habe schon alle Ger├╝chte geh├Ârt, und genau deswegen habe ich auch das haus gekauft, ich wollte mich selber davon ├╝berzeugen.“, sagte er freundlich.

„Aber nun gut, wenn Sie es meinen, Mr. Feth... aber eines sollten Sie noch wissen... alle Vorbesitzer des Hauses starben nach zwei Jahre, egal ob jung, alt, gesund oder krank. Sie starben alle nach genau zwei Jahre.“, warnte sie ihn noch wie eine richtige Hexe, bevor sie sich umdrehte und sich davon machte.

Mr. Feth machte eine Handbewegung und drehte sich wieder zum Haus um, um hinein zu gehen.



Jemand muss mich in der Nacht gesehen haben, dachte Mandy. Sie musste jetzt noch vorsichtiger sein, denn dieser Hausbesitzer hatte etwas komisches an sich. Er hatte so was wie ein Geheimnis in seinem Innern. Und seine Augen, sie leuchteten unheimlich, f├╝r Mandy war er kein normaler Mensch, so wie alle anderen, er musste was Besonderes gewesen sein... vielleicht war er auch so wie sie. Sie musste es rausfinden.



Mandys Neugier besiegte ihre Kraft dann doch noch, und sie schlich sich die Treppe wieder hinunter, um den neuen Besitzer genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie beobachtete, wie die M├Ąnner von zur Zeit verschwanden, und am Schluss nur noch Mr. Feth zur├╝ck blieb. Dieser rief Mandys Meinung nach in einem Imbiss an, und bestellte zwei Mal gebratenen Kartoffel. Mandy fragte sich, ob es im Haus noch eine weitere Person gab, aber eigentlich war sie sich sicher, dass im Haus nur noch Mr. Feth war... und er war alleine mit ihr, Mandy, in diesem Haus, also wieso bestellte er denn zwei Portionen? Mandy fand das sehr seltsam und ging wieder nach oben, bevor sie noch l├Ąnger da stand und er sie entdeckte.



Nach ein paar Stunden h├Ârte sie ihn leise die Treppe hoch gehen. Jetzt wusste sie, dass er sie am Nachmittag mit Sicherheit gesehen hatte. Sie wusste, dass sie jetzt nicht mehr dort bleiben durfte... aber vielleicht doch?

Er klopfte an die T├╝r, jetzt war sie sich total sicher, dass er sie am Nachmittag gesehen haben musste, sonst w├╝rde er nicht am T├╝r klopfen.

Mandy sa├č total be├Ąngstigt auf ihrem Bett und gab kein Ton von sich. Sie betete in ihrem Innern daf├╝r, dass er gleich wieder geht.

Aber nichts der gleichen geschah. Er ├Âffnete die T├╝r und sah Mandy an. Er hatte das bestellte Essen bei sich, und ein paar Kerzen. Er stellte das Essen auf dem Tisch, den er vor sich fand und stellte die Kerzen in Mandys Kerzenhalter, dann z├╝ndete er sie an.

Mandy sa├č immer noch schweigend auf ihrem Bett, sie wusste nicht, was das ganze sollte, sie wusste nicht, was er von ihr wollte.

Er drehte sich zu ihr und l├Ąchelte sie an.

„Bitte, setz dich doch hier hin und genie├č das Essen mit mir.“, sagte er freundlich und l├Ąchelte.

Er machte eine Handbewegung, welches aussagte, dass Mandy zu ihm kommen sollte.

Mandy stand auf und ging langsam zu ihm, schaute dabei aber eher hinunter zum Boden. Sie stoppte ungef├Ąhr zwei Meter vor dem Tisch und schaute dem Besitzer des Hauses zum ersten Mal direkt in das Gesicht.

Als er sie anl├Ąchelte, ging sie dann weiter, nahm das Essen und den Gabel und ging wieder schnell zur├╝ck zu ihrem Bett. Dort sa├č sie und a├č.

Sie a├čen schweigend, nur ab und zu trafen sich ihre Blicken.

Aber Mandy wusste, dass Mr. Feth nur wenig a├č, er war die ganze Zeit damit besch├Ąftigt, sie zu beobachten.



„Wei├čt du, Mandy, ich habe dieses Haus hier bewusst gekauft.“, sagte Mr. Feth.

Mandy schaute verwundert zu ihm, weil sie ihm noch gar nicht gesagt hatte, wie sie hie├č. Und sie sah ein L├Ącheln in seinem Gesicht. Er hatte anscheinend Spa├č daran, sie weiterhin hinzuhalten.

„Ich wusste schon, dass du all die Jahre hier gelebt hast... schon als du klein warst, hast du hier gelebt... aber der einziger Besitzer des Hauses, n├Ąmlich Mr. Lowell, der hat ja ziemlich lange hier gelebt. Aber er hat niemandem was erz├Ąhlt, genau so wenig, wie die anderen zwei Besitzer, die aber immer nach zwei Jahren starben.“, erz├Ąhlte er weiter. „Ich wei├č alles ├╝ber dieses Haus, aber eigentlich nur fast alles... denn im Keller verbirgt sich etwas seltsames... noch kein einziger Besitzer des Hauses hat jemals den Keller benutzt, obwohl er da war, aber niemand, und zwar wirklich niemand au├čer du, Mandy, hat den T├╝r jemals wahrgenommen.“

„Woher wissen sie das alles?“, fragte Mandy leise und piepsig.

„Wurde dir das noch nicht klar, Mandy?“

„Was sollte mir denn klar werden?“, fragte sie.

„Ich besitze die gleiche Gabe wie du. Ich kann auch in die Zukunft und auch in die Vergangenheit sehen. Ich bin so wie du!“, erl├Ąutete er.

Mandys Gesichtsausdruck konnte man nicht genau erkennen. Einerseits war sie froh dar├╝ber, dass sie jetzt jemanden kannte, der genau so wie sie war, aber andererseits hatte sie Angst davor. Sie hatte Angst davor, dass er ihre Vergangenheit kannte, aber sie nicht.

„Mandy, ich wei├č, dass du gerade Angst davor hast, ich k├Ânnte deine Vergangenheit kennen, aber ich versichere dir, ich kenne deine Vergangenheit nicht. Ich habe schon heute Nachmittag versucht, in deine Vergangenheit zu sehen, deswegen habe ich mehrmals zu dir hoch geguckt. Ich musste mich auf dich konzentrieren.“, beruhigte er sie wieder, nachdem er ihr in die Augen geschaut hatte.

„Sie sind also genau so wie ich ja!?!“, fragte sie.

„Nenn mich bitte Jordan.“, sagte er und nickte. „Ja, ich bin genau so wie du.“

„Und du hast eine Familie?“, fragte sie.

Hier ver├Ąnderte sich sein Gesichtsausdruck. Er sah richtig traurig aus.

„Ich wei├č nicht, ob ich je eine Familie hatte. Ich bin so ├Ąhnlich wie du aufgewachsen... nur, dass ich nicht ein so warmes Pl├Ątzchen hatte, ich habe im Keller eines Hauses gewohnt. Habe mich auch nie getraut bei Tageslicht rauszugehen. Aber eines Tages lernte ich die Tochter des Hausbesitzers kennen, sie hat mir das Schreiben und das Lesen beigebracht, und dankt ihr ging ich auch bei Tageslicht hinaus.“, erz├Ąhlte er. „Ich k├Ânnte dir auch helfen, wenn du willst. Es w├╝rde dir jedenfalls gut tun.“

Mandy stand auf und brachte den Teller zur├╝ck an den Tisch, dabei achtete sie darauf, dass sie ihm nicht in die Augen schauen musste. Dann ging sie hin├╝ber zum Fenster.

„Ich wei├č nicht, ob man mir helfen kann... ich bin immer nur hier in diesem Raum geblieben. Hatte nur mit drei Hausbesitzer von den zehn Besitzer, die jemals hier gelebt haben, Kontakt gehabt. Und du bist der vierte, mit dem ich Kontakt habe, und wahrscheinlich auch haben werde.“, sagte sie, und schaute immer noch aus dem Fenster. „Du hast was komisches an dir, du tr├Ągst mehr als nur ein Geheimnis mit dir rum. Das habe ich gleich gesp├╝rt, als ich dich gesehen habe.“

Jordan schaute sie an, er war bereit zu gehen, blieb aber dann doch stehen.

„Ja, du hast Recht, ich trage mehr als nur ein Geheimnis mit mir herum, ich trage n├Ąmlich noch meine Vergangenheit mit mir herum.“, gab er zu. „Ich muss jetzt wieder runter, du bist jederzeit willkommen! Und mein Angebot dir zu helfen wird immer stehen.“

„Hei├čt das, dass du mich nicht raus schmei├čen willst?“, fragte Mandy noch, bevor er die T├╝r erreichte.

„Hmm... du kannst hier so lange bleiben, wie du willst, so lange du jeden Tag mit mir unten im Speisesaal isst. Es kann auch abends sein, wenn du willst.“, schlug er vor.

„Na gut, aber auch nur abends.“, antwortete sie.



Er ging und machte die T├╝r hinter sich zu.

Mandy ging hin├╝ber zu dem Schrank, wo ihre Kleider hingen. Es waren Kleider, die Mrs. Stick ihr gegeben hatte. Aber auf diese Kleider achtete sie kaum, sie nahm ein kleines K├Ąstchen aus dem Schrank heraus, und ├Âffnete es.

Es war eine kleine Spieluhr, daraus kam eine wunderbare Melodie, wie von Elfen gespielt. Mandy nahm eine kleine goldene Kette daraus, daran hing ein Anh├Ąnger aus Bergkristall. Aber was das f├╝r eine Figur sein sollte, wusste sie nicht genau.

Vielleicht hat das hier was mit meiner Vergangenheit zu tun, dachte sie und ging mit dem Kette wieder zu ihrem Bett.

Als sie wieder auf ihrem Bett sa├č, versuchte sie sich auf die Kette zu konzentrieren, denn sie wollte in ihre Vergangenheit blicken, sie wollte endlich wissen, wer sie wirklich war. Sie hatte keine einzige Erinnerung mehr daran.

Sie konzentrierte sich so sehr darauf, dass sie nichts mehr in ihrer Umgebung wahrnahm.

Pl├Âtzlich sah sie etwas, es war ein helles Licht, und da war eine Frau, und dann wurde alles wieder schwarz und Mandy fiel ersch├Âpf zusammen. Sie lag Ohnm├Ąchtig da. Ihre Gabe hat sie im Stich gelassen, denn das Blicken in ihre eigene Vergangenheit war f├╝r sie noch unm├Âglich, sie war noch nicht stark genug f├╝r diesen Schritt.

Vielleicht sollte sie doch die Hilfe von Jordan annehmen?

Kapitel drei



Mandy wachte auf, und entdeckte gleich, dass auf dem Dachboden was nicht stimmte. Der Raum war sauberer als sonst, und da stand ein v├Âllig nagelneuer Kleiderschrank in ihrem Zimmer. Sie vermutete, dass sich darin Klamotten befanden, dennoch tastete sie vorsichtig zum Schrank, so als ob da jederzeit jemand oder etwas rausspringen k├Ânnte. Zu erst ├Âffnete sie den linken T├╝r des Schranks vorsichtig und sp├Ąhte durch einen Spalt hinein, nachdem sie sich sicher war, dass darin wirklich nur Klamotten waren, ├Âffnete sie auch den anderen Schrankt├╝r. Nun stand sie davor und bewunderten die Kleider. Sie war begeistert von, jedoch verblasste ihr Gesicht auch bald wieder, nachdem sie sich von oben bis unten betrachtet hatte... sie war der Meinung, dass sie niemals in solche Klamotten reinpassen w├╝rde. Aber sie zog trotzdem ein Kleid aus dem Schrank heraus, und legte es an ihrem K├Ârper, es war ein langes Kleid, es verlief von wei├č nach leicht rosa nach unten, sie fand es wundersch├Ân, also schlich sie sich die Treppe hinunter, und ging in das Badezimmer.

Sie nahm ein Bad, und lie├č sich richtig viel Zeit, schlie├člich hat sie schon lange nicht mehr gebadet. Sie genoss die Zeit, n der sie einfach nur so in der Wanne sa├č, und vor sich hin d├Âste, doch sie wusste auch, dass sie sich beeilen musste, denn sie wollte nicht von Jordan gesehen werden, zu mindest nicht vor das Abendessen.

Also stieg sie aus der Wanne und trocknete sich gr├╝ndlich, anschlie├čend zog sie das Kleid an. Sie betrachtete sich im Spiegel, und fand sich darin sch├Ân.

„Nur noch die Haare hoch stecken, dann ist es akzeptabel.“, dachte sie, und machte sich wieder auf dem Weg.

Oben angekommen, kramte sie in der Schmuckschatulle nach ein paar Haarklammern, und fand auch welche. Sie versuchte sich die Haare hochzustecken, am Anfang wollten ihre Haare nicht so, wie sie es wollte, aber sie hatte Geduld und versuchte es weiter, irgendwann war es endlich so weit, und ihre Haare wurden ordentlich hochgesteckt.

„Jetzt fehlt nur noch eine Kette oder etwas ├ähnliches“, seufzte sie, und setzte sich auf ihr Bett.

Dort sah sie die kleine goldene Kette, die sie am vorherigen Tag rausgekramt hatte. Sie erinnerte sich daran, wie sie versucht hatte, in ihre Vergangenheit zur├╝ck zu blicken, doch dann musste sie zusammenbrechen, denn sie hatte nicht genug Kraft.

Sie legte sich die Kette um den Hals, und schritt r├╝ber zum Fenster. Sie blickte nach unten, die Stra├če war voll, sehr voll, aber vielleicht fiel ihr das auch nur auf, weil sie heute anders als sonst war. Oder ihr fiel es erst auf, dass diese Stra├če, in der sie lebte, schon immer so voll war. Aber das war ihr auch nicht wirklich wichtig. Wichtig war ihr nur die einzige Frage, wer ist Jordan? Warum bestand er denn darauf, ihr zu helfen? Was wollte er wirklich von ihr? Sie wusste es nicht, aber sie wusste, dass sie sich da auf etwas einl├Ąsst, was vielleicht gef├Ąhrlich f├╝r ihr Leben werden k├Ânnte, aber welche M├Âglichkeit hatte sie ├╝berhaupt... richtig, gar keine!

Sie versuchte die Zeit zu vertreiben, bis es endlich Abend wurde, dabei erwischte sie sich immer und immer wieder dabei, wie sehr sie sich w├╝nschte, ein v├Âllig normales Leben, wie alle anderen Menschen auch, zu f├╝hren, und sie sch├Ąmte sich schon fast daf├╝r.

Als es dann endlich sieben Uhr war, ging Mandy langsam die Treppe hinunter, und machte sich auf dem Weg zum Esszimmer. Bevor sie den Raum jedoch betrat, blieb sie erst einmal stehen, um nach Luft zu schnappen, und um sicher zu gehen, dass in dem Raum auch niemand anderes, au├čer Jordan war. Und als sie sich wirklich sicher war, ging sie z├Âgernd und sch├╝chtern hinein, dort setzte sie sich auf einen Stuhl gegen├╝ber von Jordan. Das Essen wurde schon fertig hingestellt, Jordan musste es wohl getan haben, bevor Mandy hinunter kam, denn er hatte ja keine Haush├Ąlterin, zu mindest nicht, dass Mandy es wusste.

„Bitte, iss ruhig“, bat er sie freundlich an.

Sie fingen an zu essen, weder Mandy noch Jordan sagten beim Essen ein Wort. Und schon wie am Vortag war Jordan nicht mit Essen besch├Ąftigt, sondern eher an Mandy, er beobachtete sie regelrecht, es schien manchmal auch so, als w├╝rde er sie mit seinen Augen verschlingen.

„Das Kleid steht dir gut, Mandy!“, machte er ihr ein Kompliment.

Mandy aber lie├č es kalt.

Als sie mit dem Essen fertig war, wollte sie gerade aufstehen, und sich daf├╝r bedanken, aber Jordan hielt sie auf. Und sie blieb doch.

Er f├╝hrte sie ins Wohnzimmer, und sie machten es sich vor dem Kamin gem├╝tlich, auch wenn Mandy weiter weg von Jordan sa├č.

„Wei├čt du Mandy, am Anfang, da habe ich auch nur geglaubt, dass ich nur eine oder zwei Gaben h├Ątte, aber mit der Zeit lernte ich auch meine anderen Kr├Ąfte kennen, und ich wei├č, dass du auch noch mehr kannst, als nur in die Vergangenheit und in die Zukunft zu sehen.“, erz├Ąhlte er in der Hoffnung, das Vertrauen des M├Ądchens irgendwann endlich zu gewinnen.

„Gibt es eigentlich noch mehrere Menschen, die so sind wie ich?“, fragte sie, und schaute dabei ins Feuer.

Jordan war total ├╝berrascht ├╝ber diese Frage, er h├Ątte nie damit gerechnet, dass sie so eine Frage stellen w├╝rde.

„Ja, es gibt noch mehrere Menschen, die so sind, wie du und ich!“, antwortete er.

„Wer oder was sind wir wirklich?“, fragte sie weiter, schaute ihn aber immer noch nicht an. „Ich meine... ich wei├č nichts ├╝ber meine Vergangenheit, und ich wei├č nicht, wieso ich mich verstecke, aber ich wei├č nur, dass ich mich verstecken muss... ich muss es...“

„Mandy, wir sind ganz normale Menschen, die besondere F├Ąhigkeiten haben, nichts weiter...“, antwortete er.

„Aber...“, fing sie an, und wurde auch gleich von einem Klopfen an der Haust├╝r unterbrochen.

Ohne zu z├Âgern sprang sie auf, und rannte ins Flur, w├Ąhrend Jordan zur T├╝r ging, und darauf wartete, dass Mandy die Treppe hoch lief.

Sie l├Ąchelte ihn noch kurz an, bevor sie nicht mehr zu sehen war.

Oben angekommen, wusste sie immer noch nicht, was Jordan eigentlich von ihr wollte. Und dabei hatte sie sich doch so fest vorgenommen, dass sie es heraus finden w├╝rde, aber vielleicht wollte das Schicksal es nicht so. Oder das Schicksal wollte sie erst mal heraus locken, und sie sollte so lange die Chance nutzen, die sich ihr da bot, immerhin hatte sie nun die Chance, endlich ein halbwegs normales Leben zu f├╝hren. War das nicht immer das, was sie wollte? Einfach nur ein normales Leben zu f├╝hren? Aber was wird dann aus ihre F├Ąhigkeiten? Was wird daraus? Ach, was machte sie sich auch solche Gedanken darum, schlie├člich wusste sie noch nicht mal, ob sie die Chance nutzen sollte, oder nicht... und au├čerdem was sollte dann schon mit ihre F├Ąhigkeiten passieren, wenn sie nur versucht ein normales Leben zu f├╝hren??? Richtig, nichts, sie w├╝rde dann immer noch ihre F├Ąhigkeiten haben, in die Zukunft und Vergangenheit zu blicken.

Aber vor wen musste sie sich eigentlich verstecken? Vor wen? Das wusste sie nicht so genau, aber sie f├╝hlte es im Innern, dass sie sich vor irgendwen verstecken musste, und dass sie auf etwas aufpassen musste, und sie wusste nicht auf was. Vielleicht war das einfach der Grund, weshalb sie nie die Chance ergriffen hatte, ein normales Leben zu f├╝hren.

„Ach, was denkst du auch so viel nach! Morgen ist auch noch ein Tag!“, sagte sie zu sich und legte sich schlafen.



