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Leselupe.de > Horror und Psycho
The Room
Eingestellt am 28. 12. 2006 13:27


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Bad Rabbit
Häufig gelesener Autor
Registriert: Jul 2006

Werke: 10
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Tag 1:
Wo zum Teufel bin ich hier nur?
Da war ein Autounfall. Ich fuhr auf der B174 und war auf dem Weg zur Kaserne.
Ich glaube, ich bin von der Straße abgekommen.
Ach Scheiße, ich hab keine Ahnung! Ich erinnere mich an fast nichts!
Ich weiß ja nicht einmal wo ich jetzt bin!
Ich schlug die Augen auf und sah rot. Ein roter Raum. Rote Wände, rote Decke und ein Tisch aus rotem Metall.
Auf dem Tisch lag ein roter (was sonst?) Kugelschreiber neben einem rot (natürlich!) eingebundenen Buch, auf dessen Einband das Wort „Tagebuch“ eingestanzt war.
Sie werden es erraten haben: Sie halten dieses Dokument in Händen (harharhar).
Will jemand, dass ich schreibe? Naja, es lenkt mich ein bisschen ab (wer Rechtschreibfehler findet, der darf sie behalten harhar)
Ach, übrigens: Ich bin mit roten Klamotten aufgewacht. Wie diese KZ-mäßigen Schlafanzüge beim Bund, nur eben in rot.
Welches perverse Schwein denkt sich so was aus?

Tag 2:
Ich hab keine Ahnung, in welcher zeit wir leben. „Tag 2“ heißt nur, dass ich geschlafen habe.
Nachdem ich mir die Seele aus dem Leib gebrüllt und stundenlang die Wände nach schlitzen abgesucht habe, war ich so knülle, dass ich ziemlich schnell eingeschlafen bin.
Es gibt keinen Ausgang. Aber wie haben die mich hier reinbekommen? Ich zermartere mir seit Stunden das Hirn über den Sinn dieses Unternehmens.
Ich habe von Verena geträumt. Wir waren bei unserem Lieblingsgriechen, und aus irgendeinem Grund hatten wir auch Benny mitgenommen. Doch im Restaurant war der Hund plötzlich verschwunden. Als dann unser Essen kam, lag statt Bifteki (griechischer Hackbraten) ein gebratener Benny auf meinem Teller und als ich aufsah, da befand sich unser Tisch plötzlich in diesem Raum! Als dann der Ober auftauchte, und fragte, wie es schmeckt, da bin ich schweißgebadet aufgewacht. Verrückt, nicht?
Wo wir schon beim Essen sind: Ich hab Hunger.
Aber der Durst ist noch schlimmer. Mama sagt immer, dass ich zu wenig trinke...

Tag 3:
Wie lange hab ich wohl diesmal geschlafen?
Hatte wieder einen verrückten Traum. Ich war allein auf Stube, und unser Zugführer machte den Rundgang. Als er bei uns reinschneite und ich meine Meldung gemacht hatte, da ging er durch unsere Stube und meckerte hier und da wie üblich rum („Auf diesem Heizungsrohr ist ja Staub, Jäger Delko!“), und dann sagte er: „Dieser Raum hat die falsche Farbe!“
Als nächstes schleppte der Stuffz einen Eimer mit roter Farbe in das Zimmer, und ich musste alles rot anmalen!
Sowas verrücktes! Aber ich weiß nicht...dieser Raum macht mich langsam echt fertig. Dieses Rot, es ist etwas dunkler als Blut. Und woher kommt eigentlich das Licht in diesem Raum? Leuchtet die Luft? Ich werde langsam irre, hm?
Hunger schlimm. Durst schlimmer. Kann kaum noch reden und werde immer schwächer.
Ich habe Angst. Ich versuche nicht zu weinen, denn weinen verbraucht Wasser.


Tag 4:
Meine Gebete wurden erhört! Wasser! Plötzlich lief Wasser die Wände runter! Es kam aus winzigen Löchern in der Decke. Es lief sehr lange und irgendwann, als das Wasser (Wasser Wasser welch wunderschönes Wort Wasser Wasser Wasser) knietief war, da hörte es auf.
Hab mächtig viel getrunken, auch wenn es im Hals gekratzt hat.
Ich habe mich sogar ein bisschen gewaschen, denn (tataa) das Wasser war angenehm warm!
Das nenne ich Service!
Jetzt fehlt nur noch ein Döner mit extra Fleisch, und ich kann hier alt werden (Ironie).