Kapitel vier

Mandy fasste von Tag zu Tag immer mehr Vertrauen in Jordan, und lie├č sich so auch ├Âfters tags├╝ber im Haus blicken. Jordan freute sich nat├╝rlich ├╝ber dieses Wandeln von ihr, dennoch machte er sich ein wenig Sorgen um sie. Er hatte Angst, dass sie sich zu schnell an das normale Leben dran gew├Âhnen k├Ânnte, und damit auch ihre F├Ąhigkeiten schw├Ącher werden lie├č. Er beschloss sich, mit Mandy zu reden.

„Du wolltest mich sprechen?“, fragte sie, als sie im T├╝rrahmen stand.

„Woher wusstest du das?“, wunderte er sich, denn er hatte sie noch nicht zu sich gerufen.

„Ich habe es gef├╝hlt... ich habe gef├╝hlt, dass du mich sprechen wolltest.“, antwortete sie und l├Ąchelte.

„Anscheinend kannst du sehr gut f├╝hlen.“, lachte er. „Na ja Mandy, ich wollte mit dir sprechen, weil ich Angst habe, dass du dich zu schnell an das normale Leben gew├Âhnen kannst, und somit deine F├Ąhigkeiten schaden k├Ânntest. Nicht, dass ich mich nicht dar├╝ber freue, dass du dich so schnell an das Ganze hier gew├Âhnst, aber ich mache mir nur ein bisschen Sorgen um dich.“

„Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Jordan... ich kann sehr gut auf mich aufpassen.“, beruhigte sie ihn wieder.

„Gut, ich verlasse mich darauf.“, erwiderte er. „Was h├Ąltst du von einem Privatlehrer f├╝r dich? Ich habe mir gedacht, dass so ein h├╝bsches junges M├Ądchen wie du auch schreiben und lesen lernen sollte.“

„Wie... du meinst, dass ich dann zu Hause unterrichtet werde?“

Jordan nickte und wendete sich wieder zu seine Zeichnungen.

„Na ja, das w├Ąre schon ganz toll, wenn ich auch wie all die andern M├Ądchen in meinem Alter schreiben und so k├Ânnte... also ich meine richtig schreiben.“, gab Mandy zu.

„Gut, dann schicke ich dir morgen einen Privatlehrer hier her.“, sagte Jordan. „Oder wann willst du mit dem Lernen anfangen?“

Jordan drehte sich um und sah Mandy an, er sah das Glitzern in ihren Augen, also ging er davon aus, dass Mandy wirklich begeistert von der Idee war.

„Klar, morgen... das w├Ąre sch├Ân!“, stimmte sie ihm zu, und l├Ąchelte.



Die Stunden bis zum darauf folgenden Tag verliefen wie im Fluge. Denn Mandy sa├č nun mit dem Privatlehrer im Wohnzimmer und lernte, aber sie musste sich zusammen rei├čen, damit sie das Versprechen hielt, das sie Jordan gab, bevor er sie mit dem Privatlehrer zur├╝ck lie├č... n├Ąmlich: Sie durfte nichts und zwar gar nichts ├╝ber sich erz├Ąhlen.

„Sie lernen schnell, Mandy.“, lobte der Lehrer. „Ich w├╝nschte jede Sch├╝lerin, die ich unterrichte, w├Ąre so schlau wie Sie.“

Mandy schmunzelte nur, weil sie Angst hatte, dass sie alles verraten w├╝rde, wenn sie ihren Mund aufmachen w├╝rde.

„Was halten Sie davon, wenn wir n├Ąchste Woche dann mit dem Klavierspielen anfangen w├╝rden?“

„Klavierspielen? Aber... ich kann keine Noten lesen.“, stotterte Mandy.

„Keine Sorge, bis dahin werden wir noch lernen, wie man die Noten liest.“, beruhigte er sie.

Sie strahlte ├╝ber das ganze Gesicht und war damit einverstanden. Mandy wollte schon immer Klavierspielen lernen, aber... sie hatte es bis jetzt noch nie gelernt, da niemand ihr das beibringen konnte. Obwohl die Mrs. Stick Klavier spielen konnte, hatte Mandy sich nie getraut, sie zu fragen, ob sie es ihr beibringen k├Ânnte. Aber jetzt wo sie schon ein fast normales Leben f├╝hrte, w├╝rde sich alles ├Ąndern. Sie w├╝rde Klavier spielen, und wie alle anderen M├Ądchen sch├Âne Kleider tragen und einfach spazieren gehen.



Nach ein paar Stunden waren die Privatunterrichtsunden vorbei, und sie verabschiedete sich von ihm und begleitete ihn noch zur T├╝r hinaus.

„Dann sehen wir uns morgen ja wieder. Ich hoffe doch, dass Sie bis dahin noch ein bisschen lernen“, meinte der Lehrer und f├╝gte noch schnell hinzu „nicht, dass Sie es n├Âtig haben, aber dann w├╝rden wir viel schneller zum Klavierunterricht kommen. Auf Wiedersehen.“

Und er ging.

Mandy warf schnell einen Blick auf die Uhr, und rechnete gerade aus, ob sie wohl noch genug Zeit hatte, erst mal einen Bad zu nehmen, bevor sie anfing, das Essen zu kochen. Es klopfte aber ganz pl├Âtzlich an der T├╝r. Mandy konnte sich nicht vorstellen, wer es noch sein konnte, denn au├čer der Privatlehrer und Jordan, kam eigentlich niemand um diese Uhrzeit hierher.

Sie ging also vorsichtig und geduckt zum Fenster und versuchte hinaus zu schauen, ohne dass es auffiel, aber sie konnte nichts erkennen.

Soll ich nun die T├╝r ├Âffnen, oder nicht?, fragte sie sich leise. Dann kam sie auf die Idee, dass sie ja erst mal nach oben laufen konnte, und von da aus hinunter schaute, um zu wissen, wer es war, um dann zu entscheiden, ob sie aufmachen sollte oder nicht.

Es klopfte noch einmal. Mandy schrak auf, und rannte die Treppe leise hoch. Als sie oben ankam, ├Âffnete sie das Fenster auf dem Dachboden, und schaute hinunter, alles was sie aber von da aus erkennen konnte, war nur ein Wagen... ein blauer Wagen, es m├╝sste ein VW sein, und da stand etwas mit „Wasserrohr“ drauf.

Okay, dann kann ich die T├╝r ja ruhig aufmachen, wenn es nur ein paar Leute vom Wasserrohr sind, dachte sie, und wollte gerade wieder hinunter gehen, als sie h├Ârte, dass die Haust├╝r aufgemacht wurde.

Ganz abrupt blieb sie stehen, und lauschte, lauschte in die Stille hinein... und eine Minute verging, dann zwei und letztendlich drei, und dann da... sie h├Ârte etwas... sie h├Ârten Stimmen, aber diese Stimmen redeten nicht auf normaler Lautst├Ąrke mit einander, sondern im Fl├╝sterton.

Es sind also keine vom Wasserrohr, aber wer sind diese Menschen dort unten, fragte sie sich.

Mandy wagte es immer noch nicht, sich zu bewegen, und auch wenn sie es wollte, h├Ątte sie es nicht gekonnt, denn ihre Beine waren wie fest am Boden genagelt, sie konnte ihre F├╝├če nicht mehr bewegen. Dann atmete sie tief durch und befahl sich langsam zu bewegen, und zwar die Treppe hinunter. Sie musste einfach raus kriegen, wer diese M├Ąnner waren. Sie musste es wissen, vielleicht waren es ja nur ganz normale Diebe, oder wenn nicht? Wenn jemand was von ihre F├Ąhigkeiten wusste, was dann? Sie hatte ihre F├Ąhigkeiten ja noch nicht unter Kontrolle, auch wenn es bis jetzt nur zwei F├Ąhigkeiten waren, aber sie hatte sie nicht unter Kontrolle.

Na egal, es gibt jetzt kein Zur├╝ck mehr, du gehst jetzt runter, Mandy, befahl sie sich wieder, und sie schlich die Treppe wie eine Katze hinunter.

Als sie unten an der Treppe ankam, war es still, sehr still, es war so still, dass sie glaubte, die M├Ąnner waren nicht mehr dort. Aber falsch gedacht, denn pl├Âtzlich sprang jemand von der Seite der Treppe auf sie zu, dann ging alles zu schnell, und sie fiel hin, und sah nur noch ein Wirbel von Farben vor sich.

Als sie aufwachte, befand sie sich im Wohnzimmer auf dem Boden, aber gefesselt. Ihre H├Ąnde und F├╝├če wurden gut mit einem Seil zusammen gebunden, und ihr Mund war mit einem St├╝ck Klebestreifen zu geklebt worden. Sie wusste nicht, wie lange sie schon ohnm├Ąchtig war, es m├╝sste ungef├Ąhr zwei oder drei Minuten sein, l├Ąnger nicht. Sie versuchte die Fesseln abzumachen, schaffte es aber nicht, dann sah sie vom Blickwinkel aus, einen Mann auf sich zukommen.

Sie sa├č still auf dem Boden, und r├╝hrte sich nicht mehr, sie bat im Innern zu Gott, dass Jordan bald wieder nach Hause kam, aber sie wusste, dass Jordan noch nicht nach Hause kam, denn er kam immer erst gegen sechs Uhr nach Hause, und es war gerade mal vier Uhr drei├čig.

„Wei├čt du zuf├Ąllig, wo Jordan den Stein hingetan hat?“, fragte der Mann, der vor ihr stand, und riss ihr das Klebestreifen runter.

Mandy schrie kurz auf, verstummte aber wieder und sch├╝ttelte den Kopf. Au├čerdem wusste sie nicht, von welchem Stein der Mann geredet hatte, denn Jordan hat ihr gegen├╝ber noch nie etwas von einem Stein erw├Ąhnt.

„Hier ist nirgends wo etwas, was wie ein Stein aussehen k├Ânnte, jedenfalls nicht wie der, den wir suchen!“, riefen die anderen drei M├Ąnner wie im Chor. Und das Gesicht des Mannes ver├Ąnderte sich durch diese Information so schnell, dass Mandy fast geglaubt h├Ątte, es w├Ąre nur ein schlimmer Traum.

Doch dann sprang er auf Mandy zu und packte ihr am Kragen, sch├╝ttelte sie und schrie sie so laut an, dass niemand ein Wort von dem verstand, was er da eigentlich br├╝llte. Mandy wusste nicht, was er von ihr wollte, aber er schien w├╝ten zu sein, und sie bekam Angst.

„H├Âren Sie auf, ich wei├č doch wirklich nicht, was sie wollen, ich wei├č nichts von einem Stein oder ├ähnliches“, schluckte Mandy. „H├Âren Sie bitte auf... ich habe Angst...“

„Ich wei├č, dass du wei├čt, wo der Stein ist, und ich wei├č, dass du wei├čt, was ich will! Also wieso machst du es uns nicht einfacher und r├╝ckst den verdammten Stein raus???“, schrie er sie wieder an.

Mandy wusste nicht, was sie jetzt noch sagen sollte... sie schrie laut auf, die Fesseln an ihren H├Ąnden und F├╝├čen gingen ab, und sie fegte ihre Hand in die Richtung, wo die anderen drei M├Ąnner standen, und die drei flogen gegen die Wand die hinter ihnen lag. Mandy schrak zusammen, und wusste nicht, was mit ihr los war. Der Mann wich zur├╝ck, und betrachtete sie mit missbilligen Blick. Mandy bewegte noch mal ihre linke Hand, und die M├Ąnner, die sich mittlerweile an der T├╝r zur Flur befanden, flogen durch die T├╝r und gegen die Wand im Flur. Im Wohnzimmer war nur noch einer, doch dieser lief so schnell ihn seine F├╝├če tragen konnten aus dem Haus hinaus, und die anderen M├Ąnner hinterher. Beim Hinauslaufen begegneten sie Jordan und entschuldigte sich schnell bei ihm, rannten aber schneller als vorher, und sie sahen aus, als h├Ątten sie einen Geist gesehen.

Jordan kam verwundert rein, und lief ins Wohnzimmer, dort sah er Mandy auf den Boden sinkend.

„Was ist passiert?“, fragte er und lief zu Mandy hin├╝ber, doch diese war wieder ohnm├Ąchtig.

Er trug Mandy auf einen der Couch und legte sie dort vorsichtig hin, dann rannte er schnell in die K├╝che, um ein Glas Wasser zu holen.

Als er zur├╝ck kam, versuchte Mandy sich gerade wieder aufzurappeln, Jordan stellte das Glas Wasser schnell auf den n├Ąchstbesten Tisch, und eilte zu ihr hin├╝ber, um ihr beim Aufsetzen zu helfen.

„Ist alles in Ordnung? Was waren das f├╝r M├Ąnner, die so erschreckend blass hinaus liefen, als h├Ątten sie einen Geist gesehen?“, fragte er, und versuchte nebenbei ein wenig zu scherzen.

Mandy jedoch sagte nichts, und sah erst mal blass, und leer auf den Boden. W├Ąhrend er auf Mandys Antwort wartete, ging er hin├╝ber zu dem Tisch, wo das Telefon lag, denn dort hatte er zu vor das Glas Wasser hingestellt. Als er zur├╝ck kam, reichte er es ihr und sie trank ein wenig daraus, stellte es aber nach kurzer Zeit wieder auf den Couchtisch.

„Ich...“, fing sie an. „Ich wei├č ehrlich gesagt auch nicht so genau, was eben mit mir passiert ist.“

Jordan schaute sie durchdringend an, um ihre Gesichtsausdr├╝cke w├Ąhrend des Redens zu beobachten, denn er wollte sich sicher sein, dass sie ihm nichts verbarg. Und tats├Ąchlich tat sie dies auch nicht.

„Fang erst mal langsam an zu erz├Ąhlen, was mit dir passiert sein sollte.“, riet er ihr.

Sie seufzte und atmete ein Mal tief ein, dann machte sie es sich auf dem Couch nur noch ein wenig bequem, und endlich fing sie an zu erz├Ąhlen.

„... und dann hab ich nur mit der linken Hand kurz gegen die M├Ąnner bewegt, aber ich hab sie nicht mal anger├╝hrt, und schon flogen sie im wahrsten Sinne des Wortes gegen die n├Ąchste Wand, ich wei├č auch nicht, wie das alles kam.“, schloss sie ihre Erz├Ąhlung, und lie├č dabei keine Einzelheiten aus.

Jordan stand auf und ging zum Fenster, wo er in den Hintergarten des Hauses blicken konnte. Er sah sehr nachdenklich aus, auch Mandy sp├╝rte, dass was nicht mit ihm stimmte.

„Mandy, ich wei├č nicht, wie lange du deine eigentliche Kraft schon hast...“, fing er an.

„Eigentlich schon, seit ich denken konnte, glaube ich.“, lachte sie.

„Ich wollte damit sagen, dass sich deine Kraft weiter entwickelt, oder besser gesagt, dass du jetzt mehrere Kr├Ąfte bekommst, mit denen du so einiges ausrichten kannst. Ich wei├č zwar nicht, wozu das gut sein soll, aber es hat bestimmt einen guten Grund, warum dir deine Eltern, ich gehe mal davon aus, dass deine Eltern diese Kr├Ąfte besa├čen, diese Kr├Ąfte weiter gegeben hat.“, beendete er den Satz, den er vorher angefangen hat, aber dann von Mandy unterbrochen wurde.

„Aber wieso hatte ich diese Kraft nicht auch schon viel fr├╝her???“, fragte sie.

„Ich glaube, die Kraft, die du hast, also dass du in die Zukunft aber auch gleichzeitig mit Konzentration in die Vergangenheit blicken kannst, diese Kraft geh├Ârt dir ganz alleine, aber die Kraft, die du so eben aktiviert hast, geh├Ârte entweder deiner Mutter oder deinem Vater, und kann deswegen auch nur bei bestimmten Reaktionen aktiviert werden.“, erkl├Ąrte er, und drehte sich vom Fenster wieder weg.

„Das hei├čt ja...“

„Das hei├čt, dass du noch mindestens eine Kraft aktivieren musst, aber was dies f├╝r eine Kraft ist... das werden wir ja sehen!“, meinte er, und winkte sie zum Esszimmer.

Sie a├čen ruhig, das bestellte Essen vom China Imbiss.

„Ach ja Mandy, was ich dich noch fragen wollte, h├Ąttest du was dagegen, meine Freunde kennen zu lernen? Ich meine, die sind auch so wie wir, die haben alle auch Gaben, aber nicht so viele wie du! Ich habe ihnen noch nichts von dir erz├Ąhlt, aber wenn du...“

„Klar habe ich Lust, deine Freunde kennen zu lernen, das hei├čt, wenn du auch wirklich nichts dagegen hast.“, antwortete sie mit Begeisterung.

Denn sie ging davon aus, dass wenn diese Leute auch besonderen Gaben haben wie sie, dass sie ihr vielleicht helfen k├Ânnte, mehr ├╝ber ihre Kindheit herauszufinden, und darauf war sie doch schon immer so gespannt. Sie wollte doch schon immer wissen, wie ihre Mutter und ihr Vater ausgesehen haben, und was eigentlich mit ihnen passiert war, weswegen sie ihr ganzes Leben lang auf einem Dachboden leben musste. Ihre Neugierigkeit w├╝rde sie wo m├Âglich noch am Ende t├Âten, aber es war ihr egal, sie wollte es wissen, au├čerdem hatte sie ein Recht darauf, ihre Kindheit zu erfahren.

„Ach ja... Jordan, da ich ja eigentlich oben auf dem Dachboden wohne, kann ich dann zuf├Ąllig den Keller haben? Also nur tags├╝ber, wenn du weg bist.“, platze sie heraus. Sie wollte das eigentlich schon die ganze Zeit fragen, nachdem sie erfuhr, dass es eine neue Kraft war, was sie da vorhin bei den M├Ąnnern angewendet hatte.

Jordan aber schaute sie nur verwirrt an, und ├Âffnete den Mund, um etwas zu fragen, aber dann schnitt sie ihm das Wort, indem sie einfach den Grund daf├╝r nannte, dass sie einfach nur lernen wollte, mit ihre Kraft umzugehen.

Er war damit einverstanden, dennoch, meinte er, er m├╝sse erst runter, um ein paar wichtige Sachen hoch zu holen, danach k├Ânnte sie ohne Zweifel so lange lernen, wie sie wollte, ohne etwas kaputt zu steuern.



Tage vergingen, und Mandy war jeden Tag damit besch├Ąftigt, ihre neue Kraft unter Kontrolle zu bekommen, denn sie wollte dies noch schaffen, bevor sie die Freunde von Jordan kennen lernte.

Und der Tag, an dem sie Jordans Freunde endlich kennen lernen konnte r├╝ckte immer n├Ąher und n├Ąher, und sie wurde zunehmend nerv├Âser, und dies ├╝bte auch auf ihrer Kraft aus, und sie lie├č einen kleinen Regal im Keller kaputt schleudern. Als Jordan oben in seinem Arbeitszimmer arbeitete, und den Krach unten im Keller h├Ârte, dachte er, dass Mandy was zugesto├čen war, und ohne zu z├Âgern sprang er wie ein Blitz auf und rannte nach unten, aber unten angekommen, stand er nur noch am T├╝rrahmen stehen und brachte in Lachen aus.

„Hey, das finde ich nicht wirklich zum Lachen.“, protestierte Mandy, als sie bemerkt, dass Jordan am T├╝rrahmen stand.

„Du... du... du h├Ąttest... ha ha ha ha... mal dein Gesichtsausdruck sehen sollen, als du da mitten in dem Holz standst!“, meinte Jordan, und bem├╝hte sich, jedes einzelne Wort auch ordentlich auszusprechen, aber das gelang ihm nicht wirklich, denn er musste immer noch lachen.

„Ha... ha... ha...“, meinte Mandy und zog mit Absicht eine Grimasse.

„Aber hey, du musst doch nicht so aufgeregt sein! Es sind doch nur meine Freunde, und die werden dich schon nicht umbringen, wenn du deine neue Kraft noch nicht unter Kontrolle hast.“, beruhigte er sie wieder.

Mandy verdrehte die Augen, und fegte das ganze Holz, was vor ein paar Minuten noch ein sehr guter Regal war, mit ihrer Hand langsam zur Seite, und ging an Jordan vorbei, dabei murmelte sie etwas, was er selber nicht verstand, aber er hielt es einfach f├╝r besser, wenn er sie jetzt in Ruhe lassen w├╝rde.



„Und, aufgeregt?“, fragte Jordan sie, w├Ąhrend sie im Wohnzimmer hin und her lief, um die Zeit tot zu schlagen, bis seine Freunde endlich kamen.

„Na ja, so kann man das auch sagen.“, stimmte sie ihm zu.

Ding Dong, machte es am T├╝r, sie waren da, die Freunde von Jordan, und Mandy, Mandy stand zum ersten Mal seine Freunde richtig gegen├╝ber, und sie musste sich darauf gefasst machen, dass diese ihr auch ziemlich viele Fragen stellen w├╝rden, und diese musste sie so aufrecht wie m├Âglich beantworten k├Ânnen.

„Ich gehe schon.“, meldete sich Jordan und lief ohne zu warten schnell zur T├╝r hin├╝ber.



Seine Freunde kamen alle nach einander ins Wohnzimmer, und blieben auch erst mal stehen. Mandy stand auf, und bat sie, sich doch einfach zu setzen. Jordan eilte ihr schnell zur Hilfe und stand gleich neben ihr.

„Mandy“, sagte er, „das hier ist...“

„Ich bin Linh Chi“, sagte eine h├╝bsche junge und gut gebaute Frau, welche Mandelaugen hatte und lange schwarze Haare (richtig schwarze Haare), was Mandy offensichtlich sehr gut gefiel, denn sie war schon beim ersten Mal begeistert von ihrem Aussehen, als sie sie im Haus sah. Sie streckte Mandy ihre Hand entgegen, und Mandy nahm sie mit einen sch├╝chternen L├Ącheln an, und sch├╝ttelte sie kr├Ąftig.

„Und ich bin Marc.“, sagte ein Mann mit blonden Haare und gr├╝ne Augen und auch gut gebaut, der neben Linh Chi sa├č.

Auch dieser streckte ihr die Hand entgegen, und Mandy nahm sie wieder mit einem L├Ącheln an und sch├╝ttelte sie kr├Ąftig.

„Und zu guter letzt komme noch ich“, sagte eine h├╝bsche Br├╝nette mit Locken, die gegen├╝ber von Marc auf der anderen Couch Platz genommen hatte (sie war schlank, und fast so h├╝bsch wie Linh Chi). „Ich bin die Christine.“

Sie streckte ebenfalls, wie alle anderen, ihre Hand entgegen und sch├╝ttelte so auch Mandys Hand.

„So, da ihr euch jetzt ja schon bei Namen kennt, kannst du dich ja auch zu Christine setzen, Mandy, und dich mit ihnen unterhalten. Ich muss nur mal kurz in die K├╝che, bevor mein Kuchen anbrennt...“, meinte Jordan.

„Was?“, brachte es aus alle dreien heraus.

„Du backst Kuchen, Jordan?“, fragte Linh Chi verwundert.

Mandy musste lachen. Und auf einmal richteten sich alle Blicke auf Mandy.

„Na ja... wisst ihr, Jordan kann schon ganz gut backen, und auch kochen.“, sagte sie, w├Ąhrend Jordan ihnen den R├╝cken zuwand und aus dem Zimmer verschwand.

„Na dann setz dich mal zu mir.“, bat die h├╝bsche Br├╝nette, Christine, an, und zwinkerte ihr zu.

Mandy setzte sich ohne weiteres Z├Âgern zu ihr. Sie wusste eigentlich nicht, wor├╝ber sie reden sollte, oder was sie ihnen erz├Ąhlen sollte, doch Linh Chi nahm ihr die schwere Arbeit ab und fragte sie, wie eigentlich alles anfing.

„Ich wei├č es nicht so genau, ich meine, ich kann mich an gar nichts mehr aus meiner Kindheit erinnern.“, antwortete sie, und schaute Linh Chi damit direkt in die Augen. Mandy bemerkte, dass sie ziemlich sch├Âne Augen hatte, sie hatte das Gef├╝hl, dass sie in der W├Ąrme der Sonne blickte, und nicht ins menschliche Auge.

„Ich glaube, es ging jedem von uns so, als wir noch in deinem Alter waren.“, meinte Marc, der mit den blonden Haaren, der neben der h├╝bsche Japanerin sa├č.

„Das stimmt!“, best├Ątigte Christine. „Aber wir k├Ânnen dir helfen, in einem Teil deiner Kindheit zu blicken, aber nur, wenn du dir auch sicher bist, die Vergangenheit zu sehen.“
Als Mandy was darauf antworten wollte, trat ihr der leckeren Geruch von einem Kuchen in die Nase, Jordan musste hier im Zimmer stehen. Alle drehten sich, wie Roboter, gleichzeitig zur T├╝r hin├╝ber, nur Linh Chi machte es noch sch├Âner, denn sie fasste noch ihre Haare zusammen, und warf sie leicht hinter ihren R├╝cken, und setzte ihr h├╝bsches sch├╝chternes aber gleichzeitig warmes L├Ącheln auf.

„Na, da ist ja unser B├Ącker wieder, und der Kuchen sieht gar nicht mal so schlecht aus!“, neckte Linh Chi Jordan, als dieser mit dem Kuchen zu ihnen hin├╝ber lief.

„Das h├Ąttet ihr nicht erwartet, oder!?!“, nahm er ihren Spa├č auf und lachte.

„Jordan, Christine hat mir gerade erz├Ąhlt, dass man etwas machen kann, wenn man zur├╝ck in die Vergangenheit blicken will, und die anderen w├╝rden mir glaube ich auch dabei helfen.“, erz├Ąhlte sie ihm, und blickte dabei noch in die Richtung von Marc und Linh Chi, worauf diese beiden ihr zu nickten.

„Klar... ich helfe ja auch mit.“, meinte Jordan, und war offensichtlich schon damit informiert worden, bevor die anderen mit Mandy gesprochen haben.

„Wir haben noch gestern dar├╝ber gesprochen, deswegen wei├č Jordan auch bereits davon.“, schaltete sich Marc schnell ein.

„Aber ihr wisst doch, dass wir das erst an einem Vollmondnacht machen k├Ânnen.“, erinnerte Linh Chi die anderen daran. „Ach ja, Mandy, wir haben noch etwas f├╝r dich.“

Sie griff nach ihre Tasche und zog daraus ein Buch, das schon ziemlich alt aussah.

„Das hier nennen wir das Buch der Schatten. Eigentlich ist das Buch f├╝r Hexen bestimmt, aber da wir besondere Gaben besitzen, ist das auch f├╝r uns bestimmt, und damit geh├Âren wir auch teilweise der Hexen an, aber nur der guten, es sei denn, du wechselst die Fronten und benutz deine Kraft gegen unschuldige Menschen, dann geh├Ârst du zu den b├Âsen Hexen.“, erkl├Ąrte sie ihr, w├Ąhrend sie es ihr reichte.

„Und h├╝te es wie dein eigenes Leben!“, riet ihr Marc, als sie dabei war, das Buch aufzuschlagen. „Denn wenn du es ein Mal verlierst, wird deine Identit├Ąt nicht mehr l├Ąnger geheim bleiben k├Ânnen.“

„Es ist schon jemandem passiert, und sie wurde in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen.“, sagte Christine in einem Fl├╝sterton, und Mandy konnte einen Tr├Ąnenschleier in ihren Augen erkennen, die sie aber wieder schnell wegblinzelte.

Mandy ging davon aus, dass diese eine Person eine Freundin oder auch einen Freund von ihnen war und hakte auch nicht nach.

Gegen zehn Uhr Abends verabschiedeten sie sich von einander, und machten den Tag aus, an dem sie das Ritual f├╝r Mandy ausf├╝hren konnten aus, und gingen dann anschlie├čend.



„Und, war das so schlimm?“, fragte Jordan, nachdem er die T├╝r zu machte, und wieder zur├╝ck ins Wohnzimmer ging.

„Nein“, gab sie zu. „Sie waren alle ziemlich nett zu mir.“

„Linh Chi ist schon eine attraktive Frau was? Ich meine, sie ist ziemlich h├╝bsch!“, schw├Ąrmte er.

„Ja, das ist sie wirklich.“, best├Ątigte sie seine Frage.

„Aber sie ist eine Herzensbrecherin!“, lachte Jordan. „Immerhin kann sie jeden Mann haben, wenn sie es auch will, also wieso sollte sie sich um andere M├Ąnner Gedanken machen, die eigentlich nichts drauf haben?“

„Oh... ich verstehe, du liebst sie.“, zog Mandy ihn auf.

„Na ja, ich habe sie mal ziemlich geliebt, aber mittlerweile ist es nicht mehr so stark.“, gab er zu.

Sie machten es sich vor dem Kamin gem├╝tlich und redeten noch ziemlich lange ├╝ber die G├Âtter der Hexenwelt. Und schon sehr kurz darauf stellte Mandy fest, dass sie eigentlich so gut wie eine Hexe warm oder besser: Sie war eine Hexe, sie wurde als Hexe geboren. Denn ein anderes Wort gibt es f├╝r Leute wie sie nicht, au├čer nat├╝rlich Parapsychologen.



Bei Vollmond versammelten sie sich wieder alle in Jordans Haus. Die Zeremonie fand im Keller statt, damit ja auch niemand hinein spannen konnte. Der Keller sah mittlerweile wieder ziemlich aufger├Ąumt aus, und in der Mitte des Raumes stand ein runder Tisch. Sie alle versammelten sich um dieser, und Mandy sa├č ganz in Wei├č auf dem Tisch, und um ihr herum brannten Kerzen, die Flackern der Kerzen w├Ąrmte sie auf, und gab ihr ein wohliges Gef├╝hl, auch wenn es ihr komisch vorkam, dass sie auf dem Tisch meditieren sollte. Linh Chi stand dann auf und lief drei Mal im Kreis mit drei R├Ąucherst├Ąbchen in der Hand um den Tisch und damit auch um die anderen herum, dabei lud sie die vier Elemente ein, und zwar Wasser, Erde, Feuer und Luft, in ihren Kreis ein. Auch dies, stellte Mandy fest, kommt aus der Reich der Hexen.

Dann setzte sich Linh Chi wieder auf ihren alten Platz, und fasste ihren Nachbarn, Marc und Jordan, an die H├Ąnde und schloss damit den Kreis. Mandy f├╝hlte sich gesch├╝tzt, und hatte nicht mehr die geringste Angst, dass ihr dabei was passieren k├Ânnte.

Dann fingen alle an zu sprechen, und zwar gleichzeitig und gleich melodisch.

Sie sprachen drei Mal:

„Tempus, komme uns zur Hilfe

und zeige uns die Vergangenheit!“

Beim letzten Mal, sprach Mandy laut mit, und danach sprach sie den gleichen Satz noch mal in den Gedanken nach.

Dann ├Âffnete sie ihren Augen und befand sich in einem Wald wieder, sie schaute sich vorsichtig um sich, und entdeckte nirgends Jordan, Linh Chi, Christine und Marc. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie sie einfach so im Stich lassen w├╝rden. Sie ├Âffnete ihren Mund, um nach ihren Namen zu rufen, doch schloss diese wieder, als eine Frau unter einem Baum sah, das vor ihr stand. Mandy konnte von ihrem Gesichtsausdruck aus deuten, dass diese schreckliche Schmerzen haben musste, denn die Frau verzog ihr Gesicht krampfartig, und rang nach Luft. Mandy lief zu ihr hin├╝ber und versuchte sie zu fragen, ob sie ihr in irgendeiner Hinsicht helfen k├Ânnte, damit sie nicht solche Schmerzen hatte,

aber anscheinend h├Ârte die Frau sie nicht, oder sie sah Mandy nicht, denn Mandy hatte wahrlich das Gef├╝hl, dass die Frau, die dort unter einem Baum sa├č durch ihrem K├Ârper hindurch sah und sie gar nicht bemerkte. Pl├Âtzlich bemerkte Mandy hinter sich Schritte, sie drehte sich schnell um, und erkannte, dass ein Mann auf sie zu kam, oder vielleicht auch auf die Frau zu kam, denn bevor Mandy es realisieren konnte, ging der Mann tats├Ąchlich durch sie hin durch. Mandy war sprachlos, ihr klappte der Kinnlade nach unten, und sie konnte jetzt auf ein mal gar nichts mehr verstehen. Wo zum Teufel war sie? Was passierte hier? Und was sollte das alles? Sie stand weiter vor diese beiden Menschen und beobachtete, wie der Mann der Frau dabei half, ihre Schmerzen zu lindern, indem er ihr ein mit Wasser ertr├Ąnktem Tuch auf ihren Bauch legte.

Pl├Âtzlich ging Mandy ein Licht auf. Sie war jetzt in der Vergangenheit, und h├Âchstwahrscheinlich in der Zeit, bevor sie geboren wurde, und diese beiden, die dort vor ihr unter dem Baum sa├čen m├╝ssten ihre Eltern damals gewesen sein. Sie trat einen Schritt n├Ąher und pr├Ągte jede einzelne Gesichtsz├╝ge ihres Vaters und ihrer Mutter ein. Die Frau, die ihre Mutter war, war h├╝bsch, sie war bildh├╝bsch. Sie sah genau so aus wie Mandy selbst, denn sie hatte auch kastanienbraune Augen und blondes glattes Haar, und sie m├╝sste normalerweise auch schlank sein, wenn sie nicht schwanger w├Ąre.

Mandy stand dort noch einer Weile, und versuchte das Gesicht ihres Vaters zu sehen, aber sie konnte nichts erkennen, sein Gesicht war wie unsichtbar in dieser Nacht. Pl├Âtzlich h├Ârte sie ein Schreien, aber es war kein Schreien wegen Schmerzen, es war das Schreien eines S├Ąuglings, Mandy starrte hin├╝ber und sah, dass der Mann ein kleines Baby in der Hand hielt, das Baby war winzig und s├╝├č, es schrie aus voller Kehle, beruhigte sich aber wieder schnell, als die Mutter es in den Armen hielt und es mit Muttermilch f├╝tterte.

„Es ist ein h├╝bsches M├Ądchen. Ich bin mir sicher, dass sie sp├Ąter genau so h├╝bsch sein wird, wie du!“, fl├╝sterte der Mann.

„Ja, das hoffe ich... und sie hei├čt Lynn.“, erwiderte Mandys Mutter.

„Du wei├čt, dass wir sie nicht behalten d├╝rfen...“, schluchzte Mandys Vater kaum noch h├Ârbar.

Ihre Mutter brach in Tr├Ąnen auf, und Mandy f├╝hlte sich schlecht, sie hatte auch Lust, mit ihr zu weinen. Sie hatte das Verlangen, zu schreien, ihr zu sagen, wie gut es ihr im Moment ging, wie sehr sie sich auf diese Moment gefreut hatte, sie wollte ihr doch so vieles sagen und erz├Ąhlen. Aber all dies war nicht m├Âglich, denn sie war nur geistlich in der Vergangenheit, und niemand konnte sie sehen. Langsam rannten ihr ein paar Tr├Ąnen ├╝ber die Wange, und sie hoffte, dass sie jetzt dadurch nicht so schnell wieder zur├╝ck in die Gegenwart kam, denn sie wollte noch l├Ąnger in der Vergangenheit bleiben, oder besser, sie wollte ihr Leben lang jetzt dort in der Vergangenheit bleiben, und neben ihren Eltern her laufen, auch wenn sie wusste, dass sie sie nie sehen und bemerken w├╝rden, aber sie wollte einfach nur dabei sein. Mehr wollte Mandy im Augenblick gar nicht. Sie wollte nur einfach mehr ├╝ber ihre Eltern erfahren, sie wollte wissen, was der Grund daf├╝r war, dass sie Mandy damals weg geben mussten, und wieso sie auf dem Dachboden aufwuchs, sie wollte alles wissen, also musste sie sich wieder konzentrieren, bevor sie wieder zur├╝ck in die Gegenwart geholt wird, nur weil ihre Konzentration nicht mehr stark war.

Ihre Mutter und ihr Vater standen auf, und liefen aus dem Wald, Mandy folgte ihnen, ohne weiter nach zu denken, denn da gab es nichts mehr, wor├╝ber sie nachdenken sollte.

Nach langem Laufen kamen sie endlich in der Stadt an, und das Paar liefen die Stra├čen entlang, und schauten sich immer wieder fl├╝chtig um, als ob ein Geist hinter ihnen her w├Ąren. Vor einem alten Haus blieben sie stehen. Sie betrachteten das Haus, dann schloss Mandys Mutter die Augen, und es sah so aus, als w├Ąre sie auf einmal gar nicht mehr bei sich, dann aber war sie wieder bei sich, und ├Âffnete die Augen, und meinte, dass die Hausbesitzerin wohl eine ganz liebe Person w├Ąre.

Das m├╝sste eine Gabe von ihr sein, dachte Mandy.

Mandys Vater legte ihr noch eine goldene Kette um den Hals, und gab ihr einen Kuss auf die Stirn, und zum Schluss gab ihre Mutter ihr auch einen Kuss. Anschlie├čend ging ihr Vater die Treppe bis zum Haust├╝r hoch, und legte das Baby in einem Korb und legte es vor die Haust├╝r. Er dr├╝ckte noch schnell auf den Klingel, bevor er runter lief, und mit seiner Frau schnell die Stra├če hinunter lief. Mandy blieb vor dem Haus noch stehen, realisierte jedoch schnell, dass die beiden wieder so gut wie weg waren, also setzte sie sich auch in Bewegung und rannte los.

Dann sah Mandy die beiden wieder, sie blieben in der Mitte der Stadt stehen, dort war ein Brunnen zu sehen. Und pl├Âtzlich wie aus dem Nichts tauchten f├╝nf M├Ąnner auf, und umringten das Paar.

Was wird jetzt passieren?, fragte Mandy im Innern, und ihre Knien wurden schw├Ącher und schw├Ącher, sie konnte sich kaum mehr auf den Beinen halten.

Der eine Mann hielt die Frau fest und er presste ihr ein Messer gegen den Hals, und die vier anderen M├Ąnner passten darauf auf, dass Mandys Vater keinen falschen Schritt machte.

„Entweder du gibst uns den Stein freiwillig, oder deine Frau muss sterben!“, drohte eine von ihnen.

„Wir haben den Stein nicht mehr... ehrlich!“, antwortete er, und in seiner Stimmer erkannte man seine Angst, er hatte Angst um seiner Frau.

„Durchsuch die Tasche bei ihm!“, befahl einer von ihnen den anderen.

Zwei der M├Ąnner gingen zu der Tasche auf dem Boden hin├╝ber und durchsuchte sie, als sie nichts fanden, blickten sie auf und sch├╝ttelte den Kopf.

„Mist!“, fluchte einer von ihnen. „Leg sie um! Und hinterlass keine Spuren!“

Und auf einmal wurde alles um Mandy herum dunkel, sie erkannte nichts mehr, alles was sie aus ihrem Mund rausbringen konnte waren die zwei W├Ârter: „Mom, Dad!“ Sie schrie so laut sie konnte, aber es war nicht laut genug.

Dann ├Âffnete sie die Augen und sah vor sich Linh Chi, sie hielt Mandy fest.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte sie und sah ihr besorgt in die Augen.

Mandy antwortete nichts darauf, sie sprang nur vom Tisch runter und machte sich von dem Griff Linh Chis frei, und rannte so schnell wie sie konnte auf ihr Zimmer. Sie wollte nur noch alleine sein, sie wollte niemanden mehr um sich haben. All das, was sie eben gesehen hatte, das war ihr einfach zu viel auf einmal gewesen. Wenn sie noch mehr gesehen h├Ątte, dann wer wei├č, was mit ihr passiert w├Ąre.