Tag 5:
Na toll! Ich hab das Wasser versaut! Aber irgendwohin musste ich doch pissen, und das hier ist die pure Definition einer EINRAUMWOHNUNG!!!
Das Wasser ist inzwischen ziemlich kalt, und ich glaube, die Temperatur im Raum ist ebenfalls gesunken.
Ich bin die meiste Zeit auf dem Tisch. Mein Magen muss sich inzwischen auf die Größe einer Erbse zusammengezogen haben. Scheiße, tut das weh! Wenn ich diese Pisser erwische, dann knall ich die ab (wenn ich noch die Kraft habe, eine Waffe zu halten harharhar!)

T g 6
ugelschrei er ins asser ge alle . Sc reib s hlec t.
H nger. Müde.

Tag 7:
Der Kugelschreiber ist zum Glück einigermaßen getrocknet. Meine ganze Haut ist aufgeweicht, und ich muss dauernd husten. Die Feuchtigkeit in diesem Raum macht mich fertig. Um nicht zu verdursten habe ich das verpisste Wasser getrunken. War gar nicht übel. Hat sich wohl alles schön verdünnt.
Ich kann kaum noch gehen.
Was wollen die nur von mir? Ich tu alles. Alles alles alles alles alles alles alles....

Tag 8:
Hier denkt man echt über sein Leben nach. Peter Locker hat wahrscheinlich nichts mit der Sache zu tun. So nachtragend kann keiner sein. Oder? Ich hab den armen Kerl in der Schule immer fertig gemacht. Er hatte echt unter mir zu leiden. Ich weiß noch, als wir mal im Umkleideraum in der Turnhalle Wasser in seine Schuhe und seine Sportschuhe gefüllt haben.
Im Januar. Es tut mir leid, Peter. Ich war ein unreifes Arschloch. Es tut mir leid.
Ich hab nach einer Möglichkeit gesucht, mich umzubringen, aber es gibt keine Haken oder so zum aufhängen.
Hab vor Wut gegen die Wände geschlagen und mir dabei die linke Hand gebrochen.
Mit mir geht’s zu Ende. Was wollen die? Großer Gott, verzeih mir! Ich war verzweifelt. Ich will doch eigentlich gar nicht sterben. Will nicht.

Tag 9:
Als ich Heute (was ist das eigentlich? Harhar) aufwachte, da wollte ich meinen Augen nicht trauen: Das Wasser war weg, wahrscheinlich abgelassen, und stattdessen lag auf dem Boden eine weiße (!!!) Plastiktüte. Inhalt: Ein weißer (!!!!) Schlafanzug und ein paar in silberner Folie eingeschweißte Energieriegel. Ich hab gleich zwei Riegel verputzt und den letzten als Reserve behalten. Ob die mich bald rauslassen?
Meine Hand pocht höllisch, aber es lässt sich aushalten.
Es tut jedenfalls gut, frische Sachen anzuhaben (Umkleiden war ein Krampf, versucht das nie mit einer gebrochenen Hand, Kinder! Harhar ach scheiß auf das har). Ich hab den alten Anzug zu dem Essen in die Tüte gepackt. Ich bin jetzt wieder etwas optimistischer.

Tag 10:
Weiß! Alles ist WEIß!!!! NEIIIIIIN!!!!
Ich bin Heute aufgewacht und alles war weiß! Nur der rote Anzug in der Tüte erinnert noch an die letzten Tage.
Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr ich kannnichtmehrkannnichtmehr.
Muss hier weg. Irgendwie. Ich werde mir jetzt diese Plastiktüte über den Kopf ziehen und warten. Einfach warten.
Verena, ich liebe dich. Vergiss nicht, morgens die Kaffeemaschine auszuschalten.
Harhar.

__________________
Ein Wolf im Schafspelz bleibt trotzdem ein Wolf.

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