Aber eine Frage klagte in ihr immer und immer wieder, was war das f├╝r ein wichtiger Stein, den jeder haben wollte???



Kapitel f├╝nf



Monate vergingen schon seitdem Mandy in die Vergangenheit blicken konnte, und sie hatte sich mittlerweile wieder ein wenig erholt.

Sie war oft unterwegs mit Linh Chi, und hatte wirklich viel Spa├č daran gehabt, ihrer Meinung nach, gab es nichts besseres, als mit Linh Chi in der Stadt shoppen zu gehen, denn sie kannte immer die neueste Mode, und sie wusste, wie man richtig einkaufen ging.

Mittlerweile besuchte Mandy eine normale ├Âffentliche Schule, aber sie war noch nicht sehr lange dort, um richtige Freunde zu finden, au├čerdem war sie nebenbei auch noch ziemlich sch├╝chtern, also brauchte sie viel Zeit.

Sie f├╝hrte schon so gut wie ein v├Âllig normales Leben, aber wenn es diese Albtr├Ąume in der Nacht nicht w├Ąren, dann h├Ątte sie ein ganz normales Leben gehabt. Aber die Tr├Ąume, die sie in der letzte Zeit bekam, die wurden von Tag zu Tag nur echter und echter, und Mandy wusste nicht, was das alles eigentlich sollte, aber Jordan oder den andern was davon zu erz├Ąhlen war keine besonders gute Idee, da sie sich sonst wieder zu viel Sorgen machen w├╝rden, und das wollte Mandy nicht wirklich. Also versuchte sie damit selber klar zu kommen, auch wenn es ziemlich schwer war.

Ihre neue Kraft, Dinge mit einer Handbewegung zu verschieben, hatte sie auch schon so gut wie unter Kontrolle, nur sehr selten geht das schief, und dar├╝ber war sie froh.



„Jordan, wir sind wieder da!“, rief Mandy, als sie vollbeladen mit Linh Chi das Haus betrat.

Jordan gab nur ein Grunzen von sich, als er die T├╝ten sahen, die Mandy und Linh Chi in den H├Ąnden hielten, denn er war absolut nicht begeistert davon, wenn die beiden zusammen in die Stadt fuhren, da es dann immer so endete, dass sie voll beladen mit neue Klamotten nach Hause kamen.

„Also ich kann nicht davon ausgehen, dass in diese viele T├╝ten und Taschen Lebensmitteln sind, oder!?!“, scherzte er.

„Ach Jordan... f├╝r dich haben wir auch noch was...“, erwiderte Linh Chi mit sanfter Stimme und dr├╝ckte ihm eine normale bis zum Rand bepackte Einkaufstasche in die Hand. Darin waren Lebensmitteln, f├╝r die sie und Mandy eigentlich in die Stadt gefahren sind.

Jordan l├Ąchelte und warf ihr einen Luftkuss zu und verschwand wieder in der K├╝che.



Mandy und Linh Chi machten es sich im Wohnzimmer gem├╝tlich, und lie├čen ihre Einkaufst├╝ten einfach mitten im Wohnzimmer liegen, anstatt diese ein wenig ordentlicher in eine Ecke zu stellen, schalteten sie den Fernseher an, und schauten Nachrichten.

Jordan trat ins Zimmer und verdrehte die Augen, er ├Âffnete den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn aber schnell wieder, als er im Nachrichten etwas komisches h├Ârte.



„Heute Nachmittag wurden diese beiden Bewohner der Stadt Augenzeuge eines ├╝bersinnlicher Verlauf hier in dieser Stra├če, Miss Crandall, erkl├Ąren Sie uns bitte, was sie gesehen haben.“, sprach die Moderatorin.

„Was ich gesehen hab? Ha, das w├╝rde mich noch in den Tr├Ąumen verfolgen!“, fing eine Frau an, die etwas rundlicher war. „Ich habe gesehen, wie so eine Frau, eine sehr h├╝bsche und junge Frau, mit einer Handbewegung mindestens drei andere Menschen in Nichts aufgel├Âst hatte, danach verschwand auch die Frau, wie vom Erdboden verschluckt... ich wei├č nicht, was ich von der Geschichte halten soll.“

„Also wenn Sie mich fragen, Miss, ich denke, dass es schon so weit ist, dass die Au├čerirdische hier auf der Erde langsam ├ťberhand nimmt!“, sprach ein alter Mann dazwischen.

„Ach quatschen Sie nicht, Au├čerirdische gibt es nicht!“, schimpfte die Frau mit ihm.



Linh Chi schaltete den Fernseher aus, und schaute besorgt zu Jordan hin├╝ber. Mandy wusste nicht, was jetzt los war, sie verstand gar nichts mehr. Wie konnte jemand nur so mit der Gabe umgehen, dass es jemand sehen konnte. Das war unvorstellbar f├╝r sie. Waren sie jetzt alle in Gefahr? W├╝rde es wieder so etwas wie Hexenverfolgung geben, nur blo├č eine so genannte moderne Hexenverfolgung. Sie schaute zu Jordan hin├╝ber, dieser schien nerv├Âs zu sein, denn er lief im Wohnzimmer auf und ab, und das in einer Geschwindigkeit, das man nicht deuten konnte.

Was Linh Chi anging, sie sa├č nur da, und schloss die Augen. Mandy ging davon aus, dass sie auch nachdachte, denn sie verschloss oft die Augen, wenn sie ├╝ber etwas wichtiges nachdachte.



„Wir sind nicht mehr so sicher, wie fr├╝her.“, brachte es aus Jordan heraus.

Mandy ├Âffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch Jordan schnitt ihr das Wort ab.

„Diese Frau, die mit einer Handbewegung eine ganze Reihe von Menschen verschwinden lassen konnte, das war bestimmt eine auserw├Ąhlte Hexenj├Ągerin aus der Gruppe vom blauer Stern.“, sprach Jordan weiter.

„Blauer Stern ist eine Gruppe von Menschen, die so ├Ąhnlich sind wie wir, nur sie wollen, dass das B├Âse ├╝ber dieses Land regiert, und nicht das Gute... sie l├Âschen alles Gute, was ihnen zwischen den Weg stellt... insbesondere machen sie Jagd auf gute Hexen, wenn sie aber eine b├Âse Hexe trifft, nimmt sie diese Hexe zu sich in ihrem Kreis auf.“, erkl├Ąrte Ling Chi, als sie bemerkte, dass Mandy nicht wusste, wovon Jordan sprach.

„Und jetzt ist es noch gef├Ąhrlicher f├╝r uns als vorher geworden.“, meinte Jordan. „Denn ein normaler Mensch hat sie dabei gesehen, das hei├čt, wenn wir auch nur ein Anzeichen machen, dass wir eine oder mehrere Gaben besitzen, k├Ânnte es das Ende f├╝r uns sein. Deswegen, sag bitte den anderen, dass sie vorsichtig sein sollten, und du musst besonders vorsichtig sein, Mandy.“

Mandy nickte.





Sie fand sich in einem dunkeln Raum wieder, sie wusste nicht, wo sie war, aber sie schmeckte eine Art Benzingeruch in ihrer Kehle, sie setzte sich auf und versuchte zu schreien, aber ihre Kehle war wie zu geschn├╝rt. Sie brachte keinen Ton heraus, und dabei hatte sie das Gef├╝hl, dass sie wirklich schrie, aber da kam einfach kein Ton heraus. Pl├Âtzlich wurde die T├╝r aufgetreten, und ein Mann stand vor ihr, zu mindest ging sie davon aus, dass es ein Mann war, denn alles, was sie erkannte, war ein Schatten, und giftgr├╝n leuchtenden Augen. War dieser Jemand ├╝berhaupt ein Mensch? Und dann, schneller als ein Blitz schoss aus der Dunkelheit ein gr├╝n blauer Lichtstreifen aus der Richtung, wo der Schatten war, dieser Lichtstreifen erwischte ihr direkt in den Brust, und sie sp├╝rte den Schmerz, der Schmerz schien sie aufessen zu wollen, es tat weh, sie verkr├╝mmte sich, und verzog ihr Gesicht vor Schmerz...

Mandy sprang schwei├čgebadet aus ihrem Bett heraus, sie stand vor ihrem Bett, und die einzelnen Schwei├čperlen rannten ihrem K├Ârper hinunter, und das wie bei einer Marathon.

Schon wieder dieser Traum, dachte sie. Was sollte das? Versuchte da vielleicht jemand ihr etwas zu sagen? Sie wusste nicht, ob sie ihrem Gef├╝hl trauen sollte, denn dieser sagte, dass ihr Leben, und nicht nur ihr Leben, sondern auch andere Leben in Gefahr steckten.

Sie ging hin├╝ber zum Fenster und wollte sie gerade ├Âffnen, als sie im gegen├╝berliegenden Haus ein gr├╝nes Licht entdeckte. So weit sie wusste, lebte da doch niemand, es war ein leer stehendes Haus, und jetzt leuchtete da ein Licht. Sie stand noch ein wenig neben dem Fenster, damit sie niemand sehen konnte, denn sie wollte nicht entdeckt werden, bevor sie heraus bekam, was das Licht da gegen├╝ber von dem Haus, wo sie mit Jordan lebte, zu bedeuten hatte. Mandy bem├╝hte sich, hinzuschauen, und genug zu sehen, ohne entdeckt zu werden.

Wenn ich doch wenigstens auch die Gabe besitzen w├╝rde, um die Ecken zu sehen, ohne mich bewegen zu m├╝ssen, dann w├Ąre alles leichter, dachte sie. Aber man kann auch nicht alles haben, was man will!

Pl├Âtzlich erschrak Mandy so sehr, dass sie kurz davor war, laut zu schreien, aber sie konnte sich noch in letzter Sekunde zusammen rei├čen, und den Mund zuzuhalten. Das gr├╝ne Licht, das war kein normales gr├╝ne Licht. Es waren Augen, die selben Augen, die sie aus ihrem Traum gesehen hatte.

Sie lie├č sich schnell auf den Boden fallen und sa├č unter der Fensterbank.

Also war alles doch irgendwie eine Warnung, dachte sie.

Sie wollte im Moment nur noch eines wissen, und zwar: Wie lange lebte dieser Mensch, oder was es auch immer war, schon in ihrer Nachbarschaft, hat er oder es sie schon sehr lange beobachten k├Ânnen, und was wollte er oder es.

Sie hat sich darauf geeinigt, dass sie dieser Jemand als „er“ bezeichnete, denn in ihrem Traum oder was es auch immer war, hatte er die Umrissen eines normalen Menschen.

Wir er mich wohl auch umbringen, so wie ich es getr├Ąumt habe?, fragte sie sich.

Sie wollte runter gehen, und Jordan aufwecken, um ihm alles zu erz├Ąhlen, ├╝berlegte es sich dann aber doch anders, und wollte auf den n├Ąchsten Morgen warten, wenn sie beim Fr├╝hst├╝ck unten sa├čen, schlie├člich hatte sie ja auch noch da Zeit, ihm alles zu erz├Ąhlen.

Aber nachdem sie diese unheimliche Entdeckung gemacht hatte, traute sie sich nicht mehr, sich noch mal schlafen zu legen. Denn wer wei├č, was dann wo m├Âglich passieren k├Ânnte, wenn sie einschlief, und nichts mehr mit bekam. Also beschloss sie, diese Nacht wach zu bleiben. Aber es konnte schwierig werden, dann sie traute sich nicht, Licht anzumachen, oder sich ├╝berhaupt vom Fenster wegzubewegen. Sie blieb einfach dort sitzen, und betete daf├╝r, dass nichts passierte.



Am n├Ąchsten Morgen, als es heller wurde, ging sie hinunter in die K├╝che, um das Fr├╝hst├╝ck fertig zu machen. Aber total unerwartet stand Jordan in der K├╝che.

„Schon um diese Uhrzeit wach?“, fragte er scherzend.

Mandy nickte und setzte sich auf einen Stuhl. Sie schaute besorgt zu Jordan, und dies signalisierte ihm, dass er sich auch zu ihr setzen sollte, denn es gab etwas, was er wissen sollte.

„Was ist denn?“, fragte er, als er sich hinsetzte.

„Wohnt gegen├╝ber von uns irgendjemand?“, fragte sie, und warf verstohlene Blicke aus dem Fenster zu dem Haus, das gegen├╝ber von ihnen lag.

„Nein, es ist ein leer stehendes Haus!“, antwortete Jordan mit Selbstverst├Ąndlichkeit, als w├╝sste das jedes Baby. „Aber das wei├čt du doch selber!“

Mandy nickte und schaute wieder fl├╝chtig und ein wenig ├Ąngstig aus dem Fenster zu dem Haus.

„Was soll denn mit dem Haus sein?“, fragte Jordan mittlerweile neugierig, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass mit dem Haus was sein sollte.

„Na ja...“, fing sie an. „Eigentlich wollte ich es dir ja nicht erz├Ąhlen, aber seit der Sache mit dem in die Vergangenheit blicken, bekam ich jeden Abend den selben Traum, darin wurde ich immer durch so ein gr├╝nes Licht umgebracht. Das war gestern auch so, dann bin ich aufgestanden und bin zum Fenster gegangen, wollte es aufmachen, um kurz Luft zu schnappen, aber dann bemerkte ich zwei gr├╝n leuchtenden Augen in dem Haus gegen├╝ber von uns.“

Jordan blieb wie festgewurzelt auf dem Stuhl sitzen und schaute Mandy entsetzt an. Was hat sie da gesagt? Zwei gr├╝n leuchtende Augen gegen├╝ber von uns? War das denn m├Âglich? Waren die Hexenj├Ąger schon so nah bei ihnen? Haben sie ├╝berhaupt etwas komisches bemerkt, wussten sie ├╝berhaupt, dass gegen├╝ber von ihnen eine Hexe und ein Hexenmeister lebten, was wussten sie, und wie viel wussten sie schon?

„Hat er dich gesehen?“, fragte er, als er sich wieder ein wenig beruhigte.

Mandy sch├╝ttelte den Kopf und meinte: „Ich glaube nicht.“

Jordan sprang auf und nahm das Telefon, das in seiner N├Ąhe lag, er tippte auf der Tastatur wie ein Wilder rum. Nach einer Weile meldete sich am anderen Ende sichtlich jemand, und er befahl diese Person, sofort zu ihm zu kommen, und diese Person sollte auch alle anderen anrufen und bescheid sagen, dass bei ihm eine Versammlung statt findet.

Mandy schaut ihn neugierig an, denn sie wusste immer noch nicht, was hier los war. Jordan sagte kein Wort, sondern setzte sich wieder hin und schaute in seinen Kaffeebecher.

Nach einer Weile waren die andern alle da, und Mandy stellte fest, dass er nur seine Freunde angerufen hatte. Sie nahmen alle im Wohnzimmer Platz und auch Mandy setzte sich hin und lauschte gespannt zu, auch wenn noch niemand was gesagt hatte, sie wollte trotzdem bereit sein, wenn endlich jemand etwas sagte.

„Leute“, fing Jordan an, und alle h├Ârten gespannt zu. „Mandy hat gestern Abend gegen├╝ber von uns zwei gr├╝n leuchtende Augen gesehen, und sie hatte schon mehrmals den ein und selben Traum gehabt, dass sie durch gr├╝ne Lichtstreifen umgebracht wurde.“

Die anderen murmelten entsetzt und aufgeregt und schauten Mandy besorgt an. Aber dann legte sich das Gemurmel langsam wieder, und Jordan ├╝bernahm wieder das Wort.

„Ich denke, ihr wisst was ich meine.“, meinte er und schaute in die Runde. „Wir m├╝ssen vorsichtiger sein als je zu vor, sonst k├Ânnte es unser Ende sein. Das hei├čt nat├╝rlich nur, wenn es wirklich Hexenj├Ąger sind, die gegen├╝ber von uns leben.“

Hexenj├Ąger?, dachte Mandy. Hexenj├Ąger gegen├╝ber von ihnen?

Jetzt machte sie sich noch mehr Sorgen, denn sie hatte es schon nicht leicht, sich in der Schule zur├╝ck zu halten, und jetzt auch noch zu Hause, und das alles nur weil gegen├╝ber von ihnen Hexenj├Ąger wohnen sollten.

Was wird als n├Ąchstes kommen?, dachte sie verzweifelt.

Sie schaute zum Fenster hinaus, und sah dabei ziemlich abwesend aus. Sie h├Ârte nur noch halbwegs, wor├╝ber die anderen redeten, n├Ąmlich dar├╝ber, wie sie sich alle zu verhalten hatten, damit sie ja m├Âglich keinen Fehler machten. Aber diese Worte wirkten ihr so fern, als w├╝rde sie am anderen Ende der Welt stehen, und die Worte nur unklar zu ihr her├╝ber schwirrten, aber in Wirklichkeit sa├č sie gleich neben ihnen, nur sie lie├č die Worte einfach an ihr vorbei schweifen.

„Sag mal Mandy, wie lange hattest du schon den einen und selben Traum gehabt?“, fragte Christine und riss sie damit wieder zur├╝ck in das Wohnzimmer, wo sie alle sa├čen.

„Ich glaube seit einem Monat oder sogar l├Ąnger.“, antwortete sie kaum h├Ârbar, denn sie hatte im Augenblick nicht die Lust dazu, laut zu sprechen.

„Hmm... was meint ihr, k├Ânnte es die dritte Gabe sein, die sie von ihrem Vater geerbt hat?“, ├╝berlegte Christine laut und sah dabei die anderen an.

Mandy schaute sie an, und ihr ging mit einem Mal ein Licht auf.

Sie mussten alle ihren Vater in irgendeiner Weise gekannt haben, denn sonst h├Ątten sie nicht so viel Ahnung von den Kr├Ąften ihrer Eltern. Aber wie standen diese Leute zu ihren Eltern? Waren sie ihre Freunde oder Feinde? Konnte Mandy ihnen noch vertrauen, nachdem sie diese Information hatte, dass sie wo m├Âglich ihre Eltern kannten? Wollten diese Leute ihr wirklich nur helfen, sich mit ihrer Gabe im klaren zu sein, oder wollte sie nur, dass ihre Kr├Ąfte st├Ąrker wurden, und sie ausnutzen, um den Stein zu finden. Vermutete sie dies alles nur, oder war sie sich der Sache sicher? Sie sch├╝ttelte ihren Kopf kurz, und schloss die Augen f├╝r ein paar Minuten, als sie sie wieder aufmachte, stellte sie fest, dass sie schnell aus diesem Haus rausgehen wollte, denn sonst w├╝rde sie jeder Zeit explodieren, oder mit ihrer Kraft was explodieren lassen.

„Ich gehe mal kurz in die Stadt.“, verk├╝ndigte sie, und stand auf. Linh Chi stand ebenfalls auf, und wollte sie begleiten.

„Ich m├Âchte alleine sein... ich m├Âchte doch nur ein wenig durch die Gegend laufen und einen etwas klareren Kopf kriegen.“, erkl├Ąrte sie, als sie bemerkt, dass Linh Chi wirklich mit wollte.

Linh Chi warf Jordan einen Blick zu und er nickte, dann setzte sie sich wieder hin, und winkte Mandy kurz zu, als diese aus dem Wohnzimmer ging.

Das einzige was sie im Moment wollte war weit weg von dem Haus zu sein, in der sie bis jetzt lebte, weit weg von der Stra├če zu sein, in dem sie und ihr Feind lebte, und weit weg von dem Gespr├Ąch ├╝ber Magie und Vorsicht. Sie wollte doch nur einfach ein normales Leben f├╝hren, aber dies schien wahrscheinlich nicht m├Âglich zu sein, denn sie musste im Moment so vieles l├Âsen. Wer war die unheimliche Person, die gegen├╝ber von ihnen wohnten, die ein Hexenj├Ąger sein sollte und wie viel wusste diese Person schon von ihr? Aber die einzige Frage, die Mandy wirklich plagte war: Hatten Jordan und seine Freunde gute Absichten mit ihr, oder wollten sie Mandy nur als Werkzeug benutzen? Denn je l├Ąnger sie dar├╝ber nach dachte, desto komischer kam ihr die ganze Geschichte vor. Wer kaufte schon freiwillig ein Haus, wenn man wusste, dass dort ein M├Ądchen auf dem Dachboden lebte? Wer w├╝rde schon ein solches M├Ądchen bei sich aufnehmen und in die Schule schicken? Wer w├╝rde sich schon so viel Sorgen um so ein M├Ądchen machen?

Sie lief ziellos durch die Einkaufspassagen und dachte nach. Sie dachte nach, aber fand einfach keine vern├╝nftige Antwort.

Irgendwann kam sie sogar auf den Gedanke, dass Jordan und seine Vorfahren vielleicht sogar ihre Eltern umgebracht haben konnten, und das w├╝rde er vielleicht sogar mit ihr machen, so bald sie ihre Kr├Ąfte richtig beherrschte. Aber wenn sie er w├Ąre, und das wirklich vor h├Ątte, dann w├Ąre es nicht leichter, sie schon jetzt umzulegen, als abzuwarten, bis sich ihre Kr├Ąfte richtig stark entwickelt hatte, und sie dann erst da umzulegen?

Ach, h├Âr auf so einen Schwachsinn zu denken, ermahnte sie sich, nachdem ihr klar wurde, wie sie ├╝ber die Sache dachte. Schlie├člich k├Ânnen Jordan und seine Freunde ja nichts daf├╝r, wenn die Sachen so schlecht liefen. Sie durfte nicht einfach alles auf irgendwen schieben, das war nicht fair. Aber was sollte sie denn tun, wenn sie nun mal so dachte?

Sie schlenderte weiter durch die Gegend, und entschied sich, einfach in eines der Klamottenladen zu gehen, die vor ihr war. Sie wollte nichts kaufen, sie wollte sich einfach nur die Klamotten ansehen, um auf andere Gedanken zu kommen. Aber in ihrem Innern trommelte die Frage immer noch so stark gegen ihren Kopf, und sie wusste, dass sie davon nicht weg kommen konnte, egal was sie machte, denn diese Frage ging um ihr Leben.

Hatten Jordan und seine Freunde gutes oder schlechtes mit ihr vor? Sie musste es einfach heraus finden, bevor sie zu tief im Boot sa├č, und es einfach davon fuhr, und dann w├Ąre es zu sp├Ąt, um noch auszusteigen. Aber wie zum Teufel sollte sie das denn heraus finden, ohne dass es auffiel?

So sehr in ihren eigenen Gedanken versunken, bemerkte sie nicht, dass jemand hinter ihr stand, und sie ansprach, bis dieser an ihrer Schulter tippte. Sie fuhr um sich herum, und sah ein gro├čer, gut gebauter Mann vor sich stehen, der sie anl├Ąchelte.

„Entschuldige Miss, aber sie stehen gerade im Weg.“, meinte der Mann und schmunzelte.

„Oh... Entschuldigung, das wollte ich nicht.“, stotterte Mandy schnell und sprang sofort zur Seite.

„Ist ja nicht so schlimm, kann jedem mal passieren.“, erwiderte er und ging mit eine junge h├╝bsche Frau an seiner Seite weiter und es schien so, als w├╝rden sie sich am├╝sieren.

Mandy schaute ihnen nach und dachte, dass diese Menschen bestimmt nicht solche Problemen hatte, wie sie, und dass sie ein v├Âllig normales Leben f├╝hrten, im Gegensatz zu Mandy.

Sie seufzte und verlie├č den Klamottenladen, ohne etwas gekauft zu haben.

Sie stand nun drau├čen und dachte dar├╝ber nach, ob sie schon jetzt nach Hause gehen sollte, oder zu erst zum Chinesen und was zum Essen zu holen und dann nach Hause gehen sollte.

Aber dann sp├╝rte sie einen Griff von hinten, jemand legte seine Hand geschickt auf ihrem Mund und presste sie so fest dagegen, dass Mandy einfach keinen Mucks von sich geben konnte. Sie roch den Ledergeruch, diese Person musste also einen Lederhandschuh tragen, denn sonst w├╝rde dieser Geruch nicht so intensiv zu riechen sein.

Diese Person zog sie nach hinten, wahrscheinlich wartete da etwas oder jemand auf ihn... und auf sie. Kurz darauf h├Ârte sie eine Autot├╝r aufmachen, und dann wurde sie hochgehoben und rein geschleudert. Dort band ihr ein anderer sofort eine Augenbinde um ihren Kopf herum, damit sie ja nichts mit bekam, und ein anderer klebte ihr ein St├╝ck Klebestreifen auf ihren Mund, damit sie nicht schrie.

Mandy versuchte die Leuten zu treten, und zu kratzen, aber in k├╝rzester Zeit wurden ihre H├Ąnde und F├╝├če gefesselt und sie lag verkr├╝mmt auf dem Boden vom Auto. Es musste so eine Art Lieferwagen sein, denn sonst h├Ątten sie gar nicht so viel Platz.

„Los, fahr schon!“, h├Ârte sie eine raue M├Ąnnerstimme.

Diese Stimme kam ihr bekannt vor, aber sie wusste nicht woher. Sie war sich sicher, dass sie diese Stimme kannte, sie bem├╝hte sich daran zu erinnern, wo sie diese Stimme schon geh├Ârt haben konnte, aber sie kam einfach nicht darauf. Es konnte keine Stimme sein, die sie jeden Tag h├Ârte, es musste eine Stimme sein, die sie selten h├Ârte, denn sonst h├Ątte sie schon ein Bild von irgendeiner Person zu der Stimme zu ordnen k├Ânnen.

„Du rufst Jordan an, und sag ihm, dass wenn er uns den Stein nicht innerhalb von drei Stunden bringt, dass er das M├Ądchen nicht lebend wieder sehen wird.“, h├Ârte sie die selbe Stimme wieder jemanden befehlen.

Bei den letzten paar Worten blieb ihr die Luft weg. W├╝rde sie wirklich sterben m├╝ssen, wenn Jordan ihnen den Stein nicht ├╝berreichte? W├╝rde Jordan sich ├╝berhaupt die M├╝he machen, sie zu retten, oder w├Ąre sie ihm so egal?

Ach h├Âr auf, ein auf Drama zu machen, dachte sie pl├Âtzlich und riss sich zusammen. Die werden dich so lange nicht umbringen, bis sie den Stein haben.

Sie h├Ârte das Piepen, das besagte, dass jemand auf einem Handy eine Nummer eingab, nach einer Weile, es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, fing eine m├Ąnnliche Stimme an zu sprechen, die sie aber nicht kannte, und sie war froh dar├╝ber, dass sie die Stimme nicht kannte, denn sonst w├╝rde sie sicher verr├╝ckt werden.

„Los, sag ihm, dass wir ihn nicht verarschen wollen!“, h├Ârte sie die bekannte Stimme in ihre Richtung gewandt, und dann ein kurzer Schmerz, jemand riss ihr das Klebebandst├╝ck vom Mund, und hielt ihr das Handy ans Ohr.

„Jordan... sie l├╝gen nicht. Ich liege hier gefesselt auf...“, sagte sie, dann wurde ihr das Klebebandstreifen wieder an ihren Mund geheftet und das Handy wurde wieder von ihrem Ohr weg genommen.

„In drei Stunden, im Lagerhaus, Feth... du wei├čt welches wir meinen!“, h├Ârte sie die andere Stimme wieder sprechen, und dann ein Piep vom Handy, und es wurde wieder ruhig. Er hatte aufgelegt.

Sie fuhren um eine scharfe Kurve, und Mandy bekam dies zu sp├╝ren, denn sie wurde gegen eine Seite des Wagens geschleudert und blieb dort anschlie├čend liegen. Ihr Arm tat weh, aber sie konnte nicht jammern, da der Klebestreifen immer noch an ihrem Mund war. Dann blieb der Wagen ruckartig stehen und die T├╝ren wurden aufgerissen.

„Setzt die Masken auf, und bring sie raus!“, befahl die Stimme wieder, die Mandy so bekannt vorkam.

Mandy wurde hochgehoben und aus dem Auto gezerrt. Ohne zu wissen, wohin sie gingen und vor allem wo sie waren, stolperte Mandy in die Richtung, in der sie gezogen wurde, dann wurde sie auf einem Stuhl hingesetzt und dann sp├╝rte sie Seile, die um ihren K├Ârper herum gingen, und am Schluss fest gezogen wurden. Ihre H├Ąnde und F├╝├če waren immer noch gefesselt.

Und wieder ein kurzer Schmerz und diesmal schrie sie auf, und danach wurde auch die Augenbinde abgemacht. Sie blinzelte gegen das helle Licht, das im Lagerhaus leuchtete, dann schaute sie sich um, und dort standen nur maskierte M├Ąnner, sie konnte nur die Augen erkennen. Dann schaute sie sich genauer um, und bemerkte, dass jeder dieser M├Ąnner schwer bewaffnet waren.

Sie seufzte und schickte ein Gebet zum Himmel empor, dass sie hoffentlich lebend von dem Spiel hier heraus kam.

Sie sa├č da, und w├╝nschte sich ununterbrochen, dass die Zeit einfach schneller verlaufen sollte, denn sonst w├╝rde sie es nicht mehr aushalten k├Ânnen.

Dann kam eines der M├Ąnner in ihre Richtung, um sie bekam langsam ein wenig Panik, denn sie wusste nicht, wie viele Stunden mittlerweile vergangen waren, vielleicht war es wirklich schon Zeit, und Jordan war noch nicht da, also w├╝rde man sie umlegen.

„Rauchst du?“, fragte der Mann, der mittlerweile bei ihr angekommen war.

Mandy traute ihren Ohren kaum. Was sollte die Frage ├╝berhaupt? Nach einer kurze Zeit bemerkte sie, dass sie immer noch nicht geantwortet hatte, also sch├╝ttelte sie den Kopf.

„Gut... dann eben nicht!“, erwiderte der Mann. „Mund auf!“

Mandy starrte ihn an, denn sie verstand nicht, was das alles sollte.

„Willst du nichts essen?“, fragte er ├Ąrgerlich.

Mandy schaute auf seine H├Ąnde, in der eine Hand hielt er einen L├Âffel und in der andere hielt er einen Sch├╝ssel mit Suppe.

„Was ist das?“, fragte Mandy, und redete damit das erste Mal, seit sie hier in dem Lagerhaus war.

„H├╝hnersuppe“, antwortete der Mann, und l├Âffelte schon mal einen L├Âffel voll.

Mandy schaute ihn erst unglaubw├╝rdig an, denn es m├╝sste nicht unbedingt H├╝hnersuppe sein, es konnte genau so gut etwas sein, wo Gift drin war. Aber es war besser dadurch zu sterben, als durch einen Kopfschuss oder wie auch immer, also machte sie ihren Mund auf, und a├č.

Nach dem Essen r├Ąumte der Mann erst mal alles weg, und kam wieder.

„Willst du was trinken?“, fragte er wieder.

Mandy nickte, und er gab ihr einen Schluck Mineral Wasser.

Sie hatte erwartet, dass er wieder ging, wenn er ihr was zum Essen und Trinken gegeben hatte, aber nichts der Gleichen geschah. Er blieb dort bei ihr, und setzte sich auf dem Boden. Anschlie├čend holte er eine Zigarette aus einer Schachtel heraus und suchte seinen Feuerzeug in der Hosentasche. Als er dies aber nicht fand, stand er wieder auf, und ging zu eines der anderen M├Ąnner, der in der N├Ąhe stand, und bekam Feuer.

„Es gibt nichts besseres, als zu Rauchen.“, sagte er, als er wieder bei ihr war und sich dort hin setzte, wo er vorher gesessen hatte.

„Was soll das eigentlich f├╝r ein Stein sein, hinter dem ihr her seid?“, brachte Mandy neugierig heraus.

„Hat Jordan dir nichts von erz├Ąhlt?“, fragte er mit einer Gegenfrage. „Wenn er es dir nicht gesagt hat, dann glaubst du doch wohl nicht, dass ich es dir sagen werde!“

Und er zog wieder an seiner Zigarette.

Beide blieben stumm.

„Ich kann dir nur folgendes verraten.“, sagte der Mann schlie├člich. „Unsere Vorfahren waren schon hinter dem Stein her, aber immer wenn wir ihm nahe waren, erwischte er uns... und diesmal... diesmal werden wir den Stein endlich kriegen.“

Mandy versuchte weiter zu forschen, aber sie bekam keine Antworten mehr. Sie wusste, dass der Stein, den sie haben wollten, der Stein war, den sie in ihrer Kette trug, und diese Kette hatte sie bei sich, aber zum Gl├╝ck bemerkte dies keiner, denn sonst w├╝rde sie vielleicht doch sterben. Aber wie wollte Jordan diese M├Ąnner denn reinlegen, wenn er ├╝berhaupt kommen w├╝rde.

Dann ert├Ânte im Lagerhaus von vorne ein Reifenquietschen. Er war da, Jordan war tats├Ąchlich da. Die M├Ąnner, die bis vorhin noch auf dem Boden sa├čen, standen nun auf den Beinen, und hielten Maschinengewehre in der Hand, und diese waren auf das Auto gerichtet, wo Jordan ausstieg. Oder besser, wo ein Mann ausstieg, der Jordan irgendwie ├Ąhnlich sah. Denn Mandy konnte sich nicht erinnern, dass Jordan immer so ausgesehen hatte. Er hatte eine schwarze Sonnebrille aufgesetzt, und seine Haare waren nach hinten gek├Ąmmt, so wie die italienische Mafia eben, und seine Haare gl├Ąnzten in dem Schein der Lampen des Lagerhauses schwarz, er hatte einen Mantel aus Leder an gehabt, schon so wie der Mantel aus dem Kinofilm Matrix, in der Hand hielt er ein ebenfalls schwarzer Aktenkoffer. Darin m├╝sste sich irgendein Stein befinden, es konnte nicht der echte Stein sein, denn der echte war noch im Besitz von Mandy. Er stand mittlerweile neben sein Auto, und knallte die T├╝r zu. Eines der M├Ąnner liefen zu ihm, und zwang ihn, seine Arme auszubreiten, damit er ihn durchsuchen konnte, und nachsehen konnte, ob er Waffen bei sich trug, aber nichts dergleichen befand sich bei Jordan.

Wozu auch, dachte Mandy, er hat doch auch seine Gaben.

„Wie geht’s Mandy?“, fragte er den M├Ąnnern, w├Ąhrend er sich in Bewegung setzte und in die Richtung lief, in die er gef├╝hrt wurde.

„Es geht ihr gut!“, antwortete ein anderer, der hinter ihm ging, nur um sicher zu gehen, dass er auch nicht versucht, Flucht zu ergreifen, und damit der Stein ihnen nicht schon wieder kurz vor den Nase erwischt.

In einem B├╝ro angekommen, verschwanden die M├Ąnner, die ihn bis dorthin begleitet hatte, auch wieder aus dem Raum und schlossen die T├╝r hinter ihnen zu.

In dem B├╝ro befanden sich einen Schreibtisch und einen Drehstuhl im Stil von einem Chef, und der andere Stuhl, der gegen├╝ber davon stand, war ein ganz normaler Stuhl, wo sich vermutlich fr├╝her die Arbeiter in diesem Fabrik hinsetzten, wenn sie zum Chef gerufen wurden.

Hinter dem Schreibtisch sa├č ein etwas kleinerer Mann, er m├╝sste ungef├Ąhr einen Kopf kleiner sein, als Jordan selbst, er hatte eine Glatze und trug auch eine schwarze Sonnenbrille.

Er wies Jordan sich zu setzen, und dies tat Jordan auch.

„Den Stein?“, fragte der Mann, der den Boss spielte.

„Hier drinnen“, antwortete Jordan k├╝hl und zeigte ihm nur den Aktenkoffer, aber noch nicht den Inhalt.

Der Mann machte eine Handbewegung, das aussagte, dass Jordan ihm den Stein ├╝berreichen sollte.

„Nicht bevor ich das M├Ądchen wirklich unversehrt hier vor mir habe!“, sagte Jordan darauf und grinste.

„Sie wissen, wie man Gesch├Ąfte macht, Mr. Feth.“, sagte der Mann darauf. Mit einem Pfiff kamen zwei M├Ąnner in dem Zimmer gest├╝rmt, und standen an der T├╝r, anscheinend warteten sie auf einen Befehl.

„Bring mir das M├Ądchen!“, befahl er.

Nach einer Weile kamen die M├Ąnner zur├╝ck und brachten Mandy mit. Ihr wurden die Fesseln an den F├╝├čen entfernt.

Jordan wollte gerade aufstehen, aber innerhalb von wenige Sekunden stand schon ein anderer Mann an seiner Seite und hielt ihm eine Pistole gegen den Kopf.

„Noch zwei Bedingungen, bevor ich ihnen den Stein gebe.“, forderte Jordan.

Der Chef der Bande hinter dem Schreibtisch h├Ârte aufmerksam zu, w├Ąhrend Jordan seine zwei letzten Forderungen stellte.

Er musste ihm versprechen, dass er erst mal kurz mit Mandy unter vier Augen sprechen durfte, und zum Schluss verlangte er, dass sie Mandy raus lie├čen, und erst, wenn er sich sicher ist, dass Mandy weit weg von dem Geb├Ąude war, w├╝rde er ihnen den Stein aush├Ąndigen.

Der Kopf der Bande lachte auf, und war damit einverstanden, denn er wollte nur den Stein, sonst nichts. Er ging mit seinen W├Ąchtern aus dem Raum hinaus, und gab ihnen f├╝nf Minuten zum Reden. Bevor der Chef die T├╝r zu schloss, warnte er sie noch, dass sie ja keine Dummheiten machen sollten, denn sonst s├Ąhe er sich gezwungen, die beiden umzulegen. Dann fiel die T├╝r ins Schloss, und die beiden, Jordan und Mandy waren alleine in dem Zimmer.

„H├Âr zu...“, fing er mit ged├Ąmmter Stimme an.

„Der Stein, den sie haben wollen, dass ist der Stein hier, nicht wahr?“; unterbrach sie ihn, und zeigte dabei auf ihren Hals.

„Ja“, antwortete Jordan, und nickte. „Ich habe einen falschen Stein bei mir, und ich wei├č nicht, ob sie es nachher merken w├╝rden. Und deswegen h├Âr mir jetzt bitte genau zu.“

Er schaute sie an, und es sah so aus, als w├Ąre sie ziemlich aufmerksam.

„Wenn sie dich frei lassen, und das werden sie, dann lauf sofort aus dem Lagerhaus raus und zur n├Ąchsten Ecke der Stra├če, da steht ein schwarzer Mercedes, und da steigst du ein. Da warten n├Ąmlich Linh Chi und Marc auf dich. Und egal, was passiert, versuch nicht anzuhalten und zur├╝ck zu laufen, okay?“, erkl├Ąrte er seinen Plan.

Mandy nickte.

„Versprichst du mir, dass du nicht zur├╝ck laufen wirst, auch wenn es so aussieht, als w├Ąre etwas schreckliches passiert?“, fragte er sie noch mal.

„Ja“, erwiderte sie. „Ja, ich verspreche es. Ich werde nicht zur├╝ck laufen, egal, was passiert!“



„Die Zeit ist um!“, sagte der Kopf der Bande, und ging ins Zimmer.

„Du bringst das M├Ądchen jetzt bis zur T├╝r, und da l├Ąsst du sie alleine, sie kann dann gehen. Wir brauchen sie nicht mehr.“, befahl er eines seiner M├Ąnner.

Daraufhin, wurde Mandy aus dem Zimmer gebeten und sie ging. Am Tor schaute sie noch mal zur├╝ck, und Jordan winkte ihr zu, dann ging sie. Sie ging am Anfang normal, so als w├╝sste sie nicht, wohin sie jetzt wollte, aber sobald das Tor hinter ihr ins Schloss fiel, fing sie an zu laufen. Sie lief so schnell es ihre F├╝├čen erlaubten. Sie lief und lief, bis zu einer Ecke, wo sie einen schwarzen Mercedes sah. Sie n├Ąherte sich dem Auto vorsichtig, denn man konnte nie wissen, was sich dahinter verbarg. Als Linh Chi aus dem Auto heraus sprang, h├Ątte Mandy schw├Âren k├Ânnen, dass sie beinahe angefangen h├Ątte zu schreien.

„Steig ein!“, befahl sie.

Und Mandy sprang ins Auto.

„Jordan ist noch da drinnen, stimmt’s?“, fragte Marc, und deutete mit dem Kopf in Richtung Lagerhaus. Seine Hand war damit besch├Ąftigt, den Schl├╝ssel ins Z├╝ndloch zu stecken, und den Motor mit einer Bewegung zu starten.

„Ja, er ist noch drinnen!“, antwortete sie.

Dann fuhren sie langsam los.



W├Ąhrend dessen ├╝bergab Jordan im Lagerhaus den Stein. Der Stein war wundersch├Ân, er schimmerte schwarz blau, und sah dem Stein in Mandys Kette zum verwechseln ├Ąhnlich, wenn man nicht die Gr├Â├če von dem Stein in Mandys Kette kannte. Und Jordan hoffte, dass diese Leute die Gr├Â├če wirklich kannten, und es sah auch so aus, als w├╝rden sie die richtige Gr├Â├če nicht kennen. Der Boss kam auf Jordan zu, und nahm den Stein unter seiner Lupe. Er betrachtete den Stein und machte mal „Oh“ und „Ah“. Dann kam wieder seine Handbewegung ins Spiel, und kurz darauf stand eines seiner M├Ąnner mit einem anderen Stein neben ihm. Dieser war dunkel lila schimmernd, aber in einen Sternenform geschliffen, und so wie Jordan es schnell feststellte, ein Stein aller B├Âsen.



Im Auto sitzend, drehte Mandy sich noch einmal um, und pl├Âtzlich, ein Knall, und helles Licht kam aus dem Lagerhaus. Eine Explosion!

„Halt sofort an!“, befahl Mandy.

„Nein! Wir d├╝rfen nicht anhalten!“, erwiderte Marc ruhig, oder zu mindest, schien seine Stimme ruhig zu wirken, aber er musste sich bem├╝hen, weiter zu fahren, denn in Wirklichkeit wollte er auch anhalten und zum Lagerhaus rennen.

„Halt an, hab ich gesagt!“, schrie Mandy.

Aber keiner von beiden, antworteten, und sie hielten auch nicht an.

Mandy w├╝nschte sich in ihrem Kopf so sehr, dass das Auto endlich anhielt, damit sie zur├╝ck zum Lagerhaus rennen konnte. Dann ehe sie sich versah, stand sie auf einmal neben Jordan im Lagerhaus. Sie schrak zusammen, Jordan dagegen sah sie nur ratlos an.

„Was zum Teufel machst du hier?“, br├╝llte er.

Mandy antwortete nicht, denn ihre Aufmerksamkeit war auf die Mitte des Lagerhauses gerichtet.

Dort war ein helles blaugr├╝nes Licht zu sehen. Aber es war das falsche Licht, denn die M├Ąnner haben den richtigen Stein mit dem falschen Stein zusammengetan.

Mandy wollte gerade ihren Hand heben, und die M├Ąnner von dem Stein weg schleudern, aber dann gab es noch einen Knall, und die M├Ąnner samt Steine waren verschwunden.

„Nichts wie weg hier!“, meinte Jordan und zog Mandy aus dem Lagerhaus.



Kapitel sechs



Und wieder vergingen die Tage und Wochen wie im Fluge.

Mandy lag in einem Minirock und ein kurzes enges Top auf ihrem Bett und dachte nach, sie dachte ├╝ber die M├Ąnner im Lagerhaus und dem Vorfall darin vor ungef├Ąhr zwei Wochen nach. Wo k├Ânnten sie jetzt sein, nachdem sie den falschen Stein mit dem echten kombiniert hatten? Lebten sie ├╝berhaupt noch? Was w├Ąre wohl passiert, wenn sie den echten Stein von Mandy und deren echten Stein kombiniert h├Ątten? Was w├Ąre dann? Das wusste sie nicht, aber sie wollte auch nicht nachfragen, denn sie hatte Angst, dass die Antwort sie erschrecken k├Ânnte, und dies wollte sie jetzt vermeiden.

Sie drehte sich auf ihrem Bett um, um aufzustehen, und runter zu gehen, aber das, was sie jetzt auf einmal vor sich sah, machte ihr wieder ein bisschen Angst. Es waren wieder die zwei gr├╝nen Augen, die vom gegen├╝berliegenden Haus auf ihrem Bett geheftet waren. Aber es blieb ihr keine Zeit, dar├╝ber nachzudenken, denn Jordans Stimme kam die Treppe hoch, dass sie runter gehen sollte, da ihr Freund schon unten auf sie wartete.

Tats├Ąchlich, Mandy hatte einen netten Jungen in ihrer Schule kennen gelernt, und ging seit ein paar Tage mit ihm aus. Sie haben sich in der Theatergruppe kennen gelernt. Er war dort f├╝r die Lichte zust├Ąndig, und sie war dort nur f├╝r die Garderobe und das Make-up der Schauspielerinnen zu st├Ąndig.

Als sie die Treppe runter lief, sah sie Mike, ein gro├čer muskul├Âser Kerl, der in einem engen Shirt unten stand, und auf sie wartete. Seine blauen Augen, fingen an zu funkeln, als er sie sah, und er strich kurz mit seiner Hand ├╝ber seinen braunen Haaren, dann ├╝berreichte er ihr eine rote Rose.

„F├╝r das sch├Ânste M├Ądchen, auf Erden!“, l├Ąchelte er.

„Danke, Schatz!“, erwiderte sie, und nahm die Rose an.

Sie lief noch schnell in die K├╝che und stellte die Rose in eine Vase, dann verlie├č sie das Haus mit Mike.

Aber an diesem Abend war etwas anders, denn sie f├╝hlte sich nicht wohl, als sie mit ihm durch die Stra├čen ging. Es war ein komisches Gef├╝hl, es war wie ein Kribbeln im Bauch, aber es war nicht dieses Kribbeln, wenn man verliebt war, es war ein anderes Kribbeln, und gleichzeitig hatte sie das Gef├╝hl, dass sie Kopfschmerzen hatte, aber dann auch wieder nicht.

„Hey was ist denn?“, fragte Mike mit eine sanfte Stimme.

„Ich wei├č nicht“, antwortete sie. „Aber irgendwie f├╝hle ich mich heute nicht besonders gut.“

Er blieb dann stehen und nahm sie in seine Arme.

„Soll ich dich zur├╝ck bringen?“, fragte er.

Mandy sch├╝ttelte den Kopf und sah ihm direkt in die Augen. Aber alles, was sie darin sah, machte ihr Angst, und sie wollte pl├Âtzlich nur noch nach Hause. Sie wollte aus seinen Armen raus. Sie wollte aus seiner N├Ąhe raus. Sie wollte so weit wie m├Âglich von ihm weg sein. Also sprang sie einen Satz nach hinten und schaute ihn misstrauisch an.

„Hey, was ist denn los?“, fragte er verwundert, und wollte ihr n├Ąher kommen.

„Komm mir ja nicht zu nahe, Mike!“, fauchte sie. „Du hast Menschen umgebracht, du hast Menschen eiskalt umgebracht!“

„Was?“, fragte er, und er zitterte am ganzen K├Ârper, denn sie hatte gar nicht mal so unrecht. Er hatte fr├╝her wirklich Menschen umgebracht, aber nicht eiskalt, es war ein Versehen. Es war doch nur ein Versehen. Aber woher wusste dieses M├Ądchen das?

Mandy drehte sich um, und rannte davon. Sie rannte auf geradem Weg nach Hause, unterwegs tauchten ihr die Bilder immer und immer wieder vor ihren Augen auf, die sie in seinen Augen gesehen hatte.

Er hatte Menschen umgebracht, aber wieso? Sie sah nur ├╝berall Feuer. Nichts als Feuer, und darin eine Frau, sie schrie um ihr Leben, sie schrie so laut, aber das Feuer hatte sie in der Falle, es blieb f├╝r sie keine andere M├Âglichkeit, als zu sterben. Und Mike stand drau├čen vor dem Haus, und sah nur zu. Er sah einfach nur zu. Anstatt wie die anderen Menschen um ihn herum, zu helfen, das Wasser zu tragen, stand er nur da und sah zu.

Mandy sch├╝ttelte ihren Kopf, um diese Bilder rauszuwerfen, und verlangsamte ihren Schritt ein wenig. Dann tauchte das n├Ąchste Bild wieder auf. Es musste ein Bild sein, das vor dem Feuer kommen m├╝sste, denn es zeigte, wie Mike einen Kanister nahm und es um das Haus und in dem Haus verteilte. Er verteilte es sorgf├Ąltig, und lie├č keinen Fleck aus, dann verlie├č er das Haus, und warf einen Streichholz auf den Boden, daraufhin entstand dort eine Flamme, und es verbreitete sich schnell, viel zu schnell. Sie sch├╝ttelte noch mal ihr Kopf, und dieses Bild war auch wieder weg, und hoffentlich f├╝r immer weg.

Sie blieb stehen, und bemerkte, dass sie vor dem unheimlichen Haus stand, wo immer diese hell gr├╝n leuchtenden Augen zu ihr hin├╝ber starrte. Sie stand dort, und sah das Haus an.

Eigentlich sah das Haus von Au├čen ja auch v├Âllig normal aus, aber wenn man nur w├╝sste, was sich darin verbarg.

Ein Blick kann ja nicht schaden, dachte Mandy, und machte das Tor zum Haus auf. Sie schaute sich noch ein Mal um, um sich sicher zu sein, dass niemand sie sah. Dann tappte sie den Weg entlang, der zum Haust├╝r f├╝hrte. Dort angekommen, stand sie noch eine Weile vor der T├╝r geduckt, und ├╝berlegte, ob sie doch zur├╝ck kehren sollte. Vielleicht war es ja doch keine so gute Idee, dort hinein zu gehen. Denn wenn Jordan Recht hatte, dass darin einen Hexenj├Ąger lebte, dann sollte sie lieber nicht mit dem Feuer spielen. Aber andererseits, wollte sie auch in dieses Haus hinein.

Sei vern├╝nftig Mandy, was w├╝rdest du machen, wenn da wirklich ein Hexenj├Ąger darin ist, und dich dann in null Komma nichts umlegt, fragte sie sich, und kehrte um. Sie ging dann die Treppe vor dem Haust├╝r hinunter, und befand sich schon auf dem Weg, der wieder zum Gartentor f├╝hrte, als sie ein Knacken hinter sich h├Ârte. Sie drehte sich um, und sah, dass die T├╝r aufging. Ohne nachzudenken, rannte sie Richtung Gartentor, und machte diese mit einer Handbewegung auf. Als sie wieder auf der Stra├če stand, und zwar auf der anderen Seite der Stra├če, riskierte sie noch einen Blick nach hinten. Aber alles was sie sah, war dass die Haust├╝r zu war.

Hab ich mir das eben nur eingebildet?, fragte sie sich wieder, und lief die Treppe zu ihrem Haust├╝r hoch.

„Bin wieder da!“, rief sie, als sie die T├╝r hinter sich zu machte.

„Schon?“, wunderte sich Jordan.

„Ja!“, grinste Mandy. „Mike ist doch nicht so nett, wie ich es am Anfang dachte. Er hat fr├╝her mindestens eine Frau umgebracht, und das mit Absicht!“

Jordan schaute sie immer noch an.

„Das habe ich in seinen Augen gesehen!“, erkl├Ąrte sie. „Ich wei├č auch nicht, aber ich habe in seinen Augen geguckt, und dann waren da diese Bilder. Aber was komisch war, war halt, dass ich es vorher noch nicht gesehen habe, als ich ihm in die Augen schaute.“

Jordan wendete sich wieder seinem Tee zu, und las weiter aus der Zeitung.

„Na egal! Ich geh jetzt wieder auf mein Zimmer!“, sagte sie, und verschwand.

Eigentlich wollte sie ihm ja noch erz├Ąhlen, was eben passiert war, als sie kurz und drauf war, das gegen├╝berliegende Haus zu betreten, aber dann lie├č sie es doch besser, denn sonst w├Ąre Jordan vielleicht ausgerastet, und ihr wieder eine Predig vorgehalten, wie es enden k├Ânnte, und wie man nur so verantwortungslos sein konnte. Das alles wollte sie sich ersparen. Schlie├člich h├Ârte sie diese Predig schon jedes Mal, wenn sie nur einen kleinen Fehler mit ihrer Kraft gemacht hatte, und sie kannte jedes einzelne Wort auswendig, und sogar die Pausen, die er immer dazwischen machte. Noch ein Mal wollte sie das nicht h├Âren.



Kapitel sieben



In der letzte Zeit lief sie immer und immer wieder ├Âfters auf der Stra├čenseite von dem mysteri├Âsen Haus entlang, wenn sie von der Schule nach Hause ging. Und bevor sie ins Haus ging, blieb sie dann immer erst vor der Haust├╝r stehen, und betrachtete das Haus, dabei spielte sie mit dem Gedanke, nicht ins Haus zu gehen, sondern wieder ├╝ber die Stra├če zu laufen, und dieses mysteri├Âse Haus zu sehen, nicht von au├čen, nein, sondern von Innen. Aber jedes Mal machte sie wieder einen R├╝ckzieher, und ging doch lieber in einen sicheren Ort, ihre gewohnte Umgebung, n├Ąmlich in Jordans Haus.



„Sie hat uns bemerkt, meine S├Âhne! Sie hat uns bemerkt!“, lachte eine Stimme. „Oh ja, sie hat uns bemerkt, und sie wird bald zu uns kommen! Da bin ich mir ganz sicher.“

„Und was wenn nicht?“, fragte eines der S├Âhne, der in dem Kreis sa├č, welcher diese unheimliche dunkle Gestalt umschlie├čt. „Ich meine, sie h├Ąlt Abstand von mir.“

„Mein Sohn, mach dir da keine Sorge! Ich habe einen Plan, wie wir sie hier in unser Haus locken k├Ânnen, diese kleine Hexe.“, sprach die Gestalt weiter. „Nun geht, geht und erledigt eure Aufgaben, wof├╝r ihr geboren seid!“

Dann verschwanden die S├Âhne wie vom Erdboden verschluckt.



Jordan servierte das Essen und Mandy und seine Freunde sa├čen am Tisch mit gerunzelter Stirn.

„Ach kommt schon Leute, jetzt guckt nicht so, es war mein erster Versuch, etwas chinesisches herzuzaubern!!!“, flehte Jordan.

„Ach herrje...“, seufzte Mandy. „Marc, du probierst es zu erst! Wenn du dann anschlie├čend umf├Ąllst, wissen wir alle, dass wir es nicht essen d├╝rfen.“

Und sie brachen alle in Gel├Ąchter aus.

„Nee nee mein Fr├Ąulein, in diesem Fall gilt der Spruch ‚Lady’s first!’!!!“, scherzte Marc und nahm trotzdem einen Bissen von dem komischen Zeug, was bei ihm auf dem Teller lag.

Nach einer Weile Kauen, schluckte er es runter, und wandte sich zu Jordan um. „Also ich wei├č ja nicht, aber irgendwie fehlt noch ein wenig Salz.“

„Das hei├čt, dass wir es essen k├Ânnen, was auch immer dieses Zeug ist.“, stellte Christine fest, und machte sich dran.

„Es ist...“, wollte Jordan sich verteidigen. „Ach egal! Ihr h├Ârt mir ja eh nicht zu!“



Nach dem Essen gingen sie alle wieder ins Wohnzimmer, und spielten dort ein Kartenspiel, nebenbei lief nat├╝rlich der Fernseher.

„Guten Abend! Hier in unserer Stadt passiert von Tag zu Tag mehrere merkw├╝rdige Dinge. Erst heute gegen der Mittagspause war eine junge Angestellte eines Kaufhauses Zeugin bei einem Schauspiel, das sie als Hexerei bezeichnet. Sie berichtete, wie sich zwei junge M├Ąnner geschlagen haben, und pl├Âtzlich kam aus den Augen von einen von den M├Ąnnern ein gr├╝nes Licht heraus, woraufhin, der andere Mann wie ein Verr├╝ckter anfing zu schreien, und danach war er weg. Einfach weg, wie vom Erdboden verschluckt, so die Angestellte. Hier mit schalten wir live zum Ort des Geschehens!“, ert├Ânte aus dem Fernseher, und sie alle h├Ârten auf zu spielen, schenkten nur noch dem Fernseher die volle Aufmerksamkeit.

„Guten Abend, die B├╝rger von Long Island. Ich wei├č nicht, als was ich das hier bezeichnen soll, aber anscheinend ist hier das Unm├Âgliche m├Âglich! Ich spreche nun mit der Zeugin, Tamara...“

„Es wird gef├Ąhrlich!“, sagte Jordan leise.

„Psst... sei mal leise!“, befahl Christine.

„... aber nicht nur hier in Long Island passiert in letzter Zeit seltsame Dinge. Sogar in der Hauptstadt New York wurde berichtet, wie einige Menschen, auf dem Weg zur Arbeit waren, und pl├Âtzlich etwas dunkles, leichtes, gleitendes ├╝ber die Stra├čen glitten. Und die Selbstmordversuche in New York sind gestiegen. Gerade gestern sprang eine junge Frau im mittleren Alters vom siebzehnter Stock eines Hochhauses. Motive daf├╝r gibt es nicht. Und einen Tag davor, sprang ebenfalls eine Frau mittleren Alters von einem Hochhaus, Motive daf├╝r gibt es ebenfalls keine. Gibt es zwischen all dies einen Zusammenhang? Wenn ja, welche?“

Marc schaltete den Fernseher aus. Alle schauten zu ihm.

„Die Hexenj├Ąger wollen nur, dass wir raus kommen und uns entg├╝ltig zu erkennen geben.“, meinte er mit fester Stimme. Aber ihm sah man die Angst und die Furcht in seinen Augen. Er hatte mehr als nur Angst, da war noch etwas, aber dieses Etwas wurde mit so viele T├╝ren versperrt, das sie nicht hindurch sehen konnte.

„Wir werden etwas unternehmen m├╝ssen, Jordan.“, meinte Christine. „Wir k├Ânnen nicht noch mehr unschuldige Menschen wegen unserer Existenz sterben lassen.“

„Aber was sollen wir denn machen? Zusammen sind wir trotzdem nicht stark genug, um gegen ihnen anzukommen, wir brauchen noch mehr!“, klagte Jordan. Er sah auch niedergeschlagen aus.

Mandy r├Ąusperte sich, blieb aber noch auf ihren Platz sitzen. Alle Blicke waren nun auf sie gerichtet.

„Also ├Ąhm...“, fing sie an. „Jordan, du darfst mir jetzt keine Vorw├╝rfe machen, okay? Lass mich erst zu ende reden!“

Jordan nickte.

„Okay“, fing sie erneut an. „Vor ein paar Wochen, das hei├čt, an dem Abend, als ich eigentlich mit Mike ausgehen wollte, dann aber so fr├╝h nach Hause kam, da bin ich so aus Neugier in den Vorgarten von diesem Haus da dr├╝ben gegangen. Als ich den Weg entlang lief, war mir nichts aufgefallen. Aber als ich vor der Haust├╝r stand, wollte ich eigentlich rein gehen, habs mir aber dann doch noch anders ├╝berlegt, und ich hab mich gerade umgedreht, war dabei, die Treppe hinunter zu gehen, dann h├Ârte ich ein Knirschen hinter mir, ich drehte mich wieder um, und sah, wie sich die T├╝r automatisch ├Âffnete, aber dies nur langsam. Ich hab einen solchen Schreck bekommen, dass ich los gerannt bin und das Tor mit meiner Kraft aufgerissen habe. Als ich wieder hier vor unserer Haust├╝r stand, drehte ich mich noch einmal zu dem Haus um, sah aber, dass die T├╝r zu war.“

Jordan und seine Freunde tauschten Blicke untereinander aus.

„Mandy muss wieder zu Hause Unterricht haben!“, beschloss Jordan.

„Aber...“, widersprach sie.

„Nichts aber! Du hast dich verraten, wenn wir dich ├Âffentlich rumlaufen lassen, und das auch noch ohne Schutz, wer wei├č, ob du dann nicht eines Tages ├╝berhaupt nicht mehr zur├╝ck kommst!“, sagte Jordan mehr zu sich selbst, als zu Mandy. Er ging zum Telefon hin├╝ber, und rief einen Privatlehrer an.

Mandy war dabei zu schmollen, aber auch dies half nicht viel, Jordan redete trotzdem mit dem Privatlehrer, den sie schon damals hatte.

Sie suchte bei Linh Chi mit einem Blick Hilfe, aber diese zuckte nur die Schultern, und versuchte sie mit einem L├Ącheln zu tr├Âsten. Aber das half nicht viel, und es ├Ąnderte genau so wenig daran, dass Mandy jetzt zu Hause Unterricht nahm. Eigentlich h├Ątte sie ja nichts dagegen, wenn sie nicht solchen Spa├č in ihrer Fotografie Gruppe h├Ątte. Wieso musste sie ihnen auch nur von dem Besuch im Vorgarten erz├Ąhlen? H├Ątte sie es nicht getan, k├Ânnte sie jetzt noch zur Schule gehen, wie jedes normale M├Ądchen. Aber sie hatte es erz├Ąhlt, und es hat nichts an der Situation ge├Ąndert, au├čer dass sie jetzt Privatunterricht bekam.

Ohne etwas zu sagen, stand sie auf, und verlie├č den Raum. Sie wusste nicht, was sie jetzt noch da erledigen sollte, nachdem sie ihnen von dem Besuch erz├Ąhlt hatten, und sich nichts ge├Ąndert hatte.

Oben angekommen, sa├č sie in einem Sessel in der N├Ąhe vom Fenster, von wo aus sie direkt zum gegen├╝ber liegenden Haus blicken konnte. Sie sa├č dort und schaute sich das Haus an, gr├╝belte nach, wie so einen Hexenj├Ąger aussehen k├Ânnte. Aber wenn diese Zeugin da Recht hatte, dann sah so ein Hexenj├Ąger wie alle anderen normale Menschen aus. Aber w├╝rde sich in den Augen etwas ver├Ąndern? Da fielen ihr Mikes Augen wieder ein. Darin hatte sie doch so viele Bilder gesehen, die schrecklich waren. War er etwa ein Hexenj├Ąger? Bei dieser Gedanke zuckte sie zusammen, denn sie konnte sich nicht vorstellen, dass so ein Hexenj├Ąger schon so nah an ihr dran war, aber nichts gemacht hatte.

Heute Nacht werde ich in dem Haus da gehen, ich muss wissen, was da ist, beschloss sie, und stand vom Sessel auf.



„Mandy, schl├Ąfst du schon?“, h├Ârte sie Jordan am T├╝r fragen.

Sie antwortete nicht, sie wollte es so aussehen lassen, als w├╝rde sie wirklich schlafen. Aber in Wirklichkeit schlief sie nicht. Sie hatte noch ihre normale Klamotten unter den Schlafanzug angehabt.

Als die T├╝r wieder zu ging, lag sie wieder normal im Bett, mit dem Gesicht zur Decke und gr├╝belte weiter nach. Sie wollte einen guten Plan entwickeln, f├╝r den Fall, dass da was passieren k├Ânnte. Dann blickte sie auf den Boden und dort sah sie ein paar Sachen auf dem Boden rumliegen. Sie versuchte diese Sachen mit ihrer Hand zu bewegen, und es wieder auf den Tisch stellen, und es passierte auch genau so, wie sie es wollte. Also bewegte sie mit ihrer Hand noch einer Weile ein paar Sachen auf dem Boden und auf ihrem Tisch hin und her, nur um sich wach zu halten, dann versuchte sie es mit ihren Augen. Dies klappte auch. Komisch, vorher ist mir noch nie aufgefallen, dass ich es auch ohne Hand machen kann, dachte sie. Na egal, jetzt brauchte sie alles, was sie bekam. Dann schlug die Uhr drau├čen im Gang Mitternacht. Sie stand auf, und tappte sich an den W├Ąnden entlang. Sie wollte einfach nicht das Licht einschalten, sonst w├Ąre es vielleicht zu auff├Ąllig gewesen. Sie zog ihr Schlafanzug aus, und zog ihre Turnschuhe an.

„Okay, dann mal los, Mandy!“, sagte sie leise zu sich, als sie am T├╝r stand, und es leise ├Âffnete. Dann ein Blick nach unten. Es war alles dunkel, sogar in Jordans Zimmer war es dunkel. Sie schlich sich an seinem B├╝ro leise vorbei. Es war ebenfalls dunkel darin. Am Wohnzimmer und K├╝che vorbei, da war es auch ├╝berall dunkel.

„Nur noch die Haust├╝r, dann bist du drau├čen!“, fl├╝sterte sie wieder zu sich. „Los mach schon Mandy, worauf wartest du noch?“

Aber nichts geschah. Sie blieb einfach auf ihren Platz stehen. Ihre F├╝├če waren ihr auf einmal zu schwer, sie konnte ihre F├╝├če nicht bewegen. Ihr Hirn wollte, dass sie sich weiter bewegt, aber die Befehle kommen einfach nicht in den Beinen an, denn diese blieben steif, wie festgewurzelt.

Na los Mandy, beweg dich zur T├╝r!!, befahl sie sich im Gedanken.

Dann endlich, sie bewegte sich, und schlich weiter zur Haust├╝r. Bevor sie die T├╝r ├Âffnete, warf sie noch einmal einen Blick in die Richtung von Jordans Zimmer.

„Tut mir Leid, Jordan. Aber ich muss es wissen!“, entschuldigte sie sich, und ├Âffnete die T├╝r.



Kapitel acht



Sie stand vor dem Haus, und starrte es mit gro├čen Augen an.



„Meine S├Âhne, glaubt ihr mir jetzt? Sie kommt wirklich!“, lachte die dunkle Gestalt wieder. „Sie kommt zu uns! Diese Hexe ist anscheinend sehr mutig, nehmt euch in Acht. Wenn eine Hexe so mutig ist, kann sie ├Ąu├čerst stark sein.“

Die S├Âhne standen auf und wollten gerade gehen.

„Du nicht, Fire... du bleibst hier bei mir, und wartest, bis sie hier oben ist. Ich m├Âchte ihr Gesicht sehen, wenn sie dich sieht.“, hielt die schwarze Gestalt eines seiner S├Âhne zur├╝ck, die anderen durften gehen.



Mandy machte die T├╝r auf, und betrat den dunklen Flur. Sie suchte dort nach etwas, womit sie Licht machen konnte, aber so als w├╝rde jemand ihre Gedanken lesen k├Ânnen, gingen die Lichter im Flur an, und wiesen den Weg die Treppe hinauf.

„Sie haben mich erwartet“, stellte sie fest, und schrak zusammen, als hinter ihr die T├╝r zuknallte.

„Herzlich Willkommen in unser Haus!“, sprach jemand, der von der Treppe runter kam. „Du bist Mandy und unser Nachbar, stimmt’s?“

Mandy antwortete nicht. Aber das st├Ârte ihm nicht, denn er fuhr einfach fort: „Du besitzt magische Kr├Ąfte, genau so wie wir. Du hast sogar einen Stein, den wir haben wollen. Aber das alles wei├čt du ja bereits.“

Hinter ihm kamen mit der Zeit mehrere Jungen. Sie hatten alle dieses Grinsen auf ihrem Gesicht, und ihre Augen waren eiskalt, sie waren bereit alles und jeden zu t├Âten, der sich ihnen in den Weg stellte.

Mandy stand immer noch da, und schaute zu ihnen hoch. Sie h├Ârte jedes Wort genau zu.

„Wir sind hier schon lange, wir haben dich auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet. Aber du wusstest es nicht, und das h├Ąttest du auch nicht gewusst, wenn dieser Jordan nicht dieses Haus gekauft h├Ątte. Wir h├Ątten dich dann einfach so umlegen k├Ânnen, und deine Kr├Ąfte an uns rei├čen k├Ânnen.“, sprach der Junge weiter. „Aber nein... Jordan hat alles zu Nichte gemacht. Jetzt hast du alle Kr├Ąfte, die du kriegen k├Ânntest, und dazu auch noch den Stein, den wir wollen. Es wird schwierig f├╝r uns sein, den Stein an uns zu rei├čen...“

Er schaute nach Hinten zu den anderen, diese lachten b├Âse, und er schaute wieder zu Mandy, diesmal direkt in ihre Augen. Sie konnte den Hass und die K├Ąlte in seinen Augen erkennen. Dabei f├╝hlte sie um sich auch K├Ąlte, sie sp├╝rte nur K├Ąlte, f├╝r einen Augenblick glaubte sie, an der K├Ąlte zu ersticken, aber als er seinen Blick abwandte, war ihr wieder warm, und sie konnte normal atmen.

„... aber wir werden den Stein bekommen, egal, wie viele von uns daf├╝r sterben m├╝ssen.“, schloss er seinen noch offenen Satz.

Sie wusste nicht, wie schnell das alles passierte, aber sie wurde von den Jungen umzingelt. Und diese kreisten sie immer enger zusammen, automatisch griff sie an ihrem Hals und umklammerte den Stein, sie wusste nicht wieso, aber sie hatte das Gef├╝hl, dass dieser Stein ihr das Leben retten konnte. Als es aber aussichtslos erschien, und die Jungen schon so nah an ihr ran waren, ging von dem Anh├Ąnger ein Licht heraus, es war ein sch├Ânes warmes Licht, und die Jungen verschwanden mit Schreien, und was zur├╝ck blieb, war nur noch Staub.

Was war das?, fragte sie sich, und sa├č noch auf dem Boden, in ihrer Hand die Kette, die sie raus gerissen hatte, als das Licht aktiviert wurde.

Keine Zeit, zum Nachdenken! Sie musste die Treppe hoch rennen, ohne zu wissen, was sie dann machen sollte, und was sie dort oben erwartete, rannte sie trotzdem so schnell sie konnte hoch.

Oben angekommen, sah sie eine T├╝r, nur eine einzige T├╝r, sie ging dorthin. Und sie stand nur einfach so davor. Soll sie doch lieber zur├╝ck kehren, und Jordan holen, oder sollte sie aufs Volle gehen, und versuchen dieses etwas, was sich hinter der T├╝r verbarg umzubringen, und wenn dies nicht klappte, dann w├╝rde sie sterben und dieses Etwas w├Ąre dann im Besitz von dem Stein.

Alles oder Nichts!, fl├╝sterte sie in ihrem Kopf, und es hallte eine Weile in ihrem Kopf noch nach. Dann legte sie ihre Hand auf den T├╝rgriff, z├Âgerte noch ein wenig, dann dr├╝ckte sie endlich den T├╝rgriff runter und trat ins Zimmer. Sie erschrak, als sie auf den Boden sah, denn alles was sie sah war Blut. Sie sah nur Blut, aber dann stellte sie schnell fest, dass das Blut nicht echt war, es war eine T├Ąuschung, und egal wie dieses Etwas es angestellt hatte, es sah verdammt echt aus. Vielleicht kann er ihr auch einfach nur Gedanken in den Kopf pflanzen, die gar nicht von ihr sind, ├╝berlegte sie. Aber allein bei der Gedanke, dass dieses Bestier etwas mit ihrem K├Ârper machte, wurde ihr ├╝bel, und sie wollte nicht mehr dar├╝ber nachdenken.

„Hi Mandy!“, h├Ârte sie eine Stimme aus der Dunkelheit. Erst jetzt bemerkte sie, wie gro├č und endlos der Raum wirkte.

Ein Junge stieg aus der Dunkelheit heraus, und sie erkannte ihn wieder. Es war Mike. Es war tats├Ąchlich Mike.

„Mike!“, schrie sie mit Entsetzen, als sie den Jungen erkannte, der da auf sie zu kam, und er grinste, aber es war kein freundliches Grinsen, es war eher ein b├Âses Grinsen.

„Richtig, Mandy!“, best├Ątigte er, und sein Blick war voller Hass auf sie gerichtet. „Das h├Ąttest du nicht gedacht was?“

Er lachte, aber sein Lachen war voller Spot und seine Augen waren schwarz, schwarz wie die Nacht, so als w├Ąre er ganz leer.

„M├Âge der Bessere gewinnen!“, waren seine letzte Worte, bevor er auf einmal verschwand. Zu mindest sah es so aus, als w├Ąre er auf einmal verschwinden, aber Mandy sp├╝rte, dass er noch da war. Sie wusste nur nicht, wo er war.

Konzentrier dich, Mandy!, befahl sie sich wieder. Sie schlie├č daraufhin ihre Augen, und ├╝berlie├č alles ihrem Gef├╝hl. Dann in dem Augenblick, als sie dachte, sie k├Ânnte ihn sehen, kam von hinten einen Angriff, und sie fiel zu Boden.

„Und Mandy? Glaubst du, du k├Ânntest gegen mich gewinnen?“, lachte er auf. „Es w├Ąre besser, wenn du mir den Stein gibst, oder zu unserer Seite r├╝ber wechselst, dann h├Ąttest du alles doch viel leichter!“

„Nie im Leben!“, stie├č sie hervor, das Sprechen fiel ihr schwer, denn er hatte seinen Knie in ihrem R├╝cken reingebohrt.

„Na gut, wie du willst, fang aber nicht an zu heulen!“, meinte er und verschwand dann wieder.

Konzentrieren und schnell reagieren, hei├čt das Sprichwort, Mandy!, erinnerte sie sich noch mal.

Und dann bewegte sie ihre Hand und, er flog vor ihr auf den Boden, und wurde dadurch wieder sichtbar. Mandy grinste, sie war froh ├╝ber diesen Erfolg. Dadurch gewann sie mehr Selbstvertrauen und lie├č ihn hoch schweben, jetzt war er gefangen. Er w├╝rde vermutlich sterben, aber sie will es ihm nicht so einfach machen.

„Verrat mir ein Geheimnis, Mike...“, sagte sie.

„Fire...“, stie├č er hervor. „Ich hei├če nicht Mike, ich hei├če Fire.“

„Okay... Fire... wieso friere ich, wenn ich in den Augen der anderen geguckt habe, aber wenn ich in deinen Augen gucke... da friere ich nicht.“, fragte sie.

Fire lachte auf. „Das liegt daran, weil sie ihre Seele schon l├Ąngst verloren haben. Sie waren alle zu lange auf unserer Seite, da haben sie all ihre Menschlichkeiten verloren...“

„Und... du... du...“, ├╝berlegte Mandy.

„Richtig! Ich bin noch nicht so lange hier auf diese Seite.“, brachte er ihr Gedanke zu ende.

„Bist du gl├╝cklich hier?“, fragte sie weiter.

Er antwortete nicht sofort. Er ├╝berlegte erst eine Weile. „Klar bin ich gl├╝cklich!“

„Das glaube ich dir nicht, Fire!“, erwiderte Mandy misstrauisch. „Das sehe ich in deinen Augen, du bist nicht gl├╝cklich! Du warst bitter, als du erfahren hast, dass dein Vater euch verlassen hatte, und du und deine Mutter allein zur├╝ck blieben. Du hast das Feuer angez├╝ndet, weil du dachtest, dass deine Mutter an all dem Schuld war, aber dann hast du festgestellt, dass sie doch nicht daran Schuld war, niemand war daran Schuld, dass dein Vater euch verlassen hatte. Du wusstest nicht mehr wohin, also bist du auf diese dunkle Seite gesto├čen, hier wurdest du akzeptiert, hier bist du m├Ąchtig... aber in deinem Innern... da sieht es ganz anders aus... da bist du nur der kleine Junge, der nach Z├Ąrtlichkeit und Liebe von der Mutter sehnt, und der einfach nur seinen Vater zur├╝ck haben will.“

„Halt den Mund!“, befahl er. „Wieso bringst du das hier nicht zu ende, und legst mich einfach um?“

Sie betrachtete ihn, und f├╝r eine Weile tat er ihr sogar Leid, aber sie hielt ihre Hand immer noch oben, sie wollte ihn nicht wieder auf den Boden setzen, damit er sie von Neuem angriff. Dann sah sie wieder diese Bilder in seinen Augen. Feuer, nur Feuer, sie sah ├╝berall nur Feuer, so als w├╝rde sie mitten darin stehen, sie wollte gerade ihre Hand los lassen, und schreien, aber in letzter Sekunde erkannte sie dann pl├Âtzlich, dass was sie da sah, nur Bilder in seinen Augen waren, in Fires Augen.

„Ich m├Âchte dich nicht umbringen, Fire!“, antwortete sie schlie├člich. Und sie war selbst ├╝berrascht ├╝ber diese Antwort. „Du tust mir einfach nur Leid!“

Sie schaute ihn immer noch an, und immer noch schaute sie ihm direkt in die Augen, er hielt ihren Blick stand.

„H├Âr zu...“, begann er. „Wenn ich dir jetzt etwas verrate, dann musst du mich sofort umlegen, sonst h├Ąttest du noch mehr ├ärger auf dem Hals! Nimm Acht vor Shadow... er ist sozusagen der Vater aller Hexenj├Ąger, er hat m├Ąchtige Kr├Ąfte, du wirst die Kr├Ąfte in dem Stein da brauchen, der Stein kann dir mehr helfen, als du glaubst, vertraue einfach nur auf seine Kraft. Und da du schon hier bist, hast du bewiesen, dass du auch sehr stark und mutig bist, das macht eine Hexe aus!!! Wie du Shadow erledigen kannst, das kann ich dir nicht verraten, weil ich es selber nicht wei├č, aber du wirst die Hilfe von deinen Freunden brauchen, ruf sie irgendwie um Hilfe!“

Mandy staunte, sie h├Ątte mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass er ihr all das verriet, dass er sie vorwarnte, und dass er ihr riet, Hilfe zu holen. Aber vielleicht war das auch nur eine Ablenkungsman├Âver, vielleicht wollten sie alle nur Mandy verwirren, damit sie blind in irgendeine Falle tappte. Doch je l├Ąnger sie da stand, und ihm in die Augen schaute, desto mehr vertraute sie ihn. Sie wusste nicht wieso, aber sie vertraute ihn einfach.

„Jetzt t├Âte mich endlich! Mach!“, schrie er schon flehend.

„Ich... ich... kann...“, stotterte sie.

Aber eh sie sich versah, war da ein Blitz, und Fire lag am Boden, er blutete, er blutete und l├Ąchelte sie an.

„Viel Gl├╝ck“, presste er noch hervor, und deutete mit den Fingern hinter ihr.



Er war da. Shadow war da. Er stand vor ihr, gro├č, m├Ąchtig und voller Stolz stand er vor ihr. Sein Z├Ąhne blitzten, als er l├Ąchelte, seine Augen formten sich zu Schlitzen, und es funkelte gr├╝n. Sie stand da, ganz alleine, und ohne Hilfe, sie f├╝hlte sich ausgeliefert. Sollte sie jetzt noch weiter k├Ąmpfen, oder sollte sie einfach aufgeben, und seine Dienerin werden? W├Ąhrend sie nachdachte, rechnete sie jeder Zeit mit einem Angriff, aber nichts passierte. Shadow ging an ihr vorbei, zu Fire hin├╝ber, und schaute ihn genauer an.

„Er lebt noch!“, stellte er fest, und schob ihn mit einer Handbewegung zur Seite.

Er beherrschte die gleiche Kraft wie sie. Aber wieso?

„Soll ich dir sagen, was mit deinen Eltern passiert war?“, fragte er, aber es klang nicht wie eine Frage, er bot es ihr an, und machte dies auch war. Er entf├╝hrte sie in eine andere Welt.

Sie stand dort, und entdeckte das gleiche Paar, das die bei dem Ritual mit Jordan und seine Freunde gesehen hatte. Das Paar stand im Mittelpunkt von einer Menge Leute.

„Hexe! Hexe! Hexe!“, schrieen sie alle, und hielt die Finger auf ihnen gerichtet.

Sie hatten also alle erkannt, dass ihre Eltern Kr├Ąfte besa├čen und bezeichnete sie als Hexen. Dann schaute sie sich um, und sah Shadow, dieser lachte und vergn├╝gte sich.

Sie stand da noch eine Weile, und dann passierte endlich etwas, man verbannte das Paar aus der Stadt, sie gingen. Aber weiter sah Mandy nicht.

„Danach ist alles unwichtig! Die Szene danach kennst du schon bereits, mit Hilfe von Jordan und seine Freunde!“, sagte Shadow.

Pl├Âtzlich blitzten seine Augen auf, als er den Stein entdeckte. Er grinste wieder, und sein Blick war jetzt nur noch auf den Stein geheftet.

Mandy rief in ihren Gedanken nach Jordan, sie brauchte jetzt Hilfe, sie brauchte jetzt mehr als nur Hilfe, sie brauchte ein Wunder, um das hier lebend zu ├╝berstehen.

Bitte Jordan, du musst mich jetzt h├Âren, flehte sie leise.

Aber bevor, sie sich weiter auf ihre Bitte konzentrieren konnte, h├Ârte sie ein Schrei. Sie guckte Shadow an, und sah, dass sich in seinem Bauch ein komisches Etwas gebildet hatte, es sah aus wie ein Gesicht, denn es hatte Haare, aber es waren keine richtige Haare, sondern aus Haut, die Haare waren aus Haut, und das Gesicht war verzerrt, und es hatte seinen Mund aufgerissen, da konnte Mandy die vampir├Ąhnlichen Z├Ąhnen sehen, es schrie und schrie um jeden Preis, und das ohne Grund. Zu mindest dachte Mandy, dass es keinen richtigen Grund gab, weshalb dieses komisches unheimliches Etwas schrie. Seinen Schrei wurde unertr├Ąglicher, und es war schmervoll, es zerriss sie innerlich, dieser Schrei war so voller Entsetzen und gleichzeitig voller Angst. Mandy sp├╝rte diese Gef├╝hle nah bei sich, oder besser, sie sp├╝rte diese Gef├╝hle in sich, und sie wusste, dass wenn dieses Etwas nicht aufh├Ârte, zuschreien, dass sie dann um jede Wette sterben wird. Sie konnte die Gef├╝hle nicht mehr ertragen, denn die Angst in dem Schrei vermischte sich mit ihre eigene ├ängste, und sie f├╝rchtete sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode.

Dann so, als w├Ąre ein Wunder passieren, h├Ârte das Schreien auf, sie blickte wieder vom Boden hoch, denn durch dem Schrei wurde sie auf die Boden gepresst, und lag dort die ganze Zeit, vor sich sah sie Fire stehen. Er stand vor ihr, und breitete die Arme aus, dann sah er nach hinten zu ihr hinunter und zwinkerte ihr zu.

„Los, konzentrier dich, und ruf nach Jordan, du brauchst Hilfe. Ich werde so lange versuchen, das alles abzufangen.“, fl├╝sterte er kaum h├Ârbar.

Mandy nickte, und schloss die Augen. Sie wusste nicht, ob sie Gedanken ├╝bertragen konnte, deswegen wandte sie lieber ihre gewohnte Kraft an, und teilte sich in zwei.

Jetzt war sie nur noch k├Ârperlich dort in dem Haus, wo der Hexenj├Ąger und Fire, der mittlerweile zu gar keinen mehr von den beiden Seiten geh├Ârte, und geistlich war sie jetzt bei Jordan im Zimmer. Sie sah, dass er noch im Bett lag und schlief, aber sie musste ihn wecken, sonst k├Ânnte es b├Âse enden.

„Jordan“, fl├╝sterte sie, „Jordan, wach auf, bitte. Ich brauche deine Hilfe, alleine schaffe ich es nicht.“

Verschlafend ├Âffnete er die Augen, und murmelte etwas vor sich hin, was sie nicht verstand.

„Jordan, ich brauche deine Hilfe!“, wiederholte sie lauter, und sch├╝ttelte ihn.

Jordan riss seine Augen weit auf, als er sie wei├č vor sich sah, und war kurz davor zu schreien, aber in letzter Sekunde konnte er sich noch beherrschen, und schwieg.

„Wo bist du?“, fragte Jordan leise.

„Ich bin im gegen├╝berliegenden Haus, ich wei├č, ich sollte dort nicht hinein gehen, aber ich bin rein gegangen. Ich habe die S├Âhne von Shadow alle erledigt, oder besser, der Stein hat es gemacht, Fire ist jetzt auf keiner Seite mehr, aber er will mir helfen. Und alleine schaffen wir es nicht, wir brauchen dich, und vielleicht auch noch die an...“, erkl├Ąrte sie schnell, aber bevor sie das letzte Wort sprechen konnte, h├Ârte sie wieder dieses Schreien, nicht deutlich, aber sie h├Ârte es, und sie verschwand, war wieder in dem Haus.

Fire stand nicht mehr vor ihr, er rappelte sich gerade vom Boden auf, er war ersch├Âpft, das sah man ihm an, er hatte keine Kraft mehr gehabt. Als Mandy glaubte, dass er wieder stand, sackte er in sich zusammen, und lag vor ihr. Dieses Etwas h├Ârte abrupt auf zu schreien, und verschwand auch von Shadows Bauch.

Sein Blick war wieder auf sie gerichtet. Seine Augen funkelten b├Âse, sie konnte den Hass darin sp├╝ren, und sie war froh, dass sie nicht darin schwimmen musste, denn es w├Ąre mit Sicherheit schrecklich, in einem Meer voller Hass zu schwimmen.

„Mein Sohn...“, fl├╝sterte er, schon fast kein Atem mehr.

„Er ist nicht dein Sohn“, fauchte Mandy b├Âse, sie war w├╝tend, w├╝tend darauf, dass sie in dieses Haus gegangen ist. W├╝tend darauf, dass ausgerechnet Fire Mike war, und dass sie jetzt wieder was f├╝r ihn empfand. „Er war noch nie dein Sohn! Und das wird er auch nie sein! Er geh├Ârt zu mir... und du kannst jetzt nichts mehr dagegen tun, hast du es nicht gesehen? Er hat sich gegen dich aufgelehnt, er will nicht mehr, und er wollte noch nie!“

Ihr rannten Tr├Ąnen ├╝ber das Gesicht. Sie wusste nicht weiter, war total am Boden zerst├Ârt. Ausgerechnet Fire musste sich f├╝r sie einsetzen, nur weil sie nicht stark genug war, dagegen zu halten. Sie war schwach, das stimmte, sie war wirklich schwach. Aber daran hatte sie sich nie gest├Ârt, nur jetzt, jetzt in diesem Augenblick wollte sie ein Mal in ihrem Leben stark sein, und Shadow erledigen. Sie wollte nur Shadow umlegen, sie wollte sich nur noch f├╝r Fire r├Ąchen.

„Du kannst ihn auch nicht lebendig machen mit deinen Tr├Ąnen!“, lachte er. „Den Schrei einer Todesfee konnte bis her niemand ├╝berstehen, und man konnte diese Menschen noch nie retten, und das wirst du auch nicht k├Ânnen.“

Dann erschien dort an dem Ort, wo vorher das Gesicht war, wieder das gleiche Gesicht mit den Greifz├Ąhnen, und sie ├Âffnete den Mund, um zu schreien, aber Mandy schrie zu erst, sie schrie und schrie aus ihre Kehle, das Gesicht guckte sie verwirrt an, dann war da f├╝r kurze Zeit ein b├Âses Grinsen zu erkennen, dann ├Âffnete sie ihren Mund breit und schrie. Die Todesfee schrie lauter als vorher, und ihr Schrei war schrecklicher, t├Âdlicher, und qualvoller. Mandy ging wieder zu Boden, sie zog sich auf dem Boden zu Fire hin├╝ber, sah ihn an, und gab ihm noch einen leichten Kuss auf seinen Wangen. Sie fl├╝sterte ihm ins Ohr, dass sie ihn immer noch liebte, dann wandte sie mit ihrem Blick wieder dem Gesicht der Todesfee zu. Mandy versuchte sich wieder aufzurappeln, sie wollte k├Ąmpfen, sie wollte bis zum Ende k├Ąmpfen, denn wenn sie schon hier in diesem Haus war, wollte sie nichts au├čer die Welt wieder in Ordnung bringen, oder auch die Welt ins Ungl├╝ck st├╝rzen, es lag bei ihr.

Sie stand, und wankte hin und her, dann schrie sie wieder, sie schrie schon fast so laut wie die Todesfee.

Pl├Âtzlich stieg der Kopf samt K├Ârper hinaus, und Mandy hatte den Eindruck, dass auch Shadow nicht wusste, was da geschah, denn er schaute genau so ratlos drein wie sie, aber vielleicht tr├╝gt der Schein auch. Felsenfest damit gerechnet, dass sich die Todesfee um sie k├╝mmern w├╝rde, stellte Mandy sich schon hin, und war bereit um die Wette zu kreischen, aber komischer Weise wandte sich die Todesfee zu erst an Shadow und kreischte.

Mandy dachte, dass sie vielleicht einfach ganz leicht raus schleichen konnte, wenn die Todesfee doch gerade so sehr mit Shadow besch├Ąftigt war. Also bewegte sie sich Richtung T├╝r, aber die Todesfee drehte sich blitzschnell um und kreischte in ihre Richtung, daraufhin flog Mandy nur gegen die T├╝r, und lag auf dem Boden.

Nach ein paar Stunden, es erschien ihr so, aber in Wirklichkeit vergingen nur wenige Sekunde, h├Ârte sie kein Kreischen mehr, die Todesfee war nicht mehr da. Aber falsch gedacht, sie war noch da, und stand direkt vor ihr, gro├č, stolz und f├╝rchteinfl├Â├čend. Ihre Augen waren gro├č, kugelf├Ârmig und wei├č, nur die Pupille war blau, ein w├Ąssriges Blau, ihre Haare waren zerzaust und wei├č, so wei├č wie die Haare alter Frauen, ob sie dick war oder nicht, da war Mandy sich nicht sicher, aber sie glaubte nicht, dass die Todesfee dick war, sie hatte nur blo├č ein paar Laken an, die schon bereits zerrissen wurden, es sah aus wie ein Kleid.

Sie forschte Mandy mit durchdringenden Blick an, sodass Mandy das Gef├╝hl hatte, als w├╝rde sie in ihre Seele schauen wollen.

„Tu mir nichts“, brachte Mandy auf einmal raus, und sie wusste, dass die Todesfee es unm├Âglich geh├Ârt haben konnte, denn Linh Chi oder Christine hatte ihr mal erz├Ąhlt, dass Todesfeen nicht die Sprache der Menschen sprachen, sondern ├╝berhaupt keine Sprache.

Mandy wagte es nicht, den Blickkontakt zu brechen, denn sie hatte Angst, dass wenn sie nur f├╝r einen Augenblick den Kontakt unterbrach, sie dann get├Âtet wurde.

Dann ganz pl├Âtzlich wie durch dem Nichts flog Mandy nach vorne, und landete vor den F├╝├čen der Todesfee, die T├╝r hinter ihr wurde mit Gewalt ge├Âffnet, und da standen Jordan und die anderen, sie waren bereit zum Kampf, aber ihre Gesichte verf├Ąrbten sich schnell wei├č, als sie die Todesfee sah.

„Mandy, zur Seite!“, br├╝llte Jordan.

Er und die anderen traten heran, aber sie hatten genau so wenig Ahnung, wie sie diese Kreatur erledigen sollten, wie Mandy.

Die Todesfee sah jetzt Jordan an, und ├Âffnete ihren Mund, daraufhin kreischte sie sofort los, der Schrei galt nur Jordan, und er fing es alles ab. Die anderen konnten nur da stehen und zu sehen, wie ihr Freund leiden mussten. Mandy konnte die Gef├╝hle der anderen nachvollziehen, denn sie hatte vorhin auch zu sehen m├╝ssen, wie Fire durch den Schrei zusammen sackte, und da hatte sie sich auch ganz verloren gef├╝hlt.

Aber muss es denn dann gleich hei├čen, dass er Tod war?, fragte sie sich, und sah zu Fire hin├╝ber. Ohne weiter nachzudenken schlich sie sich zu Fire hin├╝ber und sah ihn an. Er sah so friedlich aus, wenn er dort lag, sie musste ihn einfach wieder zum Leben zur├╝ck rufen, egal wie.

„Der Stein kann mehr, als du glaubst, du musst nur fest daran glauben!“, erinnerte sie sich auf einmal an die Worte von ihm. Sie fasste mit ihrer Hand um den Stein, sie hatte es noch nie versucht, aber jetzt war es soweit, sie musste es versuchen, sonst blieb es f├╝r immer unerforscht. Sie griff fester um den Stein an ihrer Kette und schloss die Augen.

Ihr G├Âtter da oben

Ich rufe Euch

Bitte kommt mir zur Hilfe

Und gebt mir Fire zur├╝ck

Ich flehe Euch an...

Diese Worte sprach sie in ihrem Kopf immer und immer wieder, bis etwas geschah, aber sie wartete vergeblich, es geschah nichts, vielleicht war es auch falsch, wie sie sich ausgedr├╝ckt hatte, oder es ging ├╝berhaupt nicht.

Sie wollte noch nicht aufgeben, lockerte ihren Griff um den Stein auch nicht wieder.

„Ihr gro├če G├Âtter dort oben

Bitte, ich flehe Euch an

Gebt mir Fire zur├╝ck...“

Sie sprach es laut und deutlich auf, dann wurde alles in Lila getaucht, und die Todesfee stoppte ihr Schrei und drehte sich um.

Angsterf├╝llte Augen, das konnte Mandy noch erkennen, bevor die Todesfee aus dem n├Ąchstbesten Fester sprang, und in die Nacht verschwand.

Das Licht legte sich schnell wieder, und Fire blinzelte ihr entgegen. Er l├Ąchelte froh, verzog sein Gesicht aber wieder, weil ihm etwas weh tat.

„Du hast es geschafft, die Kraft in dem Stein zu nutzen!“, stellte er fest, und streichelte ihre Wange mit seinem Hand.

Sie l├Ąchelte und war froh, dass die G├Âtter ihn ihr wieder gab. Dann drehte sie sich zu den anderen um, diese waren noch wie gel├Ąhmt, nur Jordan nicht, er rappelte sich auch vom Boden hoch, und l├Ąchelte ihr entgegen.

„Gut gemacht, Mandy!“, presste er ├╝ber die Lippen, und sackte wieder zusammen, aber aus Ersch├Âpfung, denn seine Augen waren immer noch offen.



Kapitel neun



Wieder gl├╝cklich und vereint, mit einem Neuen an ihrer Seite verbrachten Jordan, seine Freunde, Mandy und nat├╝rlich Fire oder auch Mike einen wundersch├Ânen Abend bei Jordan zu Hause.

„Sag mal, wie sollen wir dich jetzt nennen? Fire oder Mike?“, fragte Mandy, w├Ąhrend sie aus dem Fenster schaute. Diese Angewohnheit hatte sie sich nicht ablegen k├Ânnen, denn man konnte ja nie wissen, wer als n├Ąchstes ihr neuer Nachbar sein wird.

„Mike w├Ąre mir schon lieber!“, erwiderte er. „Die Todesfee ist noch nicht Tod oder?“

Sie alle wechselten Blicke untereinander aus.

„Nein“, sagte Jordan schlie├člich. „Nein, sie ist noch nicht Tod. Und wir m├╝ssen jetzt wach sein, weil diese Leute erschienen, nachdem die M├Ąnner im Lagerhaus den echten Stein mit dem falschen kombiniert hatten, das hei├čt, es k├Ânnte da drau├čen noch mehr Kreaturen geben, die auf Hexenjagd gehen!“



Was die Freunde nicht wussten, ihr n├Ąchster Feind war schon auf dem Weg zu ihnen, und er schien es eilig zu haben, es war der Geist von Shadow. Er kam noch mal zur├╝ck, um sich zu r├Ąchen, er wollte jetzt nichts au├čer Rache, sein Lachen war hass erf├╝llt, seine Augen funkten nur so vor Zorn, und seine Aufgabe und sein Ziel war nichts anderes als: Mandy t├Âten, diese kleine Hexe Tod zu sehen...

End.

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Hallo LinhNguyen,

ich gehe mal davon aus, dass deine Muttersprache nicht Deutsch ist, da deine Geschichte von Artikel- und Fallfehlern nur so ├╝bergeht. Trotzdem sind solche Fehler in einem Text sehr st├Ârend und hemmen immer wieder den Lesefluss.

Was den Inhalt deiner Geschichte betrifft, so fand ich einiges recht unlogisch. Einen Gro├čteil der Geschichte ├╝ber habe ich mich beispielsweise gefragt, warum sich das M├Ądchen eigentlich versteckt. Dass dies aus einer "inneren Eingebung" heraus passiert, stellt sich f├╝r mich als Leser erst viel zu sp├Ąt heraus. Au├čerden erinnert mich der Abschnitt, wo sie pl├Âtzlich weitere F├Ąhigkeiten entwickelt, etwas zu sehr an die TV-Serie "Charmed", was ihr, wie ich finde, viel an Individualit├Ąt nimmt, weil man (in diesem Fall ich) st├Ąndig Assoziationen zu dieser Serie hat.

Auch finde ich deine Geschichte zu lang geraten. Du h├Ąltst dich viel mit nebens├Ąchlichen Details auf, die eher langweilen als das Interesse zu steigern, w├Ąhrend wichtige Information entweder ganz fehlen oder erst viel zu sp├Ąt im Text kommen.

Alles in Allem liest sich deine Geschichte wie ein Romanheftchen, das man zwischendurch als Entspannungslekt├╝re liest, wenn man sich nicht in ein anspruchsvolleres Buch vertiefen m├Âchte, nur dass sie durch die vielen Fehler und Ungereimtheiten leider nicht einmal mehr entspannend wirkt.

Ich hoffe, du nimmst meine Kritik nicht zu pers├Ânlich. Ich habe deine Geschichte von Anfang bis Ende gelesen, aber es war mehr eine Qual als ein Vergn├╝gen. Ich denke zwar, dass man mit viel M├╝he noch etwas aus der Geschichte machen k├Ânnte, aber so wie sie hier steht, ist sie leider nur langweilend.

Liebe Gr├╝├če
think twice

PS.: Meine Kritik ist wirklich nicht b├Âse gemeint.

